Tatort des Monats Juli

Eigentlich ist es ein Tat- und Fundort gleichzeitig, nur an verschiedenen Stellen.

Tatort: Küche

Tatbestand: Kaffeemühle

 Tatortsäuberung: In meinem Beitrag „umgedacht und aufgestellt“ hatte ich die Tat schon angekündigt. Nun wurde der Energiesklave gegen ein handbetriebenes Modell, welches auf dem Flohmarkt erspäht und in der zweiten Verhandlungsrunde erstanden wurde, vorsätzlich ausgetauscht. Und nachdem die Reinigung mit Reis und die Überprüfung der Funktionstauglichkeit einen erfolgreichen Abschluss gefunden hat, darf die elektrische Schwester in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Nun heißt es Bewährungsprobe für die Nachfolgerin und bis zur Entscheidung über das weitere Verfahren darf die Kaffeemühle vorerst im Keller stehen bleiben.

 P.S.: Als stolzer neuer Besitzer einer handbetriebenen Maschine diesmal ein Bild des Fundstücks.

Tatort des Monats Juli

Manchmal schlagen Praxis und Theorie getrennte Wege ein – wie in diesem Fall.

Tatort: Küche.Dose 2

Tatbestand: Zerkleinerer (es gibt aber bestimmt auch eine „professionelle“ Bezeichnung für das Gerät)

Tatortsäuberung: Nachdem ich dem Gerät nun zig Chancen gegeben habe, seinen Job als Zwiebelschneider gerecht zu werden, gebe ich auf. Das klappt nicht. Oder ich kann es nicht. Jedenfalls werden die Zwiebel einfach nicht wirklich klein. Schon gar nicht gleichmäßig.

Liebe I.: Danke für das gut gemeinte Geschenk. Ich habe es wirklich lange und immer wieder versucht, aber nach nun bald zehn Jahren bin ich zu dem Schluss gekommen, dass entweder die Dose oder ich eine Fehlkonstruktion sind. Jedenfalls sind wir nicht kompatibel.

Es geht doch nichts über Handarbeit und das bisschen Heulen verkrafte ich gerade noch. Reinigt die Poren.

 

P.S.: Falls da draußen jemand ist, der noch ein Küchengerät braucht, melden. Ansonsten wandert es in die Flohmarktbox oder Aussteuerkiste für den jugendlichen Mitbewohner.

 

 

 

Tischlein deck Dich

Auch wenn die Vermutung nach meinem vorherigen Beitrag „Das bisschen Haushalt“ naheliegt, ein Service für 24 Personen besitze ich – zum Glück – nicht. Allerdings befindet sich ein Kaffeeservice für zwölf und auch ein solches Silberbesteck in meinen Besitz. Erbstücke. Tja und das ist auch gleichzeitig das Problem an der Sache: Eine Trennung scheint unmöglich. Und während das Besteck fleißig in Gebrauch ist, ist schließlich auch das Einzige in meinem Haushalt, kommt das Kaffeeservice nur Weihnachten oder zu Treffen der Buchgesellschaft oder anderen besonderen Anlässen zum Einsatz.

Kaffeeservice

Gegenüber den vorherigen Besitzern ist das eine enorme Steigerung, denn soweit ich mich erinnern kann, wurde das dünnwandige Hutschenreuther Porzellan, welches meine Eltern zur Hochzeit geschenkt bekommen haben, danach nur einmal – zum 25. Hochzeitstag – aus dem Schrank geholt. Und prompt ging eine der Tassen kaputt. Beim Abspülen. Denn der Goldrand verträgt keinen Geschirrspüler. Die Tasse wurde ersetzt. Eine Einzelanfertigung für stolze DM 70,00. Da überlegt man sich natürlich zweimal, ob man ein solches Risiko nochmals eingeht.

Nun gut, bei mir wird es auch geschont, aber nicht mehr in Watte gepackt. I. meint immer, sie würde es ja als Alltagsgeschirr benutzen und in die Spülmaschine stellen. Wenn es hin ist, dann ist es eben so. Im Grunde kann ich mich mit der Vorstellung durchaus anfreunden. Was aber dann mit all dem anderen Geschirr, das so meine Schränke bevölkert?

Wer schon eine ganze Weile auf dieser Welt wandelt und die eine oder andere Wohnsituation hinter sich hat, besitzt sicherlich ebenso wie ich, eine bunte Mischung an Tellern, Schüsseln, Töpfen, Pfannen, Tassen, Gläsern und noch vieles mehr. Hinzu kommen Geschenke und eben Erbstücke. Was soll ich sagen? Ich komme auch so locker auf über 300 Teile. Ohne Besteck. Erschreckend irgendwie.

Wie es aussieht, muss ich also entweder mehr Partys feiern oder einem Polterabend beiwohnen, denn bei dem Bestand und der durchschnittlichen Lebenserwartung des Geschirrs und meiner, ergibt sich am Ende ein Überschuss auf der Geschirrseite. Dabei ist schon eine Menge in die Firmenküche gewandert. Tassen und Besteck zum Beispiel. Das scheinen Dinge zu sein, die im eigenen Heim eine nahezu unendliche Lebensspanne haben und im Büro binnen Wochen verschwinden. Ein seltsames Phänomen wie ich finde. Nun ja, damit beschäftige ich mich vielleicht ein anderes Mal.

Letztes Jahr wurden meine Kundentreuepunkte – ja, ich besitze noch eine Karte – in ein neues Topfset umgewandelt. Das alte war eigentlich noch ganz okay, auch wenn es allesamt milde Gaben aus dem elterlichen Haushalt waren. Trotzdem fand ich, dass es an der Zeit sei, nun doch mal ein eigenes Set anzuschaffen bzw. als Gegenleistung für die Preisgabe meiner Daten habe ich das verdient.  Und da ich es nicht übers Herz gebracht habe, die alten Töpfe und Pfannen weg zu schmeißen, kam mir die Idee mit der Aussteuerkiste.

Eine wirklich brillante Idee, denn der jugendliche Mitbewohner wird ja doch hoffentlich irgendwann das Hotel Mama verlassen. Und dann wäre die Erstausstattung zwar nicht gerade das, was sich der Nachwuchs wohl so vorstellt, aber immerhin und besser als nichts. Seitdem wandert hin und wieder etwas in die Kiste. Aus dem Grunde wurde die Küche auch noch keiner allzu großen Minimalismusaktion unterzogen, denn sollte dann der Auszug bevorstehen, kann auch ich großzügig milde Gaben verteilen.

Noch ein paar Sätze zu Plastik in der Küche: Dass Geschirr, Gläser, Tassen und Besteck nicht aus Plastik sind, versteht sich für den Feinschmecker von selbst. Bei den Vorratsdosen herrscht bei mir derzeit noch eine 50/50 Ausgeglichenheit zwischen Glas und Plastik. Die Gründe dafür hatte ich ja schon mal in dem Beitrag „Resterampe“ erläutert. Daneben gibt es noch ein drei Rührschüsseln, einen Teigschaber und zwei Muffinbackformen aus Plastik. Das sollte es eigentlich sein. Kochlöffel sind schon immer aus Holz, Pfannenbesteck aus Metall und unlängst wurden die Schneidebretter komplett auf Holz umgestellt. Das sieht nicht nur besser aus, sondern ist entgegen der langläufigen Meinung auch hygienischer, da die Gerbstoffe im Holz für Keimfreiheit sorgen. Mit jedem neuen Schnitt aufs Neue.

Brettchen

Die oben erwähnte Kiste wartet im Übrigen inzwischen nicht mehr allein auf ihr neues Zuhause. Was sich sonst noch so zum frühzeitigen Vererben eignet, gibt es beim nächsten Mal zu lesen.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Heute bleibt die Küche kalt

Der Wiener Wald war früher die Lösung, wenn Muttern nicht am Herd stehen wollte. Wobei, früher war in Punkto gemeinsames Essen vieles anders, wie ich schon mal in dem Beitrag „Duft des Lebens“ festgestellt habe.

Ich jedenfalls gehe auch gern auswärts essen. Es macht einfach Spaß, die Mahlzeit fix und fertig serviert zu bekommen. Irgendwie ist auch manchmal wie ein Überraschungsei, wenn der Teller vor einem steht. Denn ob das Gericht, welches sich auf der Speisekarte so verführerisch anhörte, wirklich solche Qualitäten besitzt, wird man erst feststellen, wenn man es probiert hat.

Die Deutschen sparen bekanntlich ja zuerst am Restaurantbesuch, wenn das Geld knapp ist. Das ist nachvollziehbar. Trotzdem boomt die Szenegastronomie und Sterneküche. In manchen Lokalitäten muss auf Wochen im Voraus reserviert werden. Das ist ebenso nachvollziehbar und liegt am Erlebnisfaktor, denn oft spielt das Essen an sich nur die zweite Geige. Die wesentliche Zutat für die stimmige Note ist der Service und die Gesellschaft.

Vor einigen Jahren war unsere Familie (Großeltern, Kinder, Enkelkinder und Freunde) im schönen Aschau. Zwei Sterne kann die Residenz Winkler vorweisen. Zugegeben, das kann man sich wirklich nicht jede Woche, auch nicht jeden Monat, leisten. Aber der jugendliche Mitbewohner, der damals noch ein Kind war, und ich schwärmen noch heute von dem Abend. Oft, wenn wir etwas besonders Leckeres speisen, sagen wir: „Weißt Du noch, damals bei Winkler’s?“

Noch schöner als kochen lassen, ist Kochen für Freunde. Stimmt’s, liebe Buchgesellschaft? Auch dabei ist der Geselligkeitsfaktor der springende Punkt. Ich sage ja immer, ich bin ein Gesellschaftsesser. Allein essen, wenn der jugendliche Mitbewohner wieder mal auf Abstand zur Eigenkreation geht, ist langweilig und schmeckt irgendwie nicht. Und Essen, nur um satt zu werden, finde ich unbefriedigend. Da bleibt dann erst recht die Küche kalt und es gibt ein Brot mit Tee und einem Apfel oder Joghurt.

