zugeknöpft und umgekrempelt – die Kleiderfrage

Die schlechte Nachricht vorweg: Meinen Vorsatz („Von der Pflicht zur Kür“), die Kosten für Kleider noch weiter zu senken, konnte ich leider nicht halten, dafür musste ich „zu viele“ Teile ersetzen/aufstocken. Allerdings möchte ich auch, und das soll keine Entschuldigung sein, betonen, dass der Hauptanteil dabei auf Sportbekleidung (Wanderschuhe, Sporthosen, Wandersocken, Jacke) fällt, was eventuell mildernde Umstände bedeutet.

Nichts desto trotz, etwas enttäuscht bin ich schon, lasse ich mich aber nicht entmutigen, weiterhin an dem Vorsatz festzuhalten, die Kosten in diesem Bereich auf ein Minimum zu reduzieren. Hin und wieder ist durchaus mal ein Ausreißer drin. Das macht dann doppelt Spaß und sorgt für langanhaltende Freude. Siehe den Mantel vom letzten Jahr – ein Lieblingsstück. Und so soll es ja auch sein.

Von daher bin ich zusätzlich einer neuen Strategie gefolgt, um in meinem Kleiderschrank dem Ziel „Weniger ist Mehr“ schneller näher zu kommen. Neben dem üblichen was-ich-ein-Jahr-nicht-getragen-habe-kann-weg, habe ich kurzerhand Kleidungsstücke, die ich nicht wirklich gern anziehe, rausgeschmissen. Ich denke, jeder hat da das eine oder andere in seinem Fundus. Den Pulli, den man im Laden toll fand, zuhause aber dann feststellen musste, dass er zu nichts passt. Das T-Shirt, das nicht (mehr) zu einem passt, weil zu altbacken/jugendlich/bunt/langweilig. Auf diese Weise ist ganz schön was zusammengekommen. Hier die Bilanz der Aktion:

Was? Wie viel?
Badeanzug 1
Bluse 8
Handschuhe 2
Jacke 4
Jogginghose 2
Kleid 2
Mantel 1
Mütze 1
Pulli 4
Schuhe 5
Socken 5
Tasche 3
T-Shirt 4
Unterhemd 4
Unterhose 6
Weste (Anzug) 3
Weste (Outdoor) 1

Mittendrin wurde ich beinahe von meiner eigenen Courage überrannt und wollte schon wirklich kurzen Prozess mit sämtlichen Stücken zweiter Wahl, weil nicht 100% auf der Geschmacksskala, machen, konnte aber gerade noch an mich halten beziehungsweise wurde mir von meinem Gewissen – was das alles mal gekostet hat – und meiner Vernunft (genaugenommen eine etwas zweifelhafte Entscheidung) – so schrecklich ist es nun auch wieder nicht – Einhalt geboten. Also wurde einigen Teilen eine zweite Chance eingeräumt. Manchen davon mit Zeitwertkonto bis zum dessen Ablauf sie sich beweisen müssen.

Was? Wie viel? Warum?
BH 1 weil derzeit der einzige, der unter ein weißes T-Shirt zu tragen geht
High Heels 1 weil der absolute Hingucker, aber wenig Tragemöglichkeit
Jacke (Anzug) 1 weil einzige schwarze Jacke im Schrank
Jacke (Outdoor) 1 weil ideal für den Sommerurlaub in spe an der See (ansonsten, gute Reise)
Jogginghose 1 weil derzeit im zweiten Haushalt als Freizeithose deponiert
Kleid 1 weil ich die dazugehörige Jacke immer gern zu Hosen trage
Mantel 1 weil eigentlich sehr schön, aber irgendwie zu selten getragen
Pulli 1 weil warm, aber nicht gut zu kombinieren, derzeit im zweiten Haushalt
Pulli (Sport) 1 weil ideal als Unterziehpulli
Shirt 1 weil schön, aber Kombinationsmöglichkeit fehlt, derzeit im zweiten Haushalt
Schuhe (Sommer) 1 weil blau (schwer zu finden) und noch keine Alternative gefunden
Stiefel 1 weil total bequem, aber schon sehr mitgenommen
Winterschuhe 1 weil dicke, warme Treter (man weiß ja nie)

Noch ein Hinweis zum oben erwähnten zweiten Haushalt: Die Sache hat natürlich den Nachteil, dass das Problem nur räumlich verschoben ist und mich zusätzlich bei manchen Dingen zwingt, diese doppelt zu haben. Nicht so sehr Kleidung als vielmehr so etwas wie zum Beispiel einen Föhn und Kosmetik. Gut, das ist aber ein anderes Thema, welches die Zeit hoffentlich lösen wird.

Eine Idee, wie man ungeliebte Kleidungsstücke identifizieren kann, ist mir kürzlich untergekommen: Die sogenannte umgedrehte-Bügel-Methode: Dabei arrangiert man alle Teile im Schrank so, dass der Bügel in die andere Richtung hängt. Nutzt man ein Teil, wird der Bügel umgedreht. Nach einem Monat weiß man dann, welche Stücke nicht getragen wurden und unter Umständen auch unnötig sind. Lässt sich auch auf alle anderen Sachen ausweiten. Da kann man dann vielleicht verschiedene Fächer oder Falt- und Zusammenlegetechniken nutzen. Werde ich auf alle Fälle ausprobieren, nachdem ich mit der Liste der schon heute deklarierten Gegenstände auf Bewährung fertig bin.

