nachgeschlagen und umgeblättert – die Bücherwurmfrage

Mein Luxusobjekt: Bücher. Ein ganz schwieriges Thema für mich. Vor allem in punkto Verzicht. Ein paar Lichtblicke gibt es allerdings doch zu berichten:

1.      Die Kosten sind leicht gesunken und liegen derzeit bei ca. €60,00 pro Monat, Tendenz weiter fallend. Allerdings tue ich mich seit geraumer Zeit wirklich schwer, eine gute Lektüre zu finden. Ich weiß, ich bin da sehr eigen und für eine echte Leseratte wird der Stoff, der einen fesselt, mitunter mit der Zeit dünner und gleichzeitig greift man im Buchladen, an dem man einfach nicht vorbei kommt, auch öfters mal daneben. Inzwischen landen aber auch vermehrt Sachbücher im Einkaufskorb. Wahrscheinlich ein Nebeneffekt davon, dass ich versuche, mehr im realen Leben unterwegs zu sein und nicht immer nur davon zu träumen. Aber die Qual der Wahl – zumindest bei der Lektüre – ist schwer. Mein neuer Ansatz dahingehend ist, dass ich meine häusliche Bibliothek in Angriff nehme und sortiere: Nach war-ganz-nett-aber-das-es-auch-schon und super-muss-ich-nochmal-lesen und dann letzteres konsequent durchziehe und danach nochmals in die Waagschale werfe. Die Bücher der Kategorie nett würde ich verschenken und/oder lagern, falls der Traum eines eigenen Ladens es doch noch in die Wirklichkeit schaffen sollte. Zieldatum in dem Fall: Zehn Jahre. Das klingt jetzt lang, aber die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen für Bücher und Aufzeichnungen liegen auch bei zehn Jahren. Vergleich hinkt etwas, aber manche Dinge brauchen Zeit – auch in der heutigen Schnelllebigkeit noch.

2.      Zeitschriften sind mittlerweile nahezu ganz gestrichen. In 2017 habe ich erst 5 Stück gekauft. Zwei Wirtschaftszeitungen und drei Outdoormagazine, Tendenz ebenfalls fallend.

3.      Die elektronische Bibliothek, die ein Geschenk zu Weihnachten war, wurde bis vor kurzem mit konsequenter Nichtbeachtung bestraft, bis der Mann an meiner Seite Gefallen an dem handlichen Kumpanen gefunden hat. Und sein Urteil war recht positiv, so dass ich durchaus gewillt bin, dem Kleinen eine Chance zu geben. Ein Buch wurde auch schon „gekauft“ und wartet nun darauf, dass es an der Lesereihe ist.

4.      In Zusammenhang mit drittens (dem Mann, nicht dem Stromfresser) hat sich eine neue, sehr schöne Gewohnheit entwickelt: Das Vorlesen. Macht man gerne mit Kindern und dann wieder am Ende des Lebens, aber so mittendrin eher selten. Nicht jedes Buch eignet sich und das nicht nur, weil die Geschmäcker doch recht verschieden sein können. Aber es bietet mehr Zweisamkeit und Gesprächsstoff als ein gemeinsamer Fernsehabend – zumindest nach meiner Erfahrung. Und es funktioniert auch in der Gruppe, wie die Treffen der Buchgesellschafter regelmäßig zeigen. In dem Zusammenhang ein Dank an die Gesellschafter, dass sie immer meine Kuriositäten aus dem Bücherregal wohlwollend aufnehmen.

5.      Was noch aussteht, ist der Versuch, Bücher gebraucht zu erwerben. Wie gesagt, manche Dinge brauchen etwas (mehr) Zeit.

Neben den Reisen im Kopf, stehen auch Reisen an sich hoch im Kurs. Dazu nächstes Mal mehr. Also dann, action!

