abgeschminkt und eingeseift – die Kosmetikfrage

Nach einem Jahr bin ich in punkto Kosmetik im Grunde soweit mit allem da, wo ich hinwollte. Es gab ein paar Rückschrittentscheidungen und eine steht auch noch aus.

Die Reinigung von Haut und Haaren übernimmt inzwischen die Seifenfraktion komplett. Die Haarseife von Lush hatte ich ja schon letztes Jahr positiv erwähnt („Rapunzel“ und „An meine Haut …„) und sie ist inzwischen mein Favorit. Ansonsten gehe ich auch gern auf die Suche nach schönen Seifen. Sind bei weitem dekorativer und schöner als Flaschen, Tuben, Spender, Tiegel, Dosen und dergleichen. Zudem kommt das kompakte Stück ohne Verpackung daher und kann bis auf den letzten Krümel aufgebraucht werden. Ein Einkauf in Maßen macht Sinn wohlgemerkt, denn so ein Stück Seife hält bis zu einem halben Jahr.

Ansonsten komme ich bei der Haarpflege mit Bürste und hin und wieder ein paar Tropfen Haaröl prima durch den Alltag und auch sonst. Und ich liebe die Bürstenmassage bei meinem Naturfriseur. Da kann ich richtig abschalten und loslassen. So herrlich kriege ich das zu Hause leider nicht hin, aber auf diese Weise freue ich mich dann immer umso mehr auf den Besuch.

Die App Code-Check nutze ich auch noch gerne, um die Inhaltsstoffe festzustellen. Allerdings bin ich derzeit nicht mehr so groß auf der Suche und habe weitestgehend die Produkte gefunden, die mir und meinem grünen Gewissen gefallen.

Einzig bei Make-up und Mascara konnte ich mich noch nicht für eine Bio-Variante entscheiden. Beim Mascara muss es einfach ein wasserfestes sein. Ich hatte seinerzeit ja schon angedeutet, dass alle anderen verlaufen und dahingehend für mich im Arbeitsalltag nicht praktikabel sind. Schade, aber da baue ich mal auf die Zukunft und den Erfindergeist der Kosmetikfirmen. Auch alle getesteten Schminken waren nicht so der Hit. Nun werde ich mal den Sektor der hochpreisigen Produkte ansteuern, in der Hoffnung, dass sich doch noch eine Alternative für mein hormon- und palmölhaltiges Make-up finden lässt.

Bei der Zahnpflege muss ich zugegeben, dass ich da größtenteils wieder auf die konventionellen Produkte zurück geschwenkt bin. Die Bambuszahnbürsten hatten mir damals aufgrund der Verpackung schon nicht gefallen – zu viel Plastik um Umverpackung. Hinzukam, dass der Verschleiß im Vergleich zur klassischen Zahnbürste um einiges höher ausgefallen ist und somit auf Dauer einfach auch sehr teuer. Auch ergonomisch haben mich die Bio-Bürsten nicht überzeugt.

Das Putzergebnis mit den biologischen Pasten ist gut, allerdings vermisse ich ein bisschen das „saubere, frische“ Gefühl der herkömmlichen Zahnreinigungsprodukte, was sicherlich letztendlich auch mehr Einbildung und somit Gewöhnungssache ist. Der Zahnarzt hat jedenfalls bis dato keinerlei Beanstandungen gehabt. Getestet wurde auch Zahnpulver von Lush (gibt mit Sicherheit noch weitere Firmen). Ebenfalls gut, aber könnte gleichfalls etwas frischer sein. Dafür ist es sehr ergiebig. Der weitere Vorteil hier ist, dass man die leere Dose wieder zum Händler zurückbringen kann. Leere Tuben – egal ob Bio oder Klassisch – nicht. Nun kombiniere ich meist alle drei Produkte und fahre ganz gut damit.

Das mit dem Backpulver als Scheuermittel für die Zähne funktioniert bei mir nur selten. Ich kriege bei zu häufigem Gebrauch (1x/Woche) Blasen an der Zunge und/oder Lippe. War einen Versuch wert. Biologische Zahnseide gibt es tatsächlich, war mir aber zu dick. Und ob nun Naturseide nachhaltiger ist erscheint mir fraglich.

Mein Resüme: Das größte Verbesserungspotential ist da bei mir die Vorratshaltung. Ich kaufe eindeutig zu viel auf Vorrat, was dann Stauraum kostet beziehungsweise für volle Badezimmerschränke sorgt und mich beim Öffnen dieser überfordert (oje, das muss alles noch verbraucht werden). Da muss ich noch an der Einstellung und meinem Kaufverhalten arbeiten. Ansonsten habe ich viel ausprobiert und experimentiert. Der Faktor Spaß ist damit vollends erfüllt.

Nächstes Thema im Rückblick: Lebensmittel. Also dann, action!
Eure Kerstin

Wahre Schönheit kommt von innen

Sicherlich lässt sich über das Kapitel Hygiene und Schönheit noch so einiges mehr sagen. Wir, vor allem Frauen, investieren gern auch mal ein paar Extra-Cent in das eine oder andere vielversprechende Schönheitsmittelchen. Der schöne Schein lockt und weckt Begehrlichkeiten. Nur allzu gern glauben wir den Versprechen und misstrauen der eigenen, inneren Schönheit.

Wir wollen gepflegt, jugendlich, sauber und frisch sein. Feminin oder besonders männlich. In jedem Fall begehrenswert. Und neben der Werbung üben hier die Bilder und Berichte von Stars und Sternchen einen ganz erheblichen Einfluss auf unser Kaufverhalten aus. Umso mehr, je jünger die Zielgruppe ist. Unser Selbstbild ist stark davon beeinflusst, was andere von uns denken. In gewisser Weise sind wir abhängig. Dessen muss man sich bewusst sein.

Verzicht kostet Selbstvertrauen: Beim Thema Kosmetik, vor allem bei der Dekorativen, befindet man sich da noch in einer Abseitsposition. Keine der großen Marken verfügt bis dato über eine Bio-Sparte oder wirbt mit der entsprechenden Nachhaltigkeit. Und die ausgewiesenen Naturkosmetikmarken fristen ein leicht angestaubtes Dasein – ich denke da beispielsweise an Kneipp – und befinden sich in den Drogeriemärkten (noch) in der zweiten Reihe, weit weg von den Laufwegen der Kunden.

Verzicht kostet Mühe: Sich mit den Inhaltsstoffen beschäftigen und nach entsprechenden Produkten suchen, bedeutet Probieren, Verwerfen und Nicht-Aufgeben. Hilfreich ist in dem Zusammenhang die App Codecheck. So konnte ich zum Beispiel feststellen, dass ein Duschgel, welches ich noch aufbrauchen wollte, mit Hormonen versetzt ist. Was das bringen soll, ist mir ein Rätsel. Nun wird es aussortiert, halb voll oder nicht, das braucht kein Mensch. Vielen Dank an goldenesnix in dem Zusammenhang für den Hinweis mit der App. Im Übrigen ist diese für fast alle Bereiche einsetzbar.

Preislich lässt sich bei den Bio-Produkten kein großer Unterschied zu den konventionellen Marken feststellen, was ich sehr positiv finde. Es gibt günstige Drogeriemarken, die bei Ökotest mit „sehr gut“ abgeschnitten haben. So muss man sich nicht entscheiden, ob man seinem Gewissen oder dem Geldbeutel nachgibt.

Verzicht braucht einen Plan und ein Ziel: Vom Minimalismus bin ich noch sehr, sehr weit weg, um einschlägige Erfahrungen vorweisen zu können. Liegt sicherlich daran, dass mein Schönheitssalon größtenteils im Moment eher einem Versuchslabor gleicht, weil ich noch viele Dinge teste.

Labor

Aber der Entschluss steht fest. Der Weg dahin dauert manchmal ein paar Monate, vielleicht auch ein Jahr und ist genauso wichtig wie das Ergebnis. Man lernt sich und seine Bedürfnisse kennen und trifft dann Entscheidungen, die Bestand haben und nicht bei der nächstbesten Gelegenheit wieder über Bord geworfen werden. Denn da befinden sich schon mehr menschengemachte Hinterlassenschaften als unser Planet tragen kann. Wichtig ist, die Wa(h)re Schönheit kommt von innen und beginnt im Kopf.

Vor dem nächsten Kapitel muss ich erst mal mein Defizit an Schönheitsschlafzeit aufholen. Gestärkt geht es mit dem Part Lebensmittel in ein bis zwei Tagen weiter.

Also dann, vor der action erst mal Pause!
Eure Kerstin

Spieglein, Spieglein an der Wand

Bei Schminke&Co. muss ich zugeben, dass ich noch nicht so ganz da bin, wo ich hinmöchte. Liegt wohl auch daran, dass dies eines der letzten Bereiche in meinem Schönheitslabor ist, über das ich mir Gedanken gemacht habe.

Und obwohl ich nahezu nie ungeschminkt aus dem Haus gehe, halten die Vorräte oft sehr lange. Das mag der Grund sein, weshalb ich noch keinen allzu großen Handlungsbedarf gesehen habe.  Zudem gehören manche Hilfsmittel nicht in mein Arsenal. Lippenstift und Kajal zum Beispiel. Nagellack auch nur immer Sommer für die Zehen. Wegen der schönen Schuhe.

Mascara und Abdeckstift sind schon einige Zeit erfolgreich im Einsatz. Einziger Nachteil beim Mascara ist, dass es nicht wasserfest ist. Gut, erleichtert das Abschminken. Da aber meine Augen dazu neigen, zu tränen, wenn es kalt und/oder windig ist, wäre mir eines mit etwas mehr Haftung lieber.

Nahezu alle Produkte kommen in Plastik über den Ladentisch. Wahrscheinlich schwierig, dies anders zu lösen. Einzig manche Make-up Mousse Varianten werden im Glastiegel mit Plastikdeckel verkauft. Dahingehend muss ich meine Suche wohl noch ein bisschen ausdehnen. Ein kleine Versuchswerkstatt ist jedenfalls schon eingerichtet.

Kosmetik

Manche Artikel riechen, ich will nicht sagen unangenehm, aber auch nicht wirklich lecker. Unsere Nasen sind eben auch schon an die ganze Chemie gewöhnt.

Apropos Nase: Die Autorinnen von „Besser leben ohne Plastik“ empfehlen Spenderboxen anstelle von Taschentüchern. Schon ganz gut, kann ich aber noch toppen. Ist aber Glücksache. Denn in der Erbmasse meiner Großtante befanden sich absolut niedliche Taschentücher mit Häkelspitze. Selbstgemacht. Die lagen lange Zeit in meiner Schublade, weil ich es nicht übers Herz gebracht habe, mich von Ihnen zu trennen. Tja, und nun sind sie Bestandteil meiner Handtaschensammelsuriums.
Was meint Ihr? Hat was, oder? Vor allem Stil, wenn man diese an die tränenüberflutete Freundin reichen kann.

Taschentücher

Und wo wir beim Thema Zellstoffverbrauch sind, noch ein paar Sätze zum stillen Örtchen: Den Jahresbedarf an Toilettenpapier kann man in Einzelblattpackungen anliefern lassen. Voraussetzung ist natürlich, dass man die Abnahmemenge kennt und dann auch die Lagerkapazitäten hat. Finde ich an sich aber eine interessante Idee. Laut oben genanntem Buch soll der Verbrauch so um 40% gegenüber Rollennutzung sinken. Kommt natürlich auch darauf an, wie viele Blätter man so von der Rolle reißt, würde ich sagen.

Ein unglaublich großer Posten bei der Müllproduktion entfällt auf Handtuchrollen. Inzwischen gibt es ja schon viele Toiletten, in denen Stoffrollen durchlaufen oder Gebläse die Hände trocken föhnen, aber genauso oft findet man auch Einmaltücher. Vor ein oder zwei Jahren ging bei mir in der Firma dazu ein Video rum, wie man den Verbrauch reduzieren kann, das möchte ich Euch nicht vorenthalten. Und es ist tatsächlich so, dass man beim nächsten Gang daran denkt und es ausprobiert. Was soll ich sagen, es funktioniert.

Zum Abschluss des Kapitels Kosmetik und Hygiene folgt morgen noch eine kurze Zusammenfassung. Wenn jemand noch einen Wunsch zu dem Thema hat, gerne schreiben, dann baue ich das noch mit ein.

Also dann, action!
Eure Kerstin

„An meine Haut lasse ich nur Wasser…

…und CD“. Mit diesem Spruch aus der Werbung bedachte mich mein Vater während meiner Pubertät. Für ihn waren Seife und Wasser absolut ausreichend, um Pickeln und Schmutz zu Leibe zu rücken. Was ich als allwissender Teenager als Marotte der älteren Generation damals belächelt habe, praktiziere ich heute selbst. Nur die Seife ist eine andere und zudem erlaube ich mir daneben noch ein paar weitere Hilfsmittel. Was soll ich sagen: Der Zahn der Zeit nagt an mir. Eitelkeiten können jedoch auch auf nachhaltige Art und Weise gepflegt werden wie wir im Laufe der nächsten Tage sehen werden.

Vor der Pflege kommt die Reinigung und da bin ich ein Freund von Seife. Erst zwangsweise und inzwischen bekennend. Das verdanke ich, nein, nicht meinem Vater, sondern meinem jugendlichen Mitbewohner. Wenn auch unbewusst, denn bei zahlreichen Besuchen bei Oma und Opa, wurde für Muttern, also mich, immer eine Seife als Mitbringsel ausgesucht. Manchmal auch zwei oder drei, sodass ich nun über einen schier unerschöpflichen Fundus an verschiedenen Duft- und Farbrichtungen verfüge.

Neben den üblichen Benimm-Dich-Ansagen meinerseits, kam daher beim letzten Mal die Bitte „Keine Seife mehr“ hinzu. Ohne Erfolg. Nun ja, das Gehirn des jugendlichen Mitbewohners kann sich eben nicht so viel merken. Nun bin ich also stolze Besitzerin von Seifen alle Art und kann bald die Bäder eines kleinen Hotels damit ausstatten, denn ob ich es noch zu Lebzeiten schaffe, den Vorrat zu verbrauchen, scheint fraglich. Ganz besonders, da demnächst wieder ein Besuch bei Oma und Opa ansteht.

Wenn ich ehrlich bin, es sieht auch um einiges dekorativer aus als die flüssige Alternative, die hoffentlich bald mal alle ist. Oder was meint Ihr? Seife

Wie dem auch sei, ich musste mir etwas einfallen lassen. Ich kann mich zumindest in dem Punkt glücklich schätzen, dass ich eine recht pflegeleichte Haut habe und bis auf die jugendlichen Pickel keine großen Probleme zu verbuchen hatte, trotz eines mitunter sorglosen Umgangs, zu dem ich heute auch die tägliche Dusche zählen würde. Es liegt sicherlich auch an der harten Schule meiner Eltern, aber Hygiene und Sauberkeit ist nicht zwingend nur durch Duschen zu bewerkstelligen.

Bevor nun die Nasen gerümpft werden: Es gibt Lebensmuster, die verlangen einfach das tägliche Duschen, das bestreite ich nicht im Geringsten. Von daher kann ich also hier nur von mir reden und ich komme in der Regel mit zweimal Duschen pro Woche aus. Alle anderen Tage wird sich gründlich gewaschen. Man kann alles kaputt waschen, auch die eigene Haut. Der gute alte Waschlappen, ein Stück Seife und Wasser reichen meist jedoch völlig aus. Und so ganz nebenbei spart man auch noch Wasser.

Den Anhängern von Peelings sei gesagt: Diese enthalten bis zu 90% Mikroplastik, welches ungefiltert wieder in den Wasser- und letztendlich Nahrungskreislauf gelangt. Inzwischen ist in 90% aller Menschen Plastik im Blut nachweisbar. Doch wer sich gern seiner alten Haut entledigt, kann ein solches auch mit Zucker und Öl selbst herstellen. Sogar Kaffeesatz soll sich eignen, habe ich aber noch nicht ausprobiert. Luffaschwamm oder eine entsprechende Bürste gehen natürlich auch. Lästiger Hornhaut rücke ich zusätzlich mit einem Bimsstein zu Leibe. Gibt es in der Apotheke in der „Kuriositätenkiste“, wie eine Angestellte es nannte, als ich danach gefragt habe.

Für was ich bis dato noch keine wirklich zufriedenstellende Lösung gefunden habe, ist ein Ersatz für Wattepads, um sich abzuschminken. Bio-Watte ist klar, aber Verschwendung ist es schon irgendwie. Alle getesteten wiederverwendbaren Pads haben sich bislang als ungenügend erwiesen. Wenn da jemand einen tollen Tipp hat, würde ich mich freuen. Abschminken mache ich natürlich nicht mit Seife, da diese viel zu aggressiv (austrocknend) ist, sondern mit den Produkten der entsprechenden Hersteller von Bio-Kosmetik. Dann lauwarmes Wasser und ein guter Waschlappen. Fertig.

Ansonsten ist Seife wirklich ein Alleskönner. Sie lässt sich bis auf den allerletzten Rest aufbrauchen und man kann sie sogar für den Urlaub portionieren und ebenso problemlos im Handgepäck mit sich führen. Morgen dann: Zahnpflege.

Also dann, action!
Eure Kerstin 

Hautnahe Einblicke

SchönheitDie Haut ist unser größtes Organ. Und unbeschreiblich sinnlich. Auf einem Quadratzentimeter befinden sich:

  • 150.000 Pigmentzellen
  • 5.000 Sinneszellen
  • 100 Schweißdrüsen
  • 15 Talgdüsen
  • 5 Haare
  • 4 m Nervenbahnen
  • 1m Blutgefäße

Zwischen 15 und 20 Prozent unseres gesamten Körpergewichtes sind Haut. Mit ihr nehmen wir Berührung, Spannung, Druck und Temperaturunterschiede wahr. Und das selbst, wenn wir schlafen. Unser Tastsinn zählt zu den wichtigsten menschlichen Wahrnehmungssytemen, der unser Überleben sichert. Mit ihm „begreifen“ wir bereits als Säuglinge unsere Umwelt und fortan fließen alle Informationen in unserem Denkprozess mit ein.

Die Haut ist ein ganz wundervolles Organ, das sich Zeit unseres Lebens regeneriert. Und das im Grunde ganz ohne zusätzliche Pflege. Wenn wir ihr also helfen wollen, gesund zu bleiben, sollten wir ihr vor allem natürliche Luft zum Atmen bieten. Unsere Haut ist neben dem, was wir dem Körper zuführen, auch allen Einflüssen von außen schutzlos ausgeliefert. Es liegt also in unserem Verantwortungsbereich, unsere Hülle mit der entsprechenden Sorgfalt zu behandeln und zu pflegen.

Dabei müssen es keine sündhaft teuren Cremes, Salben, Gels, Pasten und so weiter sein. Mehr bedeutet nicht unbedingt besser. Denn vor allem der Säureschutzmantel und die Bakterienflora reagieren empfindlich auf allzu gut gemeinte Anstrengungen. An dieser Stelle muss ich noch betonen, dass das Kapitel Kosmetik und Hygiene natürlich ein sehr intimes Thema ist. Jede Haut ist anders und das, was ich hier schreibe, mag nur auf mich zutreffen. Aber vielleicht führt es zumindest zu einem Denkanstoß.

Der Bereich der Bio-Produkte in der Kosmetik- und Hygienesparte nimmt beständig zu. Ich erinnere mich noch, das muss so vor vier Jahren gewesen sein, da sind wir Mädels zu einem Wellnesswochenende aufgebrochen und residierten ganz stilecht in einer Suite mit mehreren Räumen. Meine Zimmergenossin meinte, als wir unsere Tiegel und Töpfe im Bad arrangierten, ob ich denn noch ein Deo mit Aluminium benutzen würde. Und ob ich nicht wüsste, dass das krebserregend sei. Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht und ich glaube, das war der Moment, an dem ich angefangen habe, um zu denken.

Seitdem ist in den Läden und in meinem häuslichen Schönheitssalon eine Menge passiert. Ich habe viel ausprobiert und manches wieder verworfen (z.B. „Die Sache mit der Handcreme“) und so nach und nach jede Sektion umgestellt auf Produkte mit natürlichen, biologischen Inhaltsstoffen.

Fertig bin ich noch nicht. Aber das ist man ja irgendwie nie so ganz. Wichtig ist, dass man sich bewusst entscheidet, welchen Weg man einschlägt. Jede Entscheidung kann korrigiert und optimiert werden, bis man sich gut fühlt.

Soweit die Einführung in unser Thema Kosmetik und Hygiene. Wer noch ein bisschen was für die Augen und Ohren möchte, kann sich die Sendung „Bitte anfassen! Die Macht des Tastsinns“ der Reihe Quarks&Co. zu Gemüte führen.

Morgen geht es dann los mit Seife&Co.

Also dann, action!
Eure Kerstin

Von der Pflicht zur Kür

Ich weiß, die Versuchung ist groß: Der Schrank ist gefühlt leer, nachdem der ganze untragbare Berg abgetragen ist, der Frühling/Sommer/Herbst/Winter kommt und weit und breit „nichts“ zum Anziehen. Wer bei dem Spiel Kaufen-Ausmisten-Kaufen-Ausmisten weiterhin mitmischen will, kann hier aufhören zu lesen. Für alle anderen gilt: Nun kommt die Kür.

Verzicht ist nicht einfach. Verzicht kostet. Nämlich die Bereitschaft, seine persönlichen Ziele zu ändern. Und zwar kontinuierlich. Mehr Sein, weniger Haben. Soviel vorweg. Die gute Nachricht: Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man nach ca. drei Monaten keine Entzugserscheinungen mehr hat. Im Januar 2015 stand bei mir der Entschluss fest: Ich brauche keine neuen Anziehsachen. Und damit meine ich alles. Keine Wäsche, keine Shirts, keine Kleider, Hosen, Jacken, Blusen und keine Schuhe. Auch keine Schals oder Tücher.

Warum? Ich habe genug. Mehr als genug. Wie sich der eine oder andere vielleicht erinnert, hatte ich in meinem Beitrag „Aller Anfang ist schwer“ geschrieben, dass ich bei mir die Kon Marie-Methode (Magic Cleaning) nicht angewendet habe, sondern immer so nach und nach aussortiert habe und dies nach wie vor tue.

Dazu gehe ich beim Saisonwechsel immer wieder die Sachen durch, die eingemottet werden sollen und überlege, ob das Teil noch zu mir passt. Bei Zweifeln kommen die Sachen in eine Kiste in meinem Schrank. Wenn ich den Inhalt in der nächsten Saison nicht vermisse, oder noch keinen anderen Verwendungszweck (Verwandlung) dafür gefunden habe, kommen sie in die Flohmarkt- oder Spendenkiste. Hier die Ausbeute aus 2015 – ein closed case sozusagen:

closed case

Nun ist es aber so, dass es nicht nur reicht zu schauen, was man kauft und welche Sachen man hat, die Hauptsache ist der Verzicht. Ergo der Vorsatz, keine Kleider mehr zu kaufen und die derzeitigen einfach aufzutragen, wenn sie denn nicht in der Spendenkiste landen. Und da ich einen klassischen, mancher würde sagen, konservativen Stil habe, geraten die Kleidungsstücke auch nicht wirklich aus der Mode.

Das dauert so seine Zeit, da Kleidung erstaunlicherweise – je nach Qualität – recht lange hält. Im letzten Jahr kamen auf diese Weise zum Beispiel unter anderem drei Blusen zusammen, die beide in etwa neun Jahre alt waren. Jede für sich wohlgemerkt. Ein Blick in den Schrank (Ihr kennt ja das Foto) zeigt, dass immer noch genug da sind.
Alternativ bieten sich Tauschbörsen an. Hat da jemand Erfahrung? Würde mich interessieren.

Eine Ausnahme gibt es dann doch und das ist der Ersatz. Sprich: Sind die Socken durch und ich habe kein weiteres, alternatives Paar mehr in der Schublade, dann wird nachgekauft. Beim Nachkauf achte ich auf Qualität und nicht so sehr auf den Preis, da diese Anschaffungen erstens länger halten und die Erfahrung zeigt, dass man teure Sachen wert schätzt, während man Billigwaren leichter mal den Laufpass gibt.

Zudem gehe ich, wenn, dann einkaufen. Im realen Leben, meine ich damit. Man kommt raus und unter Leute. Online-Shopping ist unbefriedigend. Die Kleider sehen auf dem Bildschirm meist besser aus als das, was dann zuhause ankommt. Vom Verpackungsmüll mal ganz abgesehen. Second Hand ist selbstverständlich noch besser als neu kaufen. Klappt aber logischerweise nicht mit allem. Wäsche, Socken fallen mir da ad hoc ein.

Erstaunlicherweise kostet es wirklich nur am Anfang einen starken Willen, nicht schwach zu werden. In den ersten beiden Monaten bin ich oft in Geschäfte und habe Sachen anprobiert und dann musste ich mir immerzu sagen: „Du hast sowas Ähnliches schon. Du brauchst nichts. Du hast genug. Sei zufrieden.“

Inzwischen interessieren mich Klamottenläden nur noch als nettes Schaufenster-Shopping-Erlebnis. Wenn überhaupt. Und ich bin schon fast genervt, wenn ich tatsächlich etwas kaufen muss aufgrund Verschleiß. Viel lieber setze ich mich in ein Café und schaue den Leuten zu, wie sie sich mit ihren Tüten und Taschen abschleppen und freue mich über meinen doppelten Gewinn. Zeit und Geld.

Apropos Geld: Denke es ist nur recht und billig, wenn ich mal ein paar Zahlen offen lege. Wie man sehen wird, habe ich auf ziemlich großem Fuße gelebt. Das gebe ich gerne zu. Wie gesagt, ich gehöre zu der Mittelschicht, der es gut geht und die es sich leisten kann, sich Gedanken über Nachhaltigkeit und Ethik zu machen. Zudem ich schon immer sehr auf Qualität bedacht, was vielleicht den einen oder anderen Euro erklärt. Hier meine Bilanz:

Zeitraum Kosten pro Monat
2009-2014 € 221,97
2015-April 2016 € 104,90

Ich muss gestehen, die aktuellen Kosten finde ich noch immer zu hoch, glaube aber, dass meine Bilanz nächstes Jahr wesentlich besser aussehen wird, da ich in 2015 mehr oder weniger meine gesamte Lingerie aussortiert habe und ein paar Sportsachen hinzu kaufen musste. Wie gesagt: Verzicht muss nicht heißen, dass man in Sack und Asche durch die Welt wandelt. Auch nicht unten drunter.
Trotzdem: Eine Ersparnis von ca. € 1.400,00 in einem Jahr. Davon kann man eine Menge Kaffee trinken und noch viele andere schöne Dinge machen.

Somit wäre das Kapitel Kleidung beendet. Weiter würde es laut Plan mit Lebensmitteln gehen. Ich habe mich aber entschlossen, den Bereich Kosmetik und Hygieneartikel aus der Sparte „Gegenstände des täglichen Lebens“ vorzuziehen, weil es vom Gefühl her besser hier passt. Und bevor wir starten, gestatte ich mir ein bis zwei Tage Verzicht und lege eine analoge Pause ein. Denn während der letzten Woche war mein Motto:

Küche

Und das trifft nicht nur auf die Küche zu.
Also dann, vor der action erst mal Pause!
Eure Kerstin

P.S.: Manch einer wird sich vielleicht fragen, woher ich die Zahlen so genau weiß. Tja, ich bin wohl doch recht konservativ. Ich führe nämlich ein Haushaltsbuch. Ziemlich penibel. Seit 2009. Aber Vorsicht für Nachahmer: Da kann einem hin und wieder ganz anders werden.

Tatort Badezimmer, Tag 14

Draußen ist es zu kalt, um sich dort länger als 10 Minuten wohl zu fühlen und in den Geschäften ist der Weihnachtswahnsinn ausgebrochen. Daher zum Abreagieren heute Großkampftag im Badezimmer angesagt. Zudem ist hier so schön kuschelig warm. Hatte ich schon erwähnt, ich weiß.

Tatort: Bad, Schrank, Kiste mit Badutensilien und Fensterbrett.14 Tag

Los geht’s:

Tatbestand 1: Kosmetik in Proben und Reisegrößen.

Tatortsäuberung: Wird sukzessive zur Steigerung von allumfassender Schönheit verwendet.

Tatbestand 2: Nagelpflegeprodukte.14_II Tag

Tatortsäuberung: Wenn ich mir meine Nägel so ansehe, könnte es nicht schaden. Leider bin ich viel zu ungeduldig für solche Fisselarbeiten. Weg damit.

 

Tatbestand 3: Noch mehr Pröbchen. Man möchte glauben, ich verbringe zu viel Zeit, in der Kosmetikabteilung. Die Wahrheit ist aber eher, dass ich die schon seit Jahren horte.14_III Tag

Tatortsäuberung: Bin mir zwar nicht sicher, ob es bei ungeöffneten Pflegeprodukten so etwas wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt, aber auf Grund des Tatbestandes entscheide ich mich gegen eine Verwendung, da die Proben ja schön machen sollen und nicht zu allergischen Reaktion und Besuchen beim Dermatologen führen sollen.

14_IIII TagUnd zu guter Letzt:

Tatbestand 4: Leere Döschen.

Tatortsäuberung: Bitte nicht fragen, warum ich die aufgehoben habe. Nun sind sie jedenfalls weg.