Tatort des Monats März

Man will es ja manchmal nicht wahrhaben, aber auch Socken haben eine begrenzte Lebensdauer, wenn sie denn nicht schon vorher in den unendlichen Weiten der Waschmaschine in eine andere Galaxie teleportiert werden

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Tatort: Kleiderschrank

Tatbestand: Sportsocken

 

Tatortsäuberung: Ich weiß, stopfen wäre eine Option gewesen, denn die Socken waren qualitativ hochwertige Markensocken aus dem Fachhandel. Allerdings glaube ich, mich erinnern zu können, dass das noch zu DM-Zeiten war. Aber auch das mag Einbildung sein. Wie auch der Glaube daran, dass ich einfach immer zu schnell gejoggt bin und aus diesem Grunde die Socken heiß gelaufen sind und der Reibung des Luftwiederstandes nicht länger standhalten konnten. Nun ja, man wird ja noch wohl träumen dürfen. Oder sind das die endorphinen Spätfolgen meines Hochgeschwindigkeitslaufes? Oder dann doch eher die ersten hypothermalen Anzeichen? Wie dem auch sei, die Socken sind über den Jordan gegangen.

Tag 2: Ungenau gewünscht!

Tag 2Auf den ersten Blick scheint die Frage ja recht eindeutig und einfach zu sein. Aber, um es mal mit den Worten des Sams (das mit den Wunschpunkten – wer es nicht kennt, frage seine Kinder oder Google) zu sagen: Ungenau gewünscht! Denn ich gehe stark davon aus, dass es dem Autor bei der Frage um sinnhafte Antworten geht und nicht nach dem Motto, was mir alles im Kopf rumschwirrt und weder Hand noch Fuß hat, wie etwa:

Kurz nach dem Aufstehen und den Morgennachrichten: Kann ich nicht einfach wie der Vogel Strauß bitte, den Kopf in den Sand stecken und dann ist all das Leid und jegliche Art von schlechter Nachricht einfach vorbei?

Als der Kopierer in der Arbeit mal wieder Papierstau meldet, obwohl ich dreimal nachgesehen habe und nicht den kleinsten Schnipsel entdecken konnte: Kann ich das Ding nicht einfach die Treppe runterschubsen und dann das Gepoltere und die verdutzten Gesichter auf Youtube posten?

Wie gesagt: Ungenau gewünscht! Derartige Phantastereien und Traumschlösser gehören wohl eher zu den geistigen Entgleisungen. Sicherlich sollte man sich mit den philosophischen Gesichtspunkten und etwaiger Folgen der Frage auseinandersetzen, wie etwa:

Im Supermarkt als ich Geschenke in Form von Alkohol für die Firma kaufen muss, weil man erst heute wusste, dass man die morgen braucht: Was der arme Tropf von der Kaufverhaltensanalyse bei meinen Einkäufen wohl zusammen bastelt? Gestern Chips, Banane, Lauchzwiebeln und Raclette Käse. Heute 5 Flaschen Wein. Ich sollte wirklich dazu übergehen und nur noch bar bezahlen. Das erspart der Marktforschung viel Arbeit und mir als Verbraucher am Ende den Ärger, wenn die Krankenversicherung mich an den Kosten der Behandlung beteiligt, weil, bei dem Lebenswandel usw.. Und ist es ethisch korrekt, beim Markendiscounter Wolle zu kaufen? Und welche Konsequenzen hat das?

Tja: Ungenau gewünscht kann ich da nur sagen. Denn im Grunde sind es doch meist die ganz praktischen und alltäglichen Dinge, die einem im Hirn umher spuken und die ganze Bandbreite der Frage abdecken, wie:

Der jugendliche Mitbewohner durchwühlt (mal wieder) panisch seine 15 Quadratmeter, weil das Physikheft (mal wieder – wobei das auch auf alle anderen Schulsachen passen würde) nicht auffindbar ist. Am Samstag war es noch da. Klar. Und danach am Freitag in der Schule auch. Ist klar. Nur, dass der Freitag vor dem Samstag kommt, scheint nicht so klar zu sein. Ebenso hatte ich (wie immer) am Vorabend das Packen des Schulranzens vorgeschlagen. So, von wegen weniger Stress und so. Wurde auch gemacht. Total klar. Deswegen ist das Heft jetzt auch weg. Und überhaupt, wie kann man ein Heft mit rosa Einband nicht mehr finden? So was springt einen doch förmlich an? Was sind das denn für Lehrer, die für ihr Fach rosa Umschläge wollen? Gut, auch nachdem ich mich (mal wieder) ebenfalls auf die Suche gemacht habe, ließ sich das Schweinchenheft nicht blicken. Nun war der Kummer groß. Der jugendliche Mitbewohner ein Häuflein Elend, den Tränen nah und vom Coolsein weit entfernt. „Da werde ich gleich wieder (hört, hört) angeschrie’n und dann bekomme ich diesmal eine Nacharbeit“. Klar, wenn man öfter mal was vergisst, ist das durchaus akzeptabel, um hormonell bedingte Abwesenheit des Denkapparates wieder aus dem Standby auf Betrieb zu aktivieren.

Und nun die Aufgabe: Welche Gedanken, Gefühle, Sorgen, Fragen, Ideen hast Du heute? Auflaufen lassen? Oder helfen? Pädagogisch wäre sicherlich a) richtig und würde, so der Hintergedanke, langfristig zum Erfolg führen. Aber gutmütige Mütter lassen hin und wieder dem Nachwuchs eine Hintertür offen, die dann hoffentlich auch zum Erfolg führt. Also bekommt das Kind eine Entschuldigung geschrieben und ich bin bereits um 7.30 Uhr nervlich erschöpft. Was die Kollegen wohl sagen würden, wenn ich mich einfach mal im Büro auf den Boden lege und eine Runde schlafe?

Was sagt man da? Alles drin! Perfekt gewünscht! Na, dann bis morgen, Kerstin.