Sieben auf einen Streich – „Eine Frage der Zeit“ von Alex Capus

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Ein Glückfund, per Zufall. Gebraucht in einer Flohmarktbücherhandlung im bayerischen Alpenvorland gefunden und erworben. Und die Nominierung eigentlich eher eine Impulshandlung, da ich mich beim besten Willen nicht für ein letztes Buch aus meinem bestehenden Fundus entscheiden konnte.

Von Alex Capus hatte ich schon „Reisen im Licht der Sterne“ gelesen, in dem Legende und Wahrheit um den Autor „Die Schatzinsel“ miteinander verschmelzen. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass auch „Eine Frage der Zeit“ stark an reale Ereignisse geknüpft ist. Nachgeprüft habe ich es nicht. Zu verlockend die Vorstellung, dass die Geschehnisse der Wirklichkeit zumindest entlehnt sind.

Stattdessen habe ich mich der kurzweiligen Geschichte dreier norddeutscher Werftarbeiter erfreut, die im Auftrag von Kaiser Wilhelm ein Schiff, zerlegt in seine Einzelteile, an den Tanganikasee in Afrika bringen, um es dort wieder zusammen zu bauen. Das Ganze doch ein etwas absonderliches Unternehmen und vielleicht sogar eine Blüte des Kolonialismus, wenn man so will. Doch dann bricht der Erste Weltkrieg aus und es entwickelt sich eine groteske Geschichte um die Sinnhaftigkeit des Krieges, den keiner will, aber alle führen müssen. Fernab vom eigentlichen Kriegsschauplatz und vor der Kulisse des tropischen Sees.

Die Charaktere sind grandios bildlich, mit all ihren Nuancen und Facetten und man ist sogleich selbst Gefangener zwischen den Ereignissen und Völkern.

„Ich bilde mir doch nicht ein, dass ich hier meinen Kasperltheater den Krieg entscheide. Während in den Schützengräben und Granattrichtern an der Marne Hunderttausende junger Männer verrecken, tuckern wir über den See wie Vergnügungsreisende und spielen Verstecken mit den belgischen Kasperlebooten.“

Damit wäre nun die Herausforderung „Sieben Bücher in sieben Tagen“ geschafft, alle Einzelteile an ihrem Platz, doch in der Summe fehlt natürlich der Abschluss. Und anders als die Helden in „Eine Frage der Zeit“ ist mir da hoffentlich das Glück etwas holder gesonnen.

Also dann, bis morgen.

Was von der zehnten Rauhnacht (3. Januar) übrigbleibt – Oktober 2017

Das Motto der zehnten Rauhnacht und somit des Monats Oktober ist Ernte. Es geht darum, zu sehen, was man erreicht, was sich erfüllt hat, auf das bisherige Jahr zurück zu schauen, aber auch zu prüfen, was man für das Kommende beiseitelegen kann.

In Bezug auf den Rückblick kann ich sagen, dass ich selten Jahre wie dieses mit so vielen Wendungen, Hochs und Tiefs, Unvorhergesehenem und nicht zu vergessen glücklichen Momenten erlebt habe. Und ich bin nun schon bald ein halbes Jahrhundert auf zwei Beinen unterwegs.

Diese, also die Beine, wurden leider für meine Begriffe im Oktober auch etwas zu sehr geschont. Ein bisschen mehr Bewegung und das nicht unbedingt nur in luftiger Höhe würden Ihnen und mir guttun, aber wenn man innehält, um Bilanz zu ziehen, fällt es mitunter schwer, gleichzeitig den Weg, der sich vor einem entfaltet, ohne Stolpern zu bewältigen.

Die sich hinziehende, ganz reale, Erkältung hatte insofern auch etwas Gutes: Kein Stolpern. Dafür Zeit, den eigenen Gedanken nachzuhängen. Hier lassen sich also auch die „Samen“ für das Neue finden.

Vom eigenen Körper zum Verweilen so gesehen gezwungen, entwickeln sich aus der scheinbaren Langeweile, Ideen und Pläne: ‚Der Keller muss, bevor er zum Monster wird, endlich entrümpelt werden. Schließlich kann nur dann aus allem etwas werden, wenn das Fundament stimmt. Ein unaufgeräumter, vollgestellter Keller ist da absolut kontraproduktiv.‘ Ich denke, damit werde ich eine Weile beschäftigt sein. Die erste Hürde, sich in die tageslichtfernen Katakomben vor zu wagen, ist genommen. Und wie wir alle wissen, ist der erste Schritt immer der schwerste.

Was ich aus den bisherigen Rauhnächten und den vergangenen Monaten mitgenommen habe, ist, dass sich die Tarotkarte vom 3. Januar mit ihrer Botschaft genau an der richtigen Stelle platziert hat: „Die größte Stärke des Menschen ist seine Hoffnung. Vertraue in Deine Zukunft.“ Wer, und da zähle ich mich auch dazu, nicht jede Karte bis in Detail kennt, es war/ist der Stern. Und das ist doch eigentlich ein ganz wundervoller Gedanke, dass trotz allem, immer ein Licht den Weg beleuchtet, über den wir manchmal stolpern und manchmal schon fast zu fliegen scheinen.

2017_10

Der November ist noch ganz frisch und zeigt sich heute von der stillen Seite. Er bietet auch die Chance, nach der Ernte Ruhe einkehren zu lassen. Ich bin gespannt.

 

 

Eure Kerstin

Wahre Schönheit kommt von innen

Sicherlich lässt sich über das Kapitel Hygiene und Schönheit noch so einiges mehr sagen. Wir, vor allem Frauen, investieren gern auch mal ein paar Extra-Cent in das eine oder andere vielversprechende Schönheitsmittelchen. Der schöne Schein lockt und weckt Begehrlichkeiten. Nur allzu gern glauben wir den Versprechen und misstrauen der eigenen, inneren Schönheit.

Wir wollen gepflegt, jugendlich, sauber und frisch sein. Feminin oder besonders männlich. In jedem Fall begehrenswert. Und neben der Werbung üben hier die Bilder und Berichte von Stars und Sternchen einen ganz erheblichen Einfluss auf unser Kaufverhalten aus. Umso mehr, je jünger die Zielgruppe ist. Unser Selbstbild ist stark davon beeinflusst, was andere von uns denken. In gewisser Weise sind wir abhängig. Dessen muss man sich bewusst sein.

Verzicht kostet Selbstvertrauen: Beim Thema Kosmetik, vor allem bei der Dekorativen, befindet man sich da noch in einer Abseitsposition. Keine der großen Marken verfügt bis dato über eine Bio-Sparte oder wirbt mit der entsprechenden Nachhaltigkeit. Und die ausgewiesenen Naturkosmetikmarken fristen ein leicht angestaubtes Dasein – ich denke da beispielsweise an Kneipp – und befinden sich in den Drogeriemärkten (noch) in der zweiten Reihe, weit weg von den Laufwegen der Kunden.

Verzicht kostet Mühe: Sich mit den Inhaltsstoffen beschäftigen und nach entsprechenden Produkten suchen, bedeutet Probieren, Verwerfen und Nicht-Aufgeben. Hilfreich ist in dem Zusammenhang die App Codecheck. So konnte ich zum Beispiel feststellen, dass ein Duschgel, welches ich noch aufbrauchen wollte, mit Hormonen versetzt ist. Was das bringen soll, ist mir ein Rätsel. Nun wird es aussortiert, halb voll oder nicht, das braucht kein Mensch. Vielen Dank an goldenesnix in dem Zusammenhang für den Hinweis mit der App. Im Übrigen ist diese für fast alle Bereiche einsetzbar.

Preislich lässt sich bei den Bio-Produkten kein großer Unterschied zu den konventionellen Marken feststellen, was ich sehr positiv finde. Es gibt günstige Drogeriemarken, die bei Ökotest mit „sehr gut“ abgeschnitten haben. So muss man sich nicht entscheiden, ob man seinem Gewissen oder dem Geldbeutel nachgibt.

Verzicht braucht einen Plan und ein Ziel: Vom Minimalismus bin ich noch sehr, sehr weit weg, um einschlägige Erfahrungen vorweisen zu können. Liegt sicherlich daran, dass mein Schönheitssalon größtenteils im Moment eher einem Versuchslabor gleicht, weil ich noch viele Dinge teste.

Labor

Aber der Entschluss steht fest. Der Weg dahin dauert manchmal ein paar Monate, vielleicht auch ein Jahr und ist genauso wichtig wie das Ergebnis. Man lernt sich und seine Bedürfnisse kennen und trifft dann Entscheidungen, die Bestand haben und nicht bei der nächstbesten Gelegenheit wieder über Bord geworfen werden. Denn da befinden sich schon mehr menschengemachte Hinterlassenschaften als unser Planet tragen kann. Wichtig ist, die Wa(h)re Schönheit kommt von innen und beginnt im Kopf.

Vor dem nächsten Kapitel muss ich erst mal mein Defizit an Schönheitsschlafzeit aufholen. Gestärkt geht es mit dem Part Lebensmittel in ein bis zwei Tagen weiter.

Also dann, vor der action erst mal Pause!
Eure Kerstin

Tag 30: Fünf-Wochen-(Urlaubs)plan

Tag 30Kaum zu glauben, es ist tatsächlich vollbracht. Also, heute noch. Dann ist das Projekt 30 Tage Schreiben fertig. Fühlt sich komisch an. Aber komisch gut. Und hier mein Fünf-Wochen-Plan:

Woche 1:
Essen (Gans, Ente, Fondue, Plätzchen, Stollen – alles, was Weihnachten so hergibt) und nichts tun (geht mit dem vollgefressen Wanst ja dann auch gar nicht). Vor allem kein Internet. Ich muss dringend meinen häuslichen Pflichten nachkommen, die sich während der letzten dreißig Tage in katastrophale Zustände verwandelt haben.

Woche 2:
Essen (Raclette, Fondue, Schmalzgebäck- alles, was Silvester so hergibt) und nichts tun (geht mit dem noch vollgefresseneren Wanst auch gar nicht). Vor allem kein Internet. Allerdings muss ich mein Tatortaktivitäten wieder aufnehmen, da auch diese während der letzten dreißig Tage sträflich vernachlässigt wurden. Ansonsten lautet der feste Vorsatz, mir keine guten Vorsätze vorzunehmen. Vor allem keine Schreibprojekte, die eine tägliche Abgabefrist haben.

Woche 3:
Ab sofort ist Schluss mit Essen und dem Nichtstun. Bleibt mir auch gar nichts anderes übrig, da Kühlschrank leer und Waage am Anschlag. Wobei: Eine weitere Woche ohne Internet und Schreiben kann nicht schaden. Mal sehen, ob ich noch immer unter Nachwehen in Bezug auf das aktuelle Projekt leide.

Woche 4:
Ich glaube, ich lege eine Überraschungswoche ein, lasse einfach alles auf mich zukommen und sehe, was passiert.

Woche 5
Nicht verzweifeln, dass schon wieder der erste Monat des neuen Jahres vorbei ist. Nicht grämen, dass nach Abzug aller Versicherungsprämien Ebbe auf dem Konto herrscht. Nicht künstlich aufregen, wenn das bevorstehende Zwischenzeugnis des jugendlichen Mitbewohners mal wieder viel Nachsicht und Wohlwollen verlangt. Statt dessen einfach freuen – da werde ich schon was finden, hoffentlich – und einen Tag Erholung einplanen. Sauna. Massage. Oder einfach raus in die Natur. Der Frühling fühlt sich schon ganz nah an.

Klingt schon fast wie Urlaub. Schön. Ich freu mich drauf.

 

Na, dann bis irgendwann, Kerstin

Tag 25: Vorbereitung ist (fast) alles

Tag 25Um für das Projekt „Aussteigen“ gerüstet zu sein, bedarf es ja neben dem Ausrüstungsequipment eigentlich nur zwei weitere Voraussetzungen: Finanzielle Mittel und körperliche Fitness.

Punkt eins lässt sich durch konsequentes und rigoroses Sparen erreichen. Oder einen Lottogewinn. Beides gehört nicht zu meinen herausragenden Eigenschaften. Hier ist also noch etwas Disziplin gefragt. Vielleicht fange ich einfach mal damit an, mir einen Lottoschein zu besorgen. Ausfüllen und Abgeben nicht vergessen. Ich weiß. Das Glück ist mit den Mutigen. Einen Plan B kann ich mir dann immer noch überlegen. Zum Beispiel könnte ich ja meinen Chef auf Knien und unter Tränen um eine Gehaltserhöhung anflehen. Aber das wäre dann wohl eher schon Plan C oder D.

Punkt zwei bedeutet regelmäßige Bewegung. Ich fahre tagtäglich mit dem Rad zur Arbeit und jogge einmal die Woche. Alles andere gehört in die Kategorie Beschäftigung auf Teilzeitbasis. Das muss reichen. Einfluss auf die Gesundheit im Allgemeinen hat man eh nicht. Da kann ich dann nur hoffen, dass mein Genmix meinem Vorhaben zugute kommt. Insofern verfolge ich die Strategie „training on the job“. Frei nach dem Motto: Fit wird man automatisch, wenn man einen 15-20kg Rucksack zehn Stunden am Tag über Stock und Stein schleppt. Das hat auch ganz gut bei meiner Alpenüberquerung funktioniert. Der Rucksack war zwar deutlich leichter, dafür waren die Höhenmeter extremer bzw. der Weg anspruchsvoller.

