Zeitreisen in die Gegenwart: Codename Titanic

Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“, so heißt es bei Jürgen Markus. Und manchmal ist das neue Leben sogar so neu, dass es einen selbst und alles Bisherige gehörig durcheinander würfelt. Viel Unsicherheit und manches Zögern geht damit einher. Beiderseitiges. Kopfmenschen mit hypersensiblen Antennen wie meiner einer wissen, wovon ich rede.

Statt Rückenwind, der einen von einer Wolke sieben zur nächsten trägt, steht man so manches Mal im Auge des Orkans. Unlängst hat mich das zu der Aussage veranlasst, dass ich mir in solchen Zeiten einfach vorstelle, ich wäre die Rose aus „Titanic“ und würde vorn am Bug des Schiffes stehen. Der Geliebte als Halt, Anker und Augenöffner hinter mir.

Die Romantik dieser Szene reicht dann bis zu dem Gedanken an die Zukunft, wenn einem klar wird, dass es statt Happy End zur Katastrophe kommt. Zumindest im Film. Vorerst. Denn noch sind wir eher wie zwei Planeten, die sich umkreisen, gleichzeitig gleichermaßen zu einander hingezogen wie von der eigenen Masse auf der zugehörigen Umlaufbahn fixiert. Und dann versuchen Zweifel wie Gewichte sich an mich zu hängen und ich frage mich, ob ich nicht nur als Wind- und Wellenbrecher an erster Stelle stehe denn als geliebtes Wesen.

Die Angst vor dem Schiffbruch ein ständiger Begleiter und so rufe ich dem Geliebten das Codewort Titanic zu, wann immer der Sturm in mir tobt, damit er weiß, dass ich kurz vor dem Untergang bin.