Was von der zehnten Rauhnacht (3. Januar) übrigbleibt – Oktober 2017

Das Motto der zehnten Rauhnacht und somit des Monats Oktober ist Ernte. Es geht darum, zu sehen, was man erreicht, was sich erfüllt hat, auf das bisherige Jahr zurück zu schauen, aber auch zu prüfen, was man für das Kommende beiseitelegen kann.

In Bezug auf den Rückblick kann ich sagen, dass ich selten Jahre wie dieses mit so vielen Wendungen, Hochs und Tiefs, Unvorhergesehenem und nicht zu vergessen glücklichen Momenten erlebt habe. Und ich bin nun schon bald ein halbes Jahrhundert auf zwei Beinen unterwegs.

Diese, also die Beine, wurden leider für meine Begriffe im Oktober auch etwas zu sehr geschont. Ein bisschen mehr Bewegung und das nicht unbedingt nur in luftiger Höhe würden Ihnen und mir guttun, aber wenn man innehält, um Bilanz zu ziehen, fällt es mitunter schwer, gleichzeitig den Weg, der sich vor einem entfaltet, ohne Stolpern zu bewältigen.

Die sich hinziehende, ganz reale, Erkältung hatte insofern auch etwas Gutes: Kein Stolpern. Dafür Zeit, den eigenen Gedanken nachzuhängen. Hier lassen sich also auch die „Samen“ für das Neue finden.

Vom eigenen Körper zum Verweilen so gesehen gezwungen, entwickeln sich aus der scheinbaren Langeweile, Ideen und Pläne: ‚Der Keller muss, bevor er zum Monster wird, endlich entrümpelt werden. Schließlich kann nur dann aus allem etwas werden, wenn das Fundament stimmt. Ein unaufgeräumter, vollgestellter Keller ist da absolut kontraproduktiv.‘ Ich denke, damit werde ich eine Weile beschäftigt sein. Die erste Hürde, sich in die tageslichtfernen Katakomben vor zu wagen, ist genommen. Und wie wir alle wissen, ist der erste Schritt immer der schwerste.

Was ich aus den bisherigen Rauhnächten und den vergangenen Monaten mitgenommen habe, ist, dass sich die Tarotkarte vom 3. Januar mit ihrer Botschaft genau an der richtigen Stelle platziert hat: „Die größte Stärke des Menschen ist seine Hoffnung. Vertraue in Deine Zukunft.“ Wer, und da zähle ich mich auch dazu, nicht jede Karte bis in Detail kennt, es war/ist der Stern. Und das ist doch eigentlich ein ganz wundervoller Gedanke, dass trotz allem, immer ein Licht den Weg beleuchtet, über den wir manchmal stolpern und manchmal schon fast zu fliegen scheinen.

2017_10

Der November ist noch ganz frisch und zeigt sich heute von der stillen Seite. Er bietet auch die Chance, nach der Ernte Ruhe einkehren zu lassen. Ich bin gespannt.

 

 

Eure Kerstin

Was von der sechsten Rauhnacht (30. Dezember) übrigbleibt – Juni 2017

Ein absolut von Aktivität lebender Monat Juni geht zu Ende. Genau nach dem Motto der sechsten Rauhnacht. Zwar weniger geprägt von Naturerlebnissen, dafür aber jede Menge anderer Ereignisse. 

Im Garten wurde ein neuer Versuch, Salat in Eigenanbau zu züchten, in Angriff genommen. Diesmal fällt die Ernte hoffentlich vor das Festmahl der Schnecken. Also bitte Daumen drücken. Danke. 

Besonders im Bereich des Schreibens war der Sonnwendmonat für mich sehr intensiv und mit vielen neuen Eindrücken verbunden. Neben meiner Nachbetrachtung zum Verzichtsprojekt, war ich mal wieder bei einer Schreibwerkstatt zum Thema Spannung. Was soll ich sagen, es war spannend. Ich genieße es jedes Mal wieder, in andere Welten einzutauchen – wenn auch nur für ein paar Stunden.

Daneben wurde viel gelesen, was ich in den letzten Monaten immer ein bisschen vernachlässigt habe. Apropos: Liebe Buchgesellschafter, das nächste Treffen steht bevor. Das wird interessant bei der Lektüre. Da bin ich sicher. 

Einhergehend mit dem Verzicht wurde ja auch ausgemistet. Leider ist das Vorhaben, den Ballast aus dem Keller auf dem Flohmarkt an glückliche Neubesitzer und -nutzer weiterzureichen ins Wasser gefallen. Trotzdem sechs Euro eingenommen und des Monster Keller ist dann einfach im Herbst dran. Da bin ich schließlich schon mit Monstern ganz anderen Kalibers fertig geworden. 

Klar, draußen war ich auch. Kurz, mit knackigem Anstieg und einer beeindruckenden Kulisse. 

Leider trotz des traumhaften Wetters etwas zu selten, aber dafür wird der Juli meine Gesellschaft wieder vermehrt unter freiem Himmel genießen dürfen. Darauf freue ich mich. Egal, bei welcher Tageszeit.

 

Eure Kerstin

 P.S.: Ach ja, die Punkte aus dem Vormonat sind soweit alle unter Dach und Fach. Fast

Unter unserem Himmel

Schon mal Obst/Gemüse aus eigener Aufzucht genossen? Dann wird es aber Zeit. Sowohl als auch, denn jetzt ist Pflanzzeit. Dafür braucht es keinen Garten, denn sehr viel lässt sich auch auf dem Balkon oder im Blumenkasten, ja sogar auf der Fensterbank anbauen. Ich denke, das kann jeder selbst in unzähligen Ratgebern (online und in handfesten Büchern) nachlesen.

Mancherorts sprießen die Gemeinschaftsackerflächen aus dem Boden. Da muss man sich dann nicht allein dem Unkraut und den Schnecken, die auch einen Bissen abhaben wollen, in den Weg stellen. Das ist dann Schrebergartenidylle für Hyperaktive. Das klingt jetzt vielleicht etwas abwertend, ist aber nicht so gemeint.

Meine Tante hat auch so einen Acker. Und wenn im Sommer das Wasser aus der Regentonne alle oder durch ertrunkene Feldmäuse verseucht ist, wird das lebensrettende Nass eben per Gießkanne hingefahren. Der Lohn der Mühe: Obst und Gemüse in absoluter Bio-Qualität. Zitronen seien das einzige Obst/Gemüse, dass sie immer kaufen müsse, sagt sie.

Dazu habe ich gerade von Patrick H. von isso und nicht anders einen tollen Tipp bekommen (Danke nochmal für die Info): Crowd Farming bei Naranjas del Carmen. Da wird im milden Klima Valencias ein Orangenbaum gepflanzt und dann nachhaltig bewirtschaftet. Den Ertrag, ca. 80kg Orangen, kann man individuell abrufen und nach Hause liefern lassen. Man kann mit Nachbarn, Freunden, Familie teilen. Oder auch mal den Kindergarten vor Ort mit einer Kiste überraschen. Andere soziale Einrichtungen freuen sich sicherlich ebenso. Seinen Baum besuchen geht natürlich auch. Und Valencia hat noch mehr zu bieten als „nur“ über 300 Sonnentage pro Jahr. Wie wär’s, liebe Tante, wollen wir einen Baum pflanzen? Anstatt Zitronen gibt es dann halt Orangen.

Im heimischen Garten in der Erde wühlen hat etwas von kindlicher, unbeschwerter Freude und ist herrlich entspannend. Wenn dann am Ende noch was zum Essen dabei rausspringt, um so besser. Bin gespannt, wie dieses Jahr die Ernte ausfällt. Die Fotos habe ich vor dem Wintereinbruch gemacht. Von daher wird es dann doppelt spannend. 

Erdbeeren und GewürzeGemüsebeet

Die Erde hole ich mir einmal im Jahr von der örtlichen Abfallwirtschaft, die im Frühjahr bzw. so lange der Vorrat reicht, Kompost für einen Apfel und ein Ei verkauft. Mit leerem Auto auf die Waage fahren, Zettel abholen, mitgebrachte Säcke mit kompostierter Erde voll schaufeln, wieder zum Wiegen, bezahlen. Für sieben Säcke à 50-60l fallen etwa Kosten in Höhe von fünf Euro an. Plus großzügiges Trinkgeld, damit der Diensthabende das Gewicht der Fahrerin „vergisst“.

Bevor wir das Kapitel Lebensmittel mit der Verzichtbilanz abschließen, gibt es morgen noch einen Beitrag zur Resteverwertung.

 Also dann, action!
Eure Kerstin