Der Müllschlucker

Einkaufen ist nervig und stressig. Das finde ich jedenfalls. Von daher praktiziere ich bereits seit geraumer Zeit ein recht strenges Programm. Und wenn ich mal davon abweichen muss, weil irgendwas dazwischen kommt, dann passieren prompt so ärgerliche Dinge wie, dass ich den Bon für zurückgegebenes Leergut im Automaten stecken lassen. So wie vorletzte Woche. Nervig.

Ich gehe grundsätzlich nur einmal pro Woche einkaufen. Samstag. Ich hasse das. Es ist voll, weil alle am Samstag einkaufen. Deswegen bin ich schon kurz nach Ladenöffnung um 8 Uhr da. Das hat sich inzwischen so eingebürgert, da ich auf dem Weg zum Supermarkt noch den Werkstoffhof ansteuere und den Müll der letzten Woche entsorge.

Die Deutschen sind Weltmeister im Müllsortieren. Allerdings auch im Wegwerfen. Dem versuche ich so gut und rigoros es geht, entgegen zu wirken. Wer das „Glück“ hat, in einer bayerischen, mittelgroßen Stadt zu wohnen, der darf sich tagtäglich mit der Frage, welcher Abfall in welche Müllkategorie gehört, beschäftigen.

Anderenorts gibt es den gelben Sack, da wirft man einfach alles rein, was ein entsprechendes Symbol -den grünen Punkt – trägt. Nicht so bei mir. Neben dem „regulären“ selbst zu entsorgenden Müll wie Papier/Karton, Weißblech, Glas (weiß, braun, grün), gibt es Tetrapack, Alu, Verbunde, Mischkunststoffe, Becher, PET, Kunststoffflaschen, Folien/Tüten über A4, Styropor aus Verpackungen und wahrscheinlich noch mehr, was mir gerade nicht einfällt. Das sollte zuhause vorsortiert werden. Und da habe ich solche Sachen wie Kerzenreste, CDs, Batterien usw. noch gar nicht mitgerechnet. Klar, weil wir alle in übergroßen Wohnungen/Häusern leben, um das Zeug zwischenzulagern. Hier gibt’s mal wieder einen interessanten Beitrag von x:enius

Aber gut, ich bin ja ein ordentliches Mitglied der Gesellschaft, halte mich an die Regeln und will ja auch, dass mit den Rohstoffen sorgsam und verantwortungsbewusst umgegangen wird. Deswegen mache ich das ganz gewissenhaft. Und damit auch die Handelsmärkte sich Gedanken machen, gebe ich meinen, also ihren Müll, gleich an Ort und Stelle ab. Noch besser, ich nehme ihn gar nicht erst an.

Und das geht mit Vorbereitung und einem Plan. Zur Vorbereitung gehören Korb, Beutel, alte Papiertüten, Transportboxen und ein Becher. Und dann geht es los:

Vorbereitung

Obst, Gemüse und der dergleichen wandern lose in den Einkaufswagen. Brotwaren lasse ich mir in einen Stoffbeutel legen, Fisch in eine mitgebrachte Box. Ich schaue immer auf Bio-Produkte. Ob bei Essig, Öl, Zucker, Reis, Nudeln, Butter, Milch, Joghurt, Eier usw. Noch besser als Bio ist regionales Bio. Denn nachhaltige Produkte sind nicht per se besser. Wenn ich zum Beispiel Bio-Kartoffeln aus Ägypten kaufe, dann ist das nicht nachhaltig, sondern unsinnig. Kartoffeln wachsen in Deutschland, sogar im eigenen Garten. Selbst auf dem Balkon kann man sich über eine bescheidene Ernte freuen.

Hinzu kommt noch der Faktor Saison. Ja, noch gibt es sie. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und Erdbeeren im Winter, egal wie und wo angebaut, können nie und nimmer umweltverträglich auf unserem Tisch landen. Bei www.regional-saisonal.de gibt es einen Kalender und auch saisonale Rezepte, falls jemand Bedarf hat.

Nach dem Einkauf, folgt die Kasse und nachdem ich bezahlt habe, werden sämtliche Umverpackungen in die Behälter des Marktes entsorgt. Losen Salat, den es nur abgepackt gab und ich trotzdem nicht verzichten wollte, fülle ich in eine mitgebrachte Papiertüte um. Obst und Gemüse werden auch in einem Stoffbeutel verstaut. Sämtliche Kartons und Folien bleiben auch da. Pizza, Müsli und so was. Genau. Und jetzt sehe ich es schon vor meinem Auge, die gerunzelte Stirn und das Fragezeichen auf der Stirn. Pizza? Wieso kauft sie Pizza, wenn sie so auf Bio und Nachhaltigkeit und so aus ist? Wieso geht sie eigentlich nicht auf dem Markt einkaufen oder in einem der Läden, in denen alles lose verpackt ist?

Womit wir beim nächsten Kapitel wären und den Konflikten, die sich im Bereich Lebensmittel einem so in den Weg stellen (können). Darum und um den Plan geht es morgen.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Ach ja, der Becher. Wer sich fragt, wozu ich den brauche. Das wäre mein persönlicher Luxus: Ein Coffee to go nach dem Einkauf. Dazu schreibe ich aber auch noch später etwas.

Tag 25: Vorbereitung ist (fast) alles

Tag 25Um für das Projekt „Aussteigen“ gerüstet zu sein, bedarf es ja neben dem Ausrüstungsequipment eigentlich nur zwei weitere Voraussetzungen: Finanzielle Mittel und körperliche Fitness.

Punkt eins lässt sich durch konsequentes und rigoroses Sparen erreichen. Oder einen Lottogewinn. Beides gehört nicht zu meinen herausragenden Eigenschaften. Hier ist also noch etwas Disziplin gefragt. Vielleicht fange ich einfach mal damit an, mir einen Lottoschein zu besorgen. Ausfüllen und Abgeben nicht vergessen. Ich weiß. Das Glück ist mit den Mutigen. Einen Plan B kann ich mir dann immer noch überlegen. Zum Beispiel könnte ich ja meinen Chef auf Knien und unter Tränen um eine Gehaltserhöhung anflehen. Aber das wäre dann wohl eher schon Plan C oder D.

Punkt zwei bedeutet regelmäßige Bewegung. Ich fahre tagtäglich mit dem Rad zur Arbeit und jogge einmal die Woche. Alles andere gehört in die Kategorie Beschäftigung auf Teilzeitbasis. Das muss reichen. Einfluss auf die Gesundheit im Allgemeinen hat man eh nicht. Da kann ich dann nur hoffen, dass mein Genmix meinem Vorhaben zugute kommt. Insofern verfolge ich die Strategie „training on the job“. Frei nach dem Motto: Fit wird man automatisch, wenn man einen 15-20kg Rucksack zehn Stunden am Tag über Stock und Stein schleppt. Das hat auch ganz gut bei meiner Alpenüberquerung funktioniert. Der Rucksack war zwar deutlich leichter, dafür waren die Höhenmeter extremer bzw. der Weg anspruchsvoller.

Noch ein Nachtrag zur Equipment: Ich habe fest gestellt, dass man noch so viel Energie und Überlegungen in die Auswahl der richtigen Ausrüstung stecken kann, am Ende bzw. meist bereits nach 2 Tagen stellt man fest, dass manches Teil eine völlige Fehlplanung ist während man irgendeine Sache völlig übersehen hat. Von daher sollte ich Punkt eins definitiv nochmals genauerer Betrachtung unterziehen und ab sofort Rücklagen bilden. Ein Punkt für die guten Vorsätze im neuen Jahr. Denn wie so oft im Leben, heisst es auch hier: Vorbereitung ist schließlich (fast) alles.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin

Tag 23: Masterplan

Tag 23Ein sogenannter Masterplan ist eigentlich schon fertig. In etwa 2008 habe ich als Geschenk von einem Kunden ein personalisiertes Notizbuch mit dem Titel „Drehbuch des Erfolges – Ideen, Gedanken, Strategien“ erhalten. Ein Wälzer mit ca. fünfhundert unbeschriebenen Seiten. Dieser lag lange Zeit ungenutzt in meinem Schrank. Bis zu dem Tag, an dem ich den Bericht über den Appalachian Trail sah und dann den Entschluss fasste, diesen selbst einmal zu wandern.

