Tatort des Monats Dezember

Alle Jahre wieder. Ja, es lässt sich nicht leugnen und auch nicht verhindern: Weihnachten steht vor der Tür. Und wie es sich für einen ordentlichen Haushalt gehört, gibt es einen Baum mit Lichtern. Vorzugsweise Kerzen. Bei mir allerdings künstliches Licht, da der Christbaum ziemlich lange in der Wohnung ausharren muss und die Technik dafür sorgt, dass die Lichter automatisch an- und wieder ausgehen. Wenn denn die Technik funktioniert.

Tatort: WeihnachtsutensilienkisteLichterkette

Tatbestand: Lichterkette

 

Tatortsäuberung: Sehr betrübliche Angelegenheit. Erstens, weil die Lichterketten nach zwei Stunden Friemeln am Baum waren, um dann nicht zu ihren Job zu tun, nämlich zu leuchten. Zweitens, weil es keine Ersatzleuchtmittel mehr für diese Art Kette gibt. Im Grunde gibt es überhaupt keine Ketten mit austauschbaren Lampen mehr, nur noch LED. Sagt die Dame aus dem Baumarkt meines Vertrauens. Die gehen dann einfach kaputt und werden von Haus aus weggeschmissen. So ist das mit unserer Konsum-/Wegwerfgesellschaft. Nun ja, die alte Kette war nun seit ungefähr zwölf Jahren ein zuverlässiger Garant für weihnachtlichen Lichterglanz und evtl. lässt es sich da rechtfertigen, dass nun auch bei mir die LEDs Einzug gehalten haben. 320 Stück am Stück. Und alle funkeln. Das konnte die Dame aus dem Baumarkt meines Vertrauens mit einem Blick erkennen. Ein Wunder. Ich musste das fünfzig Meter lange Kabel erst um den Baum wickeln, um das zu sehen. Weihnachten darf also nun gerne eintreten.

Mein Freund, der Baum

Mal abgesehen von Büchern, empfinde ich Druckerzeugnisse als großes Ärgernis. Bei Zeitschriften kann man noch selbst entscheiden, welche man für bisweilen teures Geld kauft, aber bei allem, was so im hauseigenen Briefkasten landet, ist man oft ratlos. Fast könnte man meinen machtlos, weil Kataloge und Werbesendungen oft nur so herein flattern, aber man kann sich wehren und dem in Grenzen Einhalt gebieten.

Kurz vor Beginn meines Projektes Nachhaltigkeit im April habe ich angefangen, alle Kataloge zu sammeln. Ich kann nur sagen: Wahnsinn! Irre, was da zusammen kommt. Insgesamt fünfzehn Katalog in drei Monaten, teilweise drei Stück von einem Anbieter.

Werbung

Es ist absolut erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit die Firmen versuchen, Begehrlichkeiten zu wecken. Nach dem Motto, irgendwann kauft sie schon was, senden fast alle unerschütterlich munter weiter ihre bunten Blätter. Eine Firma ist dabei, bei der hatte ich vor ca. 12 Jahren einen Wintermantel bestellt. Seitdem nichts mehr. Und trotzdem sind zwei Prospekte in der Post gewesen. Bei manchen ist meine Bestellung nicht ganz so lange her (das letzte Mal vor etwa zwei Jahren), aber ob mich drei Hefte innerhalb so kurzer Zeit wirklich animieren, doch mal wieder einzukaufen? Fraglich.

Andere wiederum sind darunter, bei denen habe ich noch nie bestellt, deren Angebote kriege ich trotzdem aber nicht zum ersten Mal. Wirklich erschreckend, wie hier mit Rohstoffen und Ressourcen umgegangen wird. Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass sich das rechnet. Klar, die Kosten für Druck und Versand sind irgendwo in den Preisen mit drin, aber dennoch bin ich skeptisch.

Nun gehöre ich inzwischen wahrscheinlich eher nicht mehr zum Typ Otto-Normal-Verbraucher. Seit über einem Jahr werden keine Kleider mehr gekauft, wenn es nicht wirklich nötig ist – sprich Ersatz, wie ich ja schon in meinem Beitrag „Von der Pflicht zur Kür“ geschrieben hatte. Und Online-Shopping kommt im Grunde gar nicht mehr in die Tüte bzw. den Karton. Ausnahme sind der jugendliche Mitbewohner, dessen Wünsche teils schwierig zu lokalisieren sind und wenn es etwas tatsächlich nicht vor Ort gibt, wie zum Beispiel meine iPotsch Filzpantoffeln aus dem Schnalstal, die ich letzten Winter entdeckt habe.

Digital einkaufen finde ich auch eher langweilig. Keine Atmosphäre, kein Anfassen. Es hat etwas Steriles an sich. Und meist bin ich von den Paketinhalten auch oft enttäuscht, denn so schön wie im Katalog bzw. im Netz sehen die Sachen im rauen Licht der realen, nicht gephotoshopten Welt gar nicht aus. Ganz zu schweigen von der Qualität – besonders bei Kleidungsstücken. Dann heißt es, wieder einpacken und zurückschicken. Dann doch lieber im Geschäft anprobieren und gleich mitnehmen.

Noch dazu bin ich durch die Vielfalt und unzähligen Wahlmöglichkeiten im virtuellen Shoppingcenter auch gern mal schlichtweg überfordert. Man sucht, vergleicht und prüft und ehe man sich versieht, sind da schnell Stunden vergangen, ohne dass einem das bewusst ist. Da beschleicht mich dann auch unterschwellig das Gefühl, meine Zeit wahrhaft verschwendet zu haben.

Für mich liegt das physische vor Ort Einkaufen auf der Glücksskala weit vor der virtuellen Variante. „Analog einkaufen ist das Original. Online kaufen ist nur second-best.“, sagt Andre Wilkens. Und nun die Frage: Was bist Du?

Ich jedenfalls werde jetzt alle Anbieter anschreiben und bitten, meine Adresse aus dem Verteiler zu streichen. Kostet Zeit, soviel ist klar. Doch auf lange Sicht spare ich beim Verzicht: Weniger Ressourcenverschwendung, weniger Müll, der entsorgt werden muss und wer weiß, vielleicht auch weniger Konsum/Ausgaben, falls ich mich doch mal von dem einen oder anderen Angebot locken lassen sollte, weil es gerade so schön aussieht.

Gleichsam verfahre ich bereits bei jeglicher Infopost. Da steht nämlich unten immer so ein schöner Satz.

Infopost

Und das mache ich dann auch so, wobei ich immer noch nicht so ganz verstehe, warum man schriftlich widersprechen muss, wenn es vielleicht auch ein Anruf oder eine Mail tut. Aber das ist wahrscheinlich Masche, um auf die Bequemlichkeit der Menschen zu setzen. Wer schreibt denn noch Briefe heutzutage? Also, Geschäftsbriefe mit „Sehr geehrte Damen und Herren,…“. So auf richtigem Papier. Und mit Briefmarke.

Funktioniert auch bei virtuellem Müll, der ja ebenso Ressourcen kostet, denn wer glaubt, ein elektronischer Newsletter sei gratis, der betreibt seinen elektronischen Sklaven wahrscheinlich, indem er per Fahrrad für Strom sorgt und als Ausgleich für die Serverleistung Geld für Klimaprojekte spendet. Na ja, so in etwa jedenfalls. Ihr merkt schon, ich bin von unerwünschter Werbung jeglicher Art recht genervt, weil man viel schneller drin als wieder draußen ist. Von daher steht es wohl außer Frage, dass an meinem Briefkasten ein „Bitte keine Werbung“ klebt. Ja „bitte“, denn für ein Bitte ist immer Zeit.

Dazu noch ein schönes Zitat von Mahatma Gandhi: „Es gibt Wichtigeres im Leben, als sein Tempo zu beschleunigen“. Sehr richtig, denn was gibt es Schöneres, als am Ende einer Shoppingtour, entspannt unter einem Kastanienbaum im Biergarten zu sitzen? Richtig. Gleich hingehen und den gestressten Shoppingqueens und -kings mit ihren Tüten, die inzwischen erfreulicherweise überall etwas kosten, zu zuschauen und das Leben und die Freiheit zu genießen. In diesem Sinne: Prost! – und das geht auch mit ohne Alkohol.

Welchen luxuriösen Leidenschaften außer Biergartenbesuchen ohne Bier ich sonst noch fröne, darüber berichte ich beim nächsten Mal.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Der Titel ist sehr melancholisch und bezieht sich auf das Lied von Alexandra. Passt nicht so ganz zum Biergarten, aber irgendwie zum Thema und zum Wetter allemal.

Der Müllschlucker

Einkaufen ist nervig und stressig. Das finde ich jedenfalls. Von daher praktiziere ich bereits seit geraumer Zeit ein recht strenges Programm. Und wenn ich mal davon abweichen muss, weil irgendwas dazwischen kommt, dann passieren prompt so ärgerliche Dinge wie, dass ich den Bon für zurückgegebenes Leergut im Automaten stecken lassen. So wie vorletzte Woche. Nervig.

Ich gehe grundsätzlich nur einmal pro Woche einkaufen. Samstag. Ich hasse das. Es ist voll, weil alle am Samstag einkaufen. Deswegen bin ich schon kurz nach Ladenöffnung um 8 Uhr da. Das hat sich inzwischen so eingebürgert, da ich auf dem Weg zum Supermarkt noch den Werkstoffhof ansteuere und den Müll der letzten Woche entsorge.

Die Deutschen sind Weltmeister im Müllsortieren. Allerdings auch im Wegwerfen. Dem versuche ich so gut und rigoros es geht, entgegen zu wirken. Wer das „Glück“ hat, in einer bayerischen, mittelgroßen Stadt zu wohnen, der darf sich tagtäglich mit der Frage, welcher Abfall in welche Müllkategorie gehört, beschäftigen.

Anderenorts gibt es den gelben Sack, da wirft man einfach alles rein, was ein entsprechendes Symbol -den grünen Punkt – trägt. Nicht so bei mir. Neben dem „regulären“ selbst zu entsorgenden Müll wie Papier/Karton, Weißblech, Glas (weiß, braun, grün), gibt es Tetrapack, Alu, Verbunde, Mischkunststoffe, Becher, PET, Kunststoffflaschen, Folien/Tüten über A4, Styropor aus Verpackungen und wahrscheinlich noch mehr, was mir gerade nicht einfällt. Das sollte zuhause vorsortiert werden. Und da habe ich solche Sachen wie Kerzenreste, CDs, Batterien usw. noch gar nicht mitgerechnet. Klar, weil wir alle in übergroßen Wohnungen/Häusern leben, um das Zeug zwischenzulagern. Hier gibt’s mal wieder einen interessanten Beitrag von x:enius

Aber gut, ich bin ja ein ordentliches Mitglied der Gesellschaft, halte mich an die Regeln und will ja auch, dass mit den Rohstoffen sorgsam und verantwortungsbewusst umgegangen wird. Deswegen mache ich das ganz gewissenhaft. Und damit auch die Handelsmärkte sich Gedanken machen, gebe ich meinen, also ihren Müll, gleich an Ort und Stelle ab. Noch besser, ich nehme ihn gar nicht erst an.

Und das geht mit Vorbereitung und einem Plan. Zur Vorbereitung gehören Korb, Beutel, alte Papiertüten, Transportboxen und ein Becher. Und dann geht es los:

Vorbereitung

Obst, Gemüse und der dergleichen wandern lose in den Einkaufswagen. Brotwaren lasse ich mir in einen Stoffbeutel legen, Fisch in eine mitgebrachte Box. Ich schaue immer auf Bio-Produkte. Ob bei Essig, Öl, Zucker, Reis, Nudeln, Butter, Milch, Joghurt, Eier usw. Noch besser als Bio ist regionales Bio. Denn nachhaltige Produkte sind nicht per se besser. Wenn ich zum Beispiel Bio-Kartoffeln aus Ägypten kaufe, dann ist das nicht nachhaltig, sondern unsinnig. Kartoffeln wachsen in Deutschland, sogar im eigenen Garten. Selbst auf dem Balkon kann man sich über eine bescheidene Ernte freuen.

Hinzu kommt noch der Faktor Saison. Ja, noch gibt es sie. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und Erdbeeren im Winter, egal wie und wo angebaut, können nie und nimmer umweltverträglich auf unserem Tisch landen. Bei www.regional-saisonal.de gibt es einen Kalender und auch saisonale Rezepte, falls jemand Bedarf hat.

Nach dem Einkauf, folgt die Kasse und nachdem ich bezahlt habe, werden sämtliche Umverpackungen in die Behälter des Marktes entsorgt. Losen Salat, den es nur abgepackt gab und ich trotzdem nicht verzichten wollte, fülle ich in eine mitgebrachte Papiertüte um. Obst und Gemüse werden auch in einem Stoffbeutel verstaut. Sämtliche Kartons und Folien bleiben auch da. Pizza, Müsli und so was. Genau. Und jetzt sehe ich es schon vor meinem Auge, die gerunzelte Stirn und das Fragezeichen auf der Stirn. Pizza? Wieso kauft sie Pizza, wenn sie so auf Bio und Nachhaltigkeit und so aus ist? Wieso geht sie eigentlich nicht auf dem Markt einkaufen oder in einem der Läden, in denen alles lose verpackt ist?

Womit wir beim nächsten Kapitel wären und den Konflikten, die sich im Bereich Lebensmittel einem so in den Weg stellen (können). Darum und um den Plan geht es morgen.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Ach ja, der Becher. Wer sich fragt, wozu ich den brauche. Das wäre mein persönlicher Luxus: Ein Coffee to go nach dem Einkauf. Dazu schreibe ich aber auch noch später etwas.

Tatort des Monats November

Nun ist er also wirklich vorbei – der Sommer. Der Herbst, so wie es aussieht auch gleich mit.

Tatort: Kleiderschrank2015_11

Tatbestand: Bikini

Tatortsäuberung: Für den Bikini war dieser Sommer eindeutig zu lang. Er hat sich aufgelöst. Also der Gummi am Unterteil, so dass die Hose nicht mehr schwimmtauglich sitzt. Ist jetzt nicht der allzu große Verlust, da der Bikini seinerzeit ein Notkauf war und von Beginn an nie so richtig gesessen hat. Leider auch nicht für die Altkleidersammlung mehr zu gebrauchen. Etwas für die gute alte Mülltonne.

Tatort des Monats Juni

Mit der schönen Jahreszeit werde ich immer auch gern zum Heimwerker. Obwohl, M. würde sagen, das hat mit der Jahreszeit bei mir nichts zu tun, sondern liegt an mir. Gut, das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls bin ich beim Durchforsten meiner Heimwerkerkiste auf zwei hübsche Fundsachen gestoßen.

Tatort: Keller2014_06

Tatbestand: Halb volle, fast leere Heimwerkerutensilien, bei denen ich zumindestens beim Tapetenkleister nicht mal mehr zuordnen kann, wann ich diesen gekauft, weil benötigt, habe. Muss ergo also schon recht lange – schätzungsweise voriges Jahrtausend – her sein. Gehört somit definitiv zu den Ladenhütern bei mir.

Tatortsäuberung: Als Nicht-Freund von fast leeren Ladenhütern schreite ich morgen direkt zur Tat und entsorge die Fundstücke am Wertstoffhof. Bin mal gespannt, in welche Tonne die Gegenstände gehören.

Tatort Monat Mai

Diesmal hat es etwas länger gedauert. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und noch mal w2014_05 Iird der Tatort zum Fundort: Der Tag, an dem meine Toilette plötzlich im Garten lag.

Tatort: Badezimmer – wie unschwer zu erkennen ist.

Tatbestand: 40 Jahre altes Bad mit braunen Blümchenfliesen. Eine großartige Kulisse, um mal eine groß angelegte Tatortaufräumaktion zu veranstalten.

2014_05 II

Tatortsäuberung: Ok, ich gebe es zu, für diesen Tatort war ich nicht gut genug ausgebildet und musste mir Hilfe von außen holen. Hat sich gelohnt, würde ich sagen.

Tatort des Monats März

Das Schönste am Suchen ist ja, dass man Dinge findet, bei denen man sich fragt: „Was habe ich mir nur dabei gedacht?“ Und nicht nur dies trifft auf mein aktuelles Fundstück zu, sondern auch noch, dass es schon fast zur Kategorie Ekelfund gehört.

Tatort: Keller, so genau will das, glaube ich, keiner wissen.2014_03

Tatbestand: Wischmop aus dem vorigen Jahrtausend. Gebraucht wohlgemerkt. Wie gesagt, keine Ahnung, was mich geritten hat, dass ich der Meinung war, diesen jemals wieder zu benötigen, nachdem ich mir vor sechs Jahren eine nahezu voll automatische Wischstation gegönnt habe. Eine Budgetfrage kann es jedenfalls nicht gewesen sein, da die Dinger ja so teuer nicht sind.

Tatortsäuberung: Auf den ersten Blick würde ich sagen: Sondermüll. Muss aber laut dem netten Herrn vom Werkstoffhof in den normalen Haushaltsmüll. Handschuhe habe ich trotzdem angezogen. Was aus dem Eimer wird, muss ich noch überlegen. Der ist mir (noch) zu schade, um ihn zu entsorgen.