auf halber Strecke – Episode 3

PendelzugNeulich auf halber Strecke, der offizielle Frühlingsanfang ist schon ein paar Tage her, aber draußen wütet ein Schneesturm allererster Güte, während die S-Bahn mich in Richtung Innenstadt bringt.

In meiner Nähe sitzen ein Mann und eine Frau, ganz offensichtlich Bekannte, vielleicht auch nur Pendelkollegen, zumindest aber soweit miteinander bekannt, dass sie sich über ihre Urlaubspläne austauschen. Beim Blick nach draußen eigentlich keine schlechte Idee.

Es geht um ein Ziel in Griechenland, eventuell auch Kroatien und um die An- beziehungsweise Abreise. Elendige Kilometer bei sommerlichen Temperaturen kommen mir in den Sinn. Und doch sehe ich gleichzeitig das azurblaue Wasser, welches sich in der seichten Brise kräuselt. Vor meinen Augen bleiche Felsen und bunte Boote, die auf den Wellen schaukeln. Mediterrane Bauten, die in friedlicher Ruhe in der Sonne liegen. Warme Luft streicht über die Landschaft. Herrlich.

Die Gedanken an den Sommer tun gut. Dieser Winter scheint so gar nicht dem Frühling Platz machen zu wollen. Und das so kurz vor Ostern. Ostern? Oh, da steht ja bei mir selbst ein kurzes Intermezzo an. Lediglich das Ziel ist noch undefiniert. Dabei hatten der Mann an meiner Seite und ich schon diverse Ideen, in vorderster Reihe ein klassischer Städtetrip. Hamburg und Berlin standen schon zur Diskussion. In Barcelona waren wir sogar schon virtuell per Mausklick, die Realität allerdings bleibt wohl vorerst aufgrund der Budgetvorgaben verwehrt. Eigentlich schade. Wohin also nun?

Und so sitze ich hier, lausche den ganz praktischen Urlaubstipps derjenigen, die schon feste Ziele haben. Bei den dabei immer wieder auftauchenden Punkten in Bezug auf Strategien zur Vermeidung von Staus und anderen Engstellen, komme ich zu dem Schluss, dass eigentlich eine Bahnreise nicht schlecht wäre. Trotz meiner getrübten Sicht als Pendler auf die Fähigkeiten der Deutschen Bahn, trotz der immer wieder arg strapazierten Nerven als Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs. Beim Bahnfahren reisen die Gedanken mit, begegnen der vor den Fenstern vorbeiziehenden Landschaft.

Herrje, meine Haltestelle. Fast hätte ich bei so viel Tagträumerei meine Ausstiegstelle verpasst. Genug für heute. Die Türen schließen. Und ich bin wie immer mittendrin und voll dabei.

Und dann plötzlich sehe ich es vor mir: Prag, da will ich hin! Jetzt gilt es nur noch, den passionierten Autofahrer und Liebsten davon zu überzeugen. Und vielleicht sitzen auch wir dann im Zug und schwärmen von Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten der Ferne und anders als meine beiden Mit-Pendler, von der entspannten An- und Abreise.

Tatort des Monats Februar

Manchmal fallen Weihnachten und Ostern zusammen, dann ist Fasching…oder so was in der Art. Jedenfalls sind wir um Fasching herum immer bei Skifahren so ergab sich folgendHandschuhe alter Tathergang.

Tatort: Kleiderschrank

Tatbestand: Handschuhe

 

Tatortsäuberung: Beim Ausrüstungscheck musste ich feststellen, dass nach dreißig Jahren auch nur einmal pro Jahr genutzte Handschuhe beginnen sich aufzulösen. Ob das aufgrund meines rasanten Fahrstils der Fall ist, oder Materialermüdungserscheinungen in dem Alter einfach normal sind, ist zweitranging, denn der jugendliche Mitbewohner wusste Weihnachten schon, dass seine Mutter Fasching neue Handschuhe benötigt.

Handschuhe neu 

Und das ist doch wirklich wie Weihnachten und Ostern zusammen.

