Geschriebene Worte

In Mexiko wird den Verstorbenen mit einem farbenfrohen Fest am „Tag der Toten“ gedacht. Kerzen und Lichter vor den Türen sollen den Toten den Weg nach Hause weisen, wo ein extra Gedeck mit der Lieblingsspeise für sie mit auf dem Tisch steht. Im Gegensatz zu den eher besinnlichen Feiertagen rund um Allerheiligen im europäischen Raum, wird dort ausgelassen und fröhlich gefeiert. Denn in der Nacht zum 2. November kehren die Seelen der Verstorbenen zu den Lebenden zurück, um diese zu besuchen und mit Ihnen zu feiern.

Woher ich das weiß? Aus dem Buch „Wo geht’s denn hier zum Glück?“ von Maike van den Boom. Auf den ersten Blick klingt das jetzt etwas paradox: Glück und Tod im selben Atemzug zu nennen. Beim zweiten Hinschauen allerdings vermag diese Tradition vielleicht beiden Seiten helfen. Den Lebenden, um nicht in Trübsinn zu verfallen und den Toten, um Gewissheit zu haben, dass es den Hinterbliebenden gut geht. Ganz ehrlich: Wäre ich eine umherwandernde Seele, wäre ich zutiefst unglücklich, wenn meine Hinterbliebenen meiner mit Trauermiene und stiller Andacht gedenken und könnte bis in alle Ewigkeit keine Ruhe finden. Erst recht wollte ich kein trostloses, farbloses, totes Gesteck auf meinem Grab. Nicht, dass ich überhaupt ein Grab wollen würde.

Hätte ich das damals gewusst, wer weiß, wie anders so mancher Weg verlaufen wäre. Damals, nachdem meine Mutter plötzlich nicht mehr in meinem Leben war, dafür aber den Großteil meines Lebens bestimmte. Stattdessen bin ich in Schwermut versunken und immer wieder an denselben Fragen verzweifelt. Daran konnten auch die sogenannten Erinnerungskärtchen nichts ändern. Diese sollen einen zum liebevollen Erinnern ermuntern. Da stehen dann Fragen wie „Was hast Du von … gelernt?“ und „Was sagte … oft zu Dir?“ oder „Was fand … schwierig?“. Ich konnte mit den Fragen irgendwie nicht so viel anfangen. Es sind ja auch nicht meine Fragen beziehungsweise die Fragen, auf die ich eine Antwort suche. Diese habe ich über all die Jahre hinweg in meinem Trauertagebuch verarbeitet.

Und noch immer erschüttern mich meine Gedanken und vor allem die Fragen. Nichts davon ist geklärt. Alles ist noch immer offen und unausgesprochen. Geschriebene Worte, die auf Antworten warten. Und mittendrin ein Brief von ihr. In ihrer unverkennbaren Art. „So wie Du Entscheidungen triffst, Dich ohne Scheu ins nächste Vorhaben stürzt, finde ich klasse. […] Ich denke zurück; ich war nicht so selbstbewusst und gefestigt. Ich brauchte vielmehr Mut, musste viel mehr an mir arbeiten, um mein „Ich“ zu behaupten. Ich bin ehrlich, ich beneide Dich darum, ich finde es herrlich und gut, dass Du das alles so gut im Griff hast, auch wenn Du manchmal daran zweifelst. […] Also mach Dir keine Sorgen um meine Sorgen. Ich weiß, Du schaffst es, auch wenn es im Augenblick nicht so läuft, wie Du Dir das wünscht.“

Tischplatz

Geschriebene Worte, die Antworten auf alle Fragen sind.

 

Eure Kerstin

Geschenke für die Ewigkeit

Geschenke sind was Wunderbares. Findet Ihr nicht? Jedoch, und das mag nur eine Vermutung meinerseits sein, verlieren Sie mit zunehmendem Alter ein bisschen die Faszination, die sie als Kind auf mich ausgeübt haben. Sicherlich lässt sich das auf die Tatsache zurückführen, dass ich bereits eine ganze Weile nicht mehr an Elfen und dergleichen so wirklich glaube und ebenso darauf, dass meine Wünsche nicht mehr so drängend überlebensnotwendig und wichtig sind wie zu Zeiten, als Puppen, Lego und andere Spielsachen auf meiner Wunschliste ganz oben standen.

