blankgeputzt und flottgemacht – die Reinigungsfrage

Was soll ich sagen? Der Neue war eine Niete. Zumindest im Bereich Geschirrspülmaschine.

Aber fangen wir von vorne an. Letztes Jahr hatte ich den Froschkönig vom Thron geschubst und durch den Neuen (hier der Link zum Post) ersetzt. Nach und nach wurden alle Reinigungs- und Putzaktivitäten übergeben. Das hat soweit ganz gut funktioniert – tut es auch noch. Nur bei der Geschirrspülmaschine wäre es fast in einem teuer zu stehen kommenden Desaster geendet.

Nach einigen Durchgängen zeigten sich auf meinem Geschirr, nicht alle Teile waren betroffen, aber immer so zwei bis drei, schwarz-graue Flecken, die sich so nicht einfach wieder zu entfernen ließen. Und dann wurde der Maschineninnenraum mit einmal ebenfalls schwarz, das Sieb in der Maschine völlig schmierig und siffig. Leicht gemüffelt hat es auch. Das mit dem Sieb konnte das Internet klären – ist wohl ein Schwachpunkt bei biologischen Geschirrspülmitteln im Allgemeinen. Die Flecken auf Geschirr und in der Maschine sind meinem Silberbesteck geschuldet, welches letztendlich total stumpf und dreckig-schwarz war.

Übeltäter gefunden und gleichzeitig in die Zwickmühle geraten: Silberbesteck weg und Edelstahl kaufen? Oder wieder auf Standard-Tabs umstellen? Tja, Letzteres ist es geworden. Das Silberbesteck birgt einfach zu viel Vergangenheit (Erbstücke haben das so an sich – hatte ich ja schon auch mal erwähnt) und die Sache mit dem schleimigen Sieb, das man alle paar Waschladungen separat säubern muss, hat es mir dann zusätzlich leichter gemacht.

Das Geschirr brauchte schließlich unzählige Durchgänge, um wieder ohne Flecken zu sein. Die Maschine wurde ebenfalls einige Male im Reinigungsprogramm betrieben, das Silberbesteck mit Alufolie und Salz gereinigt. Zum Glänzen gebracht kann ich leider nicht sagen, da ein paar Teile nach wie vor stumpf sind. Das schmerzt ein bisschen.

Als Ausgleich dafür, dass es in dem Bereich anscheinend (im Moment) nur mit Chemie geht, wird die Geschirrspülmaschine immer (noch) gnadenlos vollgepackt, um mit zwei bis drei Waschgängen pro Woche über die Runden zu kommen. Von Hand spülen, was mit biologischen Spülmitteln überhaupt kein Problem ist, kann nur bedingt eine Alternative sein, da dabei der Wasserverbrauch ungleich höher ist. Im Durchschnitt verbraucht man beim Spülen per Hand 50% mehr Wasser und 26% mehr Energie, aber eben weniger Chemie. Mein Autohändler sagt immer: „Einen Tod muss man sterben. Entweder rostige Bremsbelege (Wenigfahrer) oder abgefahrene Reifen (Vielfahrer).“ Ist ein ganz anderes Thema, aber das fiel mir dazu gerade ein – ist einfach zum Denken . Einen Ticken zu heiß derzeit. Was Not tut, ist ein reinigendes Gewitter. Gut, zurück zur Putzteufelin und ihrem Gefolge.

Mittlerweile gibt es in meinem Haushalt so eine Art Doppelspitze: Der König und sein Kronprinz. Man teilt sich das Wäschereich. Waschmittel ist von ecover, Wollwaschmittel und Weichspüler stellt der Frosch. Riecht einfach besser – der kleine Grüne. Alle anderen Sparten regiert der Neue recht erfolgreich, muss sich aber anstrengen, was die Putzabteilung betrifft. Eine hilfsbereite Freundin, die mir beim Umzug behilflich war, hat mir damals einen Biostein mitgebracht. Das ist eine nahezu steinharte Masse in einem Tiegel. Mit etwas Wasser und einem Scheuertuch lösen sich kleine Mengen und man kann letztendlich alle Flächen damit säubern. Toilette, Dusche, Wanne, Waschbecken, Spülbecken, Kacheln. Klappt wunderbar, ist ultraergiebig und entfernt nebenbei mühelos Kalkränder. Danke, Gabi. Ist eine super Sache.

Es wird also weiter kräftig an der Rangfolge gearbeitet.

Im Übrigen: Der Versuch, ohne Mülltüten auszukommen, wurde noch nicht unternommen. Einfach, weil im Restmüll nach wie vor zu viel klebrige und nasse Abfälle landen. Ich bringe etwa alle zwei Wochen eine Tüte Restmüll zur Tonne, was ca. 26 Plastiktüten pro Jahr macht. Nun habe ich sogenannte Ökomüllbeutel entdeckt. Diese sind zwar nicht biologisch abbaubar, dafür aber zu 95% aus Recyclingmaterial. Wenigstens etwas, so lange, bis ich den Müll trocken kriege.

Bevor ich mich um den Rest der Wohnung und was sonst noch auf der Nachbetrachtungsliste zu meinem Projekt steht kümmere, muss diese erst mal wieder flott gemacht werden. Also, die Wohnung. Trotz Hitze. Also, ran an den Putzlumpen. Und dann will ich mich mal ein, zwei anderen Aktivitäten widmen, um auch die Denkzentrale durchzupusten. Also dann, vor der action erst mal durchschnaufen und dann action!

Eure Kerstin

Das Stromfresserchen

Vor ein paar Jahren waren meine Freundin und ich mit Familie zusammen im Urlaub. Das an sich ist jetzt nicht so bemerkenswert. Damals haben wir uns aber eine Ferienwohnung geteilt und wie es so meine Art ist, habe ich jedes Mal das Licht ausgemacht, wenn ich ein Zimmer verlassen habe. Das führte damals zu manch heiterer Bemerkung. Nun, zuhause verfahre ich auch nach dem Motto im-Dunkeln-ist-gut-Munkeln und schalte immer und überall alles aus, selbst der Standbybetrieb wird unterbunden und die Geräte soweit möglich immer vom Stromnachschub abgeschnitten. Der Fernseher ist eh nur ungefähr einmal die Woche an und die Zahnbürstenladestation hatte ich ja schon mal im Beitrag „Damit Sie morgen noch kraftvoll zubeißen können“ erwähnt.

Daneben gibt es so manche Angewohnheit, man könnte auch Marotte dazu sagen, die ich mittlerweile pflege: „Wie, Du schaltest die WLAN-Box ab?“, fragte mich neulich ein Bekannter. Ja klar, nach 22.30 Uhr ist bei uns keiner mehr surfen und vor 6 Uhr auch nicht, da wird eben kurzerhand der Saft abgedreht. Handy schalte ich meist noch früher aus. Feierabend für uns beide sozusagen. Und wenn ich mal nicht da bin, wird einfach alles ausgeschaltet bzw. komplett vom Strom genommen.

Der Hang zum Sparen scheint irgendwo in meiner Familie genetisch bedingt zu sein, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung. Ist so mein Verdacht. Als ich mal zu Besuch bei meinem Cousin war und das benutze Geschirr in die Maschine einräumen wollte, meinte ich, ob ich diese mal anstelle solle, weil irgendwie kein Platz mehr war. „Da geht schon noch was rein“, war die Antwort. Leichte Verwunderung meinerseits, denn Platz sah in meinen Augen anders aus. Doch tatsächlich, da passte sogar noch eine weitere Mahlzeit rein. Ob ein übervoller Geschirrspüler nun letzten Endes wirtschaftlicher ist, kann ich allerdings nicht sagen. Bei mir bleibt, wenn ich wirklich bis Oberkante Unterlippe alles vollstopfe und stapele, so mancher Essensrest erhalten.

Neben einem Hang zum Ausreizen des maximalen Füllgrades der Geschirrspülmaschine führt die Verwandtschaft auch ein Waschmaschinentagebuch, in dem vermerkt wird, welche Art von Waschladung wie oft dran ist. Gut, ich warte einfach bis die Maschine voll ist, was schon mal drei Wochen dauern kann. Zum Leidwesen des Nachwuchses lassen dann leider Lieblingsteile manchmal auf sich warten. Mein Alternativvorschlag, es dann mal mit einer Handwäsche zu probieren, wird selbstverständlich verächtlich abgewunken. Tja, die Jugend von heute lässt machen. Dass der Verzicht aufgrund Umweltgedanken erfolgt, scheint mir fraglich.

Ich hingegen nehme die Sache gern mal in die Hand. Nicht bei der Wäsche, aber durchaus in der Küche. Anstatt Mixer greife ich ganz gern mal zum Rührbesen. Spart Energie und das Fitnessstudio. Im Übrigen gilt das auch für Treppen, den Handrasenmäher, den Rechen, den Kehrbesen und noch ganz viele andere moderne Technologien, die einem die Handarbeit im wahrsten Sinne des Wortes rauben, wobei diese doch ganz wunderbar und kostenlos auf das Konto der körperlichen Gesundheit einzahlen. Und wer sich mal so richtig verausgabt, wird feststellen, dass man plötzlich sogar noch mehr Energie hat. Ein toller Effekt.

Strom

 

Eine ganz andere Wirkung hat der sogenannte Rebound-Effekt, bei dem wir trotz energiesparender Gebrauchsgegenstände stetig immer mehr Energie verbrauchen. Denn obwohl die Geräte heutzutage immer weniger Energie benötigen, verschlingt unser Energiehaushalt immer mehr, weil wir immer größere Geräte in immer größere Anzahl und immer schneller ersetzen.

Ich selbst habe mir Anfang des Jahres einen neuen Laptop geleistet – nach acht Jahren. Dabei wäre der alte Rechner es durchaus noch ausreichend gewesen. Der Akku war zwar schrottreif, die Lüftung hätte einer Harley Konkurrenz machen können und beim Thema Schnelligkeit, nun ja, dabei ließ sich so manche Tasse Kaffee oder Tee brühen. Aber so gesehen alles kein wirklich kritischer Grund, um eine Trennung anzustreben, wenn da nicht die fürsorgliche Programmmanufaktur wäre, die einfach kein update mehr für mein Gerät liefern kann/will und mich damit der Welt des Internets schutzlos auslieferte. „Sie gehen mit dem Ding wohl hoffentlich nicht mehr ins Internet!“, meinte der Verkäufer, als ich nach einer externen Festplatte zur Datensicherung gefragt habe. Manchmal wird man eben zu seinem Glück gezwungen, wobei Glück ja immer auch eine Betrachtungsweise von einem Standpunkt aus ist.

Damit die Energiesklaven mir am Ende nicht die Haare vom Kopf fressen, werden sie also an kurzer Leine gehalten und zum Beispiel nur geladen, wenn der Akku wirklich leer ist. Oder eben das Licht abgedreht. Festbeleuchtung herrscht nur zu Weihnachten. Kleinvieh macht auch Mist. In beide Richtungen. Das Ergebnis ist, dass meine Stromrechnung trotz zunehmendem Bedarf im Zimmer des jugendlichen Mitbewohners, nach wie vor unter dem eines Ein-Personen-Haushaltes liegt. Inzwischen beziehe ich auch Ökostrom aus der Region, das macht aufs Jahr gesehen gerade mal €20,00 mehr aus. Dafür sitze ich ganz gern mal bei Kerzenlicht am Küchentisch und schaue in die beleuchteten Wohnungen der Nachbarn.

Für mich definitiv kein Alibi, meinen Verbrauch zu steigern. Schließlich sind solche Verhaltensweisen kontraproduktiv, wenn ich beispielsweise dann einfach alles ständig laufen lassen oder am Ende noch zusätzliche Geräte anschaffe und mein Gewissen damit beruhige, dass ich ja ökologisch produzierten Strom beziehe. Ähnlich wäre es auch, wenn ich beispielsweise ein Elektroauto hätte, dafür aber dann keinen Schritt mehr zu Fuß gehe.

Und beim Thema Auto wären wir wohl auch schon im Bereich Luxus, oder was meint Ihr? Eine Zusammenfassung lasse ich jetzt mal ausfallen und es geht dann nahtlos weiter mit den schönen Dingen des Lebens.

 Also dann, action!
Eure Kerstin

Tag 25: Vorbereitung ist (fast) alles

Tag 25Um für das Projekt „Aussteigen“ gerüstet zu sein, bedarf es ja neben dem Ausrüstungsequipment eigentlich nur zwei weitere Voraussetzungen: Finanzielle Mittel und körperliche Fitness.

Punkt eins lässt sich durch konsequentes und rigoroses Sparen erreichen. Oder einen Lottogewinn. Beides gehört nicht zu meinen herausragenden Eigenschaften. Hier ist also noch etwas Disziplin gefragt. Vielleicht fange ich einfach mal damit an, mir einen Lottoschein zu besorgen. Ausfüllen und Abgeben nicht vergessen. Ich weiß. Das Glück ist mit den Mutigen. Einen Plan B kann ich mir dann immer noch überlegen. Zum Beispiel könnte ich ja meinen Chef auf Knien und unter Tränen um eine Gehaltserhöhung anflehen. Aber das wäre dann wohl eher schon Plan C oder D.

Punkt zwei bedeutet regelmäßige Bewegung. Ich fahre tagtäglich mit dem Rad zur Arbeit und jogge einmal die Woche. Alles andere gehört in die Kategorie Beschäftigung auf Teilzeitbasis. Das muss reichen. Einfluss auf die Gesundheit im Allgemeinen hat man eh nicht. Da kann ich dann nur hoffen, dass mein Genmix meinem Vorhaben zugute kommt. Insofern verfolge ich die Strategie „training on the job“. Frei nach dem Motto: Fit wird man automatisch, wenn man einen 15-20kg Rucksack zehn Stunden am Tag über Stock und Stein schleppt. Das hat auch ganz gut bei meiner Alpenüberquerung funktioniert. Der Rucksack war zwar deutlich leichter, dafür waren die Höhenmeter extremer bzw. der Weg anspruchsvoller.

Noch ein Nachtrag zur Equipment: Ich habe fest gestellt, dass man noch so viel Energie und Überlegungen in die Auswahl der richtigen Ausrüstung stecken kann, am Ende bzw. meist bereits nach 2 Tagen stellt man fest, dass manches Teil eine völlige Fehlplanung ist während man irgendeine Sache völlig übersehen hat. Von daher sollte ich Punkt eins definitiv nochmals genauerer Betrachtung unterziehen und ab sofort Rücklagen bilden. Ein Punkt für die guten Vorsätze im neuen Jahr. Denn wie so oft im Leben, heisst es auch hier: Vorbereitung ist schließlich (fast) alles.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin