Tag 10: Das Geheimnis der Königin

Tag 10Hm, das ist ja eher eine dehnbare Frage und stark an Alter und Zeitpunkt gebunden. Nehmen wir nur mal die Sache mit dem Traumprinzen:

Als Kind wäre so kurz vor Weihnachten sicherlich das wichtigste Thema, ob das Christkind das Prinzessinnenschloß, das man sich wünscht, tragen kann und ob da noch Platz für den Prinzen und sein Pferd ist.

Als Jugendliche dann die Frage: Wird mich der Prinz noch vor Weihnachten küssen? Nimmt er mich mal mit auf seinem Pferd?

Als Erwachsene klingt das dann schon anders: Kann der Prinz noch was anderes außer Küssen? Und mit seinem Pferd verbringt er mehr Zeit als mit mir. Vom Unterhalt ganz zu schweigen.

Und heute: Prinzen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren und mit so ’nem Pferd brauch da keiner bei mir auftauchen.

Genau so ist das und daher kann ich hier und jetzt auch nur mit der Frage dienen, die mich regelmäßig um den Schlaf bringt: Ist das noch eine späte postnatale Depression, ein drohender Burn out, schon die Wechseljahre oder einfach nur die gute alte Midlife Crisis? Oder warum bin ich so unzufrieden mit meinem Leben?

Ich gebe zu, das sind alles schöne Begriffe, mit denen man in der Gesellschaft fleißig Punkte sammeln kann. Aber wenn man so mitten drin steckt, dann ist es nicht lustig und laugt einen gedanklich ziemlich aus. Mitunter auch körperlich.

Und wenn der Prinz jetzt da wäre, würde er bestimmt fragen, ob ich meine Tage kriege/habe oder hatte und dann mit seinem Pferd in den Sonnenuntergang reiten. Genau so ist das und daher kann ich allen Prinzessinnen jetzt und hier nur den Rat geben: Hinfallen, Aufstehen, Krone richten, Weiterlaufen! Genau so macht es die Königin.

Na, dann bis morgen, Kerstin