Was von den Rauhnächten übrigbleibt: November

November – ein Monat zwischen zwei Stühlen. Der Rhythmus ist aus dem Takt.

In Gedanken hänge ich dem Sommer noch hinterher und verbreite schon weihnachtlichen Aktionismus.

Im Kleiderschrank tauschen die Anziehsachen Bügel und Regalplätze, während ich trotz Rollkragenpullover friere. Der Duft der leichten Tage wird konserviert, die schwere Kleidung verbreitet eine gewisse Behäbigkeit. Ich scheue mich vor der Witterung, ziehe die Schultern hoch und genieße doch die klare frische Luft.

Der Suppentopf steht auf dem Herd und verbannt die Salatschüssel in die hintere Schublade. Die Seele wärmt sich an den warmen Speisen und Getränken, um den kalten Temperaturen etwas entgegenzusetzen.

Ein Jahr, welches mir ans Herz gewachsen ist, geht zu Ende und die Ungewissheit vor dem Neuen macht sich breit. Ebenso kann ich das, was kommt, kaum erwarten.

Das Tageslicht macht sich rar und gleichzeitig strahlt das Kerzenlicht eine heimelige Behaglichkeit aus. Und während die Tage immer kürzer werden, sind meine Nächte ebenfalls zunehmend kürzer. Mein Geist scheint im Zwiespalt zu sein, wann die beste Zeit ist, um auf Aktivmodus umzuschalten.

Selbst für diese Zeilen und das Thema schwankte ich bis zur letzten Minute hin und her. Und irgendwie tue ich es noch immer.

Alles fühlt sich wie ein Stadium zwischen zwei Stühlen an. Man sitzt auf dem einen und sehnt sich stets nach dem anderen.

Was von den Rauhnächten übrigbleibt: September

Der Sommer geht zu Neige. Und das bei weitem viel schneller, als einem lieb ist. Und auch selbst dann noch, wenn es, wie in diesem Jahr, ein wirklich langer Sommer war. Dieser Tage wache ich auf und frage mich, wo ist nur die Zeit geblieben? Gerade war sie doch noch da, die Gemächlichkeit und Ruhe im flirrenden Sonnenlicht. Der Duft nach Wärme. Nun färben sich die Blätter. Ebenso die Backen. Vom kühlen Wind, der einem um die Nase weht. Klar und scharf zeichnen sich die Konturen der Umgebung gegen den Himmel ab. Oder verschwimmen zu geisterhaften Gebilden, wenn sich die Nebelschwaden über die Landschaft ziehen und sich in ihr einnisten.

Nun heißt es also wieder, sich für den Herbst und kommenden Winter zu rüsten. Die Haut ist rissig, sie verlangt nach cremigen Streicheleinheiten. Die Seele voll mit den Erinnerungen an unbeschwerte, leichte, unendlich scheinende Tage. Die Tage, so kurz, dass sie im Nu im Dämmerlicht verschwinden. Nun heißt es also wieder, nach innen zu blicken und sich der Frage zu stellen, wer will ich sein?

Was von der achten Rauhnacht (1. Januar) übrigbleibt – August 2017

Der Januar als erster Monat des Jahres, ein Sinnbild für den Neuanfang. Ein neues Jahr, eine Fülle an Möglichkeiten und Chancen. Der August als das Pendant im Rauhnächtekalender, auch dieser steht im Zeichen der Fülle. Und das hat er absolut erfüllt. Eine Fülle an Eindrücken, Erlebnissen und Entdeckungen. So viel, dass ich noch immer den Wind, das Wetter und die Sonne in mir spüre.  

 Und natürlich auf das fast schon obligatorische Gipfelglücksbild.

 zGipfel

Der September und der Herbst sind mittlerweile schon ein ganzes Stück eingezogen, Zeit, ein bisschen in sich reinzuhorchen und inne zu halten. Bin gespannt, welche Weg meine Intuition gehen wird.

 

Eure Kerstin