Treibgut – Kleinvieh macht auch Mist

Heute mal eine bunte Sammlung an Stichpunkten, die ich mir mal zu Beginn meines Projektes gemacht hatte und bis dato noch nicht in einem Beitrag habe einfließen lassen:

1.       Leere Milchtüten mit Wasser auffüllen und damit die Pflanzen gießen ist eine tolle Kalziumquelle für alle Zimmergewächse.

2.       Holzbügel statt Plastik, weil es auch noch schöner aussieht. Dafür die Metallbügel wieder in die Reinigung zurückbringen. Vielleicht freut sich diese und bedankt sich mit einem kleinen Nachlass beim nächsten Mal.

3.       Tee lose kaufen und die alten Tütchen wieder befüllen lassen. Noch besser: Behälter zum Befüllen mitnehmen. Ich kriege inzwischen immer ein paar Gramm mehr ohne Berechnung. Wie gesagt: Kleinvieh macht auch Mist. Zum Teekochen Stoffteebeutel benutzen. Halten ewig. Tee

4.       Heizungsthermostate anschaffen. Anschaffungskosten rechnen sich u.U. zwar erst nach längerer Zeit, aber sind auf alle Fälle eine super Sache, um unnötige Heizperioden (tagsüber, wenn keiner da ist) zu vermeiden.

5.       Reis kochen geht auf Sparflamme: Reismenge in Topf füllen, dann Wasser ca. 1cm höher als Reis dazu. Zum Kochen bringen. Dann Herdplatte ausstellen und Deckel nicht mehr abnehmen. Wenn das Wasser verkocht ist, ist der Reis fertig. Voilà, guten Appetit!

6.       Alte Schulhefte des Nachwuchses, die noch leere Seiten haben zu Notizzetteln machen. Funktioniert auch im Büro mit nicht mehr benötigten Kopien und Ausdrucken.

7.       Die Mülltüte im Abfalleimer kann man sich sparen. Behälter einfach auswaschen.

8.       Fenster auf statt Abzugshaube einschalten. Ah, Frischluft.

9.       Treppe statt Fahrstuhl. Hat auch den Vorteil, dass man z.B. in öffentlichen Gebäuden den Fluchtweg kennt.

10.   Hin und wieder mal über die Stränge schlagen und etwas „Unvernünftiges“ tun. So wie neulich: Da konnte ich an dem schönen Mantel einfach nicht vorbei. „Das ist so ein typischer Kerstin-Mantel“, sagte meine Begleitung. Und beim letzten Wocheneinkauf meinte die Verkäuferin: „Sie haben einen tollen Mantel.“ Was soll ich sagen: Alles richtig gemacht! Mantel

Schließlich läuft es bei Verzicht auch darauf hinaus, einen sogenannten Link zwischen Leben, Einstellung und Handeln zu finden. Im Einklang mit sich und der Welt.

 Und zu guter Letzt ein schöner Beitrag von nano zum Thema „Von allem zuviel“.

Mal sehen, wohin es mich treibt. Also dann, action!
Eure Kerstin

Meinungen – im Dutzend billiger

Karte Nr. 26: „Zeigen Sie (mehr) Haltung: Sagen Sie nicht nur, DASS, sondern auch WARUM Sie etwas gut finde. Dazu gehört etwa, bei Facebook nicht nur ‚Gefällt mir’ zu klicken, sondern außerdem einen Kommentar zu formulieren. Das regt das Denken an.“

Diese Monatsaufgabe habe ich den Blogs, denen ich auf WordPress folge gewidmet. Und das nicht nur, weil ich kein Facebookkonto besitze.

Hier meine Statistik: Meinungsstatistik

21 x gefällt

24 x kommentiert

7 x Antworten, die ich auf Kommentare erhalten habe, erneut kommentiert

3 x Teilnahme an Umfragen

4 x Antworten, die ich auf Kommentare erhalten habe, mit “gefällt mir” kommentiert

 

Falls sich hier jemand wundert, warum ich öfter kommentiert als „Gefällt mir“ geklickt habe: Die anderen Artikel waren nicht minder gut und haben mir auch gefallen, deswegen ja der Kommentar. Aber das Thema war einfach nicht dafür gemacht, um es mit „Gefällt mir“ zu quittieren und ich finde, man drückt einfach nicht „Gefällt mir“, wenn es um Trauma und/oder Tod geht. Egal, wie gut es verfasst ist. Meine Haltung und Meinung dazu.

Und nein, es war nicht schwer. Nicht im geringsten. Probleme, meine Meinung zu begründen, wenn mir etwas gefällt, kenne ich so gesehen nicht. In der Tat habe ich meine Meinung dutzendfach kund getan. Nahezu fünf Dutzend mal. Billiger wurde es nicht, aber ein kleines bisschen leichter wurde es mit jedem Kommentar schon. Vielleicht schließe ich die Lücke später noch. Mal sehen.

Ganz anders sieht es da aus, wenn es um das Gegenteil geht und ich gern widersprechen würde. Da bin ich eindeutig zu oft zu „nett“ und scheine keinerlei Rückgrat zu besitzen. Das wäre insofern eher etwas, das mich weiter bringen würde.

So viel dazu. Karte Nr. 27. Die letzte Poswer-Karte: „Bringen Sie etwas zu Ende: Packen Sie eine Aufgabe an, die Sie schon lange vorschoben haben – vielleicht das Sortieren Ihres Beauty-Arsenals. Das Gefühl, etwas endlich erledigt zu haben, tut unendlich gut.“ Na, dann verhelfen wir mal dem Leben zu mehr Schönheit. In diesem Sinne: Bis in einem Monat.