Eure Kerstin 

P.S.: Zu den Büchern auf dem Foto sage/schreibe ich später noch ein paar Sätze.

umgedacht und aufgestellt – die Wohnungs- und Haushalts bzw. Lebenswegfrage

Erinnert sich der eine oder andere noch an die Inventurliste aus Armee der Energieslaven?
1 Fernseher, 1 DVD-Player, 2 Radios, 1 Radiowecker, 1 Stereoanlage, 1 Computer, 2 1 Laptops, 1 MP3-Player, 2 Handys, 1 Telefon, 1 Spielkonsole, 1 PSP, 1 Gameboy, 2 Digitalkameras, 1 Staubsauger, 1 Waschmaschine, 1 Trockner, 1 Mikrowelle, 1 Kühlschrank, 1 Kaffeemaschine, 1 Kaffeemühle, 1 Toaster, 1 Wasserkocher, 1 Mixer, 1 Küchenmaschine, 1 Rührstab, 1 Saftpresse, 2 Föns*, 2 1 elektronische Zahnbürsten, 1 Lockenstab, 1 Glätteisen, 1 Set beheizbare Lockenwickler, 1 Nähmaschine, 1 Bügeleisen.

Richtig, die durchgestrichenen Energiesklaven haben die Wohnung verlassen und sind, falls noch nicht veräußert, vorerst in den Keller gezogen, wo sie auf den Flohmarkt/Verkauf warten. Das * bedeutet, dass ein Exemplar in dem derzeit vorhandenen zweiten Haushalt deponiert ist und auf die Zukunft = Verkauf wartet. Die Kaffeemühle hat ein Bleiberecht bis ich einen manuellen Ersatz gefunden habe. Die Energiesklaven in kursiv sind angezählt (bei den Radios/Kameras jeweils 1 Exemplar), heißt, die werden kurzfristig bis mittelfristig das kuschelige Zuhause gegen eine neue Bleibe eintauschen müssen. Anstelle der Kaffeemaschine kommt ein kleiner Italiener zum Einsatz.

Tut mir leid, Moni, aber der Kaffee schmeckt seit einiger Zeit komisch. Keiner sagt jetzt was, bitte. Entkalken und andere Kapseln haben keinen Erfolg gezeigt, wahrscheinlich liegt es also doch an mir. Die Tante führt gegenüber dem jugendlichen Mitbewohner, wenn dieser beim Essen mal wieder etwas verweigert, auch immer an, dass der Geschmack sich ändert, wenn man älter wird. Eventuell besteht in beiden Fällen Hoffnung.

Apropos jugendlicher Mitbewohner: Wie man sieht, hat er ganz schön ausgemistet. Gleichstand, wenn ich es so grob überschlage. Gut gemacht, Großer!
Was hat sich sonst im Haushalt getan?
Geschirr, Besteck und Küchenutensilien sowie Bettwäsche und Handtücher und nicht zu vergessen Möbel und Einrichtungsgegenstände warten so gesehen auf den Auszug des jugendlichen Mitbewohners und darauf, was davon dieser dann für würdig erachtet, in seinen eigenen Hausstand mitzunehmen. Die Sache mit der Aussteuerkiste ist natürlich nach wie vor ein Thema. Bis es denn so weit ist, dauert es ja noch und bis dahin fällt mit Sicherheit (hoffentlich) auch noch das eine oder andere Stück der natürlichen Auslese zum Opfer.

Bei den Staubfängern, die sich als solche den Wohnraum mit mir teilen, handelt es sich ja fast durchgängig um Memorabilien mit sentimentalem Wert. Wer hätte das gedacht? Für jeden anderen also schlichtweg Killefit, Schnickschnack, Krimkrams, Nippes, Tüddelkram, Kokolores – Staubfänger eben. Manchmal bin ich kurz davor, mich von den handfesten Erinnerungen zu trennen, schließlich sind diese ja in meinem Kopf viel lebendiger vorhanden, und dann lasse ich es doch, weil ich keinen Sinn darin sehe, diese zu verbannen, solange sie mich nicht explizit stören, belasten oder sich etwas an der Wohnsituation ändert. Insofern darf sich dieser Ballast damit rühmen, dass er mir so viel bedeutet, dass ich derzeit keine Hand an ihn anlege, sollte sich allerdings auch nicht zu sicher fühlen, denn in Wirklichkeit ist er einfach nur geduldet bis zum Tag X.

