Tatort des Monats Mai

Nein, ich betreibe keinen nicht genehmigten Flughafen für kleine, grüne Männchen oder andere Hobbybastlerutopien, auch wenn der fotografisch festgehaltene Gegenstand dies vermuten lassen könnte.

Tatort: AbstellkammerFusselrasierer

Tatbestand: Extraterrestriales Flugobjekt…äh Fusselrasierer

Tatortsäuberung: Dass heutzutage jedes (technischen) Produkt einer geplanten Obsoleszenz unterliegt ist mir klar, dass diese aber auch bei Nicht-Nutzung greift, war mir neu. Es ist zum Verzweifeln, kaum liegt der durchaus praktische Fusselrasierer zwei Jahre in seiner Originalverpackung, schon funktioniert er nicht mehr. Denke, reparieren ist kontraproduktiv. Stattdessen greife ich ab sofort wieder zu Schere und Rasierklinge, um mich unerwünschter Fussel zu entledigen. Falls aber da draußen jemand sich findet, der eine zündende Idee hat, immer her damit.

blankgeputzt und flottgemacht – die Reinigungsfrage

Was soll ich sagen? Der Neue war eine Niete. Zumindest im Bereich Geschirrspülmaschine.

Aber fangen wir von vorne an. Letztes Jahr hatte ich den Froschkönig vom Thron geschubst und durch den Neuen (hier der Link zum Post) ersetzt. Nach und nach wurden alle Reinigungs- und Putzaktivitäten übergeben. Das hat soweit ganz gut funktioniert – tut es auch noch. Nur bei der Geschirrspülmaschine wäre es fast in einem teuer zu stehen kommenden Desaster geendet.

Nach einigen Durchgängen zeigten sich auf meinem Geschirr, nicht alle Teile waren betroffen, aber immer so zwei bis drei, schwarz-graue Flecken, die sich so nicht einfach wieder zu entfernen ließen. Und dann wurde der Maschineninnenraum mit einmal ebenfalls schwarz, das Sieb in der Maschine völlig schmierig und siffig. Leicht gemüffelt hat es auch. Das mit dem Sieb konnte das Internet klären – ist wohl ein Schwachpunkt bei biologischen Geschirrspülmitteln im Allgemeinen. Die Flecken auf Geschirr und in der Maschine sind meinem Silberbesteck geschuldet, welches letztendlich total stumpf und dreckig-schwarz war.

Übeltäter gefunden und gleichzeitig in die Zwickmühle geraten: Silberbesteck weg und Edelstahl kaufen? Oder wieder auf Standard-Tabs umstellen? Tja, Letzteres ist es geworden. Das Silberbesteck birgt einfach zu viel Vergangenheit (Erbstücke haben das so an sich – hatte ich ja schon auch mal erwähnt) und die Sache mit dem schleimigen Sieb, das man alle paar Waschladungen separat säubern muss, hat es mir dann zusätzlich leichter gemacht.

Das Geschirr brauchte schließlich unzählige Durchgänge, um wieder ohne Flecken zu sein. Die Maschine wurde ebenfalls einige Male im Reinigungsprogramm betrieben, das Silberbesteck mit Alufolie und Salz gereinigt. Zum Glänzen gebracht kann ich leider nicht sagen, da ein paar Teile nach wie vor stumpf sind. Das schmerzt ein bisschen.

Als Ausgleich dafür, dass es in dem Bereich anscheinend (im Moment) nur mit Chemie geht, wird die Geschirrspülmaschine immer (noch) gnadenlos vollgepackt, um mit zwei bis drei Waschgängen pro Woche über die Runden zu kommen. Von Hand spülen, was mit biologischen Spülmitteln überhaupt kein Problem ist, kann nur bedingt eine Alternative sein, da dabei der Wasserverbrauch ungleich höher ist. Im Durchschnitt verbraucht man beim Spülen per Hand 50% mehr Wasser und 26% mehr Energie, aber eben weniger Chemie. Mein Autohändler sagt immer: „Einen Tod muss man sterben. Entweder rostige Bremsbelege (Wenigfahrer) oder abgefahrene Reifen (Vielfahrer).“ Ist ein ganz anderes Thema, aber das fiel mir dazu gerade ein – ist einfach zum Denken . Einen Ticken zu heiß derzeit. Was Not tut, ist ein reinigendes Gewitter. Gut, zurück zur Putzteufelin und ihrem Gefolge.

Mittlerweile gibt es in meinem Haushalt so eine Art Doppelspitze: Der König und sein Kronprinz. Man teilt sich das Wäschereich. Waschmittel ist von ecover, Wollwaschmittel und Weichspüler stellt der Frosch. Riecht einfach besser – der kleine Grüne. Alle anderen Sparten regiert der Neue recht erfolgreich, muss sich aber anstrengen, was die Putzabteilung betrifft. Eine hilfsbereite Freundin, die mir beim Umzug behilflich war, hat mir damals einen Biostein mitgebracht. Das ist eine nahezu steinharte Masse in einem Tiegel. Mit etwas Wasser und einem Scheuertuch lösen sich kleine Mengen und man kann letztendlich alle Flächen damit säubern. Toilette, Dusche, Wanne, Waschbecken, Spülbecken, Kacheln. Klappt wunderbar, ist ultraergiebig und entfernt nebenbei mühelos Kalkränder. Danke, Gabi. Ist eine super Sache.

Es wird also weiter kräftig an der Rangfolge gearbeitet.

Im Übrigen: Der Versuch, ohne Mülltüten auszukommen, wurde noch nicht unternommen. Einfach, weil im Restmüll nach wie vor zu viel klebrige und nasse Abfälle landen. Ich bringe etwa alle zwei Wochen eine Tüte Restmüll zur Tonne, was ca. 26 Plastiktüten pro Jahr macht. Nun habe ich sogenannte Ökomüllbeutel entdeckt. Diese sind zwar nicht biologisch abbaubar, dafür aber zu 95% aus Recyclingmaterial. Wenigstens etwas, so lange, bis ich den Müll trocken kriege.

Bevor ich mich um den Rest der Wohnung und was sonst noch auf der Nachbetrachtungsliste zu meinem Projekt steht kümmere, muss diese erst mal wieder flott gemacht werden. Also, die Wohnung. Trotz Hitze. Also, ran an den Putzlumpen. Und dann will ich mich mal ein, zwei anderen Aktivitäten widmen, um auch die Denkzentrale durchzupusten. Also dann, vor der action erst mal durchschnaufen und dann action!

Eure Kerstin

Die zweite Chance

Wir alle haben hin und wieder eine zweite Chance verdient. Warum also nicht auch Kleidungsstücke? Bisweilen ist es uns vielleicht einfach nicht möglich, manche Sachen los zu lassen, obwohl sie uns nicht stehen, nicht passen oder zum Beispiel ein Loch haben. Das kann ganz verschiedene Gründe haben. In den meisten Fällen ist entweder der Geldwert eines Stückes oder es besitzt einen sentimentalen. Was für Möglichkeiten gibt es da?
Für mich kommen hier zwei in Betracht:

  1. Reparieren
  2. Umwandeln

Reparieren ist natürlich zum einen nur bedingt möglich, denn nicht alles lässt sich so ohne weiteres flicken. Ich besaß bis vor gar nicht allzu langer Zeit eine Seidenbluse, die ich sehr mochte. Eines Tages tat es beim Ausziehen einen lauten „ratsch“ (nein, ich habe nicht zugenommen, die Bluse hatte einfach schon ein paar Jahre auf dem Buckel  – nämlich meinem – und viele Wäschen hinter sich) und an der Ärmelnaht prangte ein langer Riss. Nun bin ich handwerklich nicht ganz ungeschickt und dachte: „Das nähst Du einfach wieder zusammen.“ Leider funktionierte es nicht, da der Riss so ungünstig verlief, dass ich dann meinen einen Arm nicht mehr hätte bewegen können, ohne weitere Schäden zu provozieren.

Was mir fehlte, war ein Stück Stoff, dass ich natürlich nicht hatte. „Also gut, dann eben Ärmel ab und als Nachtshirt nutzen“, war meine Idee. Gesagt, getan. Tja, angezogen habe ich es dann nicht wirklich, sondern mich jedes mal beim Blick in die Schublade geärgert, dass die schöne Bluse kaputt ist. Wir erinnern uns: Kleidung zweiter Klasse und Stil? Eben,+. Darum ist Downgrading keine Alternative. Für mich jedenfalls. Und wenn es ganz ungünstig läuft, dann geht es uns so, wie Roe Rainrunner in ihrem Beitrag „Textiles Recycling

Der andere Punkt, der Leser ahnt es schon, ist, dass man ein bisschen was vom Flicken verstehen sollte. Oder man kennt jemanden, der davon Ahnung hat. Das geht natürlich immer. Vielleicht belegt man auch einen Volkshochschulkurs. Ich weiß, jetzt kommt wieder der Einwand mit der Zeit. Aber wir werden später sehen, dass das so nicht stimmt.

Bleibt noch Umwandeln. Ich sage ganz bewusst nicht Recycling, da es sich hier ja eher um ein Downcycling handelt. Klingt aber nicht schön. Deswegen Umwandeln. Das ist vor allem für sentimentale Textilien eine Möglichkeit, diese nach wie vor um sich zu haben. Man kann natürlich aus einem Kleid einen Rock machen, auch aus einer Hose lässt sich ein Rock machen und aus einer Jacke eine Weste usw., aber nach meiner Erfahrung ist das Ergebnis eher wie bei meiner Bluse.

Eine Ausnahme habe ich trotzdem: In meinem Post „Lebensmuster“ habe ich aus einem aufgeribbelten Pulli eine Short gemacht. Die ziehe ich tatsächlich an. Letztes Jahr beim Baden meinte Cousin zu seiner Frau, sie solle sich auch so eine machen, früher hätte es auch schon solche gegeben. Gut, könnte jetzt auch ironisch gemeint sein. Ich weiß das manchmal nicht so genau.

Daher vielleicht doch lieber in etwas Anderes, Neues verwandeln. Hier ein paar Beispiele:
Eines meiner T-Shirt bzw. ein Teil davon ist nun ein Bild. Unschwer zu erkennen, warum ich es nicht weggeben konnte.

Bildershirt

Ein anderer Pulli wurde zur Tasche und begleitet mich jede Woche zum Einkaufen. Das Leder stammt im Übrigen von Resten aus der Automobilbranche.

Pullitasche

Und ein Vorhang wurde in einem Quilt – hauptsächlich auf der Rückseite zu sehen – verarbeitet. Ganz nebenbei: Kaputte Hemden eignen sich für Quilts, die gerade ja sehr in Mode sind, ungemein.

Quilt

Sicherlich fallen Euch noch ganz andere Sachen ein, oder?

Morgen, manch einer wartet schon darauf: Schuhe.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Der untragbare Kleiderberg

Nachdem wir gestern erst für unseren Mount Kleidung ein Basislager (Anziehsachen) eingerichtet haben, geht es nun an das Abtragen des ganzen Unrates (Weg-damit-Stapel) und die Frage: Wie werde ich den untragbaren Berg los.

Dazu gibt es im Wesentlichen vier klassische Wege:

  1. Wegschmeißen
  2. Verkaufen
  3. Verschenken
  4. Spenden

Wegschmeißen sollte immer die letztmögliche Alternative sein und Dingen vorbehalten, die tatsächlich nicht mehr reparabel oder anderweitig einsetzbar sind. Das gilt für Kleidung ebenso wie für alle anderen Sachen.

Verkaufen ist immer gut und für die meisten wohl die naheliegendste Wahl. So wird man wenigstens für seine Mühe des Ausmistens belohnt und hat das Gefühl, dass man zumindest einen Teil der Anschaffungskosten wieder zurück bekommt. Ebay, Flohmarkt, Second-Hand Laden (solche, die in Zahlung nehmen gibt es leider nicht überall und manche sind auch recht wählerisch) sind alles gute Anlaufstellen. Das hängt ganz von den eigenen Vorlieben ab.

Wer ein schlechtes Gewissen bezüglich der Einnahmen hat, oder wem die Steuer im Nacken sitzt, kann ja alles/einen Teil spenden oder Freunde zum Essen einladen. Bitte nicht gleich wieder in den Erwerb von neuer Kleidung stecken. Wir wollen ja nachhaltig mehr Raum und dem Verzicht auf den Grund gehen. Von daher rate ich auch von Tauschbörsen ab. Das ist etwas für den Alltag, zu dem wir noch kommen.

Verschenken ist so eine Sache. Schals und Tücher sowie Taschen lassen sich gut verschenken. Ansonsten ist das natürlich stark von der Kleidergröße des Beschenkten und der eigenen abhängig. Vom Geschmack ganz zu schweigen. Am ehesten funktioniert das noch mit Kindersachen, die man an Verwandte und Freunde weitergeben kann.

Spenden an sich ist die nobelste Art. Vorausgesetzt, es kommt da an, wo es hin soll und geht wirklich an Bedürftige. Ich habe dazu Anfang 2015 dazu bereits etwas unter dem Titel „Die Kunst des Gebens“ geschrieben. Daneben lege ich allen Interessierten den Beitrag „Kleider Recycling“ von Arte X:enius wärmstens ans Herz. Und von da ist der Weg zum Umdenken vielleicht schon ein Stück kürzer geworden. Wer weiß.

Neben den vier hier beschriebenen Wegen des Loslassens, gibt es natürlich noch die Möglichkeit, den untragbaren Stücken eine andere Verwendung zukommen zu lassen. Was geht? Das wollen wir morgen uns mal anschauen.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Tatort des Monats Juni

Und noch ein Monat, in dem ich eine größere Fundstelle gesäubert habe. Diesmal im technischen Bereich

Tatort: Keller.

Tatbestand: Stellvertretend ist hier ein PDA abgebildet. Du liebe Zeit, wer hat so was heutzutage eigentlich noch? Einen persönlichen digitalen Assistenten. Klingt im Grunde doch recht futuristisch und ziemlich schlau, ist aber von den Smartphones abgelöst worden. Wobei ich mich immer frage, was an denen so smart bzw. schlau ist. Aber das ist ein anderes Thema.Palm Pilot

Tatortsäuberung: Mit dem Palm Pilot in die elektronische Wiederaufbereitung sind gewandert:

Ein Drucker. Da immerzu die Patronen eingetrocknet sind und ich ständig für zwei Blätter dann neue Patronen kaufen musste, ein teures Vergnügen.

Ein Scanner. Da zu umständlich. In den heutigen Zeiten fotografiert man die Sachen einfach ab. Geht schneller. Mit dem Smartphone. Nicht mit dem PDA, denn das kann der persönliche Assistent auch nicht.

Ein ISDN-Telefon. Wahnsinn, das hat mal 333,00 Deutsche Mark gekostet. Den Karton besitze ich nämlich auch noch. Keine DM mehr, kein ISDN mehr.

Also alles weg. Zum Werststoffhof. Nun geht es mir besser. Wieder etwas weniger Technik im Haus.

Tatort des Monats Februar

Doppeltatort – sozusagen.

Tatort: Küche.2015_02

Tatbestand: Gläser.

Tatortsäuberung:

Glas 1 (ohne Aufdruck): Da ich es satt hatte, auf den Bruch des letzten Glases aus der Serie zu warten und es aufgrund „Blindheit“ eh nicht mehr zu den ansehnlichen Kollegen im Schrank passte, wurde es nun der Wiederverwertung zugeführt.

Glas 2 (Fußballer/Torwart auf Nuss-Nougat-Glas): Tja, ich fast geneigt zu sagen „ohne Worte“, aber ich habe lange nach einer Alternativfunktion für dieses Glas gesucht. Stifteköcher, Krims-Krams-Sammelbehälter, Schlüsselglas, Pinselbecher usw. Leider passte es einfach zu nichts und/oder zu mir. Also leistet es dem anderen Glas im Glascontainer Gesellschaft.

Tatort des Monats Dezember

Nein, es ist nicht beim Plätzchenbacken – wie man zu dieser Jahreszeit vermuten möchte – passiert, sondern ganz ordinär beim Ei-zu-Rührei-Verrühren.2014_12

Tatort: Küche.

Tatbestand: Stylischer Billigschneebesen aus dem Möbelhaus.

Tatortsäuberung: Tja, damit ist eigentlich schon alles gesagt: Wer im Möbelhaus Schneebesen anstatt Möbel kauft, der ist halt selber Schuld. Konzeption des Schneebesens war eigentlich überzeugend. Außen konventioneller Schneebesen, der innen einen kleinen geflochtenen Ball hat, in dem sich eine Kugel befindet. Soll für besonders viel Luft und Fluffigkeit sorgen. Leider ist der Kugelkäfig zu lasch und die Kugel schon des Öfteren aus ihrem Gefängnis entwichen. Wenn das aber beim morgendlichen Eierrühren passiert und besagte Kugel einem auf den Zeh donnert, dann ist Schluß mit Lustig und endet auf dem Werkstoffhof. Soll doch jemand bitte was Anständiges aus dem Billigding machen. Greife jetzt wieder zum Erbstück – ist fluffig genug und schmeckt genauso.