Mein Teekesselchen

Wer schulpflichtige Kinder im Grundschulalter hat oder für wen diese Zeit aus eigener Erfahrung noch nicht allzu weit entfernt liegt, erinnert sich sicherlich noch an das Spiel „Teekesselchen“. Unter Umständen sorgt dies auch noch im fortgeschrittenen Alter als Partyspiel für Unterhaltung. Jedenfalls bezeichnet man mehrdeutige Begriffe als Teekesselchen. Das wohl Geläufigste dürfte „Bank“ sein. Wie dem auch sei, ich übertrage das Ganze nun mal auf den Fundus an Resten aus diversen Handarbeitsprojekten. Schließlich lässt sich der Verbrauch an Wolle und Stoff meist nicht auf den letzten Zentimeter berechnen und wenn dann noch einigermaßen brauchbare Stücke übrig bleiben, sind diese zum Wegwerfen einfach zu schade.

Der Klassiker wäre natürlich der Quilt, der ja in seiner Ursprungform als Resteverwertung par excellence diente. Nun besitze ich mittlerweile zwei und ein dritter befindet sich in Warteposition auf die geeigneten Überbleibsel. Ich denke, das ist schon mehr als genug, so dass ich den Nachzügler mit Sicherheit eher verschenken werde als ihn selbst zu nutzen.

Daneben ergeben sich aber auch noch zahlreiche Alternativen – ganz nach persönlichem Gusto. Und da das Wetter seit einer gefühlten Ewigkeit und noch ein bisschen länger Trübsal bläst, hier die bunte Galerie anstatt vieler Worte. 

Schuhbeutel

Schuhbeutel

Handarbeitstasche für Strick- und Häkelnadeln

Handarbeitstasche für Strick- und Häkelnadeln

Reste des Häkelprojektes für den jugendlichen Mitbewohner

Reste des Häkelprojektes für den jugendlichen Mitbewohner

Gefilzter Brotkorb

Gefilzter Brotkorb

Kissen aus Vorhangresten

Kissen aus Vorhangresten

Sorgt für warme Handgelenke...

Manchmal kriegt man auch zwei Teekesselchen: Sorgt für warme Handgelenke…

sorgt für einen warmen Po ... leider noch unvollendet, da die Zwillingsnadel abgebrochen ist.

sorgt für einen warmen Po – unvollendet, da die Zwillingsnadel abgebrochen ist.

 

 

 

 

 

 

Stifteetui...

Stifteetui…

...und Taschentuchetui

…und Taschentuchetui

 

 

 

 

 

 

 

Gefilzte Laptoptasche

Gefilzte Laptoptasche

Ach ja, und der Teekessel selbst darf natürlich nicht fehlen.

Teekessel

 

Die schnellste Methode beim Teekesselchenspiel sind wohl Geschenkverpackungen. Besonders Stoffreste eignen sich perfekt für Beutel aller Art und Größe, in die man Geschenke an liebe Menschen verpacken kann, die diese wiederum selbst nutzen oder aber auch weitergeben. Das wäre dann allerdings eher sowas wie „Stille Post“ oder wie dieses Spiel, bei dem man Luftballons oder sowas weitergeben muss. Jedenfalls sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Geschenkverpackung für selbstgemachte Marmelade

Geschenkverpackung für selbstgemachte Marmelade

Geschenke ist im Übrigen das Stichwort für den nächsten Beitrag.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Alle meine Leidenschaften

Um es gleich vorweg zu sagen: Nein, Fußball gehört nicht zu meinen Leidenschaften. Weder aktiv und noch weniger passiv. Sport als Zuschauer finde ich im Allgemeinen eher unbefriedigend. Das mag zu 50% daran liegen, dass ich weiblichen Geschlechts bin. Über den Rest habe ich mir noch keine allzu tiefschürfenden Gedanken gemacht. Man muss ja auch nicht allen Dingen auf den Grund gehen.

Was ich aber zu meinen Leidenschaften zähle, sind Handarbeiten. Das klingt jetzt erst mal ziemlich bieder und langweilig. Tja, was soll ich sagen? Ist Euer Problem, nicht meins. Ich mag Handarbeiten. Nähen, Stricken, Häkeln – alles meine Leidenschaften. Das mag zu 50% daran liegen, dass ich weiblichen Geschlechts bin. Über den Rest habe und werde ich mir auch keine allzu tiefschürfenden Gedanken machen. Dazu sehe ich gar keinen Grund. Ich kann noch nicht mal eindeutig sagen, wann und wie das angefangen hat. Außer, dass ich es bis in meine Jugend zurück verfolgen kann.

Stoffträume

Damals hatte ich die schlechte Angewohnheit, beim Fernsehschauen Fingernägel zu kauen, weil mir vieles zu spannend und aufregend war. Ich bin eben eher zart besaitet. Wie gesagt, weiblichen Geschlechts. Na, jedenfalls musste meine Mutter mich ständig ermahnen und dann macht Fernseh schauen auch irgendwie keinen richtigen Spaß mehr. Also habe ich angefangen, vor der Flimmerkiste zu stricken und zu häkeln, damit meine Finger beschäftigt sind. Socken, Pullis, Jacken, Taschen, Westen, Handschuhe, Schals, Stulpen, Mützen und noch vieles mehr. So gesehen eine kostengünstige Therapie, die nachhaltig erfolgreich war beziehungsweise ist.

Irgendwann habe ich dann auch das Nähen für mich entdeckt, nachdem dies im schulischen Fach Handwerken auf dem Lehrplan stand. Blusen, Hosen, Kleider, Westen, Rücke, Unterwäsche, Bademantel, Wäschebeutel, Kleidersäcke, Taschen, Skijacke und noch vieles mehr. Fürs Fernsehschauen war da dann fast keine Zeit mehr. Damals gab es in der bayerischen Hauptstadt ein Schlaraffenland für Stoffe aller Art. Das lag im ersten Stock mitten in einem Gebäude in der Fußgängerzone und war nur über eine Rolltreppe zu erreichen. Wie als würde man ins Paradies fahren. Für die passenden Knöpfe mit dem gewissen Extra bin ich gern in das schon damals sehr mondäne Kaufhaus am Rathauseck gegangen. Ich erinnere mich noch an eine Bluse, bei der die dazu gehörigen Knöpfe je 5,00 DM gekostet haben. Fünf Stück benötigte ich für die Fertigstellung. Ein Vermögen für einen Schüler mit bescheidenem Taschengeld.

Als ich später auszog, waren Vorhänge, Kissen und Quilts an der Reihe und dann war eine ganze Weile Sendepause. Bis vor ein oder zwei Jahren. Seitdem wird die Nähmaschine wieder öfters hervor geholt. Blusen, Hosen, Kleider, na Ihr wisst schon. Leider gibt es das Stoffparadies meiner Jugend nicht mehr. Die Rolltreppe nach oben existiert zwar noch, führt aber inzwischen in die dufte Welt der Parfüms und Kosmetik. Der Laden ist also nun auch für Männer ein Paradies, könnte man sagen.

Glücklicherweise scheint es wieder einen Trend zum Selbstgemachten seit einiger Zeit zu geben und unlängst wurde ein paar Ortschaften weiter ein neues Paradies erschaffen: Stoff- und Woll-Lust. https://stoffundwolllust.chayns.net/aboutus  
Dort lässt sich herrlich träumen. Von Roben und Accessoires aller Art. Und die Beratung ist himmlisch. Knöpfe sind auch im Angebot, allerdings an die aus dem mittlerweile zum Luxuskaufhaus avancierten Geschäft, das leider sein Sortiment auf Güter von der Designerstange verlegt hat, kommen sie nicht heran. Wie gut, dass ich anscheinend schon immer auch ein sparsames Nachhaltigkeitsgen trage und Knöpfe von kaputten Kleidern abschneide und aufhebe.

Knöpfe

Na, könnt Ihr die sündigen Blusenknöpfe (dreimal im Bild) entdecken?

Handarbeiten sind eine nicht ganz günstige Leidenschaft, da im Vergleich zum gekauften Produkt je nach Wolle, Stoff und Zubehör erheblich tiefer in das selbst geschneiderte Portemonnaie gegriffen werden muss. Dafür im Ergebnis echte Einzelstücke und Hingucker.

Apropos hinschauen: Der Nachbar ist eher der leidenschaftliche Fußballer, wenn auch eher passiv. Aktiv ist da nur der Konsum einer ganzen Bandbreite von Genussmitteln. Als Kroate feiert er bereits seit Stunden lautstark mit seinen Kumpels seine Mannschaft. Und weil wir hier in Deutschland sind, zeigt er sich solidarisch und feiert er nun einfach weiter. Das mag zu 50% daran liegen, dass er männlichen Geschlechts ist. Über den Rest habe ich mir noch keine allzu tiefschürfenden Gedanken gemacht. Man muss ja auch nicht allen Dingen auf den Grund gehen.

Und nun fange ich besser schnell an, mir irgendwas für die Ohren anzufertigen, damit ich nicht wieder vor lauter Anspannung mit dem Fingernägelkauen anfange. Bestimmt sind irgendwo noch Woll- und/oder Stoffreste. Echte Luxusprobleme, die ich da habe. Was sich sonst noch mit Resten anfangen lässt, darüber schreibe ich beim nächsten Mal.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Was zum Feiern gibt es für mich trotzdem: Drei Jahre „alltagseinsichten“. Na, wenn das mal kein gutes Omen ist!