Das Sechszehntagetagebuch – Teil 1

Da inzwischen die sechszehn Tage (zum Glück) der 16-Tage-Challenge vorbei sind und nun doch der eine oder andere Wunsch, ich möge meine Leser an diesen teilhaben, lassen an mich heran getragen wurde und auch bald Weihnachten ist, will ich mal nicht so sein. Also, los geht es.

Sonntag, Tag eins (27. November)
Das Beste heute war das Baumschmücken. Am ersten Advent wird bei mir immer der Weihnachtsbaum aufgestellt. Und dann freue ich mich die gesamte Vorweihnachtszeit an dem Licht und dem Glanz. Dafür fliegt er gleich nach Weihnachten auch wieder raus. Dann ist es genug. Zur Tradition des Baumschmückens gehört seit vielen Jahren die Weihnachts-CD von Michael Bublé. Die läuft dann in Endlosschleife. Und mitsingen tue ich natürlich auch. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Christbaum

Montag, Tag zwei
Das Beste heute? Yoga, was sonst. Wie gesagt, Yoga ist mehr als die Beine hinter den Kopf brezeln. Vor allem meine Lehrerin am Montag legt viel Wert darauf, dass Yoga in seiner vollen Bedeutung bei uns ankommt und behandelt immer wieder andere Themenblöcke. Derzeit ist es Prana. Prana heißt Atem/Atmen, aber auch Leben, denn Atem bedeutet Leben. Klar, wir können ca. drei Wochen ohne essen auskommen, drei Tage ohne Trinken, aber ohne Atmen schaffen es die meisten nicht mal drei Minuten. Atmen ist ja an sich etwas ganz Selbstverständliches über das wir nicht nachdenken. Erst wenn man sich bewusst darauf konzentriert, spürt man die feinen Vibrationen und Veränderungen. Lebensenergie.
Zur Übung gehört, dass wir die Gedanken quasi bewusst vom Körper trennen. Den Verstand in die Ecke stellen, sagt sie. Für mich immer absolute Schwerstarbeit. Mein Hirn ist irgendwie immer aktiv. Selbst wenn ich nachts mal aufwache. Peng, sofort fangen meine Gedanken an zu kreisen. Also gut, ich stelle meinen Verstand in die Ecke. Neben die Eingangstür. Dann kann er sicher sein, dass ich nicht ohne ihn gehe. Und so sage ich ihm das auch – ganz sanft: „Keine Angst, ich vergesse Dich nicht. Ich bin gleich hier und sehe Dich.“ Und dann fließt alles ganz von allein: Wohlige Wärme umhüllt mich. Mein Verstand blickt zu mir und meint: „Eine wirklich schöne Aura hast Du da.“

Dienstag, Tag drei
Das Beste heute war das Wärmebad vor dem Kamin, ein Ritual, das ich hin und wieder brauche, um die innerliche Glut anzufachen, bevor auch noch der letzte Funken Energie formlich ausgesaugt wurde. Zusammengerollt liege ich auf einem Bett aus Decken und das Feuer wärmt meinen Rücken. Dann will ich eigentlich gar nicht mehr aufstehen und wünschte mir, ich könnte bis in alle Ewigkeit einfach so liegen bleiben.

Mittwoch, Tag vier
Das Beste heute war die Shoppingtour mit meiner Freundin. Wobei das Shopping dabei eigentlich Nebensache ist. Das Wichtigste sind die Gespräche, die zwischen Unterwäscheregal und Umkleidekabine stattfinden. Ehrliche Worte, manchmal mehr als kindisch, aber immer in dem Vertrauen, dass jedes Geheimnis und Geständnis bei der besten Freundin gut aufgehoben ist.

Donnerstag, Tag fünf
Heute war einer dieser Tage, an denen jedes Fenster mehr verspricht als alles andere. Zum Glück verschwindet irgendwann das Licht und die Fenster starren einen nur mit unendlicher Dunkelheit und Gleichgültigkeit an. Und zum Glück geht auch der längste Tag einmal zu Ende und die Nacht beginnt und endlich gibt es einen Funken Hoffnung. Auf wenigstens ein paar Stunden Ruhe, wenn die Sorgen im Schlaf kurzzeitig verstummen. Das Beste war die Wärmflasche, die mir ein bisschen Wärme und Geborgenheit geschenkt hat.

Freitag, Tag sechs
Freitag. Eigentlich sollte das ja schon reichen. Irgendwie ist alles gut, wenn es Freitag ist. Und Freitag und Yoga ist eigentlich nur noch durch Freitag und Yoga und Sauna zu schlagen. Das Beste dabei war der Moment nach der Sauna. Sich auf der Liege ausstrecken, den Herzschlag in jeder Faser des Körpers spüren. Das leichte Prickeln auf der Haut und der kühle Luftzug, der sanft über einen streicht. Na ja, so in etwa ist es zumindest in meiner Einbildung, denn die frische Luft kommt erst sehr viel später als ich draußen den nebenschwangeren Sauerstoff tief einatme.

Samstag, Tag sieben
Das Beste war die Vorfreude. Auf morgen.

 Im wahrsten Sinne des Wortes. Fortsetzung folgt.

Eure Kerstin

Klartext – ist Bio besser?

Die schlechte Nachricht vorweg: Bio ist geschmacklich nicht unbedingt besser. Das liegt unter anderem hauptsächlich daran, dass wir inzwischen so dermaßen an den künstlich erzeugten Geschmack der Produkte gewöhnt sind, dass uns natürliche Zutaten als „langweilig“ erscheinen. Meist schneiden Nahrungsmittel ohne Zusätze in Blindverkostungen sogar schlechter ab.

Auch bei frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse kann man Bio nicht wirklich von nicht-Bio unterscheiden. Rein vom Geschmack her. Ein Apfel schmeckt eben wie ein Apfel. Hier lässt sich vielleicht noch am Aussehen und der Größe eine Differenzierung vornehmen.

Bio ist auch nicht grundsätzlich gesünder, wie zahlreiche Studien belegen. Und von der romantischen Vorstellung, dass die Hühner, deren Eier wir essen, frei auf dem Hof herumlaufen, mal hier und mal da picken, müssen wir uns leider auch verabschieden. Damit wäre der Bedarf nicht mal ansatzweise zu decken.

Warum dann überhaupt zu Bio greifen? Denn Bio ist teuer. Nicht jeder kann es sich leisten. Und obwohl die Preise für Bio gesunken sind, liegen diese immer noch erheblich über denen der Massenware. Für Geflügel muss man mit 140%, für Fleisch mit 44% mehr rechnen. Und sehr oft entsteht hier der Konflikt zwischen ethisch korrektem Einkaufen und dem Wunsch nach geringen Kosten.

Der Punkt ist: Bei Bio geht es um eine umweltgerechte und weitestgehend artgerechte Haltung und Fütterung der Tiere. Sehr gut dargestellt ist das bei Alnatura.

Die EU-Ökoverordnung besagt, dass 95% der Zutaten aus ökologischem Anbau kommen müssen, damit sich ein Produkt als „Bio“ oder „Öko“ bezeichnen darf. Synthetische Farbstoffe, Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, künstliche Vitamine, all das ist verboten. Auch die Verarbeitung muss möglichst schonend erfolgen. Es gibt sogar ein „Bio plus“ oder „Super Bio“, welches mit den Bio-Siegeln Bioland, Biopark, Biokreis, Naturland, Ecoland und Demeter signalisiert, dass Produkte sich noch strengeren Anforderungen stellen. Keine Antibiotika, keine Gentechnik, keine chemischen Pflanzenschutzmittel zum Beispiel.

Inzwischen kaufen über 50% der Bevölkerung gelegentlich Bio, Tendenz steigend würde ich sagen. Allerdings greifen eher gut verdienende und gut ausgebildete Menschen zu Bio.

Bio

Doch das System der industriellen Landwirtschaft hat Risse bekommen. Was früher normal war, ist heute Bio. Und erst durch die Skandale und Umweltkatastrophen konnte sich Bio aus der Nische der „Bio-Spinner“, wie Andre Wilkens die Vorreiter nennt, befreien. Was zur Folge hatte, dass sich innerhalb der letzten fünfzehn Jahre der Marktanteil verdreifacht hat. Trotzdem beträgt dieser nur knapp 4% des Lebensmittelgesamtumsatzes in Deutschland.

Ist Bio aber auch teurer? Das wollen wir in den nächsten Tagen klären. Los geht es erst mal mit der Vorbereitung, denn die ist bekanntlich alles.

 

Also dann, Action!
Eure Kerstin

Verzicht kostet – mein Nachhaltigkeitsmonat

Die Firma, bei der ich arbeite, veranstaltet einmal im Jahr einen Nachhaltigkeitsmonat. Es gibt sogar