Tatort des Monats Oktober

In diversen Tatorten (Mai 2017 / März 2018) sind schon so einige Utensilien beim Sport in Mitleidenschaft gezogen worden. Nun also der nächste Fall in dieser Serie. Kein wirklicher Tatort im klassischen Sinne, dass ein Teil meinen Haushalt verlässt, da ich in dem Fall Ersatz angeschafft habe. Nichts desto trotz ist etwas mehr Platz…

Tatort: Schreibtisch.10_2018

Tatbestand: mp3-Player.

Tatortsäuberung: Nachdem ich die erste Trauer über den Verlust und die Enttäuschung über die Kurzlebigkeit heutiger Produkte überwunden hatte, dachte ich lange Zeit über den gänzlichen Verzicht eines solchen Gerätes nach. Schließlich sind Handys heutzutage multitaskingfähig und ich könnte auch damit Musik hören, aber meines ist, wen wunderts, nicht kompatibel mit der Mediathek und eigentlich auch viel zu unhandlich für den Sport. Auf der Suche nach einem Ersatz konnte ich ein gutes gebrauchtes Stück ergattern, was aber letztlich auch der Tatsache geschuldet war, dass mp3-Player mittlerweile gar nicht mehr so angeboten werden. Es ist um einiges kleiner, ergo auch praktischer, so dass dies auch dem Raumgewinn zu Gute kommt. Ein halber Tatort also, wenn man so will.

Tatort des Monats Januar

2017_01

Sozusagen auf den letzten Drücker noch ein Tatort für diesen Monat.

Tatort: Schreibtisch.

Tatbestand: Laptop.

 

 

Tatortsäuberung: Wie schon gesagt, auf den letzten Drücker bzw. das letzte Drücken wurde der alte Laptop nun endlich platt gemacht und für die nächste Entsorgungstour vorgemerkt. Nach bald zehn Jahren Betriebszeit war aus der Kiste einfach nicht mehr viel rauszuholen und der Betreiber des Betriebssystems hat bereits vor knapp zwei Jahren den Support eingestellt. Insofern wurde jeder Klick im Internet zur potentiellen Viren-/Trojaner- usw.-Falle. Nun darf der Neue sich als Platzhirsch fühlen und sitzt so richtig und hundert Prozent am Drücker.

Die Armee der Energiesklaven

Für diesen Betrag musste ich etwas länger nachdenken. Einmal, weil die Inventur so manche „Leiche“ zu Tage gebracht hat und dann, um zu entscheiden, welche elektronischen Geräte in einem Haushalt noch zu den alltäglichen Gegenständen gehören und welche wohl schon als Luxusartikel anzusehen sind. Das hängt mitunter sehr von persönlichen Ansprüchen ab. Daher hier einfach die Gesamtliste, wobei ich wirklich alles gezählt habe, auch wenn es schon den Weg in den Keller angetreten hat, weil nicht mehr in Gebrauch. Und klar, die jugendliche Armee wurde auch mit eingerechnet:

1 Fernseher, 1 DVD-Player, 2 Radios, 1 Radiowecker, 1 Stereoanlage, 1 Computer, 2 Laptops, 1 MP3-Player, 2 Handys, 1 Telefon, 1 Spielkonsole, 1 PSP, 1 Gameboy, 2 Digitalkameras, 1 Staubsauger, 1 Waschmaschine, 1 Trockner, 1 Mikrowelle, 1 Kühlschrank, 1 Kaffeemaschine, 1 Kaffeemühle, 1 Toaster, 1 Wasserkocher, 1 Mixer, 1 Küchenmaschine, 1 Rührstab, 1 Saftpresse, 2 Föns, 2 elektronische Zahnbürsten, 1 Lockenstab, 1 Glätteisen, 1 Set beheizbare Lockenwickler, 1 Nähmaschine, 1 Bügeleisen.

Tja, da ist eine ganze Menge dabei, was ich eigentlich schon als Luxusgut einstufen würde. Doch wo ist die Grenze? Daraufhin habe ich mich mal damit befasst, was denn vom Gesetz her zum täglichen Leben gehört, also nicht pfändbar ist. Radio, Fernseher, Handy, Computer, Staubsauger, Waschmaschine, Kühlschrank sind da recht eindeutig vom Kuckuck ausgeschlossen. Mikrowelle und Kühltruhe können aber zum Beispiel nur dann gepfändet werden, wenn kein Herd (Mikrowelle) und kein Kühlschrank (Kühltruhe) vorhanden sind. Das war vor gar nicht allzu langer Zeit noch anders, da wurden Fernseher bevorzugt vom Gerichtsvollzieher eingezogen. Gut, 1960 musste man auch noch 349 Stunden arbeiten, um sich ein entsprechendes Gerät leisten zu können. Heute sind es gerade mal 30 Stunden.

Innerhalb von ein paar Jahrzehnten sind wir also von Bewunderung über die Neuerung und Erleichterung zu nahelos gleichgültiger Normalität übergegangen. Das macht sich umso stärker beim Erwerb von Dingen bemerkbar, die wir online und/oder per Kreditkarte bezahlen. Die Ausgabe erscheint nicht real und der Gegenstand ergo ist nichts wert. Wir kaufen im wahrsten Sinne des Wortes für die Müllhalde, denn meist handelt es sich hierbei auch noch um Güter, die wir nicht nutzen und auch nicht wirklich brauchen. Hier ein etwas längerer Beitrag von arte zum Thema „Kaufen für die Müllhalde – die geplante Obsoleszenz“:

Noch schlimmer wird es, wenn wir ständig nach dem Motto Jetzt-Haben-Später-Zahlen verfahren. Die Verlagerung der Schulden in die Zukunft ist im Grunde ziemlich verantwortungslos, denn irgendjemand muss dafür bezahlen, wenn wir es nicht (mehr) können. Und sei es nur der Arbeiter, der im Herstellungsprozess mit dem Lohn sein Leben bestreiten muss. Ausnahme sind hier die wirklich großen Investitionen, aber Fernseher oder Kühlschrank sollten für meine Begriffe nicht per Kredit oder auf Raten erworben werden, denn dann sind es wirklich keine Dinge des alltäglichen Lebens, sondern Luxus.

Der ganze Kleinkram wird im Pfändungsprozess gar nicht erst erwähnt. Wahrscheinlich, weil es sich meist eben noch nicht mal lohnt und diese Dinge in zweiter Hand kein Geld einbringen. Kein Wunder also, dass wir in einer Weg-Werf-Gesellschaft mit einer ebensolchen Mentalität leben. Ich finde das etwas befremdlich, denn das meiste davon gab es zu Zeiten meiner Großeltern noch gar nicht und vieles musste in teils aufwendiger und mühsamer Handarbeit erledigt werden. Inzwischen sind wir umgeben von Sklaven, die uns das Leben erleichtern sollen und die wir auch als ebensolche behandeln. Und damit noch nicht genug, denn oft sind diese auch noch in doppelter Ausführung vorhanden. Da bilde ich, wenn ich mir meine Armee so anschaue, keine Ausnahme und habe in meinem bisherigen Leben durchaus meinen Teil zu der Konsumgütergesellschaft beigetragen.

Dabei könnte ich ohne weiteres auf über die Hälfte meiner Gerätschaften verzichten und würde bestimmt nicht sehr viel schlechter leben. Stattdessen horte ich sie in der Hoffnung, das eine oder andere nochmals zu nutzen. Könnte ich ja nochmal brauchen. Irgendwann. Als ob es dann wohl so schlimm wäre, wenn ich bei der nächsten Feier weder Locken noch strohglatte Haare präsentieren kann, sondern einfach als Ich Spaß habe. Vor allem die schon so halb ausrangierten Teile im Keller erfüllen keinerlei Zweck mehr als mich hin und wieder an ihre Gegenwart zu erinnern. Das ist eigentlich eher belastend. Also wird hier demnächst wohl eine Schlacht stattfinden, denn die Helfer beanspruchen Platz. Real und in meinen Gedanken. Dabei will ich ja mehr Sein und weniger Haben.

Nicht zu verachten ist nicht zuletzt der Stromverbrauch, von dem die Sklaven am Leben gehalten werden müssen. Damit geht es beim nächsten Mal weiter.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Tag 27: Tauschgeschäfte

Tag 27Das hört sich irgendwie negativ an, finde ich. Und wirklich etwas aufgeben muss ich gar nicht. Ich tausche lediglich ein Leben gegen ein anderes. Eventuell muss ich mich auf dem Weg dahin bei dem einen oder anderen einschränken, aber auch das ist kein Verzicht, sondern Zielstrebigkeit.

Erst neulich hat der jugendliche Mitbewohner damit gedroht, dass mein Handy in der Toilette landen würde, wenn ich den Computer konfisziere. Woraufhin meine Freundin, die Zeuge der alltäglichen Auseinandersetzung wurde, meinte, dass das für mich ja keine Strafe wäre. Ganz genau: Ich könnte ganz gut ohne leben. Bis vor zwei Jahren hatte ich noch nicht mal ein Smartphone, wobei ich das mit dem Schlausein bisweilen arg bezweifele.

Natürlich nutze ich das Handy auch zu anderen Dingen, als zum Telefonieren bzw. Nachrichten schreiben: Wenn ich mir mal die Wettervorhersage für bestimmte Berge und Gegenden anzeigen lassen möchte. Oder um meine Lesewunschliste zu pflegen, was ebenso gut mit einer handschriftlichen Sammlung möglich ist. Aber dann wird es schon recht spärlich. Ich habe keine Spiele oder Gadgets. Musik kommt bei mir aus dem Radio. Mich würde dahingehend fast brennend interessieren, wie das Teen reagieren würde, wenn ich sämtlichen technischen Gerätschaften einfach den Saft abdrehe.

Nicht falsch verstehen, ich bin ein Fan der technischen Errungenschaften des täglichen Lebens. Licht, Heizung, Waschmaschine, Spülmaschine, Staubsauger – das sind alles ganz wunderbare Erfindungen, die ich nicht im geringsten missen möchte. Und auf gar keinen Fall will ich im Mittelalter oder in der Vergangenheit leben. Aber für meine Begriffe sind wir bald an dem Punkt, an dem die Maschinen das Kommando übernehmen. Da würde ich dann ganz gern vorzugsweise nicht in der ersten Reihe sitzen.

Von daher stellt sich für mich die Frage, was es mir wert ist, erst gar nicht. Schließlich ist es ja meine Entscheidung. Keiner zwingt mich. Keiner hält mich ab. So muss ich auch nicht abwägen, sondern nur ein Tauschgeschäft eingehen.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin

Tatort des Monats Juni

Und noch ein Monat, in dem ich eine größere Fundstelle gesäubert habe. Diesmal im technischen Bereich

Tatort: Keller.

Tatbestand: Stellvertretend ist hier ein PDA abgebildet. Du liebe Zeit, wer hat so was heutzutage eigentlich noch? Einen persönlichen digitalen Assistenten. Klingt im Grunde doch recht futuristisch und ziemlich schlau, ist aber von den Smartphones abgelöst worden. Wobei ich mich immer frage, was an denen so smart bzw. schlau ist. Aber das ist ein anderes Thema.Palm Pilot

Tatortsäuberung: Mit dem Palm Pilot in die elektronische Wiederaufbereitung sind gewandert:

Ein Drucker. Da immerzu die Patronen eingetrocknet sind und ich ständig für zwei Blätter dann neue Patronen kaufen musste, ein teures Vergnügen.

Ein Scanner. Da zu umständlich. In den heutigen Zeiten fotografiert man die Sachen einfach ab. Geht schneller. Mit dem Smartphone. Nicht mit dem PDA, denn das kann der persönliche Assistent auch nicht.

Ein ISDN-Telefon. Wahnsinn, das hat mal 333,00 Deutsche Mark gekostet. Den Karton besitze ich nämlich auch noch. Keine DM mehr, kein ISDN mehr.

Also alles weg. Zum Werststoffhof. Nun geht es mir besser. Wieder etwas weniger Technik im Haus.