Die Prinzessin auf der Erbse

Wenn ich eines so richtig liebe, dann ist es ein frisch bezogenes Bett. Da komme ich mir dann selbst wie eine Prinzessin vor, weil alles so frisch und fluffig riecht. Das königliche Vergnügen währt leider nur zwei bis drei Tage, dann ist es wieder eine gewöhnliche Bettstatt. Bis zum nächsten Wäschewechsel.

Bett

Vor gefühlt sehr, sehr langer Zeit befanden sich mein Heim und Bett in einem fernen Land, in dem ein Oberbett nicht zum Standardbettzeug gehört und nur in Luxushotels anzutreffen ist: Und eben bei ausgewanderten Mitteleuropäern.  Ansonsten besteht die Zudecke wie der Name schon sagt, aus einer Decke und darunter ein Laken. Beides ist meist akkurat an den Seiten und unten eingeschlagen und wenn man sich dann rechtschaffen müde zum Schlafen hinlegt, kann sich bisweilen leichte Sardinenfühligkeit bemerkbar machen. Also, kuschelig ist was anderes.

Allerdings muss ich zugeben, dass die Sache mit dem Laken und der Decke in lauen Sommernächten durchaus was hat. Und so pflege ich mein Sommer-/Winterprinzip, das bereits für meinen Kleiderschrank gilt, auch für Bettwäsche: Im Winter Daunendecke wie im Märchen und im Sommer Frau Holle für Allergiker. Und das Einschlagen muss man ja nicht unbedingt nachmachen.

Das hört sich jetzt nach Unmengen an Bettwäsche an, ist aber nicht so. Pro Saison gibt es zwei Bezüge, die wechselseitig aufgezogen werden. Mit dem System komme ich ganz gut über die Runden.

Schwierig, der eine oder andere ahnt es schon, ist mal wieder das Reich des Prinzen in spe, der in dem Fall der Erbsenzähler ist. Das hängt hauptsächlich mit dem Einfluss der leicht teleshoppingsüchtigen Großmutter zusammen, die bei jedem seiner Besuche eine neue, wunderbare Bettwäsche hat. Die findet der Nachwuchs dann so toll, dass kurz darauf der Bote mit dem Paket vor der Tür steht. Und da Sets immer günstiger sind, bekommen wir alles in zweifacher Ausführung, wobei die Maße der beiden Schlafstätten in unserem Hause nicht kompatibel sind.

Hier kommt also wieder die Aussteuerkiste aus meinem Beitrag „Tischlein deck Dich“ zum Einsatz. Also die zweite ihrer Art, um genau zu sein. Und da dort auch schon Bettwäsche für eine ganze WG lagert, profitieren inzwischen auch Freunde von den Paketen.

Neben der Bettwäsche eignen sich auch Handtücher perfekt für eine Aussteuerkiste. Da kann ich eindeutig auf gut die Hälfte verzichten, wobei die farbenfrohen mit genau der Absicht vom zukünftigen Ex-Mitbewohner ausgesucht wurden. Ich hoffe nur, dass Knallfarben dann nach wie vor der letzte Schrei sind.

Handtücher

Womit ich mich, fast so wie mit dem geerbten Geschirr, schwer tue, sind Tischdecken. Heutzutage benutzt ja fast niemand mehr Tischdecken, oder nur noch zu besonderen Anlässen. So wie das gute Geschirr eben. Ich besitze sage und schreibe dreizehn Stück, wovon ich „nur“ fünf selbst gekauft habe. Der Rest sind Erbstücke und Geschenke. Eine muss auf alle Fälle das traute Heim verlassen. So viel steht fest, dreizehn geht gar nicht – nicht mal im Märchen. Und ich bezweifele auch, dass sich Tischdecken für die Aussteuerkiste eignen. Zu altmodisch und zu viel Bügelarbeit, wenn ich den jugendlichen Mitbewohner da richtig einschätze.

Vielleicht kann man einzelne Tischdecken in Servietten umwandeln. Die muss ich nämlich hin und wieder aussortieren, wenn Tomatensauce und Co. auch nach zig Waschgängen noch Flecken hinterlassen bzw. dem jugendlichen Auge der Unterschied zwischen Geschirrhandtuch und Servietten mal wieder nicht so ganz klar war. Das wäre also durchaus eine denkbare Alternative.

Und da wir schon bei der Hausarbeit sind: Darum geht es dann im nächsten Beitrag.

Also dann, action!
Eure Kerstin