So im Großen und Ganzen finde ich, dass ich noch immer auf dem richtigen Weg bin. Summa summarum hat sich das bis dato zwar nicht noch weiter bei den Ausgaben bemerkbar gemacht als vor einem Jahr, wohl aber bei der Menge. Das liegt sicherlich auch daran, dass wenn ich mir denn den Luxus eines neuen Teiles gönne, dann eines erstehe, welches mir absolut gefällt und die Frage „brauche ich es wirklich?“ positiv beantwortet wurde, preisunabhängig.

Nächstes Kapitel: Kosmetik. Also dann, action!
Eure Kerstin

Verzicht kostet – mein Nachhaltigkeitsmonat

Die Firma, bei der ich arbeite, veranstaltet einmal im Jahr einen Nachhaltigkeitsmonat. Es gibt sogar einen Nachhaltigkeitsbeauftragten, der sich ganzjährig mit dem Thema befasst. Dieser Job muss zwar zusätzlich zu den regulären Aufgaben gewuppt werden, aber das scheint zumindest gehaltstechnisch nachhaltig zu sein. Zwei zum Preis von einem sozusagen. Weniger Input (Gehalt) = mehr Output (Ergebnis). Der Traum eines jeden Unternehmers. Beim Ergebnis bin ich zuweilen skeptisch, aber Milchmädchenrechnungen scheinen in der Wirtschaft heutzutage einen großen Stellenwert zu genießen.

Nun gut, zurück zum Punkt Nachhaltigkeit. Auf meinem Blog habe ich dazu ja schon das eine oder andere dazu verfasst und regelmäßig sende ich den Tatort des Monats, bei dem ich Dinge auf die eine oder andere Art los werde und meinem Ich dadurch mehr Raum verschaffe.

Und da gerade Frühling ist und das auch irgendwie Erneuerung und Frühjahrsputz bedeutet, dachte ich mir: So ein dokumentierter Nachhaltigkeitsmonat wäre eine prima Sache. Das mache ich jetzt.

Mitgewirkt an der Idee hat eine liebe Freundin, die meinte, ich solle doch ein Nachhaltigkeitsmagazin machen. Oder über lokale Firmen und Betriebe und deren Nachhaltigkeitsbemühungen berichten. So gesehen, ist das hier also ein kleines Zwischenziel, bei dem ich erst mal mich selbst und mein Verhalten unter die Lupe nehme.

Dabei möchte ich ganz verschiedene Aspekte mit einbringen: Achtsamkeit, Umwelt, Fair Trade, Bio, Öko, Ausmisten, Entrümpeln, Minimalismus, Nachhaltigkeit usw.. Das alles kann und soll irgendwie Thema sein und darf sich gern auf alle Bereiche des Lebens ausbreiten. Da bin ich ganz offen und schaue mal, was so kommt.

Wenn ich mein Leben so betrachte, bin ich, gemessen an meinem früheren Konsumverhalten und bestimmt einem Großteil der Menschheit, schon einen ganzen Schritt in Sachen Nachhaltigkeit weiter beziehungsweise voraus. Bevor es nun Einwände hagelt, dass es nach wie vor sehr viele – zu viele – Menschen gibt, denen das Nötigste zum Leben fehlt. Ja, das stimmt. Aber es gibt einen Unterschied, ob ich freiwillig und aus ethischen und ökologischen Gründen auf Dinge verzichte, oder ob ich aufgrund von Armut gar keine andere Wahl habe.

Meine Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnung, Arbeit sind schließlich gedeckt und ich lebe, objektiv betrachtet, sicher. Ich kann es mir so gesehen „leisten“, mein Handeln und Konsumieren zu hinterfragen.

Aber darauf werde ich sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zurück kommen. Mittlerweile gibt es ja dazu auch schon eine Menge Literatur. Ein paar Werke studiere ich gerade und werde davon das eine oder andere hier auch einfließen lassen.

LesestoffSo viel zur Einleitung zu meinem neuen Projekt „Verzicht kostet – mein Nachhaltigkeitsmonat“, bei dem ich jeden Tag etwas zum Thema hier posten möchte. Soweit der Plan. Ich bin gespannt, wie sich die Idee so entwickelt.

Ach ja, falls jemand Wünsche und/oder Anregungen hat, über was ich dahingehend mal schreiben sollte: Einfach mir im Kommentarfeld oder über das Kontaktformular eine Nachricht zukommen lassen, dann nehme ich das gerne mit auf. Und ja, Mitmachen ist ebenso erlaubt. Ich bin sicher, viele Leser haben selbst ganz tolle Ideen und Erfahrungen in puncto weniger-ist-mehr.

Also dann, action!
Eure Kerstin