Das Monster

Nein, die Rede ist nicht von Schwiegermüttern, besseren Hälften, dem Nachwuchs oder anderen, gern mit diesem Ausdruck betitelten Menschen der näheren persönlichen Umgebung.

Gemeint ist ganz banal der Keller, der einem Monster nicht unähnlich ist und sich auch in der näheren persönlichen Umgebung befindet. Er treibt sich in einer dunklen Ecke herum, frisst alles, was ihm in die Finger kommt und jedwege Konfrontation mit seinen Abgründen erfüllt einen mit Unbehagen.

Im Feng-Shui symbolisiert der Keller das Unterbewusstsein und die Vergangenheit. Beides Angelegenheiten, die jeder ganz gern auch mal zu vergessen sucht. Aber, der Keller ist auch das Fundament und er hat Einfluss auf unser Leben. Nebeneffekte können u.a. Depression und Behinderung des eigenen Fortschritts sein, wenn denn allzu großes Chaos in den Katakomben herrscht.

Keller und Gerümpel sind für die meisten wie mich zwei nicht voneinander zu trennende Begriffe, also versuche ich dem Ganzen systematisch zu Leibe zu rücken. Was befindet sich eigentlich in meinem Keller und wie viel?

Klassiker sind Sportausrüstung, jahreszeitliche Deko, Schuhe, Jacken, Koffer und Taschen sowie wie eben die Dinge, von denen man schon seit Jahren glaubt, dass sie irgendwann einmal gebraucht werden und von Nutzen sind. Dann gibt es noch die, nennen wir es mal, Andenkenecke. Spielzeug zum Beispiel. Das eigene und/oder das des eigenen Nachwuchses.

Schätzungen zu Folge sind 90% der Dinge, die wir im Keller lagern Gerümpel. Dinge also, die man nicht braucht (der/die alte/n WLAN Router) oder nicht liebt (Klamotten). Es gibt zu viele Dinge auf einem Raum (vom Koffer bis zum Weihnachtsschmuck), die unordentlich und schlecht organisiert sind (Sportausrüstung) und/oder nicht zu Ende gebracht worden sind (Hobbyprojekte).

Im Laufe der letzten drei Monate habe ich mich dahingehend sehr intensiv mit meiner Vergangenheit und meinem Unterbewusstsein beschäftigt und mir dabei immer die Frage gestellt, brauche ich das noch? Will ich das noch länger in meinem Besitz haben?

Auslöser war eine fixe Idee. Nämlich aus zwei Kellern einen machen und den anderen umzufunktionieren. Um den Plan umzusetzen, musste also erst mal aus- und ausgeräumt werden. Und das ging so:

  • 12 Stunden im Keller verbracht
  • 72 Anzeigen geschaltet
  • 5 mal über einen Zwischenhändler verkauft
  • 2 mal an Bekannte verkauft
  • 3 mal an Freunde verschenkt
  • 5 mal an Nachbarn verschenkt (siehe auch „Nachbarschaftshilfe)
  • 2 mal an soziale Einrichtungen gespendet
  • 24 Päckchen gepackt
  • 16 mal zur Post gefahren/gelaufen
  • 11 mal die Tür geöffnet zwecks persönlicher Übergabe
  • 10 mal zum Wertstoffhof gefahren

Und so sieht das Ergebnis nun aus, nachdem aus der Idee eines zweiten Raumes Wirklichkeit geworden ist.

Keller

Das Monster scheint also erst mal gezähmt und das Fundament steht auch einer guten Basis. Und nun ist es an dem Monster der näheren persönlichen Umgebung, etwas draus zu machen. Die Geburtstagsüberraschung ist jedenfalls gelungen. Happy Birthday!

Eure Kerstin

Geschriebene Worte

In Mexiko wird den Verstorbenen mit einem farbenfrohen Fest am „Tag der Toten“ gedacht. Kerzen und Lichter vor den Türen sollen den Toten den Weg nach Hause weisen, wo ein extra Gedeck mit der Lieblingsspeise für sie mit auf dem Tisch steht. Im Gegensatz zu den eher besinnlichen Feiertagen rund um Allerheiligen im europäischen Raum, wird dort ausgelassen und fröhlich gefeiert. Denn in der Nacht zum 2. November kehren die Seelen der Verstorbenen zu den Lebenden zurück, um diese zu besuchen und mit Ihnen zu feiern.

