Das Monster

Nein, die Rede ist nicht von Schwiegermüttern, besseren Hälften, dem Nachwuchs oder anderen, gern mit diesem Ausdruck betitelten Menschen der näheren persönlichen Umgebung.

Gemeint ist ganz banal der Keller, der einem Monster nicht unähnlich ist und sich auch in der näheren persönlichen Umgebung befindet. Er treibt sich in einer dunklen Ecke herum, frisst alles, was ihm in die Finger kommt und jedwege Konfrontation mit seinen Abgründen erfüllt einen mit Unbehagen.

Im Feng-Shui symbolisiert der Keller das Unterbewusstsein und die Vergangenheit. Beides Angelegenheiten, die jeder ganz gern auch mal zu vergessen sucht. Aber, der Keller ist auch das Fundament und er hat Einfluss auf unser Leben. Nebeneffekte können u.a. Depression und Behinderung des eigenen Fortschritts sein, wenn denn allzu großes Chaos in den Katakomben herrscht.

Keller und Gerümpel sind für die meisten wie mich zwei nicht voneinander zu trennende Begriffe, also versuche ich dem Ganzen systematisch zu Leibe zu rücken. Was befindet sich eigentlich in meinem Keller und wie viel?

Klassiker sind Sportausrüstung, jahreszeitliche Deko, Schuhe, Jacken, Koffer und Taschen sowie wie eben die Dinge, von denen man schon seit Jahren glaubt, dass sie irgendwann einmal gebraucht werden und von Nutzen sind. Dann gibt es noch die, nennen wir es mal, Andenkenecke. Spielzeug zum Beispiel. Das eigene und/oder das des eigenen Nachwuchses.

Schätzungen zu Folge sind 90% der Dinge, die wir im Keller lagern Gerümpel. Dinge also, die man nicht braucht (der/die alte/n WLAN Router) oder nicht liebt (Klamotten). Es gibt zu viele Dinge auf einem Raum (vom Koffer bis zum Weihnachtsschmuck), die unordentlich und schlecht organisiert sind (Sportausrüstung) und/oder nicht zu Ende gebracht worden sind (Hobbyprojekte).

Im Laufe der letzten drei Monate habe ich mich dahingehend sehr intensiv mit meiner Vergangenheit und meinem Unterbewusstsein beschäftigt und mir dabei immer die Frage gestellt, brauche ich das noch? Will ich das noch länger in meinem Besitz haben?

Auslöser war eine fixe Idee. Nämlich aus zwei Kellern einen machen und den anderen umzufunktionieren. Um den Plan umzusetzen, musste also erst mal aus- und ausgeräumt werden. Und das ging so:

  • 12 Stunden im Keller verbracht
  • 72 Anzeigen geschaltet
  • 5 mal über einen Zwischenhändler verkauft
  • 2 mal an Bekannte verkauft
  • 3 mal an Freunde verschenkt
  • 5 mal an Nachbarn verschenkt (siehe auch „Nachbarschaftshilfe)
  • 2 mal an soziale Einrichtungen gespendet
  • 24 Päckchen gepackt
  • 16 mal zur Post gefahren/gelaufen
  • 11 mal die Tür geöffnet zwecks persönlicher Übergabe
  • 10 mal zum Wertstoffhof gefahren

Und so sieht das Ergebnis nun aus, nachdem aus der Idee eines zweiten Raumes Wirklichkeit geworden ist.

Keller

Das Monster scheint also erst mal gezähmt und das Fundament steht auch einer guten Basis. Und nun ist es an dem Monster der näheren persönlichen Umgebung, etwas draus zu machen. Die Geburtstagsüberraschung ist jedenfalls gelungen. Happy Birthday!

Eure Kerstin

Was von der sechsten Rauhnacht (30. Dezember) übrigbleibt – Juni 2017

Ein absolut von Aktivität lebender Monat Juni geht zu Ende. Genau nach dem Motto der sechsten Rauhnacht. Zwar weniger geprägt von Naturerlebnissen, dafür aber jede Menge anderer Ereignisse. 

Im Garten wurde ein neuer Versuch, Salat in Eigenanbau zu züchten, in Angriff genommen. Diesmal fällt die Ernte hoffentlich vor das Festmahl der Schnecken. Also bitte Daumen drücken. Danke. 

Besonders im Bereich des Schreibens war der Sonnwendmonat für mich sehr intensiv und mit vielen neuen Eindrücken verbunden. Neben meiner Nachbetrachtung zum Verzichtsprojekt, war ich mal wieder bei einer Schreibwerkstatt zum Thema Spannung. Was soll ich sagen, es war spannend. Ich genieße es jedes Mal wieder, in andere Welten einzutauchen – wenn auch nur für ein paar Stunden.

Daneben wurde viel gelesen, was ich in den letzten Monaten immer ein bisschen vernachlässigt habe. Apropos: Liebe Buchgesellschafter, das nächste Treffen steht bevor. Das wird interessant bei der Lektüre. Da bin ich sicher. 

Einhergehend mit dem Verzicht wurde ja auch ausgemistet. Leider ist das Vorhaben, den Ballast aus dem Keller auf dem Flohmarkt an glückliche Neubesitzer und -nutzer weiterzureichen ins Wasser gefallen. Trotzdem sechs Euro eingenommen und des Monster Keller ist dann einfach im Herbst dran. Da bin ich schließlich schon mit Monstern ganz anderen Kalibers fertig geworden. 

Klar, draußen war ich auch. Kurz, mit knackigem Anstieg und einer beeindruckenden Kulisse. 

Leider trotz des traumhaften Wetters etwas zu selten, aber dafür wird der Juli meine Gesellschaft wieder vermehrt unter freiem Himmel genießen dürfen. Darauf freue ich mich. Egal, bei welcher Tageszeit.

 

Eure Kerstin

 P.S.: Ach ja, die Punkte aus dem Vormonat sind soweit alle unter Dach und Fach. Fast