Tatort des Monats Mai

Nein, ich betreibe keinen nicht genehmigten Flughafen für kleine, grüne Männchen oder andere Hobbybastlerutopien, auch wenn der fotografisch festgehaltene Gegenstand dies vermuten lassen könnte.

Tatort: AbstellkammerFusselrasierer

Tatbestand: Extraterrestriales Flugobjekt…äh Fusselrasierer

Tatortsäuberung: Dass heutzutage jedes (technischen) Produkt einer geplanten Obsoleszenz unterliegt ist mir klar, dass diese aber auch bei Nicht-Nutzung greift, war mir neu. Es ist zum Verzweifeln, kaum liegt der durchaus praktische Fusselrasierer zwei Jahre in seiner Originalverpackung, schon funktioniert er nicht mehr. Denke, reparieren ist kontraproduktiv. Stattdessen greife ich ab sofort wieder zu Schere und Rasierklinge, um mich unerwünschter Fussel zu entledigen. Falls aber da draußen jemand sich findet, der eine zündende Idee hat, immer her damit.

Tatort des Monats März

Der März ist ja der Monat des Aufbruchs. Und jede „gute“ Hausfee weiß, dass der Frühjahrsputz unmittelbar damit verbunden ist. Und auch der letzte Mensch auf dieser Welt weiß, dass die meisten Unfälle im Haushalt passieren. Da bilde ich keine Ausnahme.

Tatort: Regal über dem Schreibtisch.Tonwek

Tatbestand: Mallorquinisches Tonwerk.

Tatortsäuberung: Das klingt jetzt vielleicht etwas drastisch, aber das handwerkliche Stück wurde tatsächlich entsorgt und nicht repariert. Erstens, weil ich es ursprünglich mal als Geschenk mitgebracht hatte und es nach dem Tod der Beschenkten wieder in meinen Besitz übergegangen ist, also so gesehen, gar nicht meins war/ist. Zweitens, weil ich mich erst um die Reparatur des Tisches, auf den das Andenken geknallt ist, kümmern muss (siehe Dellen auf dem Foto). Und drittens, weil ich ein weiteres, wenn auch nicht identisches Exemplar mit der gleichen Vorgeschichte besitze, welches nun besonders behutsam beim Abstauben behandelt werden wird.

Die zweite Chance

Wir alle haben hin und wieder eine zweite Chance verdient. Warum also nicht auch Kleidungsstücke? Bisweilen ist es uns vielleicht einfach nicht möglich, manche Sachen los zu lassen, obwohl sie uns nicht stehen, nicht passen oder zum Beispiel ein Loch haben. Das kann ganz verschiedene Gründe haben. In den meisten Fällen ist entweder der Geldwert eines Stückes oder es besitzt einen sentimentalen. Was für Möglichkeiten gibt es da?
Für mich kommen hier zwei in Betracht:

  1. Reparieren
  2. Umwandeln

Reparieren ist natürlich zum einen nur bedingt möglich, denn nicht alles lässt sich so ohne weiteres flicken. Ich besaß bis vor gar nicht allzu langer Zeit eine Seidenbluse, die ich sehr mochte. Eines Tages tat es beim Ausziehen einen lauten „ratsch“ (nein, ich habe nicht zugenommen, die Bluse hatte einfach schon ein paar Jahre auf dem Buckel  – nämlich meinem – und viele Wäschen hinter sich) und an der Ärmelnaht prangte ein langer Riss. Nun bin ich handwerklich nicht ganz ungeschickt und dachte: „Das nähst Du einfach wieder zusammen.“ Leider funktionierte es nicht, da der Riss so ungünstig verlief, dass ich dann meinen einen Arm nicht mehr hätte bewegen können, ohne weitere Schäden zu provozieren.

Was mir fehlte, war ein Stück Stoff, dass ich natürlich nicht hatte. „Also gut, dann eben Ärmel ab und als Nachtshirt nutzen“, war meine Idee. Gesagt, getan. Tja, angezogen habe ich es dann nicht wirklich, sondern mich jedes mal beim Blick in die Schublade geärgert, dass die schöne Bluse kaputt ist. Wir erinnern uns: Kleidung zweiter Klasse und Stil? Eben,+. Darum ist Downgrading keine Alternative. Für mich jedenfalls. Und wenn es ganz ungünstig läuft, dann geht es uns so, wie Roe Rainrunner in ihrem Beitrag „Textiles Recycling

Der andere Punkt, der Leser ahnt es schon, ist, dass man ein bisschen was vom Flicken verstehen sollte. Oder man kennt jemanden, der davon Ahnung hat. Das geht natürlich immer. Vielleicht belegt man auch einen Volkshochschulkurs. Ich weiß, jetzt kommt wieder der Einwand mit der Zeit. Aber wir werden später sehen, dass das so nicht stimmt.

Bleibt noch Umwandeln. Ich sage ganz bewusst nicht Recycling, da es sich hier ja eher um ein Downcycling handelt. Klingt aber nicht schön. Deswegen Umwandeln. Das ist vor allem für sentimentale Textilien eine Möglichkeit, diese nach wie vor um sich zu haben. Man kann natürlich aus einem Kleid einen Rock machen, auch aus einer Hose lässt sich ein Rock machen und aus einer Jacke eine Weste usw., aber nach meiner Erfahrung ist das Ergebnis eher wie bei meiner Bluse.

Eine Ausnahme habe ich trotzdem: In meinem Post „Lebensmuster“ habe ich aus einem aufgeribbelten Pulli eine Short gemacht. Die ziehe ich tatsächlich an. Letztes Jahr beim Baden meinte Cousin zu seiner Frau, sie solle sich auch so eine machen, früher hätte es auch schon solche gegeben. Gut, könnte jetzt auch ironisch gemeint sein. Ich weiß das manchmal nicht so genau.

Daher vielleicht doch lieber in etwas Anderes, Neues verwandeln. Hier ein paar Beispiele:
Eines meiner T-Shirt bzw. ein Teil davon ist nun ein Bild. Unschwer zu erkennen, warum ich es nicht weggeben konnte.

Bildershirt

Ein anderer Pulli wurde zur Tasche und begleitet mich jede Woche zum Einkaufen. Das Leder stammt im Übrigen von Resten aus der Automobilbranche.

Pullitasche

Und ein Vorhang wurde in einem Quilt – hauptsächlich auf der Rückseite zu sehen – verarbeitet. Ganz nebenbei: Kaputte Hemden eignen sich für Quilts, die gerade ja sehr in Mode sind, ungemein.

Quilt

Sicherlich fallen Euch noch ganz andere Sachen ein, oder?

Morgen, manch einer wartet schon darauf: Schuhe.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Tatort des Monats April

Auch hübsche Dinge verabschieden sich manchmal.

Tatort: Badezimmer, Schmuckdose.2015_04

Tatbestand: Kette.

Tatortsäuberung: Beim Putzen hängen geblieben. Teile abgerissen. Sieht auf den ersten Blick reparabel aus und/oder auch nicht wertvoll genug, um repariert zu werden. Ja, manche Dinge haben einen ungleich höheren sentimentalen Wert. Die Kette gehört nicht dazu. Auch wenn sie schön ist. Ursprünglich wollte ich ihr aber eine zweite Chance geben, habe dann aber irgendwo die Einzelteile verloren. Schade. Nun wird sie doch aussortiert.