Seitdem füllt sich das Buch zusehends. Neben meinen Gedanken finden sich dort auch solche, die mir beim Lesen diverser Reiseberichte in den Sinn gekommen sind. Dann sind da ein paar Listen Ausrüstungstipps aus verschiedenen Überlebensbüchern, Zeichnungen mit Knoten und Anleitungen zur Wassergewinnung. Auch wie man Pflanzen auf Essbarkeit testet habe ich vermerkt. Vorbereitungstipps und Denkzettel, welche Bücher ich mir bei Gelegenheit noch zu Gemüte führen sollte.

Ich kenne mittlerweile so ziemlich alle Bücher, die über den Trail verfasst wurden. Manchmal allerdings denke ich, dass ich dadurch den Weg schon fast kenne. Und dann hoffe ich natürlich, dass ich es noch genießen kann und nicht immer an Stellen aus Berichten denken muss, wenn ich unterwegs bin. Wobei, es ist ja noch etwas hin. Die Chancen, dass bis dahin mein Erinnerungsvermögen nicht mehr so frisch ist wie heute, stehen ganz gut.

Experimente mit Packlisten in Excel-Form sind auch schon erfolgt. Eine wurde während meiner Tour durch die Alpen und auch auf dem Meraner Höhenweg getestet und für gut befunden.

Was noch fehlt ist eine längere Tour mit Zelt und Kocher. Der Verkäufer aus dem Outdoorladen kennt mich schon und von daher fühle ich mich in ganz guten Händen, wenn es um die Auswahl der letzten Ausrüstungsgegenstände geht. Etwas, was ich von meinem Bankberater nicht unbedingt behaupten kann. Der wechselt irgendwie öfter als ich es schaffe, tatsächlich in der Filiale zu erscheinen. Gut, bei meinen geringen Spareinlagen lohnt sich wahrscheinlich keine groß angelegte Betreuung. Hier muss an dem Finanzierungsplan also noch etwas nachgebessert werden.

Bleibt am Ende noch die Trennung von all den Dingen, die einen mit aller Macht an die Sesshaftigkeit fesseln. Aber wenn der Papst nur einen Koffer bei seiner Ankunft in Rom hatte, dann schaffe ich das auch. Ist auch nicht so schwer. Zwei Koffer waren auch mein Hab und Gut, mit dem ich mal ausgewandert. Zweimal sogar. Vielleicht muss ich dann lediglich bei meinem Tatort-Projekt „Wie man sich mehr Raum verschafft“ etwas schneller und großzügiger vorgehen.

So gesehen bin ich eigentlich schon recht weit. Den Wunsch also nochmals zu beschreiben, bringt dahingehend weder mir noch den Lesern hier etwas. Wenn jemand aber noch Fragen hat, wie genau ich mir das vorstelle, dann gerne melden.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin

Tag 15: Fünf für die Zukunft

Tag 15Ja, ich weiß, die Frage ist nahezu identisch mit Tag 6. Nur ausgefeilter und genauer. Hilft nix, würde ich sagen. Allerdings bin ich, trotz meines Hangs zum Perfektionismus, bei der Frage nach dem Zukunftstraum eher für einen groben Plan. Das erspart einem die Enttäuschung, wenn gewisse Details nicht so eintreten wie gedacht. Solange die Richtung stimmt komme ich damit zurecht.

Zudem habe ich heute bei einer Schulung gelernt, dass mehr als fünf Ziele keinen Sinn machen und man sich dann eher verzettelt und nicht mehr so genau weiß, auf was man sich konzentrieren soll bzw. das große Ganze aus den Augen verliert. Eben.

Also:

  1. Weltkarte im Maßstab 1:25.000 besorgen
  2. Mittel und Material sicher stellen und überprüfen
  3. Schuhe an
  4. Rucksack auf
  5. Los

Prioritäten setzen ist essentiell. Dann bleibt auch noch genug Spielraum, um die Zukunft zu genießen und dem Traum immer mal wieder eine andere Richtung zu geben. Und das sieht dann so

Sommer Winter

 

oder so aus.

Je nach Witterungslage.

 

 

 

Na, dann bis morgen, Kerstin