Kindergeburtstag

Geburtstage sind was ganz Besonderes. Das kann jeder einmal im Jahr an sich selbst testen. Eltern sogar zwei- oder mehrmals, denn der Geburtstag des Nachwuchses ist fast noch aufregender als der eigene. Das fängt schon mit dem Dekorieren des Geburtstagstisches, dem Backen des Geburtstagskuchens und dem Aufstellen der Kerzen an. So ab dreißig Lichtern wird es mit dem Tablett und Anzünden schwierig und unter Umständen auch langsam nicht mehr erwünscht sein, aber dann sollte der Nachwuchs ja auch schon längst ausgezogen sein. Morgens schleicht man sich dann ins Kinderzimmer und singt das Geburtstagsständchen, denn das Glückskind liegt meist schon vor lauter Aufregung seit Stunden wach im Bett. Es folgen Liebkosungen und leuchtende Augen beim Geschenkeauspacken und zum Frühstück gibt es Kuchen.

Wird aus dem Kind ein Teenager, dann läuft das in etwa so ab: Beim Versuch, die inzwischen stattliche Anzahl an Kerzen auf dem Tablett zu platzieren und anzuzünden, ruft das Geburtskind: „Kann ich aufstehen? Ich muss mal.“ Gut, das war jetzt irgendwie anders geplant, aber morgendlichen Blasendruck kennt man ja aus eigener Erfahrung. Nicht schön. Nun gut, dann muss es also schnell gehen. Kerzen an, Tablett jonglieren und singen. Ein leichtes Grinsen huscht über das Gesicht des übernächtigten Geburtstagskindes – man muss schließlich um Mitternacht die gechatteten Glückwünsche der Freunde checken – bevor es ins Bad entschlüpft. Ewigkeiten vergehen.

Den Kuchen zum Frühstück gibt es natürlich trotzdem. Dekoriert mit Glückskeksen statt buntem Naschwerk. Doch davon später. Das Geschenkeauspacken ist dann auch eher nüchtern, da es diesmal nichts zum Auspacken gab. Nicht, weil wunschlos glücklich (ha, selten so gelacht), sondern weil das mit dem Alter ein immer schwierigerer Entscheidungsprozess zu werden scheint, der sich zunehmend in die Länge zieht. Auf ein zartes Nachfragen ca. vier Wochen vor dem Freudentag, was denn so auf der Wunschliste stehe, kommt erst mal gar nichts und dann folgen alle zwei Tage andere Wünsche, die mal größer, mal teurer, mal bei-Dir-piepst-wohl sind.

Der diesjährige Wunsch ließ schon im Vorfeld extrem lange auf sich warten, so dass ich dann doch etwas nervös wurde. So ganz ohne Geschenk will man ja als Eltern auch nicht da stehen. Und mit einem Kuchen und vielen Kerzen kann man bei der Jugend keinen Staat machen. Das kommt auf den Posts in den sozialen Netzwerken gar nicht gut und ist völlig uncool. Zum Glück konnte der jugendliche Mitbewohner seine Gedanken und Wünsche doch noch bündeln und dann einen fast vollständigen Satz formulieren: „Shoppen.“ „Ja, und hast Du Dir schon mal so überlegt, was Du alles einkaufen möchtest?“ „Schuhe. Klamotten halt.“ „Und welche Geschäfte hast Du Dir da so vorgestellt?“ „Weiß nicht.“ Wie gesagt, man darf den Bogen nicht überspannen. Die gedankliche Arbeit im Vorfeld ist mit Sicherheit sehr anstrengend und Details sind auch nicht so wichtig, wie man als Erwachsener manchmal denkt.

Statt Party diesmal also der Trip in die Stadt, der dann schon fast an eine Schnitzeljagd erinnert: Neun Geschäfte in guten zweiten Stunden. Aber was tut man nicht alles für das eine Paar Schuhe. Und die Unterhosen, deren großflächige Werbung zu meiner Zeit noch für Aufsehen sorgte. Und Klamotten, mit denen man auch ungewaschen und unausgeschlafen hip rüber kommt. „Shopping Queen“ ist nichts dagegen. Und, es war trotz knappem Zeitplan noch ein Kaffee für die gestresste Begleitung drin. Aber auch nur deswegen, weil die nämlich unter akuter Blasenschwäche litt und dringend mal wohin musste.

Gut, so ein Geburtstag ist ja schließlich kein Kindergeburtstag. Das verlangt allen Beteiligten einiges ab – einschließlich der Kreditkarte. Ich glaube, da steht ein Besuch bei dem Bankberater meines Vertrauens bevor. Andererseits hatten wir so viel Spaß, dass es jeden Cent wert war, das Budget so maßlos zu überziehen.

Und zu den Glückskeksen wäre noch ergänzend zu sagen: Drei wurden am Morgen nebst Kuchen verspeist. „Es erwartet Sie eine Reise.“ – Check. „ Freuen Sie sich auf schöne Stunden.“ – Check. „Absolute Höchstform. Sie können Berge versetzen.“ – Check. Alles richtig gemacht. Happy Birthday, Lieblingskind! Und bleib wie Du bist.

 

Eure Kerstin (Mami)

Mein Freund, der Baum

Mal abgesehen von Büchern, empfinde ich Druckerzeugnisse als großes Ärgernis. Bei Zeitschriften kann man noch selbst entscheiden, welche man für bisweilen teures Geld kauft, aber bei allem, was so im hauseigenen Briefkasten landet, ist man oft ratlos. Fast könnte man meinen machtlos, weil Kataloge und Werbesendungen oft nur so herein flattern, aber man kann sich wehren und dem in Grenzen Einhalt gebieten.

Kurz vor Beginn meines Projektes Nachhaltigkeit im April habe ich angefangen, alle Kataloge zu sammeln. Ich kann nur sagen: Wahnsinn! Irre, was da zusammen kommt. Insgesamt fünfzehn Katalog in drei Monaten, teilweise drei Stück von einem Anbieter.

Werbung

Es ist absolut erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit die Firmen versuchen, Begehrlichkeiten zu wecken. Nach dem Motto, irgendwann kauft sie schon was, senden fast alle unerschütterlich munter weiter ihre bunten Blätter. Eine Firma ist dabei, bei der hatte ich vor ca. 12 Jahren einen Wintermantel bestellt. Seitdem nichts mehr. Und trotzdem sind zwei Prospekte in der Post gewesen. Bei manchen ist meine Bestellung nicht ganz so lange her (das letzte Mal vor etwa zwei Jahren), aber ob mich drei Hefte innerhalb so kurzer Zeit wirklich animieren, doch mal wieder einzukaufen? Fraglich.

Andere wiederum sind darunter, bei denen habe ich noch nie bestellt, deren Angebote kriege ich trotzdem aber nicht zum ersten Mal. Wirklich erschreckend, wie hier mit Rohstoffen und Ressourcen umgegangen wird. Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass sich das rechnet. Klar, die Kosten für Druck und Versand sind irgendwo in den Preisen mit drin, aber dennoch bin ich skeptisch.

Nun gehöre ich inzwischen wahrscheinlich eher nicht mehr zum Typ Otto-Normal-Verbraucher. Seit über einem Jahr werden keine Kleider mehr gekauft, wenn es nicht wirklich nötig ist – sprich Ersatz, wie ich ja schon in meinem Beitrag „Von der Pflicht zur Kür“ geschrieben hatte. Und Online-Shopping kommt im Grunde gar nicht mehr in die Tüte bzw. den Karton. Ausnahme sind der jugendliche Mitbewohner, dessen Wünsche teils schwierig zu lokalisieren sind und wenn es etwas tatsächlich nicht vor Ort gibt, wie zum Beispiel meine iPotsch Filzpantoffeln aus dem Schnalstal, die ich letzten Winter entdeckt habe.

Digital einkaufen finde ich auch eher langweilig. Keine Atmosphäre, kein Anfassen. Es hat etwas Steriles an sich. Und meist bin ich von den Paketinhalten auch oft enttäuscht, denn so schön wie im Katalog bzw. im Netz sehen die Sachen im rauen Licht der realen, nicht gephotoshopten Welt gar nicht aus. Ganz zu schweigen von der Qualität – besonders bei Kleidungsstücken. Dann heißt es, wieder einpacken und zurückschicken. Dann doch lieber im Geschäft anprobieren und gleich mitnehmen.

Noch dazu bin ich durch die Vielfalt und unzähligen Wahlmöglichkeiten im virtuellen Shoppingcenter auch gern mal schlichtweg überfordert. Man sucht, vergleicht und prüft und ehe man sich versieht, sind da schnell Stunden vergangen, ohne dass einem das bewusst ist. Da beschleicht mich dann auch unterschwellig das Gefühl, meine Zeit wahrhaft verschwendet zu haben.

Für mich liegt das physische vor Ort Einkaufen auf der Glücksskala weit vor der virtuellen Variante. „Analog einkaufen ist das Original. Online kaufen ist nur second-best.“, sagt Andre Wilkens. Und nun die Frage: Was bist Du?

Ich jedenfalls werde jetzt alle Anbieter anschreiben und bitten, meine Adresse aus dem Verteiler zu streichen. Kostet Zeit, soviel ist klar. Doch auf lange Sicht spare ich beim Verzicht: Weniger Ressourcenverschwendung, weniger Müll, der entsorgt werden muss und wer weiß, vielleicht auch weniger Konsum/Ausgaben, falls ich mich doch mal von dem einen oder anderen Angebot locken lassen sollte, weil es gerade so schön aussieht.

Gleichsam verfahre ich bereits bei jeglicher Infopost. Da steht nämlich unten immer so ein schöner Satz.

Infopost

Und das mache ich dann auch so, wobei ich immer noch nicht so ganz verstehe, warum man schriftlich widersprechen muss, wenn es vielleicht auch ein Anruf oder eine Mail tut. Aber das ist wahrscheinlich Masche, um auf die Bequemlichkeit der Menschen zu setzen. Wer schreibt denn noch Briefe heutzutage? Also, Geschäftsbriefe mit „Sehr geehrte Damen und Herren,…“. So auf richtigem Papier. Und mit Briefmarke.

Funktioniert auch bei virtuellem Müll, der ja ebenso Ressourcen kostet, denn wer glaubt, ein elektronischer Newsletter sei gratis, der betreibt seinen elektronischen Sklaven wahrscheinlich, indem er per Fahrrad für Strom sorgt und als Ausgleich für die Serverleistung Geld für Klimaprojekte spendet. Na ja, so in etwa jedenfalls. Ihr merkt schon, ich bin von unerwünschter Werbung jeglicher Art recht genervt, weil man viel schneller drin als wieder draußen ist. Von daher steht es wohl außer Frage, dass an meinem Briefkasten ein „Bitte keine Werbung“ klebt. Ja „bitte“, denn für ein Bitte ist immer Zeit.

Dazu noch ein schönes Zitat von Mahatma Gandhi: „Es gibt Wichtigeres im Leben, als sein Tempo zu beschleunigen“. Sehr richtig, denn was gibt es Schöneres, als am Ende einer Shoppingtour, entspannt unter einem Kastanienbaum im Biergarten zu sitzen? Richtig. Gleich hingehen und den gestressten Shoppingqueens und -kings mit ihren Tüten, die inzwischen erfreulicherweise überall etwas kosten, zu zuschauen und das Leben und die Freiheit zu genießen. In diesem Sinne: Prost! – und das geht auch mit ohne Alkohol.

Welchen luxuriösen Leidenschaften außer Biergartenbesuchen ohne Bier ich sonst noch fröne, darüber berichte ich beim nächsten Mal.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Der Titel ist sehr melancholisch und bezieht sich auf das Lied von Alexandra. Passt nicht so ganz zum Biergarten, aber irgendwie zum Thema und zum Wetter allemal.

Notwendigkeiten

Karte Nr. 16: “’Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche!’ – Sokrates. Um zu erfahren, dass weniger mehr sein kann, üben Sie sich in Askese: Kaufen Sie einen Tag lang überhaupt nichts ein“

Für diejenigen, die es noch nicht bemerkt haben: Ich bin zurück. Leider! Ich wünschte, ich wäre noch in den Bergen. Aber das ist eine andere Geschichte. Vielleicht aber auch nicht. Denn 3 Wochen sind einfach nicht genug. Nicht genug, um sich wirklich in Askese zu üben. Nicht genug, um sich für eine neue, andere Art von Leben zu entscheiden. Aber lang genug, um zumindest ansatzweise die eigene Denkweise anzustoßen, die hoffentlich früher oder später zu einer neuen, anderen Art von Leben führt. Und, es reicht, um zu sehen, wie viele Dinge man wirklich zum Leben braucht.

Unlängst habe ich einen Bericht über eine Familie gesehen (ich hoffe, ich kriege das hier noch so einigermaßen korrekt zusammen), die jegliche Art von Müll vermeidet. Alles, was diese Familie an Müll produziert, passt in ein mittelgroßes Vorratsglas. Wohlgemerkt der Müll eines ganzen Jahres. Ich stelle mir vor, dass es eines ganz erheblichen Aufwandes an Zeit und Organisation bedarf, um so konsequent zu handeln. Die Frau meinte, sie hätte nur 2 Shirts, 2 Hosen, 1 Rock, 1 BH und 7 Unterhosen. Ich bin mir sicher, auch ich könnte meine Garderobe um die Hälfte oder mehr reduzieren, aber so ein Bestand erscheint mir als sehr drastisch und ich frage mich, wie oft dann die Waschmaschine läuft. Geschenke werden auch nicht gekauft. Statt dessen gibt es Erlebnisse und dergleichen. Letzte Weihnachten zum Beispiel: Die Familie machte Urlaub in Costa Rica und die Kinder haben als Geschenk einen Schwimmkurs mit Delphinen bekommen. Die Frage, die sich mir hier stellt ist: Wie lässt sich das mit der Lebensweise, keine Art von Müll zu produzieren, vereinbaren? Denn wenn ich mit dem Flugzeug reise, produziere ich dann nicht jede Menge CO²? Und wie sieht dann meine Energiebilanz aus? Da kann ich genauso in einen zweiten BH investieren.

Ich weiß, wovon ich rede. Schließlich bin ich ungefähr 500km über die Alpen gelaufen und ich war mehr als glücklich, dass ich mir den Luxus von 3 Paar Socken geleistet habe. Jeder Wanderführer und jeden, den man fragt, wird einem sagen: 2 sind genug. Das stimmt schon. Aber, wenn man morgens vor einem 10-Stunden-Tag und 3000 Höhenmetern keine feuchte Socken anziehen muss, dann fühlt man sich wenigstens für die ersten Kilometer gut. Klar, nach einer solchen Tour sind die Socken so oder so durchgeschwitzt. Egal, ob man mit klammen oder trockenen gestartet ist. Und man kann sich sicher sein, dass man nicht der Einzige wäre, der keine frischen Socken angezogen hat. Aber jeder muss für sich entscheiden und seinen eigenen Komfortlevel festlegen. Und für mich waren das 3 Paar Socken. Ein zusätzliches Gewicht von 61 Gramm.

Folglich hängen die Dinge, die man braucht, ganz erheblich von der eigenen Kraft ab. Wie viel kann ich tragen, bevor es zur Last wird? Wie viel kann ich auf meine Schultern laden, bevor ich zusammen breche? Wie langsam kann ich meinem Weg folgen und trotzdem sicher und rechtzeitig mein Ziel erreichen? Wie viel ist genug, um sich für alles gerüstet zu fühlen und gleichzeitig noch in der Lage zu sein, die Reise zu genießen? All dies trifft für Bergtouren und das Leben gleichermaßen zu. Dazu fällt mir mal wieder die Szene aus „Up in the Air“ mit George Clooney ein, bei der er für sein Publikum bildlich alles, was das Leben ausmacht, in einen Rucksack packt und die Zuhörer dann das Gewicht, welches sie tagtäglich mit sich herum schleppen, spüren sollen. Genau das ist es nämlich, was jeder für sich bestimmen muss (wer den Film nicht kennt, hier die Szenen: https://www.youtube.com/watch?v=UsRP9EUrXjo).

Es ist ziemlich einfach, einen ganzen Tag lang nichts zu kaufen. Auch eine Woche ist kein Problem. Aber wie viel bin ich bereit aufzugeben, um das Leben zu leben, welches ich mir erträume? Brauche ich ein Haus und ein Auto, um glücklich zu sein? Ich glaube, es ist einfach die schier unendliche Auswahl an Möglichkeiten, mit der wir konfrontiert sind, die uns das Leben schwer macht. Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Leben für die Menschen auf Grund ihres gesellschaftlichen Status vorher bestimmt. Ich sage nicht, dass früher alles besser war. Überhaupt nicht. Aber, früher wusste die Magd, dass sie immer eine Magd sein würde und hoffte auf ein besseres Leben nach dem Tod. Heutzutage scheint für alle alles möglich zu sein und uns wird suggeriert, dass wir reich und mächtig und berühmt sein können. Ich glaube, genau das macht es umso schwerer, mit dem, was man hat, glücklich und zufrieden zu sein. Es gibt immer etwas Neues und immer etwas Besseres. Zu verharren erscheint wie ein Schritt rückwärts.

In meinem Fall trifft eher das Gegenteil zu. Ich bin von München bis (fast) Venedig gelaufen. Eine Strecke, die man ohne weiteres innerhalb von 6 Stunden mit dem Auto zurück legen kann. Noch schneller geht es mit dem Flugzeug. Ich war 3 Wochen unterwegs. Und es war die schönste Zeit meines Lebens. Ich kann meine Augen schließen und den gesamten Weg immer und immer wieder vor meinem inneren Auge sehen. Und ich fühle mich dabei ziemlich lebendig und voller Farben und Emotionen. Ich habe wunderschöne Sonnenuntergänge gesehen. Die Sonnenaufgänge in den Bergen aber sind einfach unglaublich. Das Versprechen eines neuen Tages. Früh morgens von der Hütte los zu laufen ist sicherlich das Highlight des Tages. Mal abgesehen, von dem Moment, wenn man abends endlich die Hütte erreicht und seine Schuhe ausziehen kann. Das fühlt sich fast noch besser an. Nasse Socken oder nicht. Aber so gesehen, ist jeder Moment der Beste. Und es braucht sehr wenig, um sich gut zu fühlen. Für mich waren das alles in allem 12,42kg. Noch weniger, um zu überleben. Das wären wahrscheinlich so zwischen 10kg und 11kg gewesen. Plus eine Sache, die man in keiner Einheit messen kann: Freundschaft. Und damit kann man über die Alpen und durch das Leben gehen, ohne auch nur eine Kleinigkeit zu kaufen. Denn das ist die einzige Notwendigkeit, die man zum Leben braucht.

Nr. 17. Eine Komfortkarte: “’Sie fühlen sich unschlagbar: Tragen Sie Ihr schönstes Kleid und genießen Sie die Blicke. Ein normaler Tag wird so zu etwas Besonderem – und jeder kann es sehen.“ Ich schätze, meine Garderobe benötige ich nach wie vor. Und nur fürs Protokoll: Ein zweiter oder dritter BH können weit mehr als einfach nur Müll zu vermeiden. Aber auch das muss jeder für sich entscheiden. In diesem Sinne: Bis in einem Monat.

Eure Kerstin

Tatort des Monats April

Dieser Monat ist quasi ein Tatort und Fundort gleichzeitig.2014_04

Tatort: Flur, Regal neben der Haustür.

Tatbestand: Verlassene, fast vergessene Spardose, die ich immer mit dem Geld, was ich so in der Schmutzwäsche oder diversen Zimmern (eigene Zimmer, keine fremden) gefunden habe, gefüttert habe.

Tatortsäuberung: „Und dann hau ich mit dem Hämmerchen mein Sparschwein, mein Sparschwein, kaputt“. Heraus kamen stolzen 6,37 Euro, die ich gleich umgesetzt habe: Ein Coffee to go und neuer Nagellack. Bleiben noch 0,67 Euro, für ich mir beim nächsten Sonnenschein eine Kugel Eis gönnen werde, indem ich noch etwas Geld aus der Haushaltskasse abzwacken werde. Kaputte Dose wurde entsorgt und der Hammer wieder in der Werkzeugkiste verstaut.

nailscoffee

Tatort Handtasche, Tag 19

Vorweg: Keine Angst, ich bin inzwischen nicht so radikal, dass ich meinen Geldbeutel entsorge. Aber dem Inhalt rücke ich hiermit zu Leibe.

Tatort: Handtasche, Geldbeutel.19 Tag

Tatbestand: Kundenkarten aller Art. Hat man solche erst einmal im Geldbeutel, fühlt man sich ständig dazu genötigt, sämtliche Filialen der Kundenkarte oder ihrer Partnerunternehmen mit einem (virtuellen) Besuch zu beehren. Damit ist nun Schluss.

Tatortsäuberung: In klitzekleine Schnipsel zerschnitten, was sehr befriedigend war.

P.S.: Muss zugeben, dass ich mich tatsächlich nicht von allen Karten trennen konnte und noch immer die eine oder andere mit mir führe. Aber das hier ist wenigstens schon mal ein Anfang.