Sieben auf einen Streich – „Eine Frage der Zeit“ von Alex Capus

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Ein Glückfund, per Zufall. Gebraucht in einer Flohmarktbücherhandlung im bayerischen Alpenvorland gefunden und erworben. Und die Nominierung eigentlich eher eine Impulshandlung, da ich mich beim besten Willen nicht für ein letztes Buch aus meinem bestehenden Fundus entscheiden konnte.

Von Alex Capus hatte ich schon „Reisen im Licht der Sterne“ gelesen, in dem Legende und Wahrheit um den Autor „Die Schatzinsel“ miteinander verschmelzen. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass auch „Eine Frage der Zeit“ stark an reale Ereignisse geknüpft ist. Nachgeprüft habe ich es nicht. Zu verlockend die Vorstellung, dass die Geschehnisse der Wirklichkeit zumindest entlehnt sind.

Stattdessen habe ich mich der kurzweiligen Geschichte dreier norddeutscher Werftarbeiter erfreut, die im Auftrag von Kaiser Wilhelm ein Schiff, zerlegt in seine Einzelteile, an den Tanganikasee in Afrika bringen, um es dort wieder zusammen zu bauen. Das Ganze doch ein etwas absonderliches Unternehmen und vielleicht sogar eine Blüte des Kolonialismus, wenn man so will. Doch dann bricht der Erste Weltkrieg aus und es entwickelt sich eine groteske Geschichte um die Sinnhaftigkeit des Krieges, den keiner will, aber alle führen müssen. Fernab vom eigentlichen Kriegsschauplatz und vor der Kulisse des tropischen Sees.

Die Charaktere sind grandios bildlich, mit all ihren Nuancen und Facetten und man ist sogleich selbst Gefangener zwischen den Ereignissen und Völkern.

„Ich bilde mir doch nicht ein, dass ich hier meinen Kasperltheater den Krieg entscheide. Während in den Schützengräben und Granattrichtern an der Marne Hunderttausende junger Männer verrecken, tuckern wir über den See wie Vergnügungsreisende und spielen Verstecken mit den belgischen Kasperlebooten.“

Damit wäre nun die Herausforderung „Sieben Bücher in sieben Tagen“ geschafft, alle Einzelteile an ihrem Platz, doch in der Summe fehlt natürlich der Abschluss. Und anders als die Helden in „Eine Frage der Zeit“ ist mir da hoffentlich das Glück etwas holder gesonnen.

Also dann, bis morgen.

Was von der fünften Rauhnacht (29. Dezember) übrigbleibt – Mai 2017

Um den eigenen Weg zu finden, braucht es Planung und Strategie. Es heißt, den Überblick zu gewinnen. Und genau das habe ich im Mai durchwegs gemacht. Am 29. Dezember übrigens auch. Es ging dabei darum, für alle Bereiche des Lebens einmal den Überblick zu bekommen und dann strategisch zu verfolgen, oder eine Strategie für die Zukunft festzulegen, oder zumindest an ihr zu arbeiten. Fünf Strategiepunkte für den fünften Monat:

  1. Der Schuljahresendspurt für den jugendlichen Mitbewohner und die Strategie, das Schuljahr noch für sich zu entscheiden.
  2. Für den Sommer Urlaubspläne schmieden, auch wenn die Umsetzung sich in den Juni hinziehen wird.
  3. Budget durchrechnen, welche Anschaffungen (Fahrrad) beziehungsweise Pläne (Wohnung streichen vs. Garten neu gestalten) realisiert werden können.
  4. Projekt „Verzicht kostet – Review“ in der Theorie ausarbeiten (wird im Juni in die Tat umgesetzt – versprochen).
  5. Szenarien für die Zukunft durchspielen, um die räumliche Distanz zweier Wohnungen in ein Zuhause zu verwandeln.

Daneben bin ich, ganz klar, so viel wie möglich draußen gewesen. Um den Blick schweifen zu lassen, neue Ein- und Ausblicke zu bekommen.

  

04 Wolken

Blick nach oben

 

05 Maiglöckchen

Blick nach unten

 

06 Wettersteingebirge

Blick nach vorn

Ach ja, ich hatte am 29. Dezember wie der Zufall es so will, „Die Herrscherin“, die dritte Karte im Tarot, gezogen. Wie passend, ist doch die Zahl drei die Vereinigung der Gegensätze, die ausgleichende, erste reale Zahl, welche die neue Ebene und gleichzeitig Ausgangsbasis für den nächsten Schritt bildet. Es geht um Urvertrauen, Wachstum, Sehnsucht und Vielfalt.

Im Juni muss also so einiges in die Tat umgesetzt werden. Da bin ich auf die Ergebnisse gespannt.

Eure Kerstin

Klartext – ist Bio besser?

Die schlechte Nachricht vorweg: Bio ist geschmacklich nicht unbedingt besser. Das liegt unter anderem hauptsächlich daran, dass wir inzwischen so dermaßen an den künstlich erzeugten Geschmack der Produkte gewöhnt sind, dass uns natürliche Zutaten als „langweilig“ erscheinen. Meist schneiden Nahrungsmittel ohne Zusätze in Blindverkostungen sogar schlechter ab.

Auch bei frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse kann man Bio nicht wirklich von nicht-Bio unterscheiden. Rein vom Geschmack her. Ein Apfel schmeckt eben wie ein Apfel. Hier lässt sich vielleicht noch am Aussehen und der Größe eine Differenzierung vornehmen.

Bio ist auch nicht grundsätzlich gesünder, wie zahlreiche Studien belegen. Und von der romantischen Vorstellung, dass die Hühner, deren Eier wir essen, frei auf dem Hof herumlaufen, mal hier und mal da picken, müssen wir uns leider auch verabschieden. Damit wäre der Bedarf nicht mal ansatzweise zu decken.

Warum dann überhaupt zu Bio greifen? Denn Bio ist teuer. Nicht jeder kann es sich leisten. Und obwohl die Preise für Bio gesunken sind, liegen diese immer noch erheblich über denen der Massenware. Für Geflügel muss man mit 140%, für Fleisch mit 44% mehr rechnen. Und sehr oft entsteht hier der Konflikt zwischen ethisch korrektem Einkaufen und dem Wunsch nach geringen Kosten.

Der Punkt ist: Bei Bio geht es um eine umweltgerechte und weitestgehend artgerechte Haltung und Fütterung der Tiere. Sehr gut dargestellt ist das bei Alnatura.

Die EU-Ökoverordnung besagt, dass 95% der Zutaten aus ökologischem Anbau kommen müssen, damit sich ein Produkt als „Bio“ oder „Öko“ bezeichnen darf. Synthetische Farbstoffe, Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, künstliche Vitamine, all das ist verboten. Auch die Verarbeitung muss möglichst schonend erfolgen. Es gibt sogar ein „Bio plus“ oder „Super Bio“, welches mit den Bio-Siegeln Bioland, Biopark, Biokreis, Naturland, Ecoland und Demeter signalisiert, dass Produkte sich noch strengeren Anforderungen stellen. Keine Antibiotika, keine Gentechnik, keine chemischen Pflanzenschutzmittel zum Beispiel.

Inzwischen kaufen über 50% der Bevölkerung gelegentlich Bio, Tendenz steigend würde ich sagen. Allerdings greifen eher gut verdienende und gut ausgebildete Menschen zu Bio.

Bio

Doch das System der industriellen Landwirtschaft hat Risse bekommen. Was früher normal war, ist heute Bio. Und erst durch die Skandale und Umweltkatastrophen konnte sich Bio aus der Nische der „Bio-Spinner“, wie Andre Wilkens die Vorreiter nennt, befreien. Was zur Folge hatte, dass sich innerhalb der letzten fünfzehn Jahre der Marktanteil verdreifacht hat. Trotzdem beträgt dieser nur knapp 4% des Lebensmittelgesamtumsatzes in Deutschland.

Ist Bio aber auch teurer? Das wollen wir in den nächsten Tagen klären. Los geht es erst mal mit der Vorbereitung, denn die ist bekanntlich alles.

 

Also dann, Action!
Eure Kerstin