Sieben auf einen Streich – Die Herausforderung

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Vor einiger Zeit wurde ich nominiert. Im Grunde ist es aber schon deutlich mehr als einige Zeit her. Meine Freundin und Mitbuchgesellschafterin Ines war bei der Bücherhallenge „Sieben Lieblingsbücher in sieben Tagen“ dabei und hat dann den Staffelstab an mich übergeben. Nun möchte man meinen, dass es kein allzu großes Problem sein sollte, die eigenen Lieblingsbücher auszuwählen, besonders wenn man zur Gattung der Leseratten gehört.

Aber genau da liegt die Krux begraben, denn plötzlich wurde der Stapel der Favoriten immer größer. Nahezu überlebensgroß. Die Auswahl der glorreichen Sieben schien ein echtes Hindernis zu sein. Warum sieben? Warum nicht drei? Oder zehn? Die Entscheidung wurde mit Woche zu Woche schwerer.

Das Gute daran war, dass ich unzählige Werke, nach zum Teil langer Zeit, wieder einmal gelesen habe. Ich glaube, der zwischenzeitliche Rekord lag bei drei Büchern pro Woche. Der Nachteil: Oftmals war ich enttäuscht und überrascht, da ich das eine oder andere Werk weitaus besser in Erinnerung hatte. Wie sich Geschmäcker doch verändern und das Gedächtnis die eigene Erinnerung manipuliert.

Schließlich mein Versuch, diverse Kriterien einzubauen: Verschiedene Jahre (Erscheinung/Lesen), unterschiedliche Genre, in Verbindung mit bestimmten Ereignissen. Das Ergebnis war eher unbefriedigend.

Irgendwann war die Auswahl eingegrenzt und ich musste feststellen, dass ich doch im Grunde ein ziemlicher Mitläufer bin, wenn es um Lieblingsbücher geht. Irgendwie unterscheide ich mich da gar nicht so sehr von der breiten Masse. Und noch eine Erkenntnis: Klassiker sind nicht umsonst zu diesen geworden.

Danke, liebe Ines, für diese wirklich nicht leichte Aufgabe, welche ich nun nach sieben Monaten endlich zu Papier bringe.

Vorhang auf für meine Sieben. Und alle auf einen Streich.

 

 

Die 16-Tage-Challenge

Einer meiner Freunde hat mich gebeten, während seines Urlaubes jeden Tag das Beste, was an diesem passiert ist, aufzuschreiben. Sechszehn Tage lang.

16-Tage-Tagebuch

Hauptsächlich, weil er sich Sorgen macht: Frauen mittleren Alters – sprich in der Mid-Life-Crisis und den Wechseljahren – neigen ja hin und wieder zu Übersprunghandlungen. Ich rede dann gern von offenen Fenstern und der schönen Aussicht aus solchen. Also hat er mir diese Bitte abgerungen. Wohlweislich und in vollen Bewusstsein, dass er mich damit an meiner wunden Stelle, dem Schreiben, trifft. Nun verlangt es quasi die Ehre, dass ich dem nachkomme. Eine Herausforderung, der ich nur schwerlich widerstehen kann. Sechszehn Tage lang.

Irgendwie erinnert mich das an jemanden, der mal ein Dankbarkeitsfototagebuch über ein Jahr hinweg geführt hat. Glaube, es gab da einen Blog, auf dem dann jeden Tag ein Foto war. So in etwa komme ich mir nun vor.  Nur, dass der Freund sich in der Dominikanischen Republik die Sonne auf den Wanst scheinen lässt, während ich hier bei miesem Wetter und in der Hektik der Vorweihnachtszeit mir nun das Hirn zermartern darf. Und dabei wollte ich nicht schon wieder so ein Projekt anfangen, bei dem ich jeden Tag geistige Höchstleistungen vollbringen muss.

Aber, der junge Mann wusste wohl ziemlich genau, was er tat. Wer mit Denken beschäftigt ist, kann nicht nach Fenstern und anderen Fluchtmöglichkeiten Ausschau halten. Und gleichzeitig zwingt er mich dazu, dass ich jeden Tag an ihn denke. Ein ganz schlauer Schachzug war das. Hätte ich ihm gar nicht zugetraut.

 

Eure Kerstin

P.S.: Auch, wenn es sich sicherlich hervorragend für meinen Blog eignet, habe ich mich entschlossen, die Tagebucheinträge hier nicht zu posten. Nur falls jemand darauf spekuliert.