 

Eure Kerstin

P.S.: Vielen Dank an meine Mit-Blogger für die vielen inspirierenden und „gefälligen“ (das ist mal ein schönes Wort) Beiträge.

Scheinwelten

Karte Nr. 18: „’Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern seine Meinung über die Dinge’ – Epiktet. Hinterfragen Sie eine Ihrer Überzeugungen, etwa hinsichtlich Hausfrauen, Machos oder Paaren mit getrennten Schlafzimmern.“

Ich will gar nicht erst in die Diskussion über Vorurteile und Ansichten einsteigen. Das ist ziemlich dünnes Eis, auf dem man sich da bewegt. Zum einen bin ich zu alt, um keine Meinung zu haben und zum anderen tendieren wir dazu, zu allem und jedem eine Meinung zu äußern – unabhängig von der Tatsache, ob wir eine Ahnung haben, wovon wir sprechen oder nicht. Ein Zugeständnis an ein Leben, bei dem die andere Seite der Welt nur einen Klick entfernt ist. Wir sind nicht mal in der Lage, die Haustür zu öffnen, geschweige denn eine Reise zu unternehmen, egal wie fremd das Land sein mag, ohne irgendeine Erwartungshaltung.

Kürzlich war ich während einer Reise in Tanger, Marokko. Das ist Afrika, aber auch irgendwie Europa. Und zu 99% muslimisch. Die Stadt ist geprägt von einer langen und bewegten Geschichte. König Mohammed VI. investiert gerade Unsummen in die Modernisierung. Tanger wird auch „Die weiße Stadt“ genannt, da die Gebäude die Sonne so lebhaft wiederspiegeln. Im Vorfeld gab es einen Vortrag, bei dem der Lektor uns ausführlich informierte. Auch, dass in den Cafés keine Frauen sitzen, sich unterhalten und Minztee trinken. Geschäfte sind Männersache. Ich versuchte, mir vorzustellen, ob ich in solch einer Welt leben könnte: Exotisch und bestimmt durch Traditionen und tief verankerte Ansichten. Und ich wollte unbedingt die Medina und das Treiben erleben.

Als Frau mit leichtem blond-grau Stich und recht blasser Haut hatte ich so meine Bedenken, mich allein in die Altstadt zu begeben. Also habe ich mich einer Reisegruppe angeschlossen. Ich trug einen bodenlangen, losen Rock, eine hochgeschlossene, lockere Bluse und eine Strickjacke, die meine Hände über die Gelenke hinweg bedeckte. Sogar meine Schuhe waren angemessen – flach und geschlossen. Keine grellen Farben (grau/beige/weiß), nichts, was mich hätte herausstechen lassen. Soweit, ein Kopftuch zu tragen, bin ich nicht gegangen, aber meine Haare habe ich in einem festen Dutt befestigt. Immerzu in der Annahme, dass ich die allgemeinen Erwartungen und Gepflogenheiten respektieren kann, aber auch zu zeigen, dass ich nicht mit allen Vorschriften einverstanden bin und mich verbiegen lasse. Schließlich bin ich Europäerin. Gewohnt, meine Meinung frei zu äußern und trotzdem tolerant zu sein. Zu respektieren und respektiert zu werden. Was soll ich sagen: Unmittelbar, nachdem wir den Hafen verlassen hatten, fühlte ich mich nackt. Wir leben in einer Scheinwelt. Es gibt Dinge, die wir sehen und solche, die wir sehen wollen.

Illusion

Zu den auf der Hand liegenden Punkten: Nein, ich könnte niemals nur Hausfrau sein. Ohne Arbeit – also meinen derzeitigen Job – aber sehr wohl. Aber das ist ja nicht dasselbe. Ich wäre nicht glücklich, nur mit Kochen, Putzen, Kindererziehung und häuslichen Aufgaben, aber ich bewundere all jene, die darin aufgehen.

Nr. 2: Machos: Ja, da werde ich schwach, aber ich hasse es, weil ich es nicht leiden kann, wenn mir jemand sagt, was ich tun soll und was ich zu mögen habe. Gut, die Machos, von denen ich rede, sind meist nur Machos nach außen hin. Innerlich sind sie voller Selbstzweifel, unsicher und eigentlich auf Grund irgendwelcher mentalen Schwierigkeiten, welche sie durch ihr vorgetäuschtes Machogehabe zu kompensieren versuchen, einfach nicht in der Lage, ein normales Leben zu führen. Tut mir leid, Jungs. Schätze, ich habe einfach immer nur diesen einen Stereotyp in meinem Leben getroffen.

Ah, und die getrennte Schlafzimmer. Super Idee. Aber warum nicht gleich getrennte Wohnungen? So hat man wenigstens eine Rückzugsmöglichkeit, um seine Spleens auszuleben und z.B. mit Gurkenmaske abends ins Bett zu steigen. Schließlich muss der geliebte Mensch ja nicht alles zu sehen bekommen, richtig? Nicht, dass ich so was mache, aber auch ich werde älter und wer weiß schon, was die Zukunft bringt.

Wer es noch nicht gemerkt hat: Weihnachten steht vor der Tür, der Vorweihnachtsstress hat schon begonnen. Was wäre da besser als eine Komfortkarte. Nr. 19.: „Sie geben sich der Muße hin: Gestatten Sie sich, mal so richtig faul zu sein. Reservieren Sie einen Tag im Kalender, den Sie von morgens bis abends im Bett verbringen werden – mit Schlafen, Lesen oder Sex.“ Gut, also für die Aufgabe überlege ich noch, ob getrennte Schlafzimmer oder besser nicht. Aber die Frage ist doch, warum das „oder“? In diesem Sinne: Bis in einem Monat.

Eure Kerstin