Tatort des Monats März

Der März ist ja der Monat des Aufbruchs. Und jede „gute“ Hausfee weiß, dass der Frühjahrsputz unmittelbar damit verbunden ist. Und auch der letzte Mensch auf dieser Welt weiß, dass die meisten Unfälle im Haushalt passieren. Da bilde ich keine Ausnahme.

Tatort: Regal über dem Schreibtisch.Tonwek

Tatbestand: Mallorquinisches Tonwerk.

Tatortsäuberung: Das klingt jetzt vielleicht etwas drastisch, aber das handwerkliche Stück wurde tatsächlich entsorgt und nicht repariert. Erstens, weil ich es ursprünglich mal als Geschenk mitgebracht hatte und es nach dem Tod der Beschenkten wieder in meinen Besitz übergegangen ist, also so gesehen, gar nicht meins war/ist. Zweitens, weil ich mich erst um die Reparatur des Tisches, auf den das Andenken geknallt ist, kümmern muss (siehe Dellen auf dem Foto). Und drittens, weil ich ein weiteres, wenn auch nicht identisches Exemplar mit der gleichen Vorgeschichte besitze, welches nun besonders behutsam beim Abstauben behandelt werden wird.

Der Froschkönig

Derzeit ist ja vielerorts der berühmte Frühjahrsputz angesagt. Dieser scheint epidemieartig über die Lande zu ziehen und leider hat es mich auch schon erwischt.  Mal wieder. Obwohl ich mir immer vornehme, ich integriere solche Extraarbeiten in meinen wöchentlichen Putzplan, damit ich davon verschont bleibe.

Nun gut: Fenster geputzt, Schränke oben und innen ausgewischt, Pagode gereinigt und Terrasse gleich mit abgestrahlt, Kühlschrank gereinigt, Ofen gesäubert. Jetzt leide ich unter den Nachwehen und habe einen Kater in den sonst geschonten Muskelpartien.

Wie schon gesagt, gibt es eigentlich einen Putzplan, der fast immer auf einen Samstag fällt. Der ist durch den Wocheneinkauf ja eh schon irgendwie verschandelt und dann regt mich die Hausarbeit nicht mehr auf. Und weil es dann auch schon egal ist, ist gleichzeitig noch Waschtag. Sozusagen drei auf einen Streich.

Und damit das so richtig glatt alles über die Bühne geht, hilft mir der Frosch. Hatte ja wohl keiner vermutet, dass der jugendliche Mitbewohner einen Finger rührt, oder? Glasreiniger, Geschirrspülmittel, Tabs, Scheuermilch, Waschmittel, Weichspüler, WC-Reiniger, Badreiniger, Allzweckreiniger. Was eben die Palette an Hilfsmitteln so hergibt. Die hat schon meine Mutter verwendet. Klar, gibt es auch schon seit 1986 in Bio-Qualität*. Ich bevorzuge allerdings den Lavendelduft für Bad, Möbel und Boden.

Ah, Ihr fragt Euch, was das Sternchen (*) bedeutet. Tja, in dem Fall heißt das, Bio-Qualität in neun Punkten. Immer noch nicht schlauer? Hat mir auch nichts gesagt, um ehrlich zu sein. Daher wurde die Codecheck-App zu Rate gezogen. Und siehe da, der Frosch wird wohl nicht geküsst und (mein) König werden. Seit ein paar Wochen heißt es: There’s a new guy on the block!

Froschkönig

So nach und nach wird Froschteich nun trocken gelegt. Es fällt mir nicht ganz einfach. Er ist mir einfach in all den Jahren ans Herz gewachsen. Verzicht heißt aber eben auch, wirklich verzichten und manche Gewohnheiten aufgeben und Dinge loslassen.

Klar, es gibt noch eine ganze Reihe Alternativen zu den käuflich erwerbbaren Putz- und Waschmitteln, die man selber herstellen kann. Die meisten davon werden hauptsächlich aus Kernseife, Essig und Zitronen gemixt. Das mag nochmals ein Schritt weg von industrieller Ware in Plastikbehältnissen sein. Aber da immer die richtige Menge abpassen, bevor es schlecht wird und dann rechtzeitig ansetzen, was bis zu zwei Wochen dauern kann, damit es zum Putztag fertig ist? Ich kann mir das im Moment nicht als praktikabel vorstellen.

Worauf ich aber nahezu immer verzichte, ist Weichspüler. Da kommt, wenn dann bei Wolle und/oder Seide nur ein Fingerhut voll in die Maschine. Ersatzweise tut es ein Löffel Salz oder ein Stamperl Essig auch. Wer, wie ich in einem Landstrich mit Wasserhärtegrad fünf lebt, sollte auf keinen Fall auf Wasserenthärter verzichten. Alle anderen aber auch nicht. Das spart Waschmittel und die Maschine lebt länger. Gibt es auch in Öko-Qualität.

