Mark & ich

Die Sache ist die: Der Entschluss, meinen Blog um eine Facebookseite zu erweitern, war nicht ohne Zweifel. Und auch jetzt bin ich da noch recht hin und her gerissen.

Brauche ich das wirklich? Wo ich mich doch im Grunde von all dem unnötigen Konsumballast lossagen will und zusehends analog unterwegs bin.

Wie schaffe ich eine einigermaßen anonyme Darstellung? Schließlich war ich vor Jahren schon mal Kunde und habe fleißig Freundschaftsanfragen von Kollegen gesammelt, mit denen ich weder direkt zusammen arbeite noch per Du bin. Und da ich diese nie beantwortet/angenommen habe, kriegte ich regelmäßig eine Erinnerung, dass XY noch auf eine Antwort wartet. Nervig. Zudem wurde mir immer wieder mein Ex als Freund vorgeschlagen. Ne, deswegen ist er ja der Ex. Sehr nervig. Und da meine Nerven schon genug aushalten müssen, habe ich Mark meine Freundschaft gekündigt.

Aus Fehlern lernt man bekanntlich. Nun der neue Versuch. Nur anders: Mein grünes Gewissen habe ich damit beruhigt, dass ich im Gegenzug jede Menge Newsletter abbestellt und Onlinekonten gelöscht habe – wollte ich sowieso seit Urzeiten schon machen.

Und meinen Wunsch nach Ruhe vor Kollegen in meiner Freizeit und vor dem Ex nach der Trennung bin ich dadurch nachgekommen, dass ich eben keine persönliche Seite mit Namen eingerichtet habe, sondern „nur“ eine Seite zum Blog. Das mit dem „nur“ in Anführungszeichen deswegen, weil meine Daten ja irgendwie im Hintergrund mitlaufen und analysiert werden. Viel Spaß damit, Mark.

I'm watching youDie Sache mit Facebook ist also die: Wir werden sicherlich nicht beste Freunde. Tut mir leid, Mark. Aber das empfinde ich für meinen Teil nicht weiter schlimm. In der Arbeit läuft, ok, manchmal auch nicht, Outlook. Und auch wir werden keine besten Freunde.

So ist das nun mal im Leben. Man arrangiert sich. Jeder holt das meiste aus der gemeinsamen Zeit raus und wenn es nicht mehr geht, trennt man sich.

Gut, manchmal ist es mit dem Trennen nicht so einfach. Wenn der Partner zum Beispiel klammert und einen nicht gehen lassen will. „Ja, ich will mein Konto wirklich deaktivieren.“ Oder nicht einsieht, dass es vorbei ist. „Bist Du sicher, dass Du Dein Konto nun deaktivieren möchtest.“ Oder einem dann noch nachstellt. „Deine Freunde vermissen Dich.“

Dann muss man stur und taub sein. Ich als Widder und Frau sehe da derzeit nicht so das Problem. Und beides kommt beziehungsweise verstärkt sich ja vielleicht mit dem Alter eh von allein. Und solange Mark nicht bei mir vor der Tür steht, mache ich mir keine allzu großen Sorgen. Und selbst dann: Der könnte theoretisch mein Sohn sein. Und der Größte ist er jetzt auch nicht gerade.

 

Eure Kerstin

Rien ne va plus – drittes Kapitel

Monopoly

Nichts geht mehr. Das ist nun eher im übertragenen Sinne gemeint und so natürlich nicht ganz richtig. Denn irgendwas geht immer. Und anders sowieso. Aber der Titel passte so schön in die Reihe „Von nichts kommt nichts“ und das Motto Glückspiele.

Und ein persönlicher Blog ist ja fast immer ein Glückspiel. Mal läuft es gut, mal nicht so. Die Persönlichkeit bestimmt das Ergebnis. Dazu möchte ich gern Kafka zitieren: „Verbiege es nicht. Verwässere es nicht. Versuche nicht, es logisch zu machen. Ändere deine Seele nicht nach der Mode. Folge vielmehr gnadenlos deiner stärksten Obsession.“

Und in dem Punkt sind Spielbesessene und ich uns sehr ähnlich. Wenn uns erst mal eine Leidenschaft gepackt hat, dann lassen wir so schnell nicht locker. Und genau das mache ich jetzt. Also eigentlich mache ich das ja schon seit gut 2 ½ Jahren hier. Der Blog-Workshop, den ich vor einer Woche besucht habe (siehe auch Kapitel 1 und 2), hat meine Zweifel zwar nicht so ganz ausgeräumt, aber mich auch nicht so dermaßen demotiviert, dass ich nun einfach aufgebe.

Von daher probiere ich nun einfach mal ein bisschen was aus. Zum Beispiel habe ich mein Theme geändert. Ist noch nicht hundert Prozent ideal, aber immerhin ein Anfang. Was sagt Ihr dazu?

Und dann habe ich mir sagen lassen, dass man um Social Media nicht mehr herum kommt. Also gut, auch das probiere ich aus. Ergo musste eine Facebook-Seite her. Ich habe zwar leider noch keinen blassen Schimmer, was ich damit so alles machen kann/soll/muss, aber jedenfalls gibt es diese nun. Wer mal nachschauen möchte hier geht’s lang: https://www.facebook.com/alltagseinsichten

Ein erstes Zwischenziel, denke ich, wäre damit erreicht, wenn nicht sogar gewonnen. Die Galoschen des Glücks passen wunderbar und bei Los geht’s los. Glückspiel hin oder her.

 

Eure Kerstin