Tatort des Monats Dezember

Nein, es ist nicht beim Plätzchenbacken – wie man zu dieser Jahreszeit vermuten möchte – passiert, sondern ganz ordinär beim Ei-zu-Rührei-Verrühren.2014_12

Tatort: Küche.

Tatbestand: Stylischer Billigschneebesen aus dem Möbelhaus.

Tatortsäuberung: Tja, damit ist eigentlich schon alles gesagt: Wer im Möbelhaus Schneebesen anstatt Möbel kauft, der ist halt selber Schuld. Konzeption des Schneebesens war eigentlich überzeugend. Außen konventioneller Schneebesen, der innen einen kleinen geflochtenen Ball hat, in dem sich eine Kugel befindet. Soll für besonders viel Luft und Fluffigkeit sorgen. Leider ist der Kugelkäfig zu lasch und die Kugel schon des Öfteren aus ihrem Gefängnis entwichen. Wenn das aber beim morgendlichen Eierrühren passiert und besagte Kugel einem auf den Zeh donnert, dann ist Schluß mit Lustig und endet auf dem Werkstoffhof. Soll doch jemand bitte was Anständiges aus dem Billigding machen. Greife jetzt wieder zum Erbstück – ist fluffig genug und schmeckt genauso.

Seelenfutter

Karte Nr. 11: “Sie sind ganz und gar auf Genuss eingestellt: Kochen Sie Ihr Lieblingsessen oder bereitet Sie Ihr Traumdessert zu. Diesmal wird nicht an die Figur gedacht – es zählt nur der Spaß am Schlemmen.

Um es vorweg zu sagen: Nein, ich habe nicht zugenommen. Nur damit aus der Welt ist, bevor ich hier weiter mache. Und um die Wahrheit zu sagen, hatte ich sogar einige Schwierigkeiten mit dem Schlemmerpart. Nicht, weil Fastenzeit ist. Ich bin weiß Gott kein religiöser Mensch. So gesehen, habe ich in den letzten zwei, drei Jahren sogar in abgewandelter Form gefastet. Süßigkeiten zum Beispiel. Ich meine, es war letztes Jahr, als ich auf Fleisch und Süßigkeiten verzichtet habe. So zumindestens die Idee. Allerdings habe ich nach einer stressüberlasteten Arbeitswoche das mit den Süßigkeiten auf ein anderes Mal verschoben. Ohne Fleisch bis Ostern war dagegen kein so großes Problem wie ich anfangs meinte. Ein paar Tage vor Ostern war ich zum Essen im Steakhaus. Zuerst habe ich gezögert und dachte mir dann: „Ach, was soll’s. Wer weiß, wann ich wieder zu einem perfekt gegrillten Steak komme.“ Allerdings war ich ein bisschen enttäuscht. Ich hätte erwartet, dass ich so ein Aha-Erlebnis serviert bekomme. Nach dem Motto: „Wow, das schmeckt so teuflisch gut!“ Aber nichts dergleichen. Zyniker werden vielleicht nun sagen: „Tja, hättest Du mal bis Ostern gewartet.“ Aber, wie gesagt, um den religiösen Aspekt ging es mir dabei ja gar nicht. So, dieses Jahr mache ich also gar nichts. Süßigkeiten, Fleisch, egal, ich esse alles. Vielleicht wieder im nächsten Jahr.

Zurück zur Aufgabe: Meine größte Herausforderung ist, dass ich es nicht besonders mag, zu kochen, ohne zu wissen, dass jemand die damit verbundene Arbeit und Hingabe zu schätzen weiß. Allein in der Küche stehen, ist auch eher Pflicht denn Vergnügen. Und ich finde, Leidenschaft und Lust gehören zur Essenszubereitung einfach mit dazu, um aus einem Mahl Futter für die Seele werden zu lassen. Von daher fällt die Essensaufnahme in letzter Zeit eher unter notgedrungenes Übel und ich schenke ihr nicht allzu große Aufmerksamkeit. Weder beim Einkaufen noch beim Essen. Eigentlich schade, denn ich koche im Grunde ganz gern. Vielmehr läuft es eher so ab: Mal sehen, was Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank so zu bieten haben und was sich daraus machen lässt. Und wie es aussieht, war genau das mein Ansatz bei dieser Karte. Hier also meine Dokumentation:

FrühstückFrühstück: Ich gebe zu, es sieht etwas ungewöhnlich, wenn nicht sogar ekelig aus, ist aber richtig lecker und erinnert mich ganz stark an meine Kindheit. Ein Sandkuchensandwich. Man nehme ein Schwarzbrot – Graubrot geht auch – mit Nuß-Nougat-Creme bestreichen und oben drauf ein Stück Sandkuchen. Marmorkuchen geht auch. So fängt der Tag gut an, eignet sich aber auch für fast jede andere Tageszeit.

 

MittagessenMittagessen: Weder gesund noch nahrhaft, keine Frage. Aber das war ja nicht der Sinn der Sache, wenn ich die Aufgabe richtig gedeutet habe. Mikrowellengemüse mit Kräuterbutter und eine Coke.

 

 

 

ZwischenmahlzeitNachmittag: Oh, fast hätte ich vergessen, ein Foto zu machen. Ursprünglich waren es vier Quarkbällchen. Aber die sind sooo klein. Und leicht. Und zart. Passt super zu Kaffee und/oder Tee. Oder als Nachtisch. Nur teilen ist manchmal nicht so einfach.

 

 

AbendessenAbendessen: Gebratene Barbarieentenbrust mit Mango. Ich liebe es. Die Kombination der krossen Ente mit der Süße der Mango. Unvergleichlich! Unwiderstehlich!

 

 

 

MitternachtssnackMitternachtssnack: Nachos mit Guacamole. Selbstgemacht. Die Guacamole, nicht die Nachos. Das Beste daran ist, dass man nie so genau weiß, wie es wird. Diesmal ziemlich scharf. Schätze, ich war etwas zu großzügig mit dem Tabasco.

 

 

Abschließendes Fazit: Wenigstens wurde die Vorgabe von fünf Portionen Obst und Gemüse eingehalten.

Dieser Monat verging fast wie im Fluge. Ich kann beinahe gar nicht glauben, dass eine neue Karte darauf wartet, gezogen zu werden. Diesmal Kategorie Sinn. „’Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen’, Karl Jaspers. Sie sind eine Tochter, Cousine, Nichte bzw. Sohn, Cousin, Neffe. Rufen Sie ein Familienmitglied an, bei dem Sie sich lange nicht gemeldet haben.“ Oh, oh, das wird lustig. Und das meine ich eher im sarkastischen Sinne. Da weiß ich gleich gar nicht, wen ich zuerst anrufen soll. Ich glaube, ich brauche jetzt erst mal neues Seelenfutter. In diesem Sinne: Bis in einem Monat.

Eure Kerstin

Tatort des Monats Januar

Täter kommen ja bekanntlich immer an den Ort des Verbrechens zurück und so geht es mir auch irgendwie. Inzwischen könnte man auch fast behaupten, dass es eine Sucht ist, dieses Ballastloswerden. Denn immer wieder stolpere ich über Dinge, bei denen ich mich dann frage, ob ich sie noch benötige bzw. jemals benötigen werde und/oder weiter aufheben soll. Von daher habe ich mich entschlossen, einen Fund, den ich besonders kurios finde, als Tatort des Monats von nun an zu posten. Los geht es:2013_01

Tatortecke des Monats: Küche, Spülbecken.

Tatbestand: Könnte fast zeitgleich mit dem anderen „außerirdischen“ Gegenstand vor Tag 33 aus einer anderen Galaxie bei mir gelandet sein. Na ja, zumindestens ebenso häufig habe ich es genutzt, wenn überhaupt. Auflösung des Rätsels: Es ist eine Händesaubermachmetallteil. Also, keine Ahnung, wie man es in der Fachsprache nennt, aber angeblich soll man damit unangenehme Gerüche von den Händen bekommen. Wie Zwiebeln und Knoblauch und dergleichen. Ganz ohne Seife. Nur Wasser und das Metalldreiecksei.

Tatortsäuberung: Bis jetzt waren Seife und Wasser immer ausreichend für meine Hände. Aber vielleicht war das auch der Grund für die (schlechten) Ergebnisse beim Aus-der-Hand-Lesen. Egal, alte und wie man sieht auch manch neue Gewohnheiten sind schwer abzulegen. Also Sortierung der Wertstoffe nach Metall und Plastik.

Tatort Küche, Tag 32

Vorwort: Wer mitgezählt hat, weiß, dass ich eine die letzten Tage kurze Pausen eingelegt habe: Lecker Gans gegessen und gefeiert.32 Tag

Tatort: Küche, Schublade.

Tatbestand: Vorratsdose. Aus Altersschwäche in die Brüche gegangen

Tatortsäuberung: Jedes noch so unverwüstlich erscheinende Teil, hat eine Schwachstelle. Gefunden, würde ich sagen. Und weg damit.

 

Tatort Küche, Tag 7 (später Glücksfund)

Zufällige Entdeckung, die ich unbedingt noch nachtragen muss, da ab morgen eine neue alte Bestimmung darauf zukommt.

Tatort: Küche, Schublade.007

Tatbestand: Streichholzbriefchen. Super spitzenmäßig! Wow, das kleine rechts ist aus Canada. Muss  im Jahr 1980 oder 1981 gewesen sein.

Tatortsäuberung: Perfekter Glückfund zur Adventszeit. Wird restlos zum Anzünden der Kerzen aufgebraucht. Yippie!

Tatort Küche, Tag 4

Noch so ein unbenutzter Gegenstand.

Tatort: Küche, Geschirrschrank04 Tag

Tatbestand: Soll wohl ein Set, bestehend aus Zuckerdose und Sahnekännchen, sein. Finde aber, es sieht eher wie Senftopf und Soßen-/Ölkännchen aus. War ein gut gemeintes Geschenk von jemandem, den ich heute nicht mehr zu meinem näheren Umfeld zähle und der mir wahrscheinlich auch deswegen nicht böse ist, wenn ich mich nun davon trenne. Zudem besitze ich bereits drei Zucker- und Sahnesets. Ebenso schwer vorstellbar, dass ich mich je in der Lage wiederfinden werde, eine derart gewaltige Kaffeetafel bewirten zu müssen, dass meine derzeitige Ausstattung nicht ausreichen könnte.

Tatortsäuberung: Schwierig. Zum Wegwerfen zu schade. Und noch immer ist keine Einladung zum Polterabend in meinem Briefkasten. Möchte auch niemandem meiner Freunde ein abgelegtes Geschenk andrehen. Vielleicht hat die Wertstoffbörse dafür Verwendung. Ansonsten wird es wohl oder übel doch auf dem Schutt landen.

Tatort Küche, Tag 3

Wenn man erst mal anfängt, findet man Dinge, die man hat, benutzt, aber irgendwie gar nicht benötigt.

Tatort: Küche, Schublade03 Tag

Tatbestand: Brotmesser. Eignet sich weder zum Brotschneiden noch zum Bearbeitern anderer Lebensmittel, weil einfach von Beginn an stumpf und unhandlich. Zudem lasse ich mein Brot meist beim Bäcker schneiden. Da sind dann alle Scheiben gleich dick und es gibt auch keine bösen Schnittwunden.

Tatortsäuberung: Da ich auch niemand anderen mit einem stumpfen Messer eine Freude machen kann, werde ich es im Müll ganz unten deponieren, damit es auch für keinerlei anderes Schindluder Verwendung findet.

Tatort Küche, Tag 2

Nachdem ich erst mal die Küche zu meinem Schlachtfeld erklärt habe, liegt es nahe, der ganzen Sache systematisch beizukommen. Von daher auch heute ein Fundstück aus eben dieser.02 Tag

Tatort: Küche, Regal

Tatbestand: Beigabe zu einem Menü bei einem Fast-Food-Restaurant.

Tatortsäuberung: Da in nächster Zeit kein Polterabend in Aussicht ist, werde ich es am Samstag auf den Wertstoffhof zur Wiederverwertung bringen.

Tatort Küche, Tag 1

In Anbetacht dessen, dass demnächst wieder die (guten) Vorsätze für das neue Jahr fällig werden, habe ich dem ganzen Stress schon mal ein bisschen vorgegriffen und beschlossen, bei mir mal wieder so richtig auszumisten. Sicherlich ist dies auch der Tatsache, dass ich demnächst umziehe, geschuldet, und da dachte ich mir, wann, wenn nicht jetzt ist die Gelegenheit, sich von dem einen oder anderen Ballast zu trennen. Aufmerksame Leser meines Blocks werden bemerkt haben, dass dies auch mit der zuletzt gezogenen Experimentkarte zusammenhängt. Bedanken möchte ich mich bei Ute Blindert, die mich mit Ihrem Thema Minus1 hierzu ebenso inspiriert hat, meinem ich mehr Platz zum Atmen und frei sein gegeben hat. Bin gespannt, welche Schätze dieses Abenteuer so ans Tageslicht befördert.

Den Anfang mache ich in der Küche. Typisch Frau. Ja, kann sein, aber irgendwo muss ich ja anfangen. Hier also das doch recht „erfolgreiche“ Ergebnis des ersten Tages01 Tag

Tatort: Küche, Küchenschrank, oberes Fach

Tatbestand: Abgelaufene Lebensmittel. Schade. Waren im obersten Küchenschrank, ganz hinten und wohl irgendwann aus einer Laune heraus gekauft, dann aber doch nicht verarbeitet. Teilweise bereits seit 2009 abgelaufen. Ups. Nein, irgendwelche Bewohner waren nicht zu finden, falls es jemanden interessiert.

Tatortsäuberung: Auch wenn ich ungern Lebensmittel wegschmeiße, leider in den Bioabfall entsorgt.