Exit

Vorbereitung ist gefragt, wenn man den Absprung nicht verpassen will. Planung, wenn es um den Ausstieg geht. Also plane ich den Rückgang vom Rückzug, den Exit im Kleinen.

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Nachdem letzte Woche die Wertstoffhöfe nach ca. drei Wochen wieder aufgemacht haben, stauen sich die Kolonnen vor der Einfahrt. Wartezeiten von einer halben Stunde sind seitdem an der Tagesordnung. Und das, obwohl eindrücklich darum gebeten wurde, nur in dringenden Fällen die Müllhalden der modernen Weckwerfgesellschaft anzufahren.

Nun, ich habe da absolutes Verständnis für die Bürger, die nun wochenlang sich zuhause ernähren mussten und gleichzeitig Zeit hatten, auch noch die letzte Ecke ihrer Wohnstatt zu entrümpeln. Irgendwann geht einem eben der Platz aus, unabhängig von der Quadratmeterzahl.

Vorteil für mich, ausgerümpelt wurde bei mir schon zu Beginn des Jahres und so ist genug Platz, um den ganzen Alltagsmüll zwischenzulagern.

Morgen machen nun die Bau- und Heimwerkermärkte wieder auf und da steppt dann sicherlich der Bär, weil frische Hamster da sind. Der perfekte Zeitpunkt, um das Zwischenlager in Richtung Endlagerstätte zu transportieren. Bevor der Bau-, Heim- und Gartenrestmüll wieder entsorgt werden muss.

Und nächste Woche arbeite ich dann die Liste für den Heim- und Gartenbedarf ab, wenn die Kfz-Werkstätten und Läden bis 800qm wieder im Geschäft sind und sich dort die Schlangen bilden.

Und dann die Woche, wenn die Friseure aufmachen, bekommt mein Auto endlich seine Sommerräder und ich ein Sommerkleid.

Und dann fängt die Schule für den jugendlichen Mitbewohner an und ich gönne mir eine Auszeit. Vielleicht. Nein, eigentlich wäre mir ein Ausflug in die Berge zur Feier des Exits lieber. Leider muss der wohl noch warten, aber einen Plan könnte ich ja schon mal machen.

Tatort des Monats Dezember

Alle Jahre wieder. Ja, es lässt sich nicht leugnen und auch nicht verhindern: Weihnachten steht vor der Tür. Und wie es sich für einen ordentlichen Haushalt gehört, gibt es einen Baum mit Lichtern. Vorzugsweise Kerzen. Bei mir allerdings künstliches Licht, da der Christbaum ziemlich lange in der Wohnung ausharren muss und die Technik dafür sorgt, dass die Lichter automatisch an- und wieder ausgehen. Wenn denn die Technik funktioniert.

Tatort: WeihnachtsutensilienkisteLichterkette

Tatbestand: Lichterkette

 

Tatortsäuberung: Sehr betrübliche Angelegenheit. Erstens, weil die Lichterketten nach zwei Stunden Friemeln am Baum waren, um dann nicht zu ihren Job zu tun, nämlich zu leuchten. Zweitens, weil es keine Ersatzleuchtmittel mehr für diese Art Kette gibt. Im Grunde gibt es überhaupt keine Ketten mit austauschbaren Lampen mehr, nur noch LED. Sagt die Dame aus dem Baumarkt meines Vertrauens. Die gehen dann einfach kaputt und werden von Haus aus weggeschmissen. So ist das mit unserer Konsum-/Wegwerfgesellschaft. Nun ja, die alte Kette war nun seit ungefähr zwölf Jahren ein zuverlässiger Garant für weihnachtlichen Lichterglanz und evtl. lässt es sich da rechtfertigen, dass nun auch bei mir die LEDs Einzug gehalten haben. 320 Stück am Stück. Und alle funkeln. Das konnte die Dame aus dem Baumarkt meines Vertrauens mit einem Blick erkennen. Ein Wunder. Ich musste das fünfzig Meter lange Kabel erst um den Baum wickeln, um das zu sehen. Weihnachten darf also nun gerne eintreten.