Doch am allerschönsten ist Kochen mit Freunden. Stimmt’s, liebe M.? Dabei lassen sich vorzügliche Herddiskussionen führen und gewagte Rezepte testen. Wir haben mal „Plattes Huhn“ nach einem Rezept von Johann Lafer gemacht. Das war ein echtes Erlebnis, bei dem man dem armen Flattermann mit Hilfe eines Backbleches sämtliche Knochen brechen musste, bis er eben platt war. Nichts für Zartbesaitete, aber lecker und vor allem lustig war’s.

Plattes Huhn

Was das alles mit Verzicht zu tun hat? Nichts, wenn man mal von den Zutaten, die natürlich Bio sein können, absieht. Und das ist gut so. Verzicht heißt ja nicht, dass man sich nichts mehr gönnt, sondern dass man das, was das Leben einem bietet, mit allen Sinnen genießt.

Das Pedant zu auswärts essen, ist Essen zum Mitnehmen. Das schauen wir uns morgen an.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

 P.S.: Das Foto ist aus dem Kochbuch „Meine besten Rezepte“. Unsere Kreation sah nicht so perfekt aus, aber darauf kommt es bekanntlich auch nicht an. 

Tatort des Monats Mai

Mein Frühjahrsputz beförderte so einige Opfer zu Tage. Ein echter Massenfund. Zum Glück befinden sich alle an einem Tatort.

Tatort: Küche.Eierformen

Tatbestand: Pfannenförmchen. Oder so ähnlich. Na ja, jedenfalls lassen sich damit sternen- bzw. herzförmige Eierspeien zubereiten.

Tatortsäuberung: Ist was für geduldige, kreative Leute und/oder dankbare, wertschätzende Esser. Keines von alledem trifft auf mich zu. Hoffentlich machen die Altmetallwiederverwerter etwas mit mehr Praxisbezug draus.Schnellkochtopf

Tatbestand: Schnellkochtopf. Eine Gabe meiner Tante. Leider ist er trotz neuem Gummi nicht ganz dicht. Ergo eher ein Topf mit Sicherheitsdeckel denn ein Schnellkochtopf.

Tatortsäuberung: Nein, nicht ganz. Erst mal erhält er Asyl. Im Keller. Revision ist wpid-20150504_064423.jpgbeantragt.

Tatbestand: Eierlöffel. Obwohl so gut wie unbenutzt, sind sie leicht schmierig angelaufen. Weder Hand- noch Maschinenkraft zeigen hier Wirkung.

Tatortsäuberung: Keine Ahnung, ob Plastiklöffel zu den Dingen gehören, die nach Jahren unnützen Daseins einen Film ansetzen, erscheint mir aber mehr als verdächtig. Erschwerend kommt hinzu: Esse keine gekochten Eier und auch niemand, der unter meinem Dach wohnt. Also ab in Recyclingkreislauf damit.

Tatbestand: Bestecksortiment.Besteck

Messer. War eine Anschaffung während eines Italienurlaubs, da in der Ferienwohnung nur stumpfe Klingen zu finden waren.

Zwei Gabeln in Kleinkindergröße. Herkunft ist etwas ungewiss. Wahrscheinlich aus meinem Elternhaus

Löffel. Ein Fundstück aus einer Tiefgarage in Meran. Ok, keiner stelle mir auch nur eine Frage dazu.

Tatortsäuberung: Denkbar einfach. Nehme ich mit in die Arbeit. Irgendwie herrscht immer Bedarf, denn dort wird Besteck lebendig und schleicht sich davon. Arbeitsscheu wäre meine Vermutung, aber beschwören möchte ich es nicht.

Tatort des Monats Februar

Doppeltatort – sozusagen.

Tatort: Küche.2015_02

Tatbestand: Gläser.

Tatortsäuberung:

Glas 1 (ohne Aufdruck): Da ich es satt hatte, auf den Bruch des letzten Glases aus der Serie zu warten und es aufgrund „Blindheit“ eh nicht mehr zu den ansehnlichen Kollegen im Schrank passte, wurde es nun der Wiederverwertung zugeführt.

Glas 2 (Fußballer/Torwart auf Nuss-Nougat-Glas): Tja, ich fast geneigt zu sagen „ohne Worte“, aber ich habe lange nach einer Alternativfunktion für dieses Glas gesucht. Stifteköcher, Krims-Krams-Sammelbehälter, Schlüsselglas, Pinselbecher usw. Leider passte es einfach zu nichts und/oder zu mir. Also leistet es dem anderen Glas im Glascontainer Gesellschaft.

Tatort des Monats Januar

Schade, aber leider funktioniert das gute Stück nicht mehr. Ob er schon zu oft zu harte Nüsse zu knacken hatte oder einfach altersschwach ist, kann ich nicht sagen bzw. ist mir nicht mehr präsent.2015_01

Tatort: Küche.

Tatbestand: Nussknacker.

Tatortsäuberung: 60er-Jahre, Retro, Vintage, antik – egal, wenn der Nussknacker nur gut aussieht und keine Nüsse knackt, muss er leider gehen. Merke: Früher waren anscheinend auch die Nüsse größer.