Noch ein Nachtrag zur Equipment: Ich habe fest gestellt, dass man noch so viel Energie und Überlegungen in die Auswahl der richtigen Ausrüstung stecken kann, am Ende bzw. meist bereits nach 2 Tagen stellt man fest, dass manches Teil eine völlige Fehlplanung ist während man irgendeine Sache völlig übersehen hat. Von daher sollte ich Punkt eins definitiv nochmals genauerer Betrachtung unterziehen und ab sofort Rücklagen bilden. Ein Punkt für die guten Vorsätze im neuen Jahr. Denn wie so oft im Leben, heisst es auch hier: Vorbereitung ist schließlich (fast) alles.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin

Tag 23: Masterplan

Tag 23Ein sogenannter Masterplan ist eigentlich schon fertig. In etwa 2008 habe ich als Geschenk von einem Kunden ein personalisiertes Notizbuch mit dem Titel „Drehbuch des Erfolges – Ideen, Gedanken, Strategien“ erhalten. Ein Wälzer mit ca. fünfhundert unbeschriebenen Seiten. Dieser lag lange Zeit ungenutzt in meinem Schrank. Bis zu dem Tag, an dem ich den Bericht über den Appalachian Trail sah und dann den Entschluss fasste, diesen selbst einmal zu wandern.

Seitdem füllt sich das Buch zusehends. Neben meinen Gedanken finden sich dort auch solche, die mir beim Lesen diverser Reiseberichte in den Sinn gekommen sind. Dann sind da ein paar Listen Ausrüstungstipps aus verschiedenen Überlebensbüchern, Zeichnungen mit Knoten und Anleitungen zur Wassergewinnung. Auch wie man Pflanzen auf Essbarkeit testet habe ich vermerkt. Vorbereitungstipps und Denkzettel, welche Bücher ich mir bei Gelegenheit noch zu Gemüte führen sollte.

Ich kenne mittlerweile so ziemlich alle Bücher, die über den Trail verfasst wurden. Manchmal allerdings denke ich, dass ich dadurch den Weg schon fast kenne. Und dann hoffe ich natürlich, dass ich es noch genießen kann und nicht immer an Stellen aus Berichten denken muss, wenn ich unterwegs bin. Wobei, es ist ja noch etwas hin. Die Chancen, dass bis dahin mein Erinnerungsvermögen nicht mehr so frisch ist wie heute, stehen ganz gut.

Experimente mit Packlisten in Excel-Form sind auch schon erfolgt. Eine wurde während meiner Tour durch die Alpen und auch auf dem Meraner Höhenweg getestet und für gut befunden.

Was noch fehlt ist eine längere Tour mit Zelt und Kocher. Der Verkäufer aus dem Outdoorladen kennt mich schon und von daher fühle ich mich in ganz guten Händen, wenn es um die Auswahl der letzten Ausrüstungsgegenstände geht. Etwas, was ich von meinem Bankberater nicht unbedingt behaupten kann. Der wechselt irgendwie öfter als ich es schaffe, tatsächlich in der Filiale zu erscheinen. Gut, bei meinen geringen Spareinlagen lohnt sich wahrscheinlich keine groß angelegte Betreuung. Hier muss an dem Finanzierungsplan also noch etwas nachgebessert werden.

Bleibt am Ende noch die Trennung von all den Dingen, die einen mit aller Macht an die Sesshaftigkeit fesseln. Aber wenn der Papst nur einen Koffer bei seiner Ankunft in Rom hatte, dann schaffe ich das auch. Ist auch nicht so schwer. Zwei Koffer waren auch mein Hab und Gut, mit dem ich mal ausgewandert. Zweimal sogar. Vielleicht muss ich dann lediglich bei meinem Tatort-Projekt „Wie man sich mehr Raum verschafft“ etwas schneller und großzügiger vorgehen.

So gesehen bin ich eigentlich schon recht weit. Den Wunsch also nochmals zu beschreiben, bringt dahingehend weder mir noch den Lesern hier etwas. Wenn jemand aber noch Fragen hat, wie genau ich mir das vorstelle, dann gerne melden.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin