Der Unermüdlichen Kollegen

Tja, da habe ich mal was angerichtet. Wir erinnern uns, in meinem Post „Gedanken einer Unermüdlichen“ hatte ich mich mehr oder minder lautstark darüber beschwert, dass mein Jubiläum so unter den Arbeitstisch gekehrt wurde.

Tja, dumm nur, wenn die Kollegen sich dadurch bei ihrer Ehre gepackt fühlen. So in etwa nach dem Motto, was der Chef nicht kann, schafft er den Kollegen an!

Also, eigentlich wollte ich damit auf was ganz Anderes hinaus, aber das mit der Kommunikation ist ja immer so eine Sache.

Meine liebste Zimmer- und Arbeitskollegin hatte mich ja in ihrem Kommentar zu meinem Beitrag schon vorgewarnt und dann sogleich ziemlich harte Geschütze aufgefahren wie man auf dem Bild sehen kann.

 Jubiläum

Inge und Hugo waren da. Mit von der Partie die 10 und ein Schokokuchen (der besten Kuchen der Welt). Ach ja, und die Kollegen der Unermüdlichen. Lustig war’s. Und das nicht nur, weil die Chefs sich just an dem Tag außerhäusig vergnügt haben, sondern weil wir endlich mal wieder ausgiebig gelacht und gelebt haben.

Vielleicht warte ich doch noch auf das nächste Jubiläum und bis dahin arbeiten wir weiter an unserer Unermüdlichkeit. Und der Kommunikation.

P.S.: Die beiden Ehrenkollegen – Inge und Hugo – waren übrigens alkoholfrei. Nur damit hier niemand auf den Gedanken kommt, wir betrinken uns während der Arbeitszeit

Treibgut – der grüne Daumen

Mein Nachbar arbeitet im Baumarkt – in der Gartenabteilung. Und weil er immer an der frischen Luft ist, hat er auch immer eine gesunde Gesichtsfarbe. Trainiert ist er natürlich auch. Wer beruflich 20l – 80l Säcke umstapeln muss, kann sich den Monatsbeitrag im Fitnessstudio getrost sparen.

Neulich war Hoffest bei uns in der Anlage. Man kennt das ja, da feiert man mit Nachbarn, die man sonst hinter Gardinen beobachtet und denunziert. Das war an einem Freitag und besagter Nachbar meinte zu fortgeschrittener Stunde, dass er morgen – also Samstag – arbeiten müsse. Lange arbeiten. So ein Baumarkt macht ja bekanntlich um 8 Uhr auf und schließt um 20 Uhr. Ich also mitleidiges Gesicht aufgesetzt. „Wie lange denn?“, wollte einer der Anzugträger wissen. „Um 10 Uhr muss ich anfangen.“ Bitte? Um 10 Uhr? Da bin ich schon seit 2 ½ Stunden im Büro. Gut, das zählt vielleicht nicht so, weil ich ja auch nur von Montag bis Freitag schufte und schon gar nicht körperlich. Wobei. Den Küchendienst und das Einräumen des Kühlschrankes machen bei uns die Frauen und auch das Kopierpapier schleppe ich in den zweiten Stock. Mit Stöckelschuhen und engem Rock. Den Mann möchte ich sehen. Gut, gut, das lenkt ja nun vom Thema irgendwie ab.

Also samstags im Baumarkt zählt mit Sicherheit zu den Tätigkeiten mit erhöhtem Risiko und schier unermesslichem Gefahrenpotential. Gefühlt alles, was zwei Arme und Beine hat, ist dort anzutreffen und deckt sich mit allem, was das Heimwerker- und Hobbygärtnerherz höher schlagen lässt, ein. Insofern habe ich dann doch etwas Mitleid. Mit dem Nachbarn. Und mit meinem eigenen Pflanzenreich, denn auch wenn ich alles Grüne liebe, so ist der dazugehörige Daumen nur bedingt ausgebildet.

Irgendwann wollte mal ein Kollege, der mich beim lieblosen Gießen der Büropflanzen betrachtete, wissen, was ich denn für Pflanzen Zuhause hätte. Als ich antwortete: „Ein paar Orchideen nur (das war vor dem Palmengeschenk des verflossenen Liebhabers), die brauchen nicht viel Pflege und ein Grüngewächs im Bad, dem reicht die Raumfeuchtigkeit zum Überleben.“, sagte er: „Oh, also ich hätte jetzt schon mehr von Ihnen erwartet.“ Was das wohl heißen sollte, habe ich bis heute nicht verstanden. Nun, der Kollege ist schon lange nicht mehr in der Firma, weil er dem Stress nicht mehr gewachsen war, meine Orchideen und das Grünzeug sind aber wohl noch so frisch wie damals.  Orchidee

Und im Büro kümmert sich jetzt eine andere Kollegin im Zuge der Arbeitsteilung – ich Kopierpapier, sie Gießdienst – um die Pflanzen. Die hat eine super Methode, um zu prüfen, ob diese Wasser brauchen. Sie hebt die Dinger einfach an: „Merke ich am Gewicht“, sagt sie immer. So was findet man in keinem Ratgeber. Dazu gehört mit Sicherheit jahreslanges Training. Insbesondere des Daumens, dem man schließlich beim Heben ganz besonders benötigt.

Im Garten verfahre ich gern frei nach dem Motto: Wasser gibt’s, wenn’s regnet. Daher kommt wirklich nur in Zeiten absoluter Dürre die Gießkanne zum Einsatz, da ich mein Vorhaben, eine Regentonne aufzustellen, noch immer nicht in die Tat umgesetzt habe, denn das trinkbare Nass aus dem Wasserhahn ist mir einfach zu wertvoll. Da müssen dann alle Bewohner eben sehen, wo sie bleiben und mit den erschwerten Bedingungen klar kommen.

Gut, in diesem Jahr ist das jetzt nicht so das Problem. Mittlerweile ähnelt meine Oase eher einem Dschungel und ich komme mit dem Stutzen und Schneiden kaum hinterher. Ich glaube, letztes Jahr habe ich im ganzen Jahr nicht so viel gemäht, wie ich meinen Spindelmäher bis jetzt schon durch die Wiese geschoben habe. Neulich war ich dann auch so genervt, dass ich beim Schneiden der Rasenkante mit der Schere mir kräftig in den nicht vorhandenen grünen Daumen geschnitten habe. Als ich dann der Hecke ebenfalls mit manuellem Werkzeug zu Leibe gerückt bin, hatte der Nachbar wohl Mitleid, denn er wollte mir seinen Heckenschneider leihen. Dieser wurde natürlich abgelehnt. Solch männliche Mitleidsaktionen brauche ich nicht. Bockig kann ich nämlich auch. Vor allem, weil ich da schon beim letzten Busch war – also im Grunde fertig. Nervlich auch.

Und nachdem dieser Beitrag nicht so sehr in die Rubrik „Nachhaltigkeit“ fällt, sondern eher in die „Katastrophenecke“, hier noch ein Tipp gegen Schnecken: Eierschalen klein machen und im Beet verteilen, denn die scharfen Kanten mögen die schleimigen Gefährten nicht. Angeblich. Bei mir ist leider trotz allem ein Großteil der Aussaat den Fressattacken zum Opfer gefallen. Aber ich besitze ja auch keinen grünen Daumen, spreche nicht mit den Pflanzen und spiele ihnen keine Klassik vor.  Kahlfrass

Mal sehen, wohin es mich treibt. Also dann, action!
Eure Kerstin

Horcher an der Wand

Blogger sind ja selten so ganz anonym im Netz unterwegs. Ähnlich wie Diebe. Denn irgendeiner hat immer irgendwas gesehen oder bemerkt. Zumindest im Fernsehen ist das so. Da wird der Täter nach neunzig Minuten Sendezeit, manchmal auch weniger, überführt.

Zum Glück trifft dies, auch wenn ich es leider aus schmerzlicher Erfahrung heraus bestätigen muss, in der Realität nur selten bis gar nicht zu. Da kommen die Bösen oft genug ungeschoren davon. Und damit wären wir dann wieder bei den Bloggern. Also, nicht, dass diese böse und/oder diebisch wären, aber bei dem Entdeckt-Werden.

An Hand meines Blogs kann ich sagen, dass bis dato noch keiner meiner Verwandten, Freunde, Kollegen von allein darauf gestoßen ist. Und ich bin schließlich schon eine ganze Weile hier. Zeit genug wäre also schon gewesen.

Nun war meine Intention ja auch immer eher dahingehend, möglichst unerkannt und klein zu bleiben. Weil ich vor allem Bedenken auf manch negative Darstellung hatte. Würde nur ungern vom Chef im Hinblick auf eine meiner hier getätigten Aussagen ins Büro zitiert werden.

Und es wäre mir auch gar nicht so recht, wenn der Nachbar weiß, was von meinen Gedanken so den Weg zu Papier – respektive zum Blogpost – findet. Die Nachbarschaft beäugt mich bisweilen eh schon. Könnte allerdings auch Einbildung sein, denn Nachbarn haben ja grundsätzlich die Angewohnheit, einander zu beäugen.

Logischerweise kann ich natürlich nicht beweisen, dass mich nicht doch jemand – so rein zufällig – aufgestöbert hat, weil es ja immerhin sein könnte, derjenige mir gegenüber dies aber nicht erwähnt hat. Oder erwähnen möchte. Vielleicht sogar nun heimlich mitliest. Unwahrscheinlich, aber gut möglich. Wobei, das würde so manches erklären. Vielleicht auch die Blicke der Nachbarn.

Ganz ehrlich: Egal. Denn nach zwei Tagen Blog-Workshop habe ich unter anderem für mich mitgenommen, dass Texte solide, glaubwürdig und korrekt sein müssen. Dem kann ich guten und ruhigen Gewissens beipflichten. Schließlich dreht sich hier alles um mich und meine Ein- und Ansichten.

Blick durchs SchlüssellochUnd für den Rest gilt: Der Horcher an der Wand wird Zeuge seiner eignen Schand!

 

Eure Kerstin

P.S.: Danke, liebe Tante, für den tollen Spruch.

Tatort Küche, Tag 6

Vorwort: Lieber Chef, liebe Kollegen, danke, dass ich bei dem Projekt damals dabei sein durfte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Auch wenn ich mich nun von dem „Award“ trenne, werde ich die Erinnerung an die intensiven Projekttage immer bei mir tragen.

Tatort: Küche, Regal.06 Tag

Tatbestand: Urtypischer Gegenstand bayerischer Gastfreundschaft. Stammt aus dem Jahre 2008 und wurde als Geschenk an die Teilnehmer einer Projektwoche ausgehändigt. Die Gäste aus dem Ausland konnten sich damals vor Freude kaum auf die Abschlusspräsentation konzentrieren.

Tatortsäuberung: Auf Grund des gravierten Deckels, zum Weiterverkauf bzw. –verschenken nicht zu verwenden. Als Blumenvase eher suboptimal. Und da ich kein Biertrinker bin und einen solchen auch nicht in der Familie habe, wird es wohl auch für dieses schöne Stück zur Entsorgungsstelle der Abfallwirtschaftbetriebe gehen. Ansonsten gilt natürlich wie bereits oben geschrieben: Auch ohne ein solch markantes Trumm (in Ermangelung eines passenden bayerischen Ausdruckes musste ich hier leider auf unser schönes Nachbarland ausweichen) werde ich mich auf ewig und drei Tage daran erinnern. Versprochen.