Der Unermüdlichen Kollegen

Tja, da habe ich mal was angerichtet. Wir erinnern uns, in meinem Post „Gedanken einer Unermüdlichen“ hatte ich mich mehr oder minder lautstark darüber beschwert, dass mein Jubiläum so unter den Arbeitstisch gekehrt wurde.

Tja, dumm nur, wenn die Kollegen sich dadurch bei ihrer Ehre gepackt fühlen. So in etwa nach dem Motto, was der Chef nicht kann, schafft er den Kollegen an!

Also, eigentlich wollte ich damit auf was ganz Anderes hinaus, aber das mit der Kommunikation ist ja immer so eine Sache.

Meine liebste Zimmer- und Arbeitskollegin hatte mich ja in ihrem Kommentar zu meinem Beitrag schon vorgewarnt und dann sogleich ziemlich harte Geschütze aufgefahren wie man auf dem Bild sehen kann.

 Jubiläum

Inge und Hugo waren da. Mit von der Partie die 10 und ein Schokokuchen (der besten Kuchen der Welt). Ach ja, und die Kollegen der Unermüdlichen. Lustig war’s. Und das nicht nur, weil die Chefs sich just an dem Tag außerhäusig vergnügt haben, sondern weil wir endlich mal wieder ausgiebig gelacht und gelebt haben.

Vielleicht warte ich doch noch auf das nächste Jubiläum und bis dahin arbeiten wir weiter an unserer Unermüdlichkeit. Und der Kommunikation.

P.S.: Die beiden Ehrenkollegen – Inge und Hugo – waren übrigens alkoholfrei. Nur damit hier niemand auf den Gedanken kommt, wir betrinken uns während der Arbeitszeit

Kindergeburtstag

Geburtstage sind was ganz Besonderes. Das kann jeder einmal im Jahr an sich selbst testen. Eltern sogar zwei- oder mehrmals, denn der Geburtstag des Nachwuchses ist fast noch aufregender als der eigene. Das fängt schon mit dem Dekorieren des Geburtstagstisches, dem Backen des Geburtstagskuchens und dem Aufstellen der Kerzen an. So ab dreißig Lichtern wird es mit dem Tablett und Anzünden schwierig und unter Umständen auch langsam nicht mehr erwünscht sein, aber dann sollte der Nachwuchs ja auch schon längst ausgezogen sein. Morgens schleicht man sich dann ins Kinderzimmer und singt das Geburtstagsständchen, denn das Glückskind liegt meist schon vor lauter Aufregung seit Stunden wach im Bett. Es folgen Liebkosungen und leuchtende Augen beim Geschenkeauspacken und zum Frühstück gibt es Kuchen.

Wird aus dem Kind ein Teenager, dann läuft das in etwa so ab: Beim Versuch, die inzwischen stattliche Anzahl an Kerzen auf dem Tablett zu platzieren und anzuzünden, ruft das Geburtskind: „Kann ich aufstehen? Ich muss mal.“ Gut, das war jetzt irgendwie anders geplant, aber morgendlichen Blasendruck kennt man ja aus eigener Erfahrung. Nicht schön. Nun gut, dann muss es also schnell gehen. Kerzen an, Tablett jonglieren und singen. Ein leichtes Grinsen huscht über das Gesicht des übernächtigten Geburtstagskindes – man muss schließlich um Mitternacht die gechatteten Glückwünsche der Freunde checken – bevor es ins Bad entschlüpft. Ewigkeiten vergehen.

Den Kuchen zum Frühstück gibt es natürlich trotzdem. Dekoriert mit Glückskeksen statt buntem Naschwerk. Doch davon später. Das Geschenkeauspacken ist dann auch eher nüchtern, da es diesmal nichts zum Auspacken gab. Nicht, weil wunschlos glücklich (ha, selten so gelacht), sondern weil das mit dem Alter ein immer schwierigerer Entscheidungsprozess zu werden scheint, der sich zunehmend in die Länge zieht. Auf ein zartes Nachfragen ca. vier Wochen vor dem Freudentag, was denn so auf der Wunschliste stehe, kommt erst mal gar nichts und dann folgen alle zwei Tage andere Wünsche, die mal größer, mal teurer, mal bei-Dir-piepst-wohl sind.

Der diesjährige Wunsch ließ schon im Vorfeld extrem lange auf sich warten, so dass ich dann doch etwas nervös wurde. So ganz ohne Geschenk will man ja als Eltern auch nicht da stehen. Und mit einem Kuchen und vielen Kerzen kann man bei der Jugend keinen Staat machen. Das kommt auf den Posts in den sozialen Netzwerken gar nicht gut und ist völlig uncool. Zum Glück konnte der jugendliche Mitbewohner seine Gedanken und Wünsche doch noch bündeln und dann einen fast vollständigen Satz formulieren: „Shoppen.“ „Ja, und hast Du Dir schon mal so überlegt, was Du alles einkaufen möchtest?“ „Schuhe. Klamotten halt.“ „Und welche Geschäfte hast Du Dir da so vorgestellt?“ „Weiß nicht.“ Wie gesagt, man darf den Bogen nicht überspannen. Die gedankliche Arbeit im Vorfeld ist mit Sicherheit sehr anstrengend und Details sind auch nicht so wichtig, wie man als Erwachsener manchmal denkt.

Statt Party diesmal also der Trip in die Stadt, der dann schon fast an eine Schnitzeljagd erinnert: Neun Geschäfte in guten zweiten Stunden. Aber was tut man nicht alles für das eine Paar Schuhe. Und die Unterhosen, deren großflächige Werbung zu meiner Zeit noch für Aufsehen sorgte. Und Klamotten, mit denen man auch ungewaschen und unausgeschlafen hip rüber kommt. „Shopping Queen“ ist nichts dagegen. Und, es war trotz knappem Zeitplan noch ein Kaffee für die gestresste Begleitung drin. Aber auch nur deswegen, weil die nämlich unter akuter Blasenschwäche litt und dringend mal wohin musste.

Gut, so ein Geburtstag ist ja schließlich kein Kindergeburtstag. Das verlangt allen Beteiligten einiges ab – einschließlich der Kreditkarte. Ich glaube, da steht ein Besuch bei dem Bankberater meines Vertrauens bevor. Andererseits hatten wir so viel Spaß, dass es jeden Cent wert war, das Budget so maßlos zu überziehen.

Und zu den Glückskeksen wäre noch ergänzend zu sagen: Drei wurden am Morgen nebst Kuchen verspeist. „Es erwartet Sie eine Reise.“ – Check. „ Freuen Sie sich auf schöne Stunden.“ – Check. „Absolute Höchstform. Sie können Berge versetzen.“ – Check. Alles richtig gemacht. Happy Birthday, Lieblingskind! Und bleib wie Du bist.

 

Eure Kerstin (Mami)

Frühjahrsputz

Manche Leute nutzen ein verlängertes Wochenende, um einen Kurztrip zu machen. Manche, um vom Trubel zu entspannen. Auf mich trifft weder noch und irgendwie beides zu, denn leider war/ist das Wetter einfach zu nichts gut – außer, um depressiv zu werden. Nach gefühlten drei Tagen Dauerregen, hat mich heute morgen also die untätige Warterei in den Wahnsinn getrieben. Wirklich. Denn ich hatte nichts besseres zu tun, als meiner Küche einen Frühjahrsputz zu verpassen. Also, mehr oder weniger. Jedenfalls mussten alle Fächer, Schränke und Schubladen unter der Arbeitsplatte dran glauben. Alles wurde ausgeräumt, ausgesaugt und ausgewischt. Klar, und dann wieder eingeräumt. So nebenbei sind wieder einige Dinge für meine Tatortreihe aufgetaucht, über die ich hier in den nächsten Tagen noch berichten werden.

Was mich bei solchen Aktionen immer betrübt, ist die Tatsache, dass man dabei über Lebensmittel stolpert, die bereits abgelaufen bzw. knapp an der Grenze dazu sind. In meinem Fall ist das eine Dose Aprikosen in Vorratsschublade.

Dosenfutter

Vor Urzeiten gekauft, weil ich einen Kuchen backen wollte. Tja, statt Kuchen sind die Aprikosen mit mir umgezogen und mittlerweile MHD-mäßig über ihrer Zeit. Ist soweit kein Problem. Bekanntlich handelt es sich ja um das Mindesthaltbarkeitsdatum, also kein Zeitpunkt, nach dem der Inhalt schlagartig ungenießbar ist. Meine Tante ist der beste Beweis. Bei ihr im Keller gibt es Dosen, die sich schon leicht wölben, aber trotzdem noch den Weg in die Verarbeitung finden. Inzwischen besitze ich zwar eine App, die mir Vorschläge zur Resteverwertung machen soll, aber irgendwie kommen da keine Aprikosen vor. Leider ist es auch nicht das erste Mal, dass ich an der Zutatenauswahl scheitere. Komische App. Definitiv ausbaufähig.

Statt eines kulinarischen Aha’s müssen die Aprikosen also doch in einem ganz normalen Kuchen enden. Leider fehlt mir ein Ei. Zum Glück gibt es Nachbarn, die später als Dank ebenfalls Restekuchen genießen dürfen. Als ich den Saft probiere, kommen mir kurz Zweifel bei der Theorie, dass Doseninhalt nicht schlecht wird und das MHD nur Zierde ist. Scheußlich bitter das Zeug. Na, da bin ich ja mal gespannt. Nach einer knappen Stunde hole ich den Kuchen aus dem Ofen. Sieht lecker aus und duftet auch so.

AprikosenkuchenZur Sicherheit mache ich ein bisschen mehr Puderzucker drauf, falls die Aprikosen doch bitter sind. Lässt sich vielleicht kaschieren. Beim ersten Biss kaue ich vorsichtig und warte auf verdächtige Anzeichen. Doch Fehlanzeige. Echt lecker. Immer noch.

Den Nachbarn geht es auch gut. Die haben gerade noch auf dem Klavier musiziert. Morgen dürfen sich dann die Kollegen im Büro freuen, dass ich keinen Kurztrip gemacht oder nur entspannt habe, sondern den ersten Teil den Frühjahrsputzes schon hinter mir habe.

Ach ja, falls sich jemand wundern, wo die Mandeln auf dem Kuchen sind: Die habe ich beim Warten gefuttert. Hatte dann doch Bedenken, dass ich hungern muss, falls der Kuchen ungenießbar sein sollte.

 

Eure Kerstin

P.S.: Da ich schon immer zu den Strebern gehörte, wurden die Schokoladenreste von Weihnachten und Ostern kurzerhand zusammen mit den verschmähen Corn Flakes, weil Vollkorn und ohne Glasur und/oder Crunch, gleich noch zu selbst gemachten Schokoladenflakes aufgewertet. Wozu noch länger horten?

SchokoladenresteWenn die Küche schon mal ein Schlachtfeld ist, kommt es auch einen Topf mehr oder weniger auch nicht an. Nun läuft die Spülmaschine und ich lege die Füße hoch. Mal probieren. Auch lecker. Besser als das Original, zumindest, was den Geschmack angeht. Schokocrossies