Tischlein deck Dich

Auch wenn die Vermutung nach meinem vorherigen Beitrag „Das bisschen Haushalt“ naheliegt, ein Service für 24 Personen besitze ich – zum Glück – nicht. Allerdings befindet sich ein Kaffeeservice für zwölf und auch ein solches Silberbesteck in meinen Besitz. Erbstücke. Tja und das ist auch gleichzeitig das Problem an der Sache: Eine Trennung scheint unmöglich. Und während das Besteck fleißig in Gebrauch ist, ist schließlich auch das Einzige in meinem Haushalt, kommt das Kaffeeservice nur Weihnachten oder zu Treffen der Buchgesellschaft oder anderen besonderen Anlässen zum Einsatz.

Kaffeeservice

Gegenüber den vorherigen Besitzern ist das eine enorme Steigerung, denn soweit ich mich erinnern kann, wurde das dünnwandige Hutschenreuther Porzellan, welches meine Eltern zur Hochzeit geschenkt bekommen haben, danach nur einmal – zum 25. Hochzeitstag – aus dem Schrank geholt. Und prompt ging eine der Tassen kaputt. Beim Abspülen. Denn der Goldrand verträgt keinen Geschirrspüler. Die Tasse wurde ersetzt. Eine Einzelanfertigung für stolze DM 70,00. Da überlegt man sich natürlich zweimal, ob man ein solches Risiko nochmals eingeht.

Nun gut, bei mir wird es auch geschont, aber nicht mehr in Watte gepackt. I. meint immer, sie würde es ja als Alltagsgeschirr benutzen und in die Spülmaschine stellen. Wenn es hin ist, dann ist es eben so. Im Grunde kann ich mich mit der Vorstellung durchaus anfreunden. Was aber dann mit all dem anderen Geschirr, das so meine Schränke bevölkert?

Wer schon eine ganze Weile auf dieser Welt wandelt und die eine oder andere Wohnsituation hinter sich hat, besitzt sicherlich ebenso wie ich, eine bunte Mischung an Tellern, Schüsseln, Töpfen, Pfannen, Tassen, Gläsern und noch vieles mehr. Hinzu kommen Geschenke und eben Erbstücke. Was soll ich sagen? Ich komme auch so locker auf über 300 Teile. Ohne Besteck. Erschreckend irgendwie.

Wie es aussieht, muss ich also entweder mehr Partys feiern oder einem Polterabend beiwohnen, denn bei dem Bestand und der durchschnittlichen Lebenserwartung des Geschirrs und meiner, ergibt sich am Ende ein Überschuss auf der Geschirrseite. Dabei ist schon eine Menge in die Firmenküche gewandert. Tassen und Besteck zum Beispiel. Das scheinen Dinge zu sein, die im eigenen Heim eine nahezu unendliche Lebensspanne haben und im Büro binnen Wochen verschwinden. Ein seltsames Phänomen wie ich finde. Nun ja, damit beschäftige ich mich vielleicht ein anderes Mal.

Letztes Jahr wurden meine Kundentreuepunkte – ja, ich besitze noch eine Karte – in ein neues Topfset umgewandelt. Das alte war eigentlich noch ganz okay, auch wenn es allesamt milde Gaben aus dem elterlichen Haushalt waren. Trotzdem fand ich, dass es an der Zeit sei, nun doch mal ein eigenes Set anzuschaffen bzw. als Gegenleistung für die Preisgabe meiner Daten habe ich das verdient.  Und da ich es nicht übers Herz gebracht habe, die alten Töpfe und Pfannen weg zu schmeißen, kam mir die Idee mit der Aussteuerkiste.

Eine wirklich brillante Idee, denn der jugendliche Mitbewohner wird ja doch hoffentlich irgendwann das Hotel Mama verlassen. Und dann wäre die Erstausstattung zwar nicht gerade das, was sich der Nachwuchs wohl so vorstellt, aber immerhin und besser als nichts. Seitdem wandert hin und wieder etwas in die Kiste. Aus dem Grunde wurde die Küche auch noch keiner allzu großen Minimalismusaktion unterzogen, denn sollte dann der Auszug bevorstehen, kann auch ich großzügig milde Gaben verteilen.

Noch ein paar Sätze zu Plastik in der Küche: Dass Geschirr, Gläser, Tassen und Besteck nicht aus Plastik sind, versteht sich für den Feinschmecker von selbst. Bei den Vorratsdosen herrscht bei mir derzeit noch eine 50/50 Ausgeglichenheit zwischen Glas und Plastik. Die Gründe dafür hatte ich ja schon mal in dem Beitrag „Resterampe“ erläutert. Daneben gibt es noch ein drei Rührschüsseln, einen Teigschaber und zwei Muffinbackformen aus Plastik. Das sollte es eigentlich sein. Kochlöffel sind schon immer aus Holz, Pfannenbesteck aus Metall und unlängst wurden die Schneidebretter komplett auf Holz umgestellt. Das sieht nicht nur besser aus, sondern ist entgegen der langläufigen Meinung auch hygienischer, da die Gerbstoffe im Holz für Keimfreiheit sorgen. Mit jedem neuen Schnitt aufs Neue.

Brettchen

Die oben erwähnte Kiste wartet im Übrigen inzwischen nicht mehr allein auf ihr neues Zuhause. Was sich sonst noch so zum frühzeitigen Vererben eignet, gibt es beim nächsten Mal zu lesen.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Urzeitmensch und Menschsein

Wenn man es so recht bedenkt: Allzu weit sind von unserem Dasein als Urzeitmensch noch immer nicht entfernt. Kaum wird es herbstlich, verschwinden wir in unsere Behausungen und legen uns Vorräte an. Manch einer verfällt sogar in eine Art Winterschlafvorbereitung und „frisst“ sich ein paar Pfund mehr an. Davon nehme ich mich nicht aus. Erst gerade musste ich zähneknirschend feststellen, dass eine meiner Hosen nicht mehr so recht sitzt, um nicht zu sagen, sie zwickt und spannt. Meinem Heißhunger auf zucker- und stärkehaltige Nahrung hat das zugegebenermaßen keinen großen Abbruch getan.

Gut, ich denke das Thema wird in sämtlichen Medien zur Genüge dargestellt und ich baue einfach darauf, dass es im Frühjahr – nach meinem Winterschlaf – einfach weggeschmolzen ist. Verbrannt sozusagen. Dazu benötigt man bekanntlich Wärme. Feuer um genau zu sein. Das wussten auch schon unsere Vorfahren. Allerdings sind wir heutzutage keine wirklichen Höhlenbewohner mehr und die wenigsten Menschen sind noch auf ein Feuer im urzeitlichen Sinne angewiesen, um ihre Existenz zu sichern. Heute verbinden wir mit einem prasselnden Feuer eher romantische Vorstellungen von Strandlagerfeuern mit Gitarrenmusik und Kaminabenden auf dem Bärenfell. Vielleicht noch die männliche Sichtweise von wegen Holzhacken mit freiem Oberkörper bei Minusgraden und meterhohem Schnee.

Ich schweife ab. Wahrscheinlich ist mein Zuckerhaushalt gestört oder mein Gehirn bekommt aufgrund des Kaminfeuers zu wenig Sauerstoff. Oder beides. Wo war ich? Ach ja, Feuer machen. Richtig: Man benötigt Holz. Je nach Wintervorhersage und Wohlfühlbedürfnis viel Holz. Literaturfrey war schon vor einem Monat mit den Vorbereitungen fertig. Danke nochmals für den Wink mit dem Holzbalken, dass ich Holz bestellen muss. Letzte Woche war es soweit: Zwei Ster wurden geliefert, buchstäblich vor meiner Hütte abgeladen. Eigentlich mehr geschüttet.

HolzbergDann hieß es: Stapeln, Aufhäufen, Schichten. Türmen trifft es eher. Der Berg schien nur unwesentlich kleiner zu werden. Wohingegen mein Lager bis unters Dach bereits nach kurzer Zeit vollgestopft war. Nun lagert der Wintervorrat auch auf der Terrasse und allen möglichen Ecken. Eben wie bei der Vorratssammlung habe ich überall Lager angelegt. Nach zwei Stunden ein Bild der Ordnung. Nun kann der Winter wirklich kommen. Menschsein ist einfach schön.

HolzstapelEure Kerstin