„An meine Haut lasse ich nur Wasser…

…und CD“. Mit diesem Spruch aus der Werbung bedachte mich mein Vater während meiner Pubertät. Für ihn waren Seife und Wasser absolut ausreichend, um Pickeln und Schmutz zu Leibe zu rücken. Was ich als allwissender Teenager als Marotte der älteren Generation damals belächelt habe, praktiziere ich heute selbst. Nur die Seife ist eine andere und zudem erlaube ich mir daneben noch ein paar weitere Hilfsmittel. Was soll ich sagen: Der Zahn der Zeit nagt an mir. Eitelkeiten können jedoch auch auf nachhaltige Art und Weise gepflegt werden wie wir im Laufe der nächsten Tage sehen werden.

Vor der Pflege kommt die Reinigung und da bin ich ein Freund von Seife. Erst zwangsweise und inzwischen bekennend. Das verdanke ich, nein, nicht meinem Vater, sondern meinem jugendlichen Mitbewohner. Wenn auch unbewusst, denn bei zahlreichen Besuchen bei Oma und Opa, wurde für Muttern, also mich, immer eine Seife als Mitbringsel ausgesucht. Manchmal auch zwei oder drei, sodass ich nun über einen schier unerschöpflichen Fundus an verschiedenen Duft- und Farbrichtungen verfüge.

Neben den üblichen Benimm-Dich-Ansagen meinerseits, kam daher beim letzten Mal die Bitte „Keine Seife mehr“ hinzu. Ohne Erfolg. Nun ja, das Gehirn des jugendlichen Mitbewohners kann sich eben nicht so viel merken. Nun bin ich also stolze Besitzerin von Seifen alle Art und kann bald die Bäder eines kleinen Hotels damit ausstatten, denn ob ich es noch zu Lebzeiten schaffe, den Vorrat zu verbrauchen, scheint fraglich. Ganz besonders, da demnächst wieder ein Besuch bei Oma und Opa ansteht.

Wenn ich ehrlich bin, es sieht auch um einiges dekorativer aus als die flüssige Alternative, die hoffentlich bald mal alle ist. Oder was meint Ihr? Seife

Wie dem auch sei, ich musste mir etwas einfallen lassen. Ich kann mich zumindest in dem Punkt glücklich schätzen, dass ich eine recht pflegeleichte Haut habe und bis auf die jugendlichen Pickel keine großen Probleme zu verbuchen hatte, trotz eines mitunter sorglosen Umgangs, zu dem ich heute auch die tägliche Dusche zählen würde. Es liegt sicherlich auch an der harten Schule meiner Eltern, aber Hygiene und Sauberkeit ist nicht zwingend nur durch Duschen zu bewerkstelligen.

Bevor nun die Nasen gerümpft werden: Es gibt Lebensmuster, die verlangen einfach das tägliche Duschen, das bestreite ich nicht im Geringsten. Von daher kann ich also hier nur von mir reden und ich komme in der Regel mit zweimal Duschen pro Woche aus. Alle anderen Tage wird sich gründlich gewaschen. Man kann alles kaputt waschen, auch die eigene Haut. Der gute alte Waschlappen, ein Stück Seife und Wasser reichen meist jedoch völlig aus. Und so ganz nebenbei spart man auch noch Wasser.

Den Anhängern von Peelings sei gesagt: Diese enthalten bis zu 90% Mikroplastik, welches ungefiltert wieder in den Wasser- und letztendlich Nahrungskreislauf gelangt. Inzwischen ist in 90% aller Menschen Plastik im Blut nachweisbar. Doch wer sich gern seiner alten Haut entledigt, kann ein solches auch mit Zucker und Öl selbst herstellen. Sogar Kaffeesatz soll sich eignen, habe ich aber noch nicht ausprobiert. Luffaschwamm oder eine entsprechende Bürste gehen natürlich auch. Lästiger Hornhaut rücke ich zusätzlich mit einem Bimsstein zu Leibe. Gibt es in der Apotheke in der „Kuriositätenkiste“, wie eine Angestellte es nannte, als ich danach gefragt habe.

Für was ich bis dato noch keine wirklich zufriedenstellende Lösung gefunden habe, ist ein Ersatz für Wattepads, um sich abzuschminken. Bio-Watte ist klar, aber Verschwendung ist es schon irgendwie. Alle getesteten wiederverwendbaren Pads haben sich bislang als ungenügend erwiesen. Wenn da jemand einen tollen Tipp hat, würde ich mich freuen. Abschminken mache ich natürlich nicht mit Seife, da diese viel zu aggressiv (austrocknend) ist, sondern mit den Produkten der entsprechenden Hersteller von Bio-Kosmetik. Dann lauwarmes Wasser und ein guter Waschlappen. Fertig.

Ansonsten ist Seife wirklich ein Alleskönner. Sie lässt sich bis auf den allerletzten Rest aufbrauchen und man kann sie sogar für den Urlaub portionieren und ebenso problemlos im Handgepäck mit sich führen. Morgen dann: Zahnpflege.

Also dann, action!
Eure Kerstin 

Hautnahe Einblicke

SchönheitDie Haut ist unser größtes Organ. Und unbeschreiblich sinnlich. Auf einem Quadratzentimeter befinden sich:

  • 150.000 Pigmentzellen
  • 5.000 Sinneszellen
  • 100 Schweißdrüsen
  • 15 Talgdüsen
  • 5 Haare
  • 4 m Nervenbahnen
  • 1m Blutgefäße

Zwischen 15 und 20 Prozent unseres gesamten Körpergewichtes sind Haut. Mit ihr nehmen wir Berührung, Spannung, Druck und Temperaturunterschiede wahr. Und das selbst, wenn wir schlafen. Unser Tastsinn zählt zu den wichtigsten menschlichen Wahrnehmungssytemen, der unser Überleben sichert. Mit ihm „begreifen“ wir bereits als Säuglinge unsere Umwelt und fortan fließen alle Informationen in unserem Denkprozess mit ein.

Die Haut ist ein ganz wundervolles Organ, das sich Zeit unseres Lebens regeneriert. Und das im Grunde ganz ohne zusätzliche Pflege. Wenn wir ihr also helfen wollen, gesund zu bleiben, sollten wir ihr vor allem natürliche Luft zum Atmen bieten. Unsere Haut ist neben dem, was wir dem Körper zuführen, auch allen Einflüssen von außen schutzlos ausgeliefert. Es liegt also in unserem Verantwortungsbereich, unsere Hülle mit der entsprechenden Sorgfalt zu behandeln und zu pflegen.

Dabei müssen es keine sündhaft teuren Cremes, Salben, Gels, Pasten und so weiter sein. Mehr bedeutet nicht unbedingt besser. Denn vor allem der Säureschutzmantel und die Bakterienflora reagieren empfindlich auf allzu gut gemeinte Anstrengungen. An dieser Stelle muss ich noch betonen, dass das Kapitel Kosmetik und Hygiene natürlich ein sehr intimes Thema ist. Jede Haut ist anders und das, was ich hier schreibe, mag nur auf mich zutreffen. Aber vielleicht führt es zumindest zu einem Denkanstoß.

Der Bereich der Bio-Produkte in der Kosmetik- und Hygienesparte nimmt beständig zu. Ich erinnere mich noch, das muss so vor vier Jahren gewesen sein, da sind wir Mädels zu einem Wellnesswochenende aufgebrochen und residierten ganz stilecht in einer Suite mit mehreren Räumen. Meine Zimmergenossin meinte, als wir unsere Tiegel und Töpfe im Bad arrangierten, ob ich denn noch ein Deo mit Aluminium benutzen würde. Und ob ich nicht wüsste, dass das krebserregend sei. Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht und ich glaube, das war der Moment, an dem ich angefangen habe, um zu denken.

Seitdem ist in den Läden und in meinem häuslichen Schönheitssalon eine Menge passiert. Ich habe viel ausprobiert und manches wieder verworfen (z.B. „Die Sache mit der Handcreme“) und so nach und nach jede Sektion umgestellt auf Produkte mit natürlichen, biologischen Inhaltsstoffen.

Fertig bin ich noch nicht. Aber das ist man ja irgendwie nie so ganz. Wichtig ist, dass man sich bewusst entscheidet, welchen Weg man einschlägt. Jede Entscheidung kann korrigiert und optimiert werden, bis man sich gut fühlt.

Soweit die Einführung in unser Thema Kosmetik und Hygiene. Wer noch ein bisschen was für die Augen und Ohren möchte, kann sich die Sendung „Bitte anfassen! Die Macht des Tastsinns“ der Reihe Quarks&Co. zu Gemüte führen.

Morgen geht es dann los mit Seife&Co.

Also dann, action!
Eure Kerstin

Die Merkmale von Tee

Am Ostersonntag war ich auswärts speisen. An sich ist das ja nichts Ungewöhnliches und kommt hin und wieder vor. Dafür wurde eine Lokalität an einem schönen, bayerischen See, allerdings mit ohne Blick auf den See von der Verwandtschaft ausgesucht.

Das Ambiente war leider nicht so schön, was aber auch daran lag, dass wir nicht in der Gaststube untergekommen sind, sondern im kühlen, etwas zugigen Festsaal Platz nehmen mussten. Nun, kann passieren, wenn man wie ein Großteil der Familien an solchen Feiertagen in über die Dorfgrenzen bekannte Gaststätten einkehrt.

Hingegen das Essen war ausgezeichnet. Beim Blick in die Speisekarte stellte sich auch heraus, dass der Wirt tatsächlich selbst schlachtet und man insgesamt viel Wert auf die Qualität der Zutaten legt. Auch bei den Heißgetränken bin ich gleich über eine örtliche Kaffeerösterei gestolpert, von der ich auch gerade einen Kaffee teste. Insgesamt ein schönes Konzept und auch preislich war es absolut in Ordnung.

Irgendwann ist natürlich auch das geselligste Essen mal vorbei und alle machen sich zum Aufbruch bereit. Und hier fängt im Grunde die Geschichte erst an.

Die Zeit beim obligatorischen Warten im Vorraum des Restaurants, weil alle noch mal schnell wohin mussten, nutze ich immer gern, um dort ausliegende Prospekte und Werbebroschüren zu studieren. Man weiß ja nie. Schätz findet man überall. Dabei bin ich auf einen Handzettel der Chiemgauer Tee Manufaktur Bioteaque gestoßen. Tee aus dem Chiemgau? Regional und Bio? Geht das?

Zuhause bin ich dann gleich über die Website hergefallen. Gut, Bio ist soweit alles. Regional zumindest die Kräuter, denn noch ist der Klimawandel nicht soweit vorgeschritten, als dass man in den bayerischen Voralpen tatsächlich Tee anbauen kann. Obwohl ich gerade erst von einem Winzer gelesen habe, der an der Mosel (glaube ich) schon seit einiger Zeit versucht, grünen Tee anzusiedeln. Von daher ist vielleicht alles nur eine Frage der Technik und Geduld.

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Obwohl für die Gastronomie/Hotellerie konzipiert, kann auch Otto Normalverbraucher in den Genuss dieser tollen Idee kommen. Online-Shopping macht es möglich. Und da ich in Bezug auf die Teesorten ja schon seit langem auf bestimmte Mischungen aus „meinem“ Teegeschäft vor Ort vertraue, war ich bei der Auswahl etwas unsicher. Ganz nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.

Also wurde eine bunte Mischung an Probierpackungen geordert. Eine ökologische Katastrophe, ich weiß. Großer Karton, mit vielen kleinen Packungen. Klar, ich hätte auch die guten zwei Stunden Autofahrt zum Lagerverkauf mit einem Ausflug oder dergleichen verbinden können, aber der Kosten-Nutzen-Effekt erschien mir so herum eine bessere Bilanz aufzuweisen.

TeepaketNun ist die Wunderkiste also da. Wie schön. Sogar ein persönlicher Gruß von Karin ist drin. Sie hat meine Lieferung zusammengestellt und/oder verpackt. Vor lauter Glück weiß ich bald nicht, welchen Tee ich zuerst trinken soll und entscheide mich für was Exotisches: „Weinblatttee Früchtemischung Rosso“. Und danach für die „stolze Babsi“ – ein Melisse-Zitronen-Kräutertee. So lecker.

ProbierstundeDie beiden Gründer haben recht: Tee kann sexy sein. Und bio und auch regional. Und lecker sowieso. Folglich werde ich demnächst wohl doch einen Ausflug ins das schöne Chiemgau machen. Dann kann ich mich auch bei Karin bedanken.

Eure Kerstin