Tatort des Monats Mai

Nein, ich betreibe keinen nicht genehmigten Flughafen für kleine, grüne Männchen oder andere Hobbybastlerutopien, auch wenn der fotografisch festgehaltene Gegenstand dies vermuten lassen könnte.

Tatort: AbstellkammerFusselrasierer

Tatbestand: Extraterrestriales Flugobjekt…äh Fusselrasierer

Tatortsäuberung: Dass heutzutage jedes (technischen) Produkt einer geplanten Obsoleszenz unterliegt ist mir klar, dass diese aber auch bei Nicht-Nutzung greift, war mir neu. Es ist zum Verzweifeln, kaum liegt der durchaus praktische Fusselrasierer zwei Jahre in seiner Originalverpackung, schon funktioniert er nicht mehr. Denke, reparieren ist kontraproduktiv. Stattdessen greife ich ab sofort wieder zu Schere und Rasierklinge, um mich unerwünschter Fussel zu entledigen. Falls aber da draußen jemand sich findet, der eine zündende Idee hat, immer her damit.

Tatort des Monats Februar

Manchmal fallen Weihnachten und Ostern zusammen, dann ist Fasching…oder so was in der Art. Jedenfalls sind wir um Fasching herum immer bei Skifahren so ergab sich folgendHandschuhe alter Tathergang.

Tatort: Kleiderschrank

Tatbestand: Handschuhe

 

Tatortsäuberung: Beim Ausrüstungscheck musste ich feststellen, dass nach dreißig Jahren auch nur einmal pro Jahr genutzte Handschuhe beginnen sich aufzulösen. Ob das aufgrund meines rasanten Fahrstils der Fall ist, oder Materialermüdungserscheinungen in dem Alter einfach normal sind, ist zweitranging, denn der jugendliche Mitbewohner wusste Weihnachten schon, dass seine Mutter Fasching neue Handschuhe benötigt.

Handschuhe neu 

Und das ist doch wirklich wie Weihnachten und Ostern zusammen.

 

Tatort des Monats Mai

Der Sommer kommt mit großen Schritten, da muss noch so einiges für die Bikinifigur getan werden. Vor allem Sport.  Dazu braucht es ein paar ordentliche Sportschuhe.2017_05

 

Tatort: Schuhschrank

 

Tatbestand: Joggingschuhe

 

Tatortsäuberung: Ich habe das mal ganz grob überschlagen. Die schnellen Treter haben so in etwa 1800 Kilometer auf den Sohlen und sind damit mit Sicherheit als voll leistungstaugliche Trainingspartner disqualifiziert. Außerdem löst sich das Innenleben so langsam auf. Glücklicherweise muss ich keinen Neukauf starten, da ich noch zwei Paar (Sommer/Winter bzw. leicht/fest) besitze. Wie schön, wieder ein Teil weniger unter meinem Dach.

Tatort des Monats April

Trotz nasskalter Temperaturen und Minusgraden – ok zumindest gefühlt – musste die Wintergarderobe den Gang in den Schrank antreten. Mit den Sommersachen kam auch ein Teil zum Vorschein, dass schon ziemlich abgewetzt ist und die besten Tage wohl hinter sich hat.

Tatort: Schrank

Tatbestand: Hose

Tatortsäuberung: So ganz habe ich mich noch nicht entschieden, wie ich das abgetragene Stück Stoff entsorgen werde. Im Moment tendiere ich zum schonungslosen Wegwerfen, da ich mir eine Wiederverwertung nur schwerlich vorstellen kann. Ich denke nach zehn Jahren treuer Dienste ist das durchaus legitim. Ob es für Kleidung wohl so etwas wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt? Nun ja, jedenfalls erinnert mich das daran, dass ich im letzten Jahr ja das Projekt „Verzicht kostet“ gestartet und meinen Lesern damals ein Review versprochen hatte. Ich bin dran, kann ich sagen und die Ergebnisse sind dann demnächst auf meinen Alltagseinsichten zu lesen.

„Let’s talk about s…, baby. Let’s talk about you (Schachtel) and me (alte Schachtel).”

Hinweis an alle zu Schamesröte neigende Leser: Hier geht es mal wieder um Spielzeug für Erwachsene.

Das Schöne am Bloggen ist auch, dass hin und wieder Kommentare von Mit-Bloggern und Lesern einen dazu verleiten, ein Thema nochmals aufzugreifen. So geschehen bei meinem Beitrag zum Tatort Mai. Da hatte Roe Rainrunner sich gefragt, wie man den Verpackungsmüll (Sondermüll?) loswird. Und als dann auch noch Patrick von isso und nichts anders? mit einer Empfehlung für einen Neukauf aufwartete, war es einfach zu verlockend, um daraus nicht nochmals was zu machen. Danke Euch für die Steilvorlage.

Es ist wie so oft im Leben: Der Geist ist willig, jedoch das Fleisch ist schwach. Glücklicherweise wohne ich nicht unweit einer bayerischen Weltmetropole. Das hat den Vorteil, dass man sich im Bedarfsfall anonym und unerkannt bewegen kann und dass es neben den obligatorischen Standardgeschäften oft auch Trend- und Spezialläden gibt. Und tatsächlich befindet sich in recht exponierter Lage ein Fun Factory Shop. Online-Shopping wäre in diesem Fall nicht wirklich in Frage gekommen. Schließlich will frau das Objekt der Begierde ja auch anfassen.

Also, auf zum Erlebnisshopping. Egal, wie alt, erfahren und abgebrüht man ist, ich glaube, jeder spürt ein gewisses Kribbeln, sobald man die Eingangstür anvisiert und die Verkaufsräume betritt. Immerhin wird man selbst zum Objekt – „guck mal, die alte Schachtel, hat’s wohl nötig…“. Und was, wenn die Anonymität genau auf der Türschwelle abrupt aufhört, weil der Nachbar hinter der Kasse steht oder der Arbeitskollege nebenan im Café sitzt?

Der Spielwarenladen ist bunt und weit entfernt von jeglicher Hinterhofatmosphäre, um nicht zu sagen, ziemlich auffällig. Ich also rein. Herrje, lauter Pärchen, durchfährt es mich. Irgendwie ziemlich cool, aber so allein spüre ich dann doch die (eingebildeten?) Blicke – „schau sie an…“. Nun ja, nur nicht so schüchtern. Alle Größen, alle Modelle stehen und liegen hübsch beleuchtet und zum Anfassen und Handtest im Regal. Das erinnert dann doch ein bisschen an Kindergeburtstag. Schweinchenrosa, schwarz, lila, orange, knallrot, blau, mintgrün. Irgendwie ist eine Farbe schlimmer als die andere. Wobei hautfarben fände ich noch weniger attraktiv. Die Beratung ist wirklich gut, nicht anders als beim Kauf einer Waschmaschine oder dergleichen. Wobei mir da ein gewisser Vergleich fehlt, beim einen wie anderen.

Das Pärchen an der Kasse vor mir tätigt einen Großeinkauf und fragt doch tatsächlich nach einem Rabatt. Fehlt nur noch eine Kundenkarte: „Beim Kauf von zehn Exemplaren erhalten Sie…“ Ok, lassen wir das lieber, damit wir schnell die Frage nach der Verpackung lüften können. Liebe Roe, ich kann Dich beruhigen: Bis auf ein paar kleine Aufkleber ist die Schachtel absolut neutral, was Farbe und Form angeht und fällt damit definitiv nicht in die Kategorie Sondermüll, der in einer Nacht- und Nebelaktion und weit weg von den eigenen vier Wänden entsorgt werden muss.

Innenkarton

Lieber Patrick, ich danke Dir für den Tipp: Der Neue hat seine Konkurrenz vom Podest geschubst. Nun muss ich nur noch Mae B. Nr. 2 entsorgen. Was wohl der Typ vom Wertstoffhof denkt, wenn ich schon wieder mit so einem Teil für den Elektroschrott ankomme? Innerhalb von sechs Monaten? Ich wage gar nicht daran zu denken, was passiert, wenn ich demnächst mit dem kaputten Bett und der alten Matratze auftauche. Schließlich weiß er ja nicht, dass es sich dabei um das ausrangierte Inventar des jugendlichen Mitbewohners handelt. Moment mal…, ich glaube, ich muss jetzt mal ganz schnell ein aufklärendes Gespräch mit dem Nachwuchs führen.

 

Eure Kerstin