Rapunzel, lass Dein Haar herunter

Haare wie Rapunzel wünscht sich höchstwahrscheinlich niemand unter uns. Aber „Ich hab‘ die Haare schön“, das beschreibt doch durchaus den erstrebten Idealzustand. Und was für die Haut recht ist, kann für die Haare nur billig sein: Zuviel waschen ist also auch hier kontraproduktiv.

Wie sagte Nina bei meinem Besuch bei Naturfrisur: „Die Haare sind unser körpereigenes Kaschmir“. Schön hört sich das an. Nun bürste ich also fleißig jeden Abend. Das entspannt ungemein und entgegen der langläufigen Meinung, fetten die Haare nicht schneller. Ich würde sogar so weit gehen und das glatte Gegenteil behaupten.

Mittlerweile wasche ich meine Haare auch nur noch zweimal in der Woche. Das hat nicht von Anfang an funktioniert. Bis vor ein paar Jahren gehörte das noch zur täglichen Routine, die ich dann nach und nach aufgebrochen habe.

Für die Haarwäsche selbst verwende ich nur Shampoo ohne Zusatzstoffe, Silikone usw. und experimentiere derzeit mit einer speziellen Haarseife von Lush, die ich bis jetzt wirklich toll finde. Schöner Nebeneffekt: Es riecht lecker im Bad und im Urlaub wäre es quasi zwei in einem. Finde ich vom Ansatz her klasse.

Haarpflege

Wenn doch mal eine Spülung Not tut, kann man einen Teil Apfelessig und fünf Teile Wasser mischen und verwenden. Störrische Haare lassen sich auch gut mit Haaröl bändigen, das man in die Spitzen einmassiert.

Ansonsten, warum nicht öfter mal einen Friseurbesuch zum guten, alten Waschen-und-Legen einplanen? Fast jeder empfindet das Waschen und Massieren der Kopfhaut als äußerst angenehm. Also ruhig mal gönnen. Wussten schon unsere Großeltern. Immer dran denken: Erlebnisgüter machen glücklicher als materielle. Kann man auch in meinem Beitrag „Wieder was dazu gelernt“ nachlesen.

Zum Schluss noch ein Satz zum Föhnen: Kalt föhnen stresst nicht die Haare, sondern nur mich, da es sehr viel länger dauert. Ist aber auch von der Länge und Dichte der Haare abhängig. Noch schöner ist natürlich an der Luft trocknen lassen.
Weiter geht es mit Cremes und Deo.

Also dann, action!
Eure Kerstin 

Zeigt her Eure Füße, zeigt her Eure Schuh

In meinem Post „Aller Anfang ist schwer“ hatte ich ja schon angekündigt, dass ich Schuhen einen extra Platz einräumen wollte.

Nun, Schuhe, vor allem für Frauen, sind ja oft ein sensibles Thema. Wobei, mein Ex zum Beispiel hatte neben mehr Schuhen auch mehr Kleidungsstücke als ich. Männer können also auch bei Schuhen schwach werden. Aber gut, das gehört nicht hierher. Das mit dem Ex. Das mit den Schuhen schon.

Wusstet Ihr schon, dass man/frau bereits nach wenigen Sekunden eine Beziehung zu Dingen aufbaut und diese einem sogleich vertrauter als etwas Neues sind. So waren Versuchspersonen in Experimenten zum Beispiel nicht bereit, einen Gegenstand, den sie erhalten hatten gegen einen gleichwertigen einzutauschen. Ich glaube, auf Schuhe trifft das ganz besonders zu.

Die Herausforderung bei Schuhen ist, dass sie nicht nur besonders schön sind, sondern es auch so, so viele davon gibt. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass eine Reduzierung der Fußschmeichler je nach Lebenswandel (Beruf/Freizeit) mitunter nicht so ganz einfach ist. Turnschuhe können Menschen mit Anzugträgerjobs eben (fast) nur solche Persönlichkeiten wie Joschka Fischer mit seinen weißen Leisetretern überzeugend präsentieren.

Ich gehöre, wie schon mal in meinem Beitrag „These boots are made for walking“ erwähnt, zu den Wesen, die gern unterschiedliche Fußschmeichler ihr eigen nennen. Hinzu kommt, dass ich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit nur mit einer Auswahl an Flachtretern und Sneakers nicht weit komme. Also symbolisch gesprochen. Zudem ist es auch viel gesunder, jeden Tag andere Schmuckstücke zu tragen – sagt man. Und ich weiß das auch.
Für Schuhe gibt es bei mir daher folgende Kategorien:

  1. Rock- bzw. Kleider
  2. Anzug
  3. Jeans/Shorts
  4. Sport

Ich denke, das muss nicht groß erklärt werden, denn Business Hosen verlangen andere Fußbekleidung als Jeans. Und zum Rock gehört eigentlich immer was mit Absatz. So in etwa zumindest. Pro Kategorie kommen dann wieder die unterschiedlichen Jahreszeiten hinzu, wobei es bei Schuhen auch so etwas wie Übergangsüberzieher gibt – kalkulieren wir also mal mit drei.

