Tatort des Monats Juli

Manchmal schlagen Praxis und Theorie getrennte Wege ein – wie in diesem Fall.

Tatort: Küche.Dose 2

Tatbestand: Zerkleinerer (es gibt aber bestimmt auch eine „professionelle“ Bezeichnung für das Gerät)

Tatortsäuberung: Nachdem ich dem Gerät nun zig Chancen gegeben habe, seinen Job als Zwiebelschneider gerecht zu werden, gebe ich auf. Das klappt nicht. Oder ich kann es nicht. Jedenfalls werden die Zwiebel einfach nicht wirklich klein. Schon gar nicht gleichmäßig.

Liebe I.: Danke für das gut gemeinte Geschenk. Ich habe es wirklich lange und immer wieder versucht, aber nach nun bald zehn Jahren bin ich zu dem Schluss gekommen, dass entweder die Dose oder ich eine Fehlkonstruktion sind. Jedenfalls sind wir nicht kompatibel.

Es geht doch nichts über Handarbeit und das bisschen Heulen verkrafte ich gerade noch. Reinigt die Poren.

 

P.S.: Falls da draußen jemand ist, der noch ein Küchengerät braucht, melden. Ansonsten wandert es in die Flohmarktbox oder Aussteuerkiste für den jugendlichen Mitbewohner.

 

 

 

Die Prinzessin auf der Erbse

Wenn ich eines so richtig liebe, dann ist es ein frisch bezogenes Bett. Da komme ich mir dann selbst wie eine Prinzessin vor, weil alles so frisch und fluffig riecht. Das königliche Vergnügen währt leider nur zwei bis drei Tage, dann ist es wieder eine gewöhnliche Bettstatt. Bis zum nächsten Wäschewechsel.

Bett

Vor gefühlt sehr, sehr langer Zeit befanden sich mein Heim und Bett in einem fernen Land, in dem ein Oberbett nicht zum Standardbettzeug gehört und nur in Luxushotels anzutreffen ist: Und eben bei ausgewanderten Mitteleuropäern.  Ansonsten besteht die Zudecke wie der Name schon sagt, aus einer Decke und darunter ein Laken. Beides ist meist akkurat an den Seiten und unten eingeschlagen und wenn man sich dann rechtschaffen müde zum Schlafen hinlegt, kann sich bisweilen leichte Sardinenfühligkeit bemerkbar machen. Also, kuschelig ist was anderes.

Allerdings muss ich zugeben, dass die Sache mit dem Laken und der Decke in lauen Sommernächten durchaus was hat. Und so pflege ich mein Sommer-/Winterprinzip, das bereits für meinen Kleiderschrank gilt, auch für Bettwäsche: Im Winter Daunendecke wie im Märchen und im Sommer Frau Holle für Allergiker. Und das Einschlagen muss man ja nicht unbedingt nachmachen.

Das hört sich jetzt nach Unmengen an Bettwäsche an, ist aber nicht so. Pro Saison gibt es zwei Bezüge, die wechselseitig aufgezogen werden. Mit dem System komme ich ganz gut über die Runden.

Schwierig, der eine oder andere ahnt es schon, ist mal wieder das Reich des Prinzen in spe, der in dem Fall der Erbsenzähler ist. Das hängt hauptsächlich mit dem Einfluss der leicht teleshoppingsüchtigen Großmutter zusammen, die bei jedem seiner Besuche eine neue, wunderbare Bettwäsche hat. Die findet der Nachwuchs dann so toll, dass kurz darauf der Bote mit dem Paket vor der Tür steht. Und da Sets immer günstiger sind, bekommen wir alles in zweifacher Ausführung, wobei die Maße der beiden Schlafstätten in unserem Hause nicht kompatibel sind.

Hier kommt also wieder die Aussteuerkiste aus meinem Beitrag „Tischlein deck Dich“ zum Einsatz. Also die zweite ihrer Art, um genau zu sein. Und da dort auch schon Bettwäsche für eine ganze WG lagert, profitieren inzwischen auch Freunde von den Paketen.

Neben der Bettwäsche eignen sich auch Handtücher perfekt für eine Aussteuerkiste. Da kann ich eindeutig auf gut die Hälfte verzichten, wobei die farbenfrohen mit genau der Absicht vom zukünftigen Ex-Mitbewohner ausgesucht wurden. Ich hoffe nur, dass Knallfarben dann nach wie vor der letzte Schrei sind.

Handtücher

Womit ich mich, fast so wie mit dem geerbten Geschirr, schwer tue, sind Tischdecken. Heutzutage benutzt ja fast niemand mehr Tischdecken, oder nur noch zu besonderen Anlässen. So wie das gute Geschirr eben. Ich besitze sage und schreibe dreizehn Stück, wovon ich „nur“ fünf selbst gekauft habe. Der Rest sind Erbstücke und Geschenke. Eine muss auf alle Fälle das traute Heim verlassen. So viel steht fest, dreizehn geht gar nicht – nicht mal im Märchen. Und ich bezweifele auch, dass sich Tischdecken für die Aussteuerkiste eignen. Zu altmodisch und zu viel Bügelarbeit, wenn ich den jugendlichen Mitbewohner da richtig einschätze.

Vielleicht kann man einzelne Tischdecken in Servietten umwandeln. Die muss ich nämlich hin und wieder aussortieren, wenn Tomatensauce und Co. auch nach zig Waschgängen noch Flecken hinterlassen bzw. dem jugendlichen Auge der Unterschied zwischen Geschirrhandtuch und Servietten mal wieder nicht so ganz klar war. Das wäre also durchaus eine denkbare Alternative.

Und da wir schon bei der Hausarbeit sind: Darum geht es dann im nächsten Beitrag.

Also dann, action!
Eure Kerstin

Tischlein deck Dich

Auch wenn die Vermutung nach meinem vorherigen Beitrag „Das bisschen Haushalt“ naheliegt, ein Service für 24 Personen besitze ich – zum Glück – nicht. Allerdings befindet sich ein Kaffeeservice für zwölf und auch ein solches Silberbesteck in meinen Besitz. Erbstücke. Tja und das ist auch gleichzeitig das Problem an der Sache: Eine Trennung scheint unmöglich. Und während das Besteck fleißig in Gebrauch ist, ist schließlich auch das Einzige in meinem Haushalt, kommt das Kaffeeservice nur Weihnachten oder zu Treffen der Buchgesellschaft oder anderen besonderen Anlässen zum Einsatz.

Kaffeeservice

Gegenüber den vorherigen Besitzern ist das eine enorme Steigerung, denn soweit ich mich erinnern kann, wurde das dünnwandige Hutschenreuther Porzellan, welches meine Eltern zur Hochzeit geschenkt bekommen haben, danach nur einmal – zum 25. Hochzeitstag – aus dem Schrank geholt. Und prompt ging eine der Tassen kaputt. Beim Abspülen. Denn der Goldrand verträgt keinen Geschirrspüler. Die Tasse wurde ersetzt. Eine Einzelanfertigung für stolze DM 70,00. Da überlegt man sich natürlich zweimal, ob man ein solches Risiko nochmals eingeht.

Nun gut, bei mir wird es auch geschont, aber nicht mehr in Watte gepackt. I. meint immer, sie würde es ja als Alltagsgeschirr benutzen und in die Spülmaschine stellen. Wenn es hin ist, dann ist es eben so. Im Grunde kann ich mich mit der Vorstellung durchaus anfreunden. Was aber dann mit all dem anderen Geschirr, das so meine Schränke bevölkert?

Wer schon eine ganze Weile auf dieser Welt wandelt und die eine oder andere Wohnsituation hinter sich hat, besitzt sicherlich ebenso wie ich, eine bunte Mischung an Tellern, Schüsseln, Töpfen, Pfannen, Tassen, Gläsern und noch vieles mehr. Hinzu kommen Geschenke und eben Erbstücke. Was soll ich sagen? Ich komme auch so locker auf über 300 Teile. Ohne Besteck. Erschreckend irgendwie.

Wie es aussieht, muss ich also entweder mehr Partys feiern oder einem Polterabend beiwohnen, denn bei dem Bestand und der durchschnittlichen Lebenserwartung des Geschirrs und meiner, ergibt sich am Ende ein Überschuss auf der Geschirrseite. Dabei ist schon eine Menge in die Firmenküche gewandert. Tassen und Besteck zum Beispiel. Das scheinen Dinge zu sein, die im eigenen Heim eine nahezu unendliche Lebensspanne haben und im Büro binnen Wochen verschwinden. Ein seltsames Phänomen wie ich finde. Nun ja, damit beschäftige ich mich vielleicht ein anderes Mal.

Letztes Jahr wurden meine Kundentreuepunkte – ja, ich besitze noch eine Karte – in ein neues Topfset umgewandelt. Das alte war eigentlich noch ganz okay, auch wenn es allesamt milde Gaben aus dem elterlichen Haushalt waren. Trotzdem fand ich, dass es an der Zeit sei, nun doch mal ein eigenes Set anzuschaffen bzw. als Gegenleistung für die Preisgabe meiner Daten habe ich das verdient.  Und da ich es nicht übers Herz gebracht habe, die alten Töpfe und Pfannen weg zu schmeißen, kam mir die Idee mit der Aussteuerkiste.

Eine wirklich brillante Idee, denn der jugendliche Mitbewohner wird ja doch hoffentlich irgendwann das Hotel Mama verlassen. Und dann wäre die Erstausstattung zwar nicht gerade das, was sich der Nachwuchs wohl so vorstellt, aber immerhin und besser als nichts. Seitdem wandert hin und wieder etwas in die Kiste. Aus dem Grunde wurde die Küche auch noch keiner allzu großen Minimalismusaktion unterzogen, denn sollte dann der Auszug bevorstehen, kann auch ich großzügig milde Gaben verteilen.

Noch ein paar Sätze zu Plastik in der Küche: Dass Geschirr, Gläser, Tassen und Besteck nicht aus Plastik sind, versteht sich für den Feinschmecker von selbst. Bei den Vorratsdosen herrscht bei mir derzeit noch eine 50/50 Ausgeglichenheit zwischen Glas und Plastik. Die Gründe dafür hatte ich ja schon mal in dem Beitrag „Resterampe“ erläutert. Daneben gibt es noch ein drei Rührschüsseln, einen Teigschaber und zwei Muffinbackformen aus Plastik. Das sollte es eigentlich sein. Kochlöffel sind schon immer aus Holz, Pfannenbesteck aus Metall und unlängst wurden die Schneidebretter komplett auf Holz umgestellt. Das sieht nicht nur besser aus, sondern ist entgegen der langläufigen Meinung auch hygienischer, da die Gerbstoffe im Holz für Keimfreiheit sorgen. Mit jedem neuen Schnitt aufs Neue.

Brettchen

Die oben erwähnte Kiste wartet im Übrigen inzwischen nicht mehr allein auf ihr neues Zuhause. Was sich sonst noch so zum frühzeitigen Vererben eignet, gibt es beim nächsten Mal zu lesen.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin