Tatort des Monats Februar

Der Mann an meiner Seite und ich haben einen Pakt geschlossen. In Bezug auf die bevorstehende Fastenzeit: Keine Süßig- und Salzigkeiten. Also, keine gekauften. Ein selbstgemachtes Dessert geht. Ein selbstgemachter Kuchen auch. Und wenn wir irgendwo auswärts essen, dann ist Nachtisch auch erlaubt.

Tatort: Küche.2017_02

Tatbestand: Schokoladenreste von Ostern bis Weihnachten.

Tatortsäuberung: Die Fastenzeit kann mitunter ganz schön lang werden. Besonders für Junkies wie mich, die Stress gerne mal mit allerlei Süßkram bekämpfen. Also wurden sämtliche Schokoladenreste eingeschmolzen und zusammen mit Corn Flakes zu Schokocrossies verarbeitet. Die gilt es jetzt bis Aschermittwoch zu vertilgen. Kein Problem würde ich sagen.

Nachtrag: Muss leider gestehen, dass die Reste inzwischen schon fast vollständig vertilgt wurden. Und zwar von mir allein. In der Folge plagen mich Bauchschmerzen. Zu Recht, meint der Mann. Danke, Liebling!

Mein Teekesselchen

Wer schulpflichtige Kinder im Grundschulalter hat oder für wen diese Zeit aus eigener Erfahrung noch nicht allzu weit entfernt liegt, erinnert sich sicherlich noch an das Spiel „Teekesselchen“. Unter Umständen sorgt dies auch noch im fortgeschrittenen Alter als Partyspiel für Unterhaltung. Jedenfalls bezeichnet man mehrdeutige Begriffe als Teekesselchen. Das wohl Geläufigste dürfte „Bank“ sein. Wie dem auch sei, ich übertrage das Ganze nun mal auf den Fundus an Resten aus diversen Handarbeitsprojekten. Schließlich lässt sich der Verbrauch an Wolle und Stoff meist nicht auf den letzten Zentimeter berechnen und wenn dann noch einigermaßen brauchbare Stücke übrig bleiben, sind diese zum Wegwerfen einfach zu schade.

Der Klassiker wäre natürlich der Quilt, der ja in seiner Ursprungform als Resteverwertung par excellence diente. Nun besitze ich mittlerweile zwei und ein dritter befindet sich in Warteposition auf die geeigneten Überbleibsel. Ich denke, das ist schon mehr als genug, so dass ich den Nachzügler mit Sicherheit eher verschenken werde als ihn selbst zu nutzen.

Daneben ergeben sich aber auch noch zahlreiche Alternativen – ganz nach persönlichem Gusto. Und da das Wetter seit einer gefühlten Ewigkeit und noch ein bisschen länger Trübsal bläst, hier die bunte Galerie anstatt vieler Worte. 

Schuhbeutel

Schuhbeutel

Handarbeitstasche für Strick- und Häkelnadeln

Handarbeitstasche für Strick- und Häkelnadeln

Reste des Häkelprojektes für den jugendlichen Mitbewohner

Reste des Häkelprojektes für den jugendlichen Mitbewohner

Gefilzter Brotkorb

Gefilzter Brotkorb

Kissen aus Vorhangresten

Kissen aus Vorhangresten

Sorgt für warme Handgelenke...

Manchmal kriegt man auch zwei Teekesselchen: Sorgt für warme Handgelenke…

sorgt für einen warmen Po ... leider noch unvollendet, da die Zwillingsnadel abgebrochen ist.

sorgt für einen warmen Po – unvollendet, da die Zwillingsnadel abgebrochen ist.

 

 

 

 

 

 

Stifteetui...

Stifteetui…

...und Taschentuchetui

…und Taschentuchetui

 

 

 

 

 

 

 

Gefilzte Laptoptasche

Gefilzte Laptoptasche

Ach ja, und der Teekessel selbst darf natürlich nicht fehlen.

Teekessel

 

Die schnellste Methode beim Teekesselchenspiel sind wohl Geschenkverpackungen. Besonders Stoffreste eignen sich perfekt für Beutel aller Art und Größe, in die man Geschenke an liebe Menschen verpacken kann, die diese wiederum selbst nutzen oder aber auch weitergeben. Das wäre dann allerdings eher sowas wie „Stille Post“ oder wie dieses Spiel, bei dem man Luftballons oder sowas weitergeben muss. Jedenfalls sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Geschenkverpackung für selbstgemachte Marmelade

Geschenkverpackung für selbstgemachte Marmelade

Geschenke ist im Übrigen das Stichwort für den nächsten Beitrag.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Resterampe

Auch die beste Vorbereitung und der beste Plan können nicht verhindern, dass Reste anfallen. Manchmal in Form von Essensresten, weil man zu groß aufgekocht hat. Manchmal, weil der Plan nicht so ganz funktioniert hat und nun einzelne Zutaten mit Verderb drohen. Manchmal, weil man unbedingt etwas haben und probieren wollte, dass sich dann als „ungenießbar“ entpuppte. All das passiert auch mir regelmäßig. Trotzdem versuche ich immer, einen Weg an der Bio-Tonne vorbei zu finden.

Ich habe zur kurzfristigen Konservierung von Lebensmittel aller Art ein Arsenal an Helfern. Mein Gemüse packe ich zum Beispiel in Brotpapier, das der Bio-Bäcker verwendet, und inzwischen bestimmt schon ein halbes Jahr alt ist. Damit bleibt es ca. eine knappe Woche nahezu frisch, wie man auf dem Bild hoffentlich erkennen kann. Gemüse II

Ganz toll finde ich auch BeesWrap. Da kommt meine Bergbrotzeit gern rein und auch das Schwarzbrot wickel ich darin ein. Lässt sich auch als Deckelersatz nutzen, wird mit kaltem Wasser gereinigt und hält ca. ein Jahr. Und wie der Name schon sagt, ist es mit Bienenwachs versiegelt, was dazu führt, dass auch die Lebensmittel leicht danach riechen. Mich stört das nicht

Dann gibt es natürlich Glas. Klassische Einweckgläser oder leere Marmeladen-/Senf- oder-was-auch-immer-Gläser. Die lassen sich natürlich ganz vielfältig im Haushalt einsetzen. Kleiner extra Tipp für leckeren Honigessig: Leeres Honigglas mit etwas Essig befüllen und verschließen. Nach zwei bis drei Tagen ist der gesamte Rest Honig im Essig. Schmeckt wunderbar als Dessing. Honigessig

Obwohl ich versuche, Plastik immer mehr aus meinen vier Wänden zu verbannen, schwöre ich doch auf meine Lock&Lock Dosen, die ich von der Verwandtschaft geschenkt bekommen habe. Die sind wirklich unschlagbar, was Auslaufschutz und auch Frische angeht. Kleine Quizfrage: Wie alt, glaubt Ihr, ist der Salat? Salatbox

Wie gesagt, es ist Plastik und in dem Fall nehme ich eventuelle Nebenwirkungen erst mal in Kauf. Außerdem könnte ich mir eigentlich keinen alternativen Einsatzort für die Behälter vorstellen. Weil, wenn ich keine Lebensmittel darin aufbewahren will, dann will ich im Grunde auch nichts Anderes damit machen. Aber deswegen alle wegschmeißen, fände ich falsch. Denn „nur eines ist schlimmer, als Plastik zu kaufen: Plastik wegzuwerfen.“, sagen die Autorinnen von „Besser leben ohne Plastik“. Deswegen verwende ich sie einfach solange, bis sie kaputt oder unbrauchbar sind.

Zu den Essensresten selbst: Reste vom Abend-/Wochenendmahl dienen als Kantinenersatz, wenn ich es nicht anders weiterarbeiten kann. In meinem Beitrag Frühjahrsputz habe ich dazu schon mal was geschrieben. Ganz besonders lecker sind Chips aus altem Brot. In ganz, ganz dünne Scheiben schneiden, auf dem Backblech verteilen, mit Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen Dann bei ca. 150°C in den Ofen, bis sie schön kross und leicht gebräunt sind. Mmh, lecker. Damit kann man selbst den jugendlichen Mitbewohner hinter dem Ofen PC hervor locken. Brotchips

Manchmal gibt es auch so was wie ein warmes und kaltes Buffet mit den Dingen, die weg müssen. Es gibt auch eine App “Beste Reste“ von der Aktion des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft „Zu gut für die Tonne“, die einem Rezepte vorschlägt, wenn man die Zutaten eingibt. Ich persönlich habe da noch nicht allzu viel gefunden, aber schaut es Euch ruhig mal an.

Ich bin also so was wie das Hausschwein bei uns. Ist ok, kann ich mit leben. Und gar nicht so schlecht, wenn ich meine Werte beim Gesundheitscheck so anschaue. Jedenfalls ist es abwechslungsreich und oft mit schrägen Kombinationen.

Konserven und abgepackte Lebensmittel, die auf Wunsch des jugendlichen Mitbewohners im Vorratsschrank gelandet sind, dann aber aus unzähligen Gründen verschmäht wurden, spende ich ganz gern. Die Tafel freut sich immer, wenn man eine Tüte vorbei bringt.

Süßigkeiten, die plötzlich nicht mehr schmecken oder als lieb gemeintes Geschenk verzweifelt auf einen unterzuckerten Zweifüßler warten, nehme ich gern ins Büro mit. Man möchte nicht glauben, wie schnell die Trüffelschweine die Leckereien durch die Bürotür riechen. 20160408_083742.jpg

Apropos riechen. Für den Bio-Müll gibt es eine Tonne bei uns. Die war noch nie mehr als halb voll. Also, entweder haben die Nachbarn bessere Hausschweine oder wissen nicht, wo die Tonne steht. Ich komme so auf ein gutes Kilo Bio-Abfälle pro Woche. Das sind Schalen aller Art und Teeblätter. So gesehen nichts, was man noch essen kann – außer vielleicht als Suppenwürze oder so. Aber übertreiben muss man es auch nicht, finde ich. Deswegen habe ich an der Stelle leider auch kein Foto für Euch.

Zum Abschluss des Kapitels Lebensmittel gibt es morgen dann noch die Bilanz.

 Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Noch die Auflösung des Salaträtsel: Ganze sechs Tage seit dem Einkauf.

Frühjahrsputz

Manche Leute nutzen ein verlängertes Wochenende, um einen Kurztrip zu machen. Manche, um vom Trubel zu entspannen. Auf mich trifft weder noch und irgendwie beides zu, denn leider war/ist das Wetter einfach zu nichts gut – außer, um depressiv zu werden. Nach gefühlten drei Tagen Dauerregen, hat mich heute morgen also die untätige Warterei in den Wahnsinn getrieben. Wirklich. Denn ich hatte nichts besseres zu tun, als meiner Küche einen Frühjahrsputz zu verpassen. Also, mehr oder weniger. Jedenfalls mussten alle Fächer, Schränke und Schubladen unter der Arbeitsplatte dran glauben. Alles wurde ausgeräumt, ausgesaugt und ausgewischt. Klar, und dann wieder eingeräumt. So nebenbei sind wieder einige Dinge für meine Tatortreihe aufgetaucht, über die ich hier in den nächsten Tagen noch berichten werden.

Was mich bei solchen Aktionen immer betrübt, ist die Tatsache, dass man dabei über Lebensmittel stolpert, die bereits abgelaufen bzw. knapp an der Grenze dazu sind. In meinem Fall ist das eine Dose Aprikosen in Vorratsschublade.

Dosenfutter

Vor Urzeiten gekauft, weil ich einen Kuchen backen wollte. Tja, statt Kuchen sind die Aprikosen mit mir umgezogen und mittlerweile MHD-mäßig über ihrer Zeit. Ist soweit kein Problem. Bekanntlich handelt es sich ja um das Mindesthaltbarkeitsdatum, also kein Zeitpunkt, nach dem der Inhalt schlagartig ungenießbar ist. Meine Tante ist der beste Beweis. Bei ihr im Keller gibt es Dosen, die sich schon leicht wölben, aber trotzdem noch den Weg in die Verarbeitung finden. Inzwischen besitze ich zwar eine App, die mir Vorschläge zur Resteverwertung machen soll, aber irgendwie kommen da keine Aprikosen vor. Leider ist es auch nicht das erste Mal, dass ich an der Zutatenauswahl scheitere. Komische App. Definitiv ausbaufähig.

Statt eines kulinarischen Aha’s müssen die Aprikosen also doch in einem ganz normalen Kuchen enden. Leider fehlt mir ein Ei. Zum Glück gibt es Nachbarn, die später als Dank ebenfalls Restekuchen genießen dürfen. Als ich den Saft probiere, kommen mir kurz Zweifel bei der Theorie, dass Doseninhalt nicht schlecht wird und das MHD nur Zierde ist. Scheußlich bitter das Zeug. Na, da bin ich ja mal gespannt. Nach einer knappen Stunde hole ich den Kuchen aus dem Ofen. Sieht lecker aus und duftet auch so.

AprikosenkuchenZur Sicherheit mache ich ein bisschen mehr Puderzucker drauf, falls die Aprikosen doch bitter sind. Lässt sich vielleicht kaschieren. Beim ersten Biss kaue ich vorsichtig und warte auf verdächtige Anzeichen. Doch Fehlanzeige. Echt lecker. Immer noch.

Den Nachbarn geht es auch gut. Die haben gerade noch auf dem Klavier musiziert. Morgen dürfen sich dann die Kollegen im Büro freuen, dass ich keinen Kurztrip gemacht oder nur entspannt habe, sondern den ersten Teil den Frühjahrsputzes schon hinter mir habe.

Ach ja, falls sich jemand wundern, wo die Mandeln auf dem Kuchen sind: Die habe ich beim Warten gefuttert. Hatte dann doch Bedenken, dass ich hungern muss, falls der Kuchen ungenießbar sein sollte.

 

Eure Kerstin

P.S.: Da ich schon immer zu den Strebern gehörte, wurden die Schokoladenreste von Weihnachten und Ostern kurzerhand zusammen mit den verschmähen Corn Flakes, weil Vollkorn und ohne Glasur und/oder Crunch, gleich noch zu selbst gemachten Schokoladenflakes aufgewertet. Wozu noch länger horten?

SchokoladenresteWenn die Küche schon mal ein Schlachtfeld ist, kommt es auch einen Topf mehr oder weniger auch nicht an. Nun läuft die Spülmaschine und ich lege die Füße hoch. Mal probieren. Auch lecker. Besser als das Original, zumindest, was den Geschmack angeht. Schokocrossies

 

Tatort des Monats Juni

Mit der schönen Jahreszeit werde ich immer auch gern zum Heimwerker. Obwohl, M. würde sagen, das hat mit der Jahreszeit bei mir nichts zu tun, sondern liegt an mir. Gut, das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls bin ich beim Durchforsten meiner Heimwerkerkiste auf zwei hübsche Fundsachen gestoßen.

Tatort: Keller2014_06

Tatbestand: Halb volle, fast leere Heimwerkerutensilien, bei denen ich zumindestens beim Tapetenkleister nicht mal mehr zuordnen kann, wann ich diesen gekauft, weil benötigt, habe. Muss ergo also schon recht lange – schätzungsweise voriges Jahrtausend – her sein. Gehört somit definitiv zu den Ladenhütern bei mir.

Tatortsäuberung: Als Nicht-Freund von fast leeren Ladenhütern schreite ich morgen direkt zur Tat und entsorge die Fundstücke am Wertstoffhof. Bin mal gespannt, in welche Tonne die Gegenstände gehören.