Wieder was dazu gelernt

Schon mal beim Friseur gewesen und erleuchtet wieder nach Hause gegangen? Ich meine jetzt weder die Klatsch- und Regenbogenpresse, die meist zuhauf bei einem Haarsalon vorrätig ist, noch irgendwelche schrillen Farbexperimenten.

Also, schon mal ein solches Erlebnis gehabt? Nicht? Schade, ich schon. Und zwarheute. Ich habe nämlich mal etwas ganz anderes ausprobiert: Einen Naturfriseur, genannt Naturfrisur.

BürsteKeine bunten Blätter, keine wilde Geräuschkulisse, keine Duftwolken. Statt dessen Entspannungsklänge und wohltuende Ruhe. Gut, das war jetzt nicht so schwer, da ich die einzige Kundin war.

Die Beratung und Behandlung waren absolut top. Zuerst Bürstenmassage („das beste Pflegemittel ist der eigene Talg“) – sehr angenehm. Das Shampoo wurde in den trockenen Haaransatz einmassiert („schont die Spitzen, die nur beim Ausspülen mit gewaschen werden“) – sehr, sehr angenehm. Und zum Ausspülen durfte ich es mir auf einer Liege bequem machen (kein verspannter Nacken und kein Krampfaderalarm) – sehr, sehr, sehr angenehm.

Aber, und nun komme ich auf die Erleuchtung zurück: Nina hat sich so richtig Zeit genommen und mir erklärt, dass mein Gesicht, meine Haare, ja sogar der natürliche Fall meines Scheitels so einiges über mich verraten, wenn man sich die ayurvedische Typenlehre anschaut.

Ich bin nämlich ein Vata-Pitta-Typ. Genau. Ich hatte ja noch nicht einmal eine Ahnung, dass es da überhaupt Typen gibt. Nur ayurvedische Massagen, die kenne ich. Im übrigen die besten, die ich je hatte. Aber das nur nebenbei. Jedenfalls ist mir nun so einiges klarer. Wieder was dazu gelernt. Beim Friseur. Wer hätte das gedacht?

 

Eure Kerstin

Tag 16: Bauanleitung

Tag 16Wer jetzt darauf wartet, dass ich mal wieder vom Wandern und Vagabundieren schwärme, den muss ich leider enttäuschen: Genug gewandert. Ich vergnüge mich gern auch anders. Grundsätzlich bin ich ja der Auffassung, dass für Leute wie mich jeder Tag ein idealer Tag ist. Ich habe zu genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, Arbeit und lebe in Frieden und Freiheit. Das ist mehr als weite Teile der Weltbevölkerung für sich sagen können.

Wenn es aber ein ganz besonders idealer Tag sein soll, dass würde das in etwa so aussehen:

  • Ausschlafen – ganz wichtig, weil ich gefühlsmäßig seit Jahren nicht mehr so richtig (aus)geschlafen habe. War es erst der Säugling, so ist es heute die Kirchenglocke, die mich pünktlich aus den Träumen reist.
  • Frühstücken – in Ruhe und ganz bewusst wohlgemerkt. Und nach dem Frühstück: Sitzen bleiben, einen schönen, heißen Kaffee trinken und die Zeitung lesen. So eine richtige Tageszeitung. Vielleicht auch ein Buch, aber tendenziell eher Zeitung, da ich das so selten schaffe.

Beides wären für mich fixe Bestandteile. Hinzu kommen die variablen Bausätze wie:

  • Spazieren gehen – am liebsten morgens, wenn die Luft noch ganz frisch ist. Oder am späten Nachmittag im Sommer, wenn Wald und Wiesen so herrlich duften.
  • Kamin anheizen – eh klar, denn eine solch wohlige Wärme kriegt eine Heizung niemals hin.
  • Im Garten werkeln – denn der Einsatz schlägt sich im handfesten Ergebnis wieder. Und beim Verweilen auf der Terrasse kann man sich daran erfreuen und entspannen. Manchmal auch bei einem Nickerchen.
  • Einen Schaufensterbummel machen – macht wahrscheinlich heutzutage keiner mehr, aber wäre trotzdem ganz lustig.

Bleibt noch die Frage mit wem? Tja, ich bin ein Eigenbrödler/Eremit und mir selbst oft genug, was vielleicht an meinem Status als Einzelkind liegen mag. Wenn es aber mal doch Gesellschaft sein soll, dann fällt mir spontan mein Buchclub, Die Buchgesellschaft, ein, weil unsere Treffen was ganz Besonderes sind. Selbstverständlich sind Familie und Freunde auch mit in der Bauanleitung für einen idealen Tag enthalten – auch, wenn sie hier nicht einzeln aufgeführt werden.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin