Haut wie Samt und Seide

Cremes und Lotionen sollen in erster Linie die Haut schützen und nicht zukleistern. Wobei das ja vor allem in der dekorativen Kosmetik bei vielen eher eine Gefahr darstellt. Hier soll es nun aber um Cremes für Körper, Gesicht und Hände sowie Deodorants gehen.

Angefangen hatte es bei mir ja mit dem Deo, worüber ich in meinem Beitrag „Die Sache mit der Handcreme“ schon mal geschrieben hatte. Vor etwa vier Jahren waren die Regale bei weitem noch nicht mit einer solchen Auswahl an aluminiumfreien Deos bestückt, wie das inzwischen der Fall ist. Meine Freundin und ich haben damals eine Menge probiert und waren oft sehr unzufrieden.

Hauptkritikpunkt – auch nach wie vor – ist, dass diese Deos eben nicht trocken halten und wenn es stressig wird, empfinde ich es nicht so angenehm, mich mit nassen Achseln und Flecken unter den Armen in der Öffentlichkeit zu präsentieren.  Damals bin ich bei Sophia über das „Rezept“ für ein Luxus-Creme-Deo zum Selbermachen gestolpert. Das Ergebnis ist im Grunde ganz gut. Vom Duft (Salbei) bin ich jetzt nicht so begeistert und auch die Tatsache, dass es einen weißen Film auf Haut und Kleidern hinterlässt, finde ich nicht so ganz optimal. Aber es geht und ich benutze es auch weiterhin.

Warum ich kein begeisterter Anhänger der Selbstherstellung bin? Nun, irgendwoher muss man die Zutaten ja auch besorgen. Manches führen Reformhäuser und Apotheken. Aber es gibt Dinge, die muss man online bestellen. Dann gibt es wieder Versandkosten (ärgerlich, wenn die teurer sind als der Inhalt) oder einen Mindestbestellwert (verleitet zum ungenutzten Mehrkauf). Ihr wisst schon, worauf ich hinaus will. Dinge, die vor Ort nicht verfügbar sind, gibt es mit Sicherheit woanders. Mit dem Internet holt man sich seine Bedürfnisse in die eigenen vier Wände.

Zudem produzieren alle Varianten wiederum zusätzlichen Verpackungsmüll. Das Pulver kommt in der Plastiktüte, das Öl gibt es im Fläschchen und so weiter. Und wenn es ganz dumm läuft hat man Reste. Schließlich kann man in der Apotheke nicht sagen: „Ich hätte gern einen Teelöffel davon und zwei Esslöffel davon.“ Das nur so nebenbei.

Nach den ersten Deoversuchen, wurde ich dann in der Apotheke bei der Marke Nuxe fündig. Vom Geruch und auch sonst gefällt mir dies im Grunde für mich am besten. Allerdings ist es wieder eine Plastikverpackung. Nun suche ich also mal wieder ein bisschen rum. Man muss eben ausprobieren. Wie sagte ich schon mal in „Hautnahe Einblicke“: Fertig ist man ja irgendwie nie so ganz.

Bei Gesichtscremes stehen inzwischen auch meine Favoriten fest.

Cremes

Leider ist das von Lavera in einem Plastiktiegel und enthält Palmöl. Da orientiere ich mich also höchstwahrscheinlich noch mal um.
Für den Körper und die Hände habe ich leider auch noch keine plastikfreie Sorte für mich entdeckt. In fast allen ist auch Palmöl enthalten, was wirklich oft nicht zu erkennen ist bzw. wähnt man sich „sicher“, wenn man die Qualitätsgarantien so liest.

20160409_071742.jpg

Wäre schön, wenn die Hersteller hier, ähnlich wie bei der Aluminiumangabe in Deos nachziehen und auch das entsprechend bewerben. Das Thema Nachhaltigkeit, Bio und Umwelt ist eben immer auch eine Entwicklung durch Tun. Man testet, verwirft, fängt neu an. Darauf muss sich einstellen.

In dem Buch „Besser leben ohne Plastik“ steht, dass Kokosöl universell einsetzbar ist. Als Deo, Haarspülung, Rasierschaumersatz, Make-up Entferner und es kann auch in einer Bodylotion mitverarbeitet werden. Darüber hinaus ist es antibakteriell, hilft bei Sonnenbrand, sprödem Haar, Herpes, ist gut gegen Stechmücken und Zecken. Ich bin versucht, das tatsächlich auszuprobieren. Dazu noch der Hinweis der Autorinnen, dass man auf Bioqualität und den Verzicht von Emulgatoren und Konservierungsstoffen achten soll.

In besagtem Buch stehen im Übrigen auch eine Vielzahl an gut klingenden Ideen zum Selbermachen drin. Wäre also doch einen Versuch wert, wenn ich es so recht nachdenke.
Schön, dann bleibt noch die dekorative Kosmetik. Die gibt es morgen.

Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Bei Oliveda ist, soweit ich das beurteilen kann, alles in Glasflaschen. Das hat seinen Preis. Wobei hier mit prominenter Unterstützung geworben wird. Das kostet eben. Tja, und Palmöl ist auch drin. Da hilft dann auch die schöne Verpackung nichts.

 

„Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können“

Fast scheint es, als wäre ich irgendwann in meinem Leben zu viel Werbung ausgesetzt gewesen, aber bei Zähnen musste ich sofort an den Apfel und die dazugehörige Zahnpasta denken, die ich inzwischen auch schon aus dem Badezimmer verbannt habe. Also, nicht Zahnpasta an sich, nur von der Marke ist hier die Rede. Lediglich als Reisegröße warten noch ein paar Proben darauf, aufgebraucht zu werden.

Natürliche Zusatzstoffe bahnen sich nun also auch bei der Zahnpflege ihren Weg. Zahncreme, Mundspülung finden sich in den Regalen. Alternativ gibt es auch ein Zahnputzpulver von Lush, welches ich derzeit teste und gar nicht so schlecht finde. Etwas gewöhnungsbedürftig stelle ich mir hingegen Backpulver oder Schlämmkreide als Bleichmittel für weiße Zähne vor. Aber, wie sagt Nico Paech so schön: „Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht“. Die Veränderung des Lebensstils beginnt wie vieles immer im Kopf.

Was ich auch entdeckt habe, sind Zahnbürsten aus Bambus. Die Borsten sind ebenfalls biologisch abbaubar. Leider ist die Umverpackung (Plastik und dann noch Karton) nicht gerade nachhaltig. Kann sich noch ändern und sicherlich gibt es auch neben ecobamboo weitere Hersteller.

Zahnfplege

Elektrische Zahnbürsten zählen mit zu den großen Energiefressern im Haushalt. Dem kann man entgegenwirken, wenn man diese nur dann in die Station stellt, wenn sie wirklich alle sind. Die Akkulebensdauer erhöht sich dadurch ebenfalls, da der sogenannte Memory Effekt ausgehebelt wird. Ach ja, die Station natürlich von der Steckdose abziehen, wenn die Zahnbürste geladen ist.

Zahnseide ist weiterhin nur konventionell zu haben, bzw. konnte ich bisweilen keine Alternative ausfindig machen. Mal sehen, ob da noch was kommt. Neben all dem mittlerweile doch umfangreichen Angebot an biologischer Ware, gehört selbstverständlich der regelmäßige Zahnarztbesuch und die professionelle Zahnreinigung zur Pflege dazu. Dann steht dem ungetrübten Biss in den Apfel nichts mehr im Wege.

Bleibt noch die Haarpflege in der Sparte Reinigung. Damit beschäftigen wir uns morgen.

 Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Gerade das Backpulver probiert. Es bitzelt etwas auf der Zunge, Geschmack so na ja. Mal sehen, ob nach ein oder zwei Wochen ein Unterschied zu sehen ist.