Woher ich das weiß? Aus dem Buch „Wo geht’s denn hier zum Glück?“ von Maike van den Boom. Auf den ersten Blick klingt das jetzt etwas paradox: Glück und Tod im selben Atemzug zu nennen. Beim zweiten Hinschauen allerdings vermag diese Tradition vielleicht beiden Seiten helfen. Den Lebenden, um nicht in Trübsinn zu verfallen und den Toten, um Gewissheit zu haben, dass es den Hinterbliebenden gut geht. Ganz ehrlich: Wäre ich eine umherwandernde Seele, wäre ich zutiefst unglücklich, wenn meine Hinterbliebenen meiner mit Trauermiene und stiller Andacht gedenken und könnte bis in alle Ewigkeit keine Ruhe finden. Erst recht wollte ich kein trostloses, farbloses, totes Gesteck auf meinem Grab. Nicht, dass ich überhaupt ein Grab wollen würde.

Hätte ich das damals gewusst, wer weiß, wie anders so mancher Weg verlaufen wäre. Damals, nachdem meine Mutter plötzlich nicht mehr in meinem Leben war, dafür aber den Großteil meines Lebens bestimmte. Stattdessen bin ich in Schwermut versunken und immer wieder an denselben Fragen verzweifelt. Daran konnten auch die sogenannten Erinnerungskärtchen nichts ändern. Diese sollen einen zum liebevollen Erinnern ermuntern. Da stehen dann Fragen wie „Was hast Du von … gelernt?“ und „Was sagte … oft zu Dir?“ oder „Was fand … schwierig?“. Ich konnte mit den Fragen irgendwie nicht so viel anfangen. Es sind ja auch nicht meine Fragen beziehungsweise die Fragen, auf die ich eine Antwort suche. Diese habe ich über all die Jahre hinweg in meinem Trauertagebuch verarbeitet.

Und noch immer erschüttern mich meine Gedanken und vor allem die Fragen. Nichts davon ist geklärt. Alles ist noch immer offen und unausgesprochen. Geschriebene Worte, die auf Antworten warten. Und mittendrin ein Brief von ihr. In ihrer unverkennbaren Art. „So wie Du Entscheidungen triffst, Dich ohne Scheu ins nächste Vorhaben stürzt, finde ich klasse. […] Ich denke zurück; ich war nicht so selbstbewusst und gefestigt. Ich brauchte vielmehr Mut, musste viel mehr an mir arbeiten, um mein „Ich“ zu behaupten. Ich bin ehrlich, ich beneide Dich darum, ich finde es herrlich und gut, dass Du das alles so gut im Griff hast, auch wenn Du manchmal daran zweifelst. […] Also mach Dir keine Sorgen um meine Sorgen. Ich weiß, Du schaffst es, auch wenn es im Augenblick nicht so läuft, wie Du Dir das wünscht.“

Tischplatz

Geschriebene Worte, die Antworten auf alle Fragen sind.

 

Eure Kerstin

Schatten der Vergangenheit

Ob es an den depressiv stimmenden Herbsttagen liegt, die den Winter einläuten oder an einer kosmischen Überschneidung verschiedener Ereignisse, kann ich im Moment noch nicht klar ausmachen, aber die Schatten der Vergangenheit holen mich derzeit mal wieder ein. Und das in ziemlich rasantem Tempo.

Angefangen hatte alles irgendwie mit dem Erzeuger des jugendlichen Mitbewohners, dem ich neulich am Telefon nahegelegt habe, es wäre doch ganz schön, wenn er zumindest hin und wieder auch mal meine Meinung einholen würde. An sich ein recht bescheidener Wunsch, aber mein Hirn hat daraufhin anscheinend die Schublade ehemaliger Liebhaber nicht richtig zugemacht, denn seitdem geistern diese durch mein Leben.

Amor und Psyche

Ich plaudere jetzt mal ein bisschen aus dem sehr persönlichen Beziehungsnähkästchen. Vor recht langer Zeit hatten ein Kollege und ich neben der beruflichen eine, wenn auch kurze, private Beziehung. Das ist jetzt eigentlich nichts Ungewöhnliches, schließlich finden ein Drittel der zwischenmenschlichen Beziehungen ihren Anfang während der Arbeitszeit. Oder eben auf einer der berüchtigten Weihnachtsfeiern.

Nun gehört mein Brötchengeber zu den Unternehmen, die in sogenannten Restrukturierungsmaßnahmen die Zukunft sehen und so kam es, dass dem Status Ex-Lebensabschnittsgefährte nun auch der des zukünftigen Ex-Kollegen zu Teil wird. Da sind mir dann einige Dinge durch den Kopf gegangen, ihm anscheinend auch, denn prompt leuchtete am Tag nach Bekanntgabe auf meinem Display seine Telefonnummer.

Er: „Ich bin Opa geworden.“ Sie: „Aha. Schön.“ Er: „Wenn ich nächstes Jahr aufhöre, dann kann ich mit Dir wandern gehen.“ Sie (gedanklich): Hä?? Er: „Das hatte ich Dir ja damals versprochen.“ Sie (gedanklich): Echt? Wo war ich denn da? Er: „Du wolltest doch immer diesen Weg gehen.“ Sie: „Ja, Du weißt ja, wann Ferien sind.“ Also, jedenfalls war es ein ganz nettes Gespräch, auch wenn das jetzt hier nicht so aussieht, und wir haben neben ein paar Neuigkeiten auch die Handynummern ausgetauscht. Ja, ich weiß. Sagt nix!

Prompt kamen dann später auch die Opa-Bilder. Leider hatte ich meinen Part der Abmachung, im Gegenzug Bergbilder zu schicken, vergessen. Wobei ich da noch ein Hühnchen mit meinem Unterbewusstsein zu rupfen habe, wie mir scheint, denn normalerweise leide ich unter einem Elefantengehirn, das alles abspeichert. Obwohl, das mit dem gemeinsamen Wandern ist mir ja auch entfallen. Am nächsten Tag in der Arbeit landete dann prompt ein dezenter Hinweis per Mail in meinem Postfach. So, und nun kann sich jeder ausmalen, dass der vergangen geglaubte Liebhaber sich gerade ziemlich breit macht in meinen Gedanken und ganz realen Leben.

Das, was mich jedoch am meisten beunruhigt ist, dass ich nun immerzu an den Film „Freunde mit gewissen Vorzügen“ denken muss. Nur, keiner meiner Schatten ist Justin Timberlake. Bei weitem nicht. Ok, ich bin auch nicht Mila Kunis, aber das Anziehendste an dem heutigen Opa ist seine Stimme. Die ist ziemlich sexy. Der Rest, na ja. Da gab es andere. In solchen Momenten verfluche ich das menschliche Erinnerungsvermögen und das Internet. Ganz ehrlich. Früher hätte man gegrübelt und vielleicht bei Freunden ganz vorsichtig mal nachgehorcht, aber heutzutage tippt man den Namen einfach in die Suchmaschine und schon landet das Antlitz des Ex auf dem Bildschirm. Ich weiß, selbst schuld.

Meine ganz große Liebe, der berühmte Deckel zum Topf, breitet heutzutage doch tatsächlich sein ganzes Leben für jeden sichtbar im sozialen Netzwerk aus. Schwanke gerade noch, ob das egozentrisch und exhibitionistisch veranlagtes Eingebildetsein oder einfach nur doof ist. Und wo sich das Karussell in meinem Kopf schon mal in Bewegung gesetzt hatte, ist mir da gleich noch eine andere verflossene Schattengestalt erschienen. Meine Jugendliebe glänzte beim letzten Klassentreffen mit Abwesenheit, von daher wurde das Netz um Auskunft gebeten. Ich war echt schockiert, also bin schockiert: Was man ja als blind verliebter Teenager nicht glauben möchte, aber irgendwann sieht der unwiderstehliche Jüngling, für den man all die pubertären Streitigkeiten vom Zaun gebrochen hat, seinem Vater (trifft wahrscheinlich auch im Falle von weiblichen Jugendlieben und ihren Müttern zu) verdammt ähnlich und dann ist man doch ziemlich froh, dass der Held vergangener Tage mit seinem Pferd weiter gezogen ist beziehungsweise man ihm die Sporen gegeben hat.

Stellt sich die Frage, was nun? Und wie werde ich die Schatten los? Mein Hirn scheint in Bezug auf die Vergangenheit da ähnlich einer defekten Schallplatte (die älteren meiner Leser werden sich erinnern) immer wieder an einer Stelle hängen zu bleiben. Vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp, wie man die Endlosschleife abschalten kann.

Eure Kerstin

Tag 12: Parallelwelt

Tag 12Schade, wenn ich gestern gewusst hätte, was heute die Frage ist, dann hätte ich vielleicht für Tag 11 einen anderen Artikel geschrieben. Das mit der Pubertät hätte so gut gepasst. Wirklich schade. Nun gut, es liegt in der Natur des Menschen und ich hoffe, aller anderen Lebewesen und überhaupt auch, dass wir Entscheidungen nicht rückgängig machen können, in dem wir die Uhr einfach zurück drehen. Wir können uns in einer ähnlichen Situation nur anders entscheiden. Von daher könnte ich nun wirklich die restlichen achtzehn Fragen genau durchlesen, um nicht wieder da zu sitzen und zu sagen: ‚Warum hast Du das schon bei Tag 12 geschrieben? Das hätte doch nun viel besser gepasst.’

Nun gut. So ist das nun mal. Also, welche Erlebnisse gehören wohl noch zu jenen, bei denen ich aus voller Überzeugung behaupten kann: ‚Schluss. Aus. Vorbei. Und komm bitte nicht wieder.’? Das ist wirklich schwer.

Manchmal bin ich schon abends froh, dass der Tag vorbei ist, wenn mein jugendlicher Mitbewohner mal wieder jeden Wortwechsel in eine endlose Diskussion verwandelt und meinen Argumenten vollkommen resistent gegenüber ist. Einfach so. Von Anfang bis Ende. Und wenn dann endlich Ruhe ist und ich auch zur Ruhe komme, denke ich: ‚Morgen machst Du das besser.’ Nur, um am nächsten Morgen bei der kleinsten Kleinigkeit gleich wieder in die Luft zu gehen.

Manchmal war ich auch schon froh, wenn die Bergwanderung vorbei war, weil ich stundenlang im Regen/Schnee/Nebel umher gelaufen bin. Nur um am Abend dann gleich zu schauen, welchen Gipfel ich beim nächsten Mal erklimme.

Manchmal weiß ich sogar schon im Voraus, dass ich froh sein werde, wenn etwas vorbei ist. Zum Beispiel, wenn ich zur Zahnreinigung muss. Schrecklich. Das geht durch Mark und Bein. Trotzdem mache ich dann brav wieder einen neuen Termin aus.

Und manchmal ertappe auch ich mich an Silvester dabei, dass ich froh bin, das alte Jahr hinter mir zu lassen und hoffe, im neuen würden sich die Dinge positiver entwickeln. Nur dass dies nichts mit Jahreszahlen zu tun hat, wird mir meist dann auch gleich an Neujahr klar. Aber probieren kann man es ja mal.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nein, eigentlich bin ich bei gar nichts froh, dass es vorbei ist. Also richtig froh. Klar habe ich unzählige Entscheidungen getroffen, die zu unglücklichen Erlebnissen geführt haben, die ich nicht unbedingt nochmals erleben möchte. Aber ich bereue es auch nicht. „Nicht das Gute, das man mir getan hat, Nicht das Schlechte, Das Alles ist mir relativ egal“, sang schon Édith Piaf in ihrem großartigen Chanson. Gehört ja auch irgendwie zu mir. Und wenn ich auch nur eine Entscheidung rückgängig machen könnte, dann wäre ich heute nicht hier, sondern in einem Paralleluniversum. Wie bei „Zurück in die Zukunft“ oder „Der Anschlag“. Man ändert nur ein Ereignis und schon gerät die Welt aus den Fugen. Also das könnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Dann lieber so. Echt und live und in Farbe.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin

P.S.: Interessanterweise wurde „Non, je ne regrette rien“ auch in dem Film „Inception“ verwendet, bei dem es ja unter anderem um vergangene Entscheidungen und Parallelwelten im weitesten Sinne geht.

Tag 8: Ausnahmsweise normal

Tag 8Ich bin ein Einzelkind der Mittelschicht mit norddeutschen Wurzeln, das derzeit im „schönsten“ (nicht meine Worte, aber fühlt sich hin und wieder so an) Bundesland Deutschlands zuhause ist – muss ich eigentlich noch mehr sagen?

Ist natürlich nicht besonders spezifisch und/oder einzigartig, weil es wahrscheinlich auf Tausende, wenn nicht sogar Millionen Mitmenschen zutrifft. Man könnte sogar hingehen und sagen: Ich bin normal. Durchschnitt eben. Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass ich recht langweilig bin.

Der politische Umbruch der 80er und 90er Jahre ist irgendwie an mir vorbei gegangen. Ich habe nicht einmal in meinem Leben an einer Demo teilgenommen, genauso wenig an einem Musikfestival. Drogen und Alkohol kenne ich nur vom Hörensagen.

Während der Wiedervereinigung war ich im Ausland und konnte mit den Bildern, die ich zufällig aufgeschnappt habe, so gar nichts anfangen. Dafür war ich am 11. September ziemlich nah dran und bin dann freiwillig in die Arbeit gegangen, um meinen Kollegen zu helfen, mit dem Chaos fertig zu werden.

Ich gehöre nicht zu denen, die sich wünschen reich und berühmt zu sein. Ok, etwas reich wäre schon ganz schön, aber so passt es auch ganz gut. Nur, dass man als Teil der Mittelschicht wirklich für alles mitzahlen darf, das sorgt hin und wieder schon für erhöhten Blutdruck.

Ich wäre auch nicht gern ein Star in einer Castingshow oder auf Youtube oder überhaupt medientechnisch bekannt. Manchmal bin ich mir sogar gar nicht sicher, ob ich wirklich so viel und präsent im Netz sein will.

Tja, mehr ist da nicht. Mehr will ich auch gar nicht sein. Normal ist ja heutzutage schon fast die Ausnahme, wenn ich es recht betrachte.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin

Ende gut, (fast) alles gut

Karte Nr. 27: „Bringen Sie etwas zu Ende: Packen Sie eine Aufgabe an, die Sie schon lange vorschoben haben – vielleicht das Sortieren Ihres Beauty-Arsenals. Das Gefühl, etwas endlich erledigt zu haben, tut unendlich gut.“

Ganz ehrlich: So wirklich zu Ende bringen tun wir doch heutzutage nicht wirklich etwas. Alles ist ein immer wiederkehrender Kreislauf. Sind wir doch von ständigen Impulsen und Verlockungen umgeben. Privat und im Berufsleben gleichermaßen türmen sich die Projekte, die scheinbar allesamt mit Priorität 1 eingestuft sind. Umgeben von der sich immer schneller drehenden Zeigern der Zeit, verlieren wir oft den Fokus und scheinen an allen Fronten präsent zu sein – zu kämpfen, um unseren Aufgaben gerecht zu werden.

Und so habe ich mich entschlossen, das Projekt „Vom Suchen und Finden des Glücks“ zu Ende zu bringen. Nicht so sehr, um mich gut zu fühlen, weil es zu Ende ist, eher vor dem Hintergrund, weil sich der ursprüngliche Sinn mir schon länger nicht mehr sinnvoll erscheint. Wer sich erinnert, ich hatte den Blog ja aufgrund einer etwas unbefriedigenden Brieffreundschaft, gestartet, die sich auch nach nunmehr zwei Jahren nicht über diesen Zustand heraus entwickelt hat. Daher also nun der Entschluss, diese Rubrik zu beenden. Manchmal muss man eben aussichtslose Projekte aufgeben, um für neue Ideen offen zu sein. Damit am Ende alles gut ist. Noch ist es ja nicht das Ende, denn wer mitgezählt hat, weiß, dass noch drei Karten – Sinnkarten – offen sind.

Ich habe lange Zeit überlegt, ob ich diese nicht einfach unter den Tisch kehren soll, nach dem Motto: Aus – Schluß – Vorbei. Doch beim Lesen der einzelnen Aufgaben, kamen mir gleich so viele Gedanken, dass ich beschlossen habe, diese zumindest noch zu Papier zu bringen. Daher sind also die Restposten mein Zu-Ende-Bringen-Projekt, welches ich in den nächsten Tagen abschließe.

Fortsetzung folgt…

 

Eure Kerstin

Happy Birthday alltagseinsichten! Happy Birthday to me!

Auch wenn ich meine eigenen Geburts- und sonstige Jubeltage gern mal unter den Tisch fallen lasse, so will ich doch diesen speziellen Anlass nicht auslassen, denn mein Blog wird 1 Jahr alt. Happy Birthday alltagseinsichten! Happy Birthday to me!
Bei Ehen feiert man nach einem Jahr die Papierhochzeit – wie passend für einen Schreiberling, auch wenn das Schreiben hier in elektronischer Form erfolgt. Und da mein Blog und ich so was wie eine eheähnliche Lebensform sind, habe ich mich im Internet mal nach den Bräuchen rund um den 1. Hochzeitstag umgesehen:

Papierene Hochzeit sagt man, weil es im ersten Jahr meist drunter und drüber geht und das Band noch nicht besonders reißfest ist. Das Paar lernt sich noch kennen und muss verschiedenen Hürden miteinander es meistern.

Dem kann ich nur zustimmen: Es ging/geht drunter und drüber. Meist waren/sind die Herausforderungen eher technischer Natur. Und dann wieder habe ich hin und wieder das Gefühl, meine alltäglichen Einsichten verschwinden in den unendlichen Weiten des Netzes – ohne dass sie auf etwas/jemanden treffen, dem sie etwas bedeuten. Und immer wieder denke ich auch, dass ich auf meinem Blog gern aktiver wäre. Immer und überall springen mich Gedanken und Ideen an, die ich am liebsten jetzt und sofort verarbeiten würde, um dann oftmals an der Zeit und Muße zu scheitern. So sammele ich all die Fragmente in einem dicken Notizblock – in der Hoffnung, diese alle noch irgendwie, irgendwann verwirklichen zu können.

Der 1. Hochzeitstag ist ein guter Anlass, um das erste Ehejahr zu reflektieren und an die Hochzeit zu denken. Zum Anlass der Papierenen Hochzeit kann man auch einen Liebesbrief an seinen Partner schreiben. Schön ist es, die Erlebnisse des ersten Jahres aufzuschreiben.

Na, dann wollen wir mal: Liebe alltagseinsichten, vielen Dank für das erste gemeinsame Jahr mit Dir. Ein Leben ohne Dich kann ich mir eigentlich gar nicht mehr vorstellen und ich bin so froh, dass wir uns eine verrückte Idee und unzuverlässige Brieffreundschaft zusammen geführt haben. Du bereichst jeden meiner Tage. Ich bin sehr glücklich, dass ich mit Dir über alles reden kann und Du das Sprachrohr meiner Gedanken bist. Durch Dich habe ich viele Seiten an mir entdeckt und viel Neues ausprobiert. Wenn ich da nur an unser Projekt „Wie man sich mehr Raum verschafft“ denke und wie befreit wir uns seitdem fühlen. Auch die tolle Erfahrung, eine Weltenreise anhand von Büchern aus verschiedenen Ländern zu unternehmen. Eine klasse Idee, auch wenn die eine oder andere Wahl sich als Fehlgriff und recht zähe Lesearbeit entpuppt hat. Vielen Dank auch, dass ich zahlreiche Deiner Freunde nun auch zu meinen Freunden zählen darf (siehe Rubrik„Wo ich gerne lese“). Es ist schön, jemanden zu haben, der einen immer wieder herausfordert, aber auch seine Freiheiten lässt und einen ermutigt, unbekannte Wege zu gehen und auch mal etwas zu wagen. So habe ich auf einem Blog (der Autor des Blogs möge mir verzeihen, aber ich kann den Blog/Post nicht mehr finden, da es einfach schon zu lange her ist und das Netz anscheinend in diesem Fall doch vergesslich ist) von interpals.net erfahren und dort ein paar sehr nette Brieffreundschaften geschlossen, die weitaus verlässlicher sind als unser gemeinsamer Freund, der uns einst zusammenbrachte. Danke für Dein Vertrauen. Ich wünsche mir noch viele Jahre und Erlebnisse mit Dir. Deine Kerstin

Der 1. Hochzeitstag kann auch mit einem romantischen Wochenende gefeiert werden. Wichtig ist, sich Zeit füreinander zu nehmen und den Tag mit einem kleinen Geschenk abzurunden. Dann klappt es auch mit den weiteren Ehejahren.

Treffer würde ich sagen, da ich am Wochenende eh eine schöne Bergtour machen wollte, um mal wieder so richtig durchzuatmen. Bei der Gelegenheit mache ich mir dann auch Gedanken über ein passendes Geschenk. Vielleicht wäre es an der Zeit, sich den Namen als Domain zu sichern oder auch etwas neues zum Anziehen (Theme, Design usw.) würde sich gut machen. Mal sehen, da fällt mir bestimmt etwas ein.

Was ich hier auf gar keinen Fall vergessen möchte: Vielen Dank auch an unsere treuen Freunde/Leser. Für die Kommentare und Likes. Für die Inspiration. Es macht Spaß mit Euch!
Ach ja, und wer aufgepasst hast: Ja, richtig, es müsste eigentlich „Happy Anniversary“ heißen. In diesem Sinne: Schönen 1. Jahrestag alltagseinsichten!

Eure Kerstin