Antetanni hat zum Thema Natron im Haushalt ein ganze Reihe von Beiträgen geschrieben. Zum Nachlesen, hier klicken. Von daher von mir nur noch der Tipp, einen Liter kochendes Wasser regelmäßig in Abflüsse und Toilette gießen. Das beugt Ablagerungen vor.

Zum Abwasch und Putzen benutze ich übrigens, ganz altmodisch, Bürste und verschiedene Lappen, die waschbar sind – keine Schwämme.

Spülen

Welche Geräte sonst noch in einem ordentlichen Haushalt anzutreffen sind und ob manches davon noch als alltäglicher Gegenstand anzusehen ist, dem will ich beim nächsten Mal auf den Grund gehen.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

Frühjahrsputz

Manche Leute nutzen ein verlängertes Wochenende, um einen Kurztrip zu machen. Manche, um vom Trubel zu entspannen. Auf mich trifft weder noch und irgendwie beides zu, denn leider war/ist das Wetter einfach zu nichts gut – außer, um depressiv zu werden. Nach gefühlten drei Tagen Dauerregen, hat mich heute morgen also die untätige Warterei in den Wahnsinn getrieben. Wirklich. Denn ich hatte nichts besseres zu tun, als meiner Küche einen Frühjahrsputz zu verpassen. Also, mehr oder weniger. Jedenfalls mussten alle Fächer, Schränke und Schubladen unter der Arbeitsplatte dran glauben. Alles wurde ausgeräumt, ausgesaugt und ausgewischt. Klar, und dann wieder eingeräumt. So nebenbei sind wieder einige Dinge für meine Tatortreihe aufgetaucht, über die ich hier in den nächsten Tagen noch berichten werden.

Was mich bei solchen Aktionen immer betrübt, ist die Tatsache, dass man dabei über Lebensmittel stolpert, die bereits abgelaufen bzw. knapp an der Grenze dazu sind. In meinem Fall ist das eine Dose Aprikosen in Vorratsschublade.

Dosenfutter

Vor Urzeiten gekauft, weil ich einen Kuchen backen wollte. Tja, statt Kuchen sind die Aprikosen mit mir umgezogen und mittlerweile MHD-mäßig über ihrer Zeit. Ist soweit kein Problem. Bekanntlich handelt es sich ja um das Mindesthaltbarkeitsdatum, also kein Zeitpunkt, nach dem der Inhalt schlagartig ungenießbar ist. Meine Tante ist der beste Beweis. Bei ihr im Keller gibt es Dosen, die sich schon leicht wölben, aber trotzdem noch den Weg in die Verarbeitung finden. Inzwischen besitze ich zwar eine App, die mir Vorschläge zur Resteverwertung machen soll, aber irgendwie kommen da keine Aprikosen vor. Leider ist es auch nicht das erste Mal, dass ich an der Zutatenauswahl scheitere. Komische App. Definitiv ausbaufähig.

Statt eines kulinarischen Aha’s müssen die Aprikosen also doch in einem ganz normalen Kuchen enden. Leider fehlt mir ein Ei. Zum Glück gibt es Nachbarn, die später als Dank ebenfalls Restekuchen genießen dürfen. Als ich den Saft probiere, kommen mir kurz Zweifel bei der Theorie, dass Doseninhalt nicht schlecht wird und das MHD nur Zierde ist. Scheußlich bitter das Zeug. Na, da bin ich ja mal gespannt. Nach einer knappen Stunde hole ich den Kuchen aus dem Ofen. Sieht lecker aus und duftet auch so.

AprikosenkuchenZur Sicherheit mache ich ein bisschen mehr Puderzucker drauf, falls die Aprikosen doch bitter sind. Lässt sich vielleicht kaschieren. Beim ersten Biss kaue ich vorsichtig und warte auf verdächtige Anzeichen. Doch Fehlanzeige. Echt lecker. Immer noch.

Den Nachbarn geht es auch gut. Die haben gerade noch auf dem Klavier musiziert. Morgen dürfen sich dann die Kollegen im Büro freuen, dass ich keinen Kurztrip gemacht oder nur entspannt habe, sondern den ersten Teil den Frühjahrsputzes schon hinter mir habe.

Ach ja, falls sich jemand wundern, wo die Mandeln auf dem Kuchen sind: Die habe ich beim Warten gefuttert. Hatte dann doch Bedenken, dass ich hungern muss, falls der Kuchen ungenießbar sein sollte.

 

Eure Kerstin

P.S.: Da ich schon immer zu den Strebern gehörte, wurden die Schokoladenreste von Weihnachten und Ostern kurzerhand zusammen mit den verschmähen Corn Flakes, weil Vollkorn und ohne Glasur und/oder Crunch, gleich noch zu selbst gemachten Schokoladenflakes aufgewertet. Wozu noch länger horten?

SchokoladenresteWenn die Küche schon mal ein Schlachtfeld ist, kommt es auch einen Topf mehr oder weniger auch nicht an. Nun läuft die Spülmaschine und ich lege die Füße hoch. Mal probieren. Auch lecker. Besser als das Original, zumindest, was den Geschmack angeht. Schokocrossies