Ein paar Worte zum Tag X: Der Lebensweg und damit die Frage nach dem Zuhause, ist, was mich betrifft, noch nicht abgeschlossen. Als Weltenbummler und Zigeunerin in spe, wird dies in einer unbestimmten Zukunft ein ganz anderes Abenteuer. Es gibt mehrere Pläne (A und B und C, vielleicht auch noch weitere Varianten, mal sehen), die derzeit im Raum und zur Diskussion stehen. Und dann wäre ich versucht, ein Experiment zu machen: Alle meine „sieben“ Sachen in Umzugskisten packen und so lassen. Und erst dann, wenn ich etwas brauche, aus der Kiste holen. Ohne Einschränkung. Nach einem Monat steht so ziemlich fest, was man letztendlich benötigt und auch nutzt. Die Herausforderung besteht dann natürlich darin, sich vom Rest ohne Abschiedsschmerz zu trennen.

Andererseits kamen Gedanken dieser Art erst vor einigen Tagen beim Frühstück zur Sprache. Und wenn ich mir jetzt und hier so vorstelle, ich würde meine vier Wände gegen das Vagabundenleben eintauschen, dann kann ich nicht auf Anhieb sagen, welche Dinge tatsächlich weiterhin in meinem Besitz bleiben sollten und ob ich nicht vielleicht sogar in der Lage wäre, mich restlos von allem zu trennen. Andererseits, beschwören kann ich es auch nicht. Es bleibt also abzuwarten, welche Wege das Leben einschlägt.

Ach ja, zwei Neuzugänge in punkto Stromfresser sind auch zu vermelden – leider: Ein iPad und das elektronische Buch. Ja, ich weiß, sagt nichts! Zu meiner Verteidigung kann ich sagen: Es waren Geschenke. Gut gemeint, das ich will einfach mal unterstellen, aber unüberlegt, wenn man mich kennt. Das iPad wird alle paar Tage mal zu Rate gezogen. Und das eher aus Bequemlichkeitsgründen, weil schneller startet als der PC. Das E-Book ist ein anderes Thema.

Aber dazu mehr im nächsten Kapitel.
Also dann, action!

Eure Kerstin

 

Schatten der Vergangenheit

Ob es an den depressiv stimmenden Herbsttagen liegt, die den Winter einläuten oder an einer kosmischen Überschneidung verschiedener Ereignisse, kann ich im Moment noch nicht klar ausmachen, aber die Schatten der Vergangenheit holen mich derzeit mal wieder ein. Und das in ziemlich rasantem Tempo.

Angefangen hatte alles irgendwie mit dem Erzeuger des jugendlichen Mitbewohners, dem ich neulich am Telefon nahegelegt habe, es wäre doch ganz schön, wenn er zumindest hin und wieder auch mal meine Meinung einholen würde. An sich ein recht bescheidener Wunsch, aber mein Hirn hat daraufhin anscheinend die Schublade ehemaliger Liebhaber nicht richtig zugemacht, denn seitdem geistern diese durch mein Leben.

Amor und Psyche

Ich plaudere jetzt mal ein bisschen aus dem sehr persönlichen Beziehungsnähkästchen. Vor recht langer Zeit hatten ein Kollege und ich neben der beruflichen eine, wenn auch kurze, private Beziehung. Das ist jetzt eigentlich nichts Ungewöhnliches, schließlich finden ein Drittel der zwischenmenschlichen Beziehungen ihren Anfang während der Arbeitszeit. Oder eben auf einer der berüchtigten Weihnachtsfeiern.

Nun gehört mein Brötchengeber zu den Unternehmen, die in sogenannten Restrukturierungsmaßnahmen die Zukunft sehen und so kam es, dass dem Status Ex-Lebensabschnittsgefährte nun auch der des zukünftigen Ex-Kollegen zu Teil wird. Da sind mir dann einige Dinge durch den Kopf gegangen, ihm anscheinend auch, denn prompt leuchtete am Tag nach Bekanntgabe auf meinem Display seine Telefonnummer.

Er: „Ich bin Opa geworden.“ Sie: „Aha. Schön.“ Er: „Wenn ich nächstes Jahr aufhöre, dann kann ich mit Dir wandern gehen.“ Sie (gedanklich): Hä?? Er: „Das hatte ich Dir ja damals versprochen.“ Sie (gedanklich): Echt? Wo war ich denn da? Er: „Du wolltest doch immer diesen Weg gehen.“ Sie: „Ja, Du weißt ja, wann Ferien sind.“ Also, jedenfalls war es ein ganz nettes Gespräch, auch wenn das jetzt hier nicht so aussieht, und wir haben neben ein paar Neuigkeiten auch die Handynummern ausgetauscht. Ja, ich weiß. Sagt nix!

Prompt kamen dann später auch die Opa-Bilder. Leider hatte ich meinen Part der Abmachung, im Gegenzug Bergbilder zu schicken, vergessen. Wobei ich da noch ein Hühnchen mit meinem Unterbewusstsein zu rupfen habe, wie mir scheint, denn normalerweise leide ich unter einem Elefantengehirn, das alles abspeichert. Obwohl, das mit dem gemeinsamen Wandern ist mir ja auch entfallen. Am nächsten Tag in der Arbeit landete dann prompt ein dezenter Hinweis per Mail in meinem Postfach. So, und nun kann sich jeder ausmalen, dass der vergangen geglaubte Liebhaber sich gerade ziemlich breit macht in meinen Gedanken und ganz realen Leben.

Das, was mich jedoch am meisten beunruhigt ist, dass ich nun immerzu an den Film „Freunde mit gewissen Vorzügen“ denken muss. Nur, keiner meiner Schatten ist Justin Timberlake. Bei weitem nicht. Ok, ich bin auch nicht Mila Kunis, aber das Anziehendste an dem heutigen Opa ist seine Stimme. Die ist ziemlich sexy. Der Rest, na ja. Da gab es andere. In solchen Momenten verfluche ich das menschliche Erinnerungsvermögen und das Internet. Ganz ehrlich. Früher hätte man gegrübelt und vielleicht bei Freunden ganz vorsichtig mal nachgehorcht, aber heutzutage tippt man den Namen einfach in die Suchmaschine und schon landet das Antlitz des Ex auf dem Bildschirm. Ich weiß, selbst schuld.

Meine ganz große Liebe, der berühmte Deckel zum Topf, breitet heutzutage doch tatsächlich sein ganzes Leben für jeden sichtbar im sozialen Netzwerk aus. Schwanke gerade noch, ob das egozentrisch und exhibitionistisch veranlagtes Eingebildetsein oder einfach nur doof ist. Und wo sich das Karussell in meinem Kopf schon mal in Bewegung gesetzt hatte, ist mir da gleich noch eine andere verflossene Schattengestalt erschienen. Meine Jugendliebe glänzte beim letzten Klassentreffen mit Abwesenheit, von daher wurde das Netz um Auskunft gebeten. Ich war echt schockiert, also bin schockiert: Was man ja als blind verliebter Teenager nicht glauben möchte, aber irgendwann sieht der unwiderstehliche Jüngling, für den man all die pubertären Streitigkeiten vom Zaun gebrochen hat, seinem Vater (trifft wahrscheinlich auch im Falle von weiblichen Jugendlieben und ihren Müttern zu) verdammt ähnlich und dann ist man doch ziemlich froh, dass der Held vergangener Tage mit seinem Pferd weiter gezogen ist beziehungsweise man ihm die Sporen gegeben hat.

Stellt sich die Frage, was nun? Und wie werde ich die Schatten los? Mein Hirn scheint in Bezug auf die Vergangenheit da ähnlich einer defekten Schallplatte (die älteren meiner Leser werden sich erinnern) immer wieder an einer Stelle hängen zu bleiben. Vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp, wie man die Endlosschleife abschalten kann.

Eure Kerstin

Der Müllschlucker

Einkaufen ist nervig und stressig. Das finde ich jedenfalls. Von daher praktiziere ich bereits seit geraumer Zeit ein recht strenges Programm. Und wenn ich mal davon abweichen muss, weil irgendwas dazwischen kommt, dann passieren prompt so ärgerliche Dinge wie, dass ich den Bon für zurückgegebenes Leergut im Automaten stecken lassen. So wie vorletzte Woche. Nervig.

Ich gehe grundsätzlich nur einmal pro Woche einkaufen. Samstag. Ich hasse das. Es ist voll, weil alle am Samstag einkaufen. Deswegen bin ich schon kurz nach Ladenöffnung um 8 Uhr da. Das hat sich inzwischen so eingebürgert, da ich auf dem Weg zum Supermarkt noch den Werkstoffhof ansteuere und den Müll der letzten Woche entsorge.

Die Deutschen sind Weltmeister im Müllsortieren. Allerdings auch im Wegwerfen. Dem versuche ich so gut und rigoros es geht, entgegen zu wirken. Wer das „Glück“ hat, in einer bayerischen, mittelgroßen Stadt zu wohnen, der darf sich tagtäglich mit der Frage, welcher Abfall in welche Müllkategorie gehört, beschäftigen.

Anderenorts gibt es den gelben Sack, da wirft man einfach alles rein, was ein entsprechendes Symbol -den grünen Punkt – trägt. Nicht so bei mir. Neben dem „regulären“ selbst zu entsorgenden Müll wie Papier/Karton, Weißblech, Glas (weiß, braun, grün), gibt es Tetrapack, Alu, Verbunde, Mischkunststoffe, Becher, PET, Kunststoffflaschen, Folien/Tüten über A4, Styropor aus Verpackungen und wahrscheinlich noch mehr, was mir gerade nicht einfällt. Das sollte zuhause vorsortiert werden. Und da habe ich solche Sachen wie Kerzenreste, CDs, Batterien usw. noch gar nicht mitgerechnet. Klar, weil wir alle in übergroßen Wohnungen/Häusern leben, um das Zeug zwischenzulagern. Hier gibt’s mal wieder einen interessanten Beitrag von x:enius

Aber gut, ich bin ja ein ordentliches Mitglied der Gesellschaft, halte mich an die Regeln und will ja auch, dass mit den Rohstoffen sorgsam und verantwortungsbewusst umgegangen wird. Deswegen mache ich das ganz gewissenhaft. Und damit auch die Handelsmärkte sich Gedanken machen, gebe ich meinen, also ihren Müll, gleich an Ort und Stelle ab. Noch besser, ich nehme ihn gar nicht erst an.

Und das geht mit Vorbereitung und einem Plan. Zur Vorbereitung gehören Korb, Beutel, alte Papiertüten, Transportboxen und ein Becher. Und dann geht es los:

Vorbereitung

Obst, Gemüse und der dergleichen wandern lose in den Einkaufswagen. Brotwaren lasse ich mir in einen Stoffbeutel legen, Fisch in eine mitgebrachte Box. Ich schaue immer auf Bio-Produkte. Ob bei Essig, Öl, Zucker, Reis, Nudeln, Butter, Milch, Joghurt, Eier usw. Noch besser als Bio ist regionales Bio. Denn nachhaltige Produkte sind nicht per se besser. Wenn ich zum Beispiel Bio-Kartoffeln aus Ägypten kaufe, dann ist das nicht nachhaltig, sondern unsinnig. Kartoffeln wachsen in Deutschland, sogar im eigenen Garten. Selbst auf dem Balkon kann man sich über eine bescheidene Ernte freuen.