 

Was von der vierten Rauhnacht (28. Dezember) übrigbleibt – April 2017

Die Neugierde auf den April war dieses Jahr besonders groß. Von Haus ein spezieller Monat für mich, da mein Geburtsmonat. Daneben fällt zumeist Ostern mit in den April und damit das Ende der Fastenzeit. Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch, dass hierzu der Entschluss, auf Süßigkeiten zu verzichten, gefasst wurde. Auch eine Form der Neugierde, nämlich der, ob man es schafft, der Versuchung zu widerstehen. Zu meinem Leidwesen muss ich sagen, dass ein knappes halbes Dutzend Mal schwach geworden bin, dann aber nur minimal, wenn das irgendwie als mildernde Umstände geltend gemacht werden kann.

Neugierde ist auch das Thema der vierten Rauhnacht. Es heißt, „wenn wir neugierig auf uns selbst und andere sind, öffnen wir uns auch für neue Gedankenwelten.“ Dem kann ich nur beipflichten und die Tarotkarte, die ich am 28. Dezember dazu gezogen hatte, war der Narr. Wie passend, denn (fast) niemand ist neugieriger auf die Welt und das Leben als das Kind in uns, wenn wir es denn lassen. Also dann…
Gleich zu Beginn ging es hoch hinauf, mit herrlichem Blick vom Fockenstein auf den Tegernsee. 

Wasseraffin blieb es auch beim Ausflug an den Spitzingsee, auch wenn diese bildlich nicht festgehalten wurde.

 

Ganz besonders große Neugier hat der erste gemeinsame Urlaub mit dem Mann an meiner Seite geweckt. Dazu möchte ich noch ein Zitat von Erasmus von Rotterdam anfügen: „Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.“ Und genau das trifft es hundertprozentig. Und wer nun neugierig ist, dem sei gesagt, es war ganz wunderbar verrückt, trotz Wetterkapriolen, wie die Bilder aus der Sächsischen Schweiz vom Malerweg auch beweisen.

Brandaussicht

Schrammsteine

Elbsandstingebirge

Tja, und der April wäre nicht der April, wenn er keinen Eindruck hinterlassen würde. Diesmal mit Schnee und tagelangem Kälteeinbruch.  

Neugierig und verrückt geht es weiter, da bin ich ganz sicher. Also, neugierig bleiben! Immer!

Eure Kerstin

Tatort des Monats Februar

Der Mann an meiner Seite und ich haben einen Pakt geschlossen. In Bezug auf die bevorstehende Fastenzeit: Keine Süßig- und Salzigkeiten. Also, keine gekauften. Ein selbstgemachtes Dessert geht. Ein selbstgemachter Kuchen auch. Und wenn wir irgendwo auswärts essen, dann ist Nachtisch auch erlaubt.

Tatort: Küche.2017_02

Tatbestand: Schokoladenreste von Ostern bis Weihnachten.

Tatortsäuberung: Die Fastenzeit kann mitunter ganz schön lang werden. Besonders für Junkies wie mich, die Stress gerne mal mit allerlei Süßkram bekämpfen. Also wurden sämtliche Schokoladenreste eingeschmolzen und zusammen mit Corn Flakes zu Schokocrossies verarbeitet. Die gilt es jetzt bis Aschermittwoch zu vertilgen. Kein Problem würde ich sagen.

Nachtrag: Muss leider gestehen, dass die Reste inzwischen schon fast vollständig vertilgt wurden. Und zwar von mir allein. In der Folge plagen mich Bauchschmerzen. Zu Recht, meint der Mann. Danke, Liebling!

Tatort Abstellraum, Tag 9

Uh ha, verstaubte Kiste im hinteren Eck gefunden. Sesam öffne Dich.

Tatort: Abstellraum, Dekokiste.09 Tag

Tatbestand: Niedliches Deko-Vogelhäuschen, das zu Ostern auf dem Tisch seinen Platz hatte. Leider ist die Sitzstange abgebrochen und auf Nimmer-Wiedersehen verschwunden.

Tatortsäuberung: Frühling ist vorbei, Ostern auch. Stimmt zwar, es wird auch nächstes Jahr unweigerlich wieder Frühling und Ostern sein,  aber für Perfektionisten wie mich ist der Anblick des malledierten Häuschens schwer ertragbar und ich würde mir immerzu überlegen, wie ich es reparieren kann. Als echtes Vogelhaus zu klein und zum Verfeuern leider auf Grund der Lackierung auch nicht geeignet. Daher zum Altholz.