Geldüberfluss

Wenn man der Möglichkeit, an sein Geld zu kommen, mehr oder weniger beraubt wird wie ich vor kurzem schon in meinem Beitrag „Geldnot“ beschrieben hatte, dann schafft man sich sein eigenes. Also, ansatzweise zumindest.

Alles fing damit an, dass der jugendliche Mitbewohner in der Hoffnung auf die nahende Geschenkeflut in Form von neuen Klamotten, großzügig seinen Schrank entrümpelt hatte. Wobei es bei näherer Betrachtung auch einfach Faulheit, die Kleidungsstücke vom Boden in den Schrank zu räumen, gewesen sein könnte, die zu dem Berg an untragbar und ausgeliebten Teilen führte. Es ist wie es ist, manche Aktionen hinterfragt man als Mutter irgendwann einfach nicht mehr, sondern versucht das Beste aus der Situation zu machen und verkauft die Sachen einfach.

Offenbar scheint das bevorstehende Fest so manchen in Kauflaune zu versetzen, denn kaum online, gingen die Kleider weg wie warme Semmeln. Da klingelt die Kasse, was dem Nachwuchs natürlich nicht verraten wird, sonst kommt da ganz unverfroren die Frage nach einem Anteil, wären ja schließlich seine Klamotten gewesen. „Ja, schon, aber bezahlt habe ich die, oder?“ „Egal. Trotzdem.“ Ergo, psst.

Und weil das mit dem Verkaufen gerade so gut lief, habe ich mir ein Herz gefasst und mir die Bibliothek vorgenommen. Das hatte ich ja schon in meinem Beitrag „Die rosarote Brille“ ins Auge gefasst. Getrennt nach Behalten, Weg-damit und Nochmals-lesen-und-dann-entscheiden ging es ans Werk. Die Bestände haben sich ziemlich gelichtet und die Bücher, welche ich einer zweiten Inspektion unterzogen und dann ebenfalls aussortiert habe, wurden an den Großhändler verscherbelt. Ja, das Verb passt ganz gut, denn da kommt leider nur ein Bruchteil der Anschaffungskosten rein und der Erlös kann bei weitem nicht mit Anziehsachen konkurrieren. Gut, abbeißen kann man von keinem, aber Kleider wärmen und schützen einen wenigstens, hin und wieder machen diese sogar Leute, während Bücher nur den Geist erheitern und vielleicht manchmal einen Funken Erleuchtung sähen.

Dass ich nun im Geld schwimme, wäre mehr als übertrieben, aber dafür schwimmt das Geld und zwar in der Waschmaschine.img_1006

Bei irgendeinem Mitglied der Hausgemeinschaft herrscht anscheinend Geldüberfluss, es ist vergesslich oder benötigt ein Geldaufbewahrungsaccessoire. Vielleicht also ein Wink mit dem Zaunpfahl, was noch auf der Wunschliste steht? Tja, wie dem auch sei, jedenfalls ist der Schein nun porentief rein und ziemlich blütenblass würde ich schätzen. Da bis dato sich niemand gemeldet und den Verlust angezeigt hat, wandert die Banknote in meine Tasche. Weg ist sie.

So, nun brauche ich also erst einmal nicht das Konto anzapfen und lebe von den Einnahmen. Ein schöner Gedanke. Wie bemerkte doch so treffend der Mann an meiner Seite: Irgendwas ist bei Dir wirklich nicht ganz richtig, alle geben an Weihnachten Geld aus und Du nimmst welches ein.“ Ja, macht sogar Spaß, wenn auf der Eigentumsaktivseite ein Minus und auf der Vermögensaktivseite ein Plus zu verzeichnen ist. Gewusst wie eben.

Verzicht kostet – ein Jahr danach

Vor einem guten Jahr habe ich hier über mein Projekt „Verzicht kostet“ berichtet und wie jeder von uns weiß, gehört zu jedem Projekt auch ein sogenanntes Tracking, eine Nachverfolgung des Erfolgs oder unter Umstände auch Misserfolgs.

Von daher möchte ich das Thema gern nochmals aufgreifen und die einzelnen Kategorien Kleidung, Lebensmittel, Gegenstände des täglichen Lebens sowie Hobbies und Luxusartikel einer Prüfung unterziehen, was ja eher einer Prüfung meiner eigenen Vorsätze entspricht. Und ich bin gespannt, ob und was sich geändert hat. Sozusagen „Verzicht kostet 2.0“.

Wir erinnern uns, angefangen hatte alles im April 2016 mit „Wie alles anfing“. Am Ende waren die Koffer und das Leben schön bunt und ich konnte für mich doch einen gewissen Erfolg verbuchen (Wunder gibt es immer wieder – hoffentlich).

 Gepäck

Nun also die Frage: Geht das noch besser? Vielleicht mit etwas weniger Gepäck und vor allem Ballast?

 Koffer

 

Also dann, action!

Eure Kerstin