Und zum Schluss natürlich die verschiedenen Farben. Zu einer blauen Hose kann man keine schwarzen Schuhe anziehen. Allenfalls und in der Not vielleicht grau, aber dann ist Schluss. Und zu einem weißen Rock müssen auch helle oder bunte (je nach Saison) Heels oder Stiefel her. Neben den Basisfarben schwarz, braun und blau braucht es also noch mindestens weiß und rot. Macht grob überschlagen fünf Farben mal drei Jahreszeiten mal drei (Sport lassen wir hier mal weg) Kategorien. Summa summarum: 45 Paare! Gut, das ist jetzt wieder so ein bisschen eine Milchmädchenrechnung, aber es geht ja nur um die grobe Darstellung. Ihr seht, da kommt ganz schön was zusammen.

Was also tun? Schuhe müssen in erster Linie passen. Und zwar so richtig und nicht nur so na-ja-geht-schon-irgendwie. Sowohl von der Passform als auch vom Stil her. Die schönsten Pumps werden im Schrank stehen bleiben, wenn frau damit nicht laufen kann, weil diese an Zehen und Fersen drücken. Ruhig im Geschäft längere Zeit Probe laufen. Im Zweifelsfall nicht kaufen. Zurückgeben von getragenen Schuhen ist in den seltensten Fällen möglich. Schade um das Geld und die Schuhe. Und auch die Füße, wenn man krampfhaft versucht, doch noch miteinander warm zu werden.

Der zweite Punkt ist Qualität. Da freuen sich Eure Füße und auf lange Sicht auch Euer Geldbeutel. Ich würde immer ein „richtiges“ Schuhgeschäft wählen. Ich halte in dem Fall weder etwas von Internetshopping noch von Discountern oder gar schlimmer. Schuhverkäufer sind nicht alle so wie Al Bundy. Also lohnt es sich, sofern man noch keines hat, ein Stammgeschäft zu suchen. Das Verkaufspersonal kennt einen irgendwann – je nach Größe des Geschäftes – und weiß, was man mag und berät kompetent.

Stichwort Geld: Ja, Qualität kostet. Zahlt sich aber auch aus. Die Schuhe halten nämlich länger. Sowohl die Passform als auch das Material sind deutlich widerstandsfähiger. Bestimmt hat jeder schon mal Billigsandalen aus dem Discounter mitgenommen und nach gefühlten zwei Mal Tragen hat sich die Sohle still und leise gelöst. Genau. Schade um das Geld und die Schuhe. Für die Füße ist die Chemie, die in solchen Massenwaren verarbeitet wird, sicherlich auch nicht ganz ohne. Also: Lieber etwas mehr ausgeben und sich lange freuen.

Aufgrund des Nachhaltigkeitsmonats bin ich meinem Fundus durchgegangen, um zu sehen, wie so die Haltbarkeitsdaten sind. Mein ältestes Paar ist mittlerweile 17 Jahre alt und mit der Zeitspanne bis zu zehn Jahren besitze ich 16 weitere. Pflege, dazu gehört auch Schuhe putzen, zahlt sich also aus.

Schuhe

Apropos lange freuen: Sie sterben zwar aus, aber vereinzelt gibt es sie noch: Schuster. Auch hier meine ich den echten Schuster und nicht den Mister, der im Supermarkt im Untergeschoss Schuhreparatur, Schlüsselservice und sonst was anbietet. Schuster dauert länger, kostet mehr, hält aber dann auch länger. Ergo: Kostet nicht mehr.

Noch ein Wort zum Material: Ich weiß, Leder ist eine menschliche und ökologische Katastrophe. Ich kann es natürlich nicht wirklich überprüfen, ob der billige Schuh nicht von den gleichen (Kinder)-händen gefertigt wurde wie der teure, aber in dem Fall ist Qualität das Schlagwort, wenn man denn nicht ohne kann. Es gibt allerdings inzwischen auch viele Labels, die nachhaltige Schuhherstellung betreiben. Einfach mal online nachschlagen. Und dann lokal kaufen. Vielleicht werdet Ihr fündig und entdeckt Euer neues Lieblingspaar.

Nachdem nun im Schuh- und Kleiderschrank Platz und Ordnung herrscht, geht es an die Kür.

Also dann, action!
Eure Kerstin