„Wünschen kann man sich alles“, war in solchen Momenten immer ein Spruch meines Vaters, den ich inzwischen auch gern mal dem jugendlichen Mitbewohner entgegne, wenn die Wünsche mal wieder das Budget zu sprengen drohen, bar jeder Grundlage und schlicht utopisch sind. Im Gegenzug dazu gibt es natürlich auch Leute, die es mit dem Schenken hin und wieder mal übertreiben. Großeltern zum Beispiel, die das auch gern auf die gestressten Eltern ausweiten.

Neulich wollte mir die Oma etwas Gutes tun und spendierte dem Nachwuchs, sich und mir eine Massage. Als wir also vor dem Tresen standen und unsere Termine vereinbart hatten, drängte sie mich, ob ich nicht noch eine Gesichtsbehandlung oder Pediküre oder, oder haben wolle. „Nein, danke, ich bin glücklich.“ „Ja, aber schau doch mal.“ „Ich möchte nicht, ich bin glücklich.“ Das hätte noch ewig so weitergehen können, wenn nicht die freundliche Dame hinter dem Tresen schließlich meinte: „Lassen Sie sie doch, wenn sie glücklich ist.“ So ist das, warum dem Glück noch eine Krone aufsetzten und es golden anmalen? Mehr führt nicht zwingend zu mehr Glück.

Ich bin ein großer Fan von sogenannten vergänglichen Geschenken. Der gute, alte Fresskorb feierte bei mir vor einiger Zeit eine Renaissance. Leicht aufgepeppt wohlgemerkt: Besondere Tees, exquisiter Kaffee, ungewöhnliche Öle, exotische Gewürze, duftende Seifen – so in etwa, je nach Anlass und Beschenktem. Da steht dann nichts rum, was Staub ansammelt und was man, wenn der Schenker mit Besuch droht, schnell platzieren muss. Man kennt das ja, wenn Schwiegermuttern auf der Matte steht: „Wo habt Ihr denn die Vase?“

Apropos Vasen. Davon kann man, so scheint es, tatsächlich nicht genug haben und trotzdem hat man nie die Passende. Blumen sind sowieso eine feine Sache – allerdings nur Schnittblumen, denn Topfpflanzen verlangen neben dem grünen Daumen auch – ähnlich den Schwiegermuttergeschenken – eine konstante Betreuung, um die Beziehung nicht zu gefährden.

Blumengeschenk

Von einem inzwischen verflossenen Liebhaber habe ich bei einem unserer ersten Treffen eine Zimmerpalme bekommen. Tja, Ihr ahnt es schon, der Liebhaber ist weg und ich darf mich nun noch immer um die Palme kümmern, weil ich es nicht übers Herz bringe, sie einfach dem Grünabfallcontainer zu überlassen. Meine Begeisterung kann man sich vorstellen.

Daneben stehen, wie könnte es anders sein, Bücher bei mir immer hoch im Kurs. Gern auch mal welche, die ich selbst gelesen und nicht mehr behalten möchte, wobei ich betonen muss, dass ich nicht wahllos irgendwelche Schundliteratur an Freunde und Verwandte verticke, um mich dieser elegant zu entledigen, sondern schon versuche, harmonische Paare zu bilden.

Und da kleine Geschenke die Freundschaft erhalten und zudem sich manchmal auch Glück gut teilen lässt, hier mein Beitrag: Wer meinen Post „Alle meine Leidenschaften“ gelesen hat, erinnert sich vielleicht, dass ich beziehungsweise mein Blog „alltagseinsichten“ kürzlich seinen dritten Geburtstag gefeiert hat. Aus dem Grunde können interessierte Leser die Lektüre, welche mich auf meinem Nachhaltigkeitsprojekt begleitet und inspiriert hat, ausleihen und sich so manches gern nochmals nachlesen. In dem Fall einfach im über das Kontaktformular bei mir melden. Und wer mehr Literatur und weniger Sachbuch affin ist, der kann bei der Buchgesellschaft stöbern. Da bieten wir auch gerade unsere Lesetitel an.

Bibliothek

Wie gesagt, Geschenke sind was Wunderbaren, doch wenn wir ehrlich sind, dann sind es nicht wirklich die materiellen Dinge, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielleicht mal abgesehen vom einem Schmuckstück in einer kleinen, türkisenen Box. Vielmehr sind es die Erlebnisse, die wir in Erinnerung behalten und die uns über so manch verdrießliche Stunde hinwegtrösten. Ich erinnere mich beispielsweise nur an sehr wenige Geschenke aus meiner Kindheit und Jugend und sogar der vergangenen Jahre, dafür umso lebhafter an gemeinsame Stunden und insbesondere Urlaube und Reisen. So gesehen sind es also die geschenkten Erinnerungen, die uns ein Leben lang und darüber hinaus begleiten. Denn wie formuliert es Bonnie Ware in ihrem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ so schön: „Es ist so ungeheuer wichtig, dass Sie über das Leben nachdenken, dass Sie jetzt führen, denn es kann sein, dass Ihnen bei Ihrem Tod nur wenig Zeit bleibt, um Ihren Frieden zu finden oder über sich nachzudenken. Stattdessen werden Sie in dem Wissen sterben, dass Sie fast Ihr ganzes Leben damit verbracht haben, das Glück auf den falschen Wegen zu suchen […], und dass Sie die Gelegenheit zum Richtungswechsel einfach verpasst haben.“

Wegweiser

Der wahre Luxus ist das Leben an sich. Auf alles andere kann man verzichten. Zum Abschluss meines Projektes werde ich noch ein bisschen über das eine oder andere philosophieren. Mal sehen, wohin es mich treibt.

 

Also dann, action!

Eure Kerstin

Lebensmittelpunkte – kurz und knackig

Lebensmittel scheinen ein schier unerschöpfliches Thema zu sein und ich könnte noch jede Menge dazu schreiben und vielleicht werde ich ja irgendwann zum Wiederholungstäter. Letztendlich finde ich aber wichtig, dass man trotz Verzicht, sich ein gesundes Verhältnis zur Ernährung bewahrt und auch der Genuss nicht zu kurz kommt. Beim Verzicht und dem Weg zum einfachen Leben geht es ja nicht nur um ethische und ökologische Ziele, sondern auch darum, glücklicher zu sein, sein Leben zu entrümpeln und mehr Zeit für Freunde und Familie zu haben.

Glück

Und gerade bei den Nahrungsmitteln zählt für mich ebenso, dass sich Umweltbewusstsein und Praktikabilität vereinbaren lassen. Wie gesagt, es bringt nichts, wenn ich sämtliche Märkte und Bio-Läden im Umkreis von 100km abklappere und regelmäßig dafür Stunden im Auto verbringe. Das hat dann auch nichts mehr mit Nachhaltigkeit zu tun. Ich für mich habe da derzeit einen ganz guten Kompromiss gefunden, was das Einkaufen (Bio-Ware im Supermarkt) und die Lebenssituation (rebellischer, jugendlicher Mitbewohner mit ausgeprägtem Hang zu Fleisch und Fast Food) betrifft.

Kurz und knackig hier die Kapitelbilanz, die ein bisschen was von einer Milchmädchenrechnung hat. Und zwar zum einen, da ich nicht mehr so ganz genau nachvollziehen kann, seit wann ich mein Einkaufsverhalten im Bereich Nahrung angepasst habe und dies ja auch irgendwie ein leicht fließender Übergang war und ist. Und zum anderen, da ich in meinem Haushaltsbuch den Posten Lebensmittel nicht explizit ausweise. Dieser ist unter Lebenshaltung zusammen gefasst und es fließen auch die Kosten für Kosmetika, Putzmittel, Kerzen, Briefmarken und Reinigung mit ein. Insofern mag es nicht 100% transparent und korrekt sein.

Aber gut, so sieht die Punkteverteilung aus:

Jahre Kosten pro Monat
2009 – 2014 €507,00
2015 – April 2016 €491,00

Also, das hat mich selbst wirklich überrascht. Man denkt ja immer, Bio ist so teuer und man kann es sich nicht leisten. Hinzu kommt, dass der jugendliche Mitbewohner ja noch wächst und im Laufe der letzten Jahre zunehmend mehr Futterbedarf hatte – ich also mehr einkaufe. Und wenn man auch noch bedenkt, dass die Preise ja im Allgemeinen steigen, dann finde ich die Bilanz absolut erstaunlich. Insgesamt macht das zwar „nur“ eine Ersparnis von €192,00 im Jahr, aber immerhin. Ich bin platt, fast so wie das Huhn aus dem Beitrag „Heute bleibt die Küche kalt„.

Apropos: Liebe M., hiermit die Einladung zum gemeinsamen Kochen auch meine Kosten. Das Fleisch von den Weideschweinen aus dem TV-Beitrag „Vom Leben der Schweine“ habe ich schon bestellt.

Beim Blick auf den Kalender musste ich feststellen, dass der April schon sehr weit fortgeschritten ist und ich noch gar nicht alle Punkte aus meinem Projekt „Verzicht kostet“ in meinem Nachhaltigkeitsmonat erledigt habe. Daher werde ich wohl in die Verlängerung gehen. Zuerst muss ich aber meine Reserven auffüllen und nehme ein paar Tage blogfrei. Und weil am Sonntag auch noch Tag der Arbeit ist, geht es erst nächste Woche weiter mit den Gegenständen des täglichen Lebens.

 

Also dann, vor der action erst mal Pause!
Eure Kerstin

Die Merkmale von Tee

Am Ostersonntag war ich auswärts speisen. An sich ist das ja nichts Ungewöhnliches und kommt hin und wieder vor. Dafür wurde eine Lokalität an einem schönen, bayerischen See, allerdings mit ohne Blick auf den See von der Verwandtschaft ausgesucht.

Das Ambiente war leider nicht so schön, was aber auch daran lag, dass wir nicht in der Gaststube untergekommen sind, sondern im kühlen, etwas zugigen Festsaal Platz nehmen mussten. Nun, kann passieren, wenn man wie ein Großteil der Familien an solchen Feiertagen in über die Dorfgrenzen bekannte Gaststätten einkehrt.

Hingegen das Essen war ausgezeichnet. Beim Blick in die Speisekarte stellte sich auch heraus, dass der Wirt tatsächlich selbst schlachtet und man insgesamt viel Wert auf die Qualität der Zutaten legt. Auch bei den Heißgetränken bin ich gleich über eine örtliche Kaffeerösterei gestolpert, von der ich auch gerade einen Kaffee teste. Insgesamt ein schönes Konzept und auch preislich war es absolut in Ordnung.

Irgendwann ist natürlich auch das geselligste Essen mal vorbei und alle machen sich zum Aufbruch bereit. Und hier fängt im Grunde die Geschichte erst an.

Die Zeit beim obligatorischen Warten im Vorraum des Restaurants, weil alle noch mal schnell wohin mussten, nutze ich immer gern, um dort ausliegende Prospekte und Werbebroschüren zu studieren. Man weiß ja nie. Schätz findet man überall. Dabei bin ich auf einen Handzettel der Chiemgauer Tee Manufaktur Bioteaque gestoßen. Tee aus dem Chiemgau? Regional und Bio? Geht das?

Zuhause bin ich dann gleich über die Website hergefallen. Gut, Bio ist soweit alles. Regional zumindest die Kräuter, denn noch ist der Klimawandel nicht soweit vorgeschritten, als dass man in den bayerischen Voralpen tatsächlich Tee anbauen kann. Obwohl ich gerade erst von einem Winzer gelesen habe, der an der Mosel (glaube ich) schon seit einiger Zeit versucht, grünen Tee anzusiedeln. Von daher ist vielleicht alles nur eine Frage der Technik und Geduld.

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Obwohl für die Gastronomie/Hotellerie konzipiert, kann auch Otto Normalverbraucher in den Genuss dieser tollen Idee kommen. Online-Shopping macht es möglich. Und da ich in Bezug auf die Teesorten ja schon seit langem auf bestimmte Mischungen aus „meinem“ Teegeschäft vor Ort vertraue, war ich bei der Auswahl etwas unsicher. Ganz nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.

Also wurde eine bunte Mischung an Probierpackungen geordert. Eine ökologische Katastrophe, ich weiß. Großer Karton, mit vielen kleinen Packungen. Klar, ich hätte auch die guten zwei Stunden Autofahrt zum Lagerverkauf mit einem Ausflug oder dergleichen verbinden können, aber der Kosten-Nutzen-Effekt erschien mir so herum eine bessere Bilanz aufzuweisen.

TeepaketNun ist die Wunderkiste also da. Wie schön. Sogar ein persönlicher Gruß von Karin ist drin. Sie hat meine Lieferung zusammengestellt und/oder verpackt. Vor lauter Glück weiß ich bald nicht, welchen Tee ich zuerst trinken soll und entscheide mich für was Exotisches: „Weinblatttee Früchtemischung Rosso“. Und danach für die „stolze Babsi“ – ein Melisse-Zitronen-Kräutertee. So lecker.

ProbierstundeDie beiden Gründer haben recht: Tee kann sexy sein. Und bio und auch regional. Und lecker sowieso. Folglich werde ich demnächst wohl doch einen Ausflug ins das schöne Chiemgau machen. Dann kann ich mich auch bei Karin bedanken.

Eure Kerstin

Glücksspirale

Ich strafe gerade mein Horoskop Lügen, was mal wieder beweist, dass bockige Sternzeichen sich nicht immer an die Regeln halten. Denn im Gegensatz zu der Vorhersage, dass bei mir „kosmische Flaute“ herrscht, braust derzeit eher ein gewaltiger Planetensturm mit Sternschnuppen, Asteroiden und was sonst noch so im Kosmos zu finden ist durch mein Gedankenuniversum.

Alles Gute auf der Welt kommt direkt aus unserer Seele.
Alles Böse auf der Welt kommt aus dem Nebel, der sich über unsere Seele gelegt hat.
Wandern Sie durch den Nebel, bis es Licht wird.
Hören Sie nicht auf zu wandern. Sie kommen ans Ziel.
Ob es eine Abkürzung gibt? Ja, die gibt es.
Es ist die Einsicht, dass wir selbst den Nebel erzeugen.“ Ron Fischer

Doch zurück zum Anfang. Meine liebe Freundin I. hat mir vor ein paar Tagen wie versprochen das Buch „Das Tiroler Zahlenrad – das Geheimnis unserer Geburtszahlen“ mitgebracht. Seitdem bin ich sozusagen angefixt. Wobei ich durchaus einige Bedenken aufgrund der unguten Begegnung mit dem (selbsternannten) Heiler vor einigen Jahren hatte.

Er hatte ja meine Geburtszahlen gerechnet und aus mir eine 33/6 gemacht, wobei er dann wissend oder unwissend, dass mein Selbstwertgefühl empfindlicher als bei anderen ist, ohne Rücksicht auf Verluste sämtliche negativen Aspekte dieser Zahlenkombi hervor gekramt und mir beim Wandern vor die Füße und beim Tischgespräch an den Kopf geschmissen hat. Auf die Erfahrung hätte ich wirklich nur allzu gern verzichtet.

Nun also das Tiroler Zahlenrad. Und ein etwas flaues Gefühl in der Magengegend, was mich wohl erwarten würde. Doch ich muss gestehen, dass mein Geist die letzten Tage mehr im Buch als in der Wirklichkeit zuhause war, was dazu geführt hat, dass mir nun ganz real etwas schwindelig ist. Mag allerdings auch am stundenlangen, verkrampften Sitzen in ungesunder Haltung liegen und an dem mollig-warmen Kaminfeuer.

GlücksspiraleWer von dem Buch/Ratgeber noch nie etwas gehört hat: Es geht um die Symbolik der Geburtszahlen, ihre Zuordnung zu den Himmelsrichtungen und den Farben blau/schwarz, grün, rot, weiß und gelb. Gut aufgepasst, es ist eine Farbe mehr als Himmelsrichtungen. Das ist die Mitte, die Erde sozusagen. Dementsprechend spielen die Elemente ebenso eine Rolle. Denn beim Zahlenrad geht es nicht nur um einen Kreis, sondern um einen sich spiralförmig, nach oben hin drehenden Kreislauf. Wie ein Schraubengewinde. Ich für meinen Teil sehe da vor meinem inneren Auge ein Sturmauge beziehungsweise einen Tornado. So gesehen passt es dann wieder zum kosmischen Wellengang.

Eine faszinierende Welt, die vor einem auftut, wenn man sich auf diese Reise begibt. Umso mehr, als sich an den Geburtszahlen nun mal nichts drehen lässt und insofern ist es ein spannender Weg, der Verbindung von Zahlen und deren Symbolik zu folgen. Dass das Buch funktioniert, mag daran liegen, dass ich mich derzeit in durchaus magischen Welten – gedanklich und bei der Wahl meines derzeitigen Lesestoffes – herum treibe.

Ich habe eine ganze Menge gelernt: Warum ich Feuer, die Sonne und Tee mag. Warum ich die Ruhe der Berge brauche und wieso ich oft so unzufrieden mit mir bin. Und genauso verstehe ich nun auch, zu was eine nicht aus ausgelebte und/oder unterdrückte Natur führen kann. Da will ich auf gar keinen Fall hin. Noch weniger will ich das anderen und im speziellen meinem jugendlichen Mitbewohner antun.

Aus dem Grunde werde ich mich nun etwas mehr auf meine Nord-Ost-West Signatur einlassen und als erstes melde ich mich gleich für einen neuen Schreibworkshop an. Denn das Dach braucht ein Fundament. Und den Rest kriegen wir auch noch hin. Schließlich ist es nie zu spät und man kann bei der Glücksspirale jederzeit einsteigen.

 

Eure Kerstin

Rien ne va plus – drittes Kapitel

Monopoly

Nichts geht mehr. Das ist nun eher im übertragenen Sinne gemeint und so natürlich nicht ganz richtig. Denn irgendwas geht immer. Und anders sowieso. Aber der Titel passte so schön in die Reihe „Von nichts kommt nichts“ und das Motto Glückspiele.

Und ein persönlicher Blog ist ja fast immer ein Glückspiel. Mal läuft es gut, mal nicht so. Die Persönlichkeit bestimmt das Ergebnis. Dazu möchte ich gern Kafka zitieren: „Verbiege es nicht. Verwässere es nicht. Versuche nicht, es logisch zu machen. Ändere deine Seele nicht nach der Mode. Folge vielmehr gnadenlos deiner stärksten Obsession.“

Und in dem Punkt sind Spielbesessene und ich uns sehr ähnlich. Wenn uns erst mal eine Leidenschaft gepackt hat, dann lassen wir so schnell nicht locker. Und genau das mache ich jetzt. Also eigentlich mache ich das ja schon seit gut 2 ½ Jahren hier. Der Blog-Workshop, den ich vor einer Woche besucht habe (siehe auch Kapitel 1 und 2), hat meine Zweifel zwar nicht so ganz ausgeräumt, aber mich auch nicht so dermaßen demotiviert, dass ich nun einfach aufgebe.

Von daher probiere ich nun einfach mal ein bisschen was aus. Zum Beispiel habe ich mein Theme geändert. Ist noch nicht hundert Prozent ideal, aber immerhin ein Anfang. Was sagt Ihr dazu?

Und dann habe ich mir sagen lassen, dass man um Social Media nicht mehr herum kommt. Also gut, auch das probiere ich aus. Ergo musste eine Facebook-Seite her. Ich habe zwar leider noch keinen blassen Schimmer, was ich damit so alles machen kann/soll/muss, aber jedenfalls gibt es diese nun. Wer mal nachschauen möchte hier geht’s lang: https://www.facebook.com/alltagseinsichten

Ein erstes Zwischenziel, denke ich, wäre damit erreicht, wenn nicht sogar gewonnen. Die Galoschen des Glücks passen wunderbar und bei Los geht’s los. Glückspiel hin oder her.

 

Eure Kerstin

Tag 11: Jeder Tag ist ein neuer Anfang

Tag 11Jetzt mal Hand aufs Herz: Wer hat alles bei dieser Frage zuerst an eine negative Erfahrung gedacht?

Ist doch komisch, oder? Oder ist das typisch Deutsch? Immer erst mal alles Schlechte nach oben kehren. „German Angst“, wie die Welt das nennt. Dabei bin ich grundsätzlich ein Optimist und kann auch in der miesesten Lage noch Licht sehen. Selbst wenn es nur das Fünkchen Hoffnung ist und der Glaube, dass es zu irgendetwas schon gut sein wird.

Ich muss noch kurz einfügen, dass ich mir die Fragen morgens immer durchlese, um schon mal meinen Denkapparat auf die bevorstehende Aufgabe vorzubereiten. Deswegen habe ich mir also heute morgen anstatt Frühstück Gedanken gemacht: ‚Welche positiven Erinnerungen kannst Du mit dieser Frage in Verbindung bringen?’

Zuerst habe ich mir der Idee gespielt, etwas über die erste große Liebe zu schreiben und welch romantische Flausen mir damals durch den Kopf und das Herz gingen und wie unschuldig ich noch in jedweder Hinsicht war. Wie unbeschrieben das Blatt im Buch des Lebens. Wie groß die Hoffnungen. Wie flatternd der Herzschlag und wie prickelnd die Küsse.

Aber sehne ich mich wirklich danach zurück, nochmals sechzehn zu sein? Nochmals gefangen in der Pubertät? In einem Körper, der mit dem eines Models nur das Geschlecht gemein hat? Nochmals in ständigem Wettstreit mit sich und der Welt? Überlebensgroß zwischen den Spielsachen im Kinderzimmer und unbedeutend klein im Reich der Erwachsenen. Weder Fisch noch Fleisch, wie eine Freundin immer sagt. Herrje, nie im Leben sehne ich mich danach. Die Unbeschwertheit und Sorglosigkeit ja, aber alles andere? Nee, danke.

Also habe ich weiter nachgedacht, was mich wirklich glücklich macht und wo ich mich nach nichts sehne als dem Jetzt. Na, erraten? Richtig: Der Berg ruft. Dabei ist mir natürlich meine Alpenüberquerung eingefallen. Aber ich konnte beim besten Willen nicht einen bestimmten Punkt nennen, der besonders heraus sticht. Jeder Moment war auf seine Weise richtig. Auch all die anderen Wanderungen stehen dem Traumpfad in nichts nach. Ich sehne mich nach allen zurück.

Doch dann hatte ich es. Der erste Schritt. Das ist der Punkt, an den ich mich zurück sehne. Nochmals Weg und Karte überprüfen, den Blick nach vorne/oben richten, das Gepäck festschnallen, tief durchatmen und los. Noch alles vor einem, aber schon voller Freude. Am Anfang stehen. Und das gilt dann für (fast) alles: Vom ersten Schritt ins Leben bis hin zum ersten Schritt jeden Morgen jeden Tag.

Na, dann bis morgen, Kerstin