Hinzu kommt noch der Faktor Saison. Ja, noch gibt es sie. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und Erdbeeren im Winter, egal wie und wo angebaut, können nie und nimmer umweltverträglich auf unserem Tisch landen. Bei www.regional-saisonal.de gibt es einen Kalender und auch saisonale Rezepte, falls jemand Bedarf hat.

Nach dem Einkauf, folgt die Kasse und nachdem ich bezahlt habe, werden sämtliche Umverpackungen in die Behälter des Marktes entsorgt. Losen Salat, den es nur abgepackt gab und ich trotzdem nicht verzichten wollte, fülle ich in eine mitgebrachte Papiertüte um. Obst und Gemüse werden auch in einem Stoffbeutel verstaut. Sämtliche Kartons und Folien bleiben auch da. Pizza, Müsli und so was. Genau. Und jetzt sehe ich es schon vor meinem Auge, die gerunzelte Stirn und das Fragezeichen auf der Stirn. Pizza? Wieso kauft sie Pizza, wenn sie so auf Bio und Nachhaltigkeit und so aus ist? Wieso geht sie eigentlich nicht auf dem Markt einkaufen oder in einem der Läden, in denen alles lose verpackt ist?

Womit wir beim nächsten Kapitel wären und den Konflikten, die sich im Bereich Lebensmittel einem so in den Weg stellen (können). Darum und um den Plan geht es morgen.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Ach ja, der Becher. Wer sich fragt, wozu ich den brauche. Das wäre mein persönlicher Luxus: Ein Coffee to go nach dem Einkauf. Dazu schreibe ich aber auch noch später etwas.

Aller Anfang ist schwer – die Kleiderbergbezwingung

Ich habe bewusst den Bereich Kleidung gewählt, weil hier recht schnell und relativ einfach sichtbare Erfolge zu erzielen sind. Wenn man sich denn mal entschlossen hat, dem Konsumrausch und -zwang der Textilindustrie den Kampf anzusagen. Das ist in erster Linie in eine Kopfsache. Und wie heißt es so schön in der Bibel: „Der Geist ist willig, jedoch das Fleisch ist schwach.“ Rückschläge sind daher keine Katastrophe. Noch nicht.

Ich gebe auch zu, dass es a) für Jugendliche/junge Erwachsene ungleich schwieriger sein mag als für jemanden, der seinen Platz im Leben schon gefunden hat und b) dass es für einzelne Mitglieder einer Familie auch nicht gerade einfach wird, sich vom Konsum frei zu machen, wenn nicht alle mit von der Partie sind.

Für diejenigen, die noch ein wenig Überzeugung brauchen, hier ein philosophischer Ansatz basierend auf Kant und den kategorischen Imperativ, der gebieten würde, „dass ich nicht von etwas profitieren sollte, das unter Umständen produziert wurde, die ich mir selbst nicht wünschen würde beziehungsweise die irgendwem jetzt oder in Zukunft Schaden zufügen.“ (Zitat aus: Was das Haben mit dem Sein macht, von Jens Förster).

Es gibt ganz wunderbare Tipps, Bücher und Blogs, die einem helfen können, sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Was ich zwar (noch) nicht selber gemacht habe, aber durchaus empfehlen würde, ist die Methode von Marie Kondō aus„Magic Cleaning“.

Zuerst alle – und sie meint alle – Kleidungsstücke, die man besitzt, auf einen Haufen legen. Auch die Skihose, den Bademantel, Unterwäsche, das Hochzeitskleid. Für viele ist das mit Sicherheit schon ein Moment des Oha-das-sind-wirklich-alles-meine-Kleider.
Dann geht es los ans Sortieren: Alles, bei dem man auch nur annähernd zögert, ob es einem gefällt, sofort in die Weg-damit-Ecke. Weg heißt in dem Fall nicht Müll, sondern erst mal, dass man diese Sachen aus seinem Schrank verbannt.

Am Ende hat man zwei Stapel. Behalten: Das sind alles Dinge, die man wirklich mag und auch wirklich anzieht. Dass diese auch passen ist selbsterklärend. Weg: Das sind die aussortierten Stücke, die nicht passen (farblich und/oder figürlich), Erinnerungsstücke (siehe Hochzeitskleid), Vielleicht-irgendwann-mal-Spontankäufe und auch alles, was kaputt ist. Auf diesen Berg komme ich später zu sprechen.

Zurück zu dem hoffentlich inzwischen leicht(er) überschaubaren Hügel der Anziehsachen. Ich würde da eine saisonale (Winter/Sommer) und funktionale (Arbeit/Freizeit/Sport) Trennung vorschlagen. Mir ist klar, dass letzteres stark vom Beruf, den man ausübt, abhängig ist. Aber es spricht auch bei legerem Dresscode im Job nichts gegen Kleidung, die diesem exklusiv vorbehalten ist. Mir hilft das beispielsweise auch, beide Bereiche voneinander abzugrenzen, wenn ich nach der Arbeit in meine „privaten“ Klamotten schlüpfe. Daneben – und das kann man an Uniformträgern immer ganz gut beobachten – ist die Haltung gleich eine andere. Einfach mal ausprobieren.

Die Trennung bewirkt auch, dass man sich schnell zurecht findet und beim Einmotten bzw. Saisonwechsel hat man das Gefühl, dass wieder etwas „Neues“ im Schrank hängt. Zusätzlich bevorzuge ich eine farbliche Ordnung. Auf diese Weise lassen sich rasch Kombinationen zusammenstellen. So könnte dann zum Beispiel die Sektion Blusen/Hemden aussehen:

KleiderordnungWer sich jetzt wundert: Ganz links ist schon die Sommerkollektion eingeräumt. Denn der kommt ja hoffentlich bald. Dann die bügelfreien Blusen, die Hemden und ganz rechts hängen die Freizeitteile, wie sich unschwer an der Farbenfrohheit erkennen lässt.

Eine andere Methode ist das Aussortieren von Dingen, die man mehr als eine Saison nicht angezogen hat. Am einfachsten fällt das, wenn man dies am Ende der Saison macht. Sprich: Den Rollkragenpulli rausschmeißen, wenn der Winter vorbei ist. Man könnte ihn sonst schließlich vielleicht, eventuell noch brauchen. Das dauert deutlich länger, führt aber letztendlich irgendwann auch zum Ziel, wenn man dran bleibt. So habe ich damals angefangen.

Was ich auch sehr gut finde, sind die 8 goldenen Regeln von Mini.Me.
Was man nicht machen sollte, wobei das auch ein bisschen von der Persönlichkeit abhängig ist, sind Kleider zweiter Klasse. Oder sogenanntes Downgrading.

Ein Beispiel: Das Shirt, welches nicht mehr bürotauglich ist, unter Umständen auch von Anfang zu nichts wirklich passte, wird auch in der Sparte Freizeit keine Verwendung finden, denn dann fühlt man sich selbst auch als Mensch zweiter Klasse. Ebenso wenig Shirts in Nachthemden umwandeln. Schließlich wollen wir nicht stillos schlummern und in meinen Augen (Stichwort: Haltung) hat das auch mit Achtung vor uns selbst zu tun.

Morgen geht es weiter mit dem Resteberg und dessen Weiterverarbeitung.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Für die Fetischisten unter uns: Schuhen widme ich ein extra Kapitel.

Wie alles anfing

Es gibt ja immer einen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Dieser symbolische Tropfen waren bei mir gleich zwei. Und die trafen auch noch mehr oder minder gleichzeitig im November 2013 auf die Oberfläche auf.

Zum einen war das mein bevorstehender Umzug damals und die Karte Nr. 8 aus dem Kartenspiel, die da lautete: „Schaffen Sie sich Platz: Feng-Shui für die Seele. Trennen Sie sich von Ballast.“

Nun möchte man meinen, dass ein Umzug in eine größere Wohnung einen nicht unbedingt dazu zwingt, sein Hab und Gut zu sichten und sich von Dingen zu trennen. So gesehen war die Karte ein echter Glücksgriff. Vielleicht lag es auch daran, dass ich im Laufe meines Lebens schon so oft umgezogen bin, dass Besitztümer mir keine Fesseln (mehr) anlegen können. Vielleicht war die Zeit aber auch einfach reif. Ist im Nachhinein ist das gar nicht mehr so wichtig.

Wichtig ist, dass ich seitdem infiziert bin. Und wie bei einem Kranken durchlebe ich regelmäßige Schübe, die mich dann wie einen Tiger im Käfig durch meine vier Wände treiben, auf der Suche nach Beute. Zeugnis davon lege ich monatlich in meinem Tatort des Monats ab. Doch mit dem bloßen Ausmisten und Entrümpeln gebe ich mich inzwischen nicht mehr zufrieden.

AnfangNach dem Motto: Her mit dem schönen Leben, nimmt mittlerweile mein alltägliches Handeln, Denken und Konsumieren einen großen Teil meiner Bemühungen um ein einfacheres, freieres Leben ein. Welche Dinge kaufe ich ein? Wie kaufe ich ein? Wo kaufe ich ein? Was brauche ich in meinem Leben zum Leben? Wer will ich sein? Wie kann ich Dinge anders/besser machen?

Was sich in den letzten zwei Jahren alles verändert hat, wie es mir dabei geht und wie ich mir so die Zukunft vorstelle, darüber will ich hier in den nächsten Tagen und Wochen schreiben. Dabei werde ich die einzelnen Bereiche wie folgt einteilen:

  • Kleidung
  • Lebensmittel
  • Gegenstände des täglichen Lebens
  • Hobbies und Luxusartikel

Für jede Rubrik stelle ich mir immer einen Wissensteil mit einigen Informationen zum Thema vor. Dann die einzelnen Unterpunkte, meine Erfahrungen und Erlebnisse und vielleicht auch den einen oder anderen Tipp. Und natürlich, was das alles mit Verzicht zu tun hat.

Der Ordnung halber sei erwähnt, dass ich neben der Internetrecherche – Blogverwandte und Websites werde ich jeweils im jeweiligen Post verlinken – folgende Bücher in meine Berichte einfließen lasse:

  • Befreiung vom Überfluss – Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“ von Nico Paech
  • Was das Haben mit dem Sein macht – Die neue Psychologie von Konsum und Verzicht“ von Jens Förster
  • Besser leben ohne Plastik“ von Anneliese Bunk und Nadine Schubert
  • Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Florian Optiz
  • Analog ist das neue Bio – Ein Plädoyer für eine menschliche digitale Welt“ von Andre Wilkens

Los geht es also morgen mit dem Thema Kleidung und allem, was dazu gehört. Ein wahrhafter Kleiderberg, der sich so in unseren Schränken, Schubladen und Fächern verbirgt, türmt sich da auf.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Tatort Keller, Tag 34

Noch mehr außerirdische Dinge.

Tatort: Keller, Waschküche.34 Tag

Tatbestand: Sockensammler, Sockensortierer oder so was in der Art. Im einen Anflug Waschfrauenfrust beim Kaffeediscounter erstanden.

Tatortsäuberung: Eigentlich eine gute Idee, die Zeit und Arbeit spart. Allerdings muss man sich vorher die Mühe machen und die Socken in die Löcher friemeln und nach dem Trocknen wieder rauspulen, was wenig nagelfreundlich ist. Evtl. sind meine Finger auch zu dick für die kleinen Löcher. Also leider auch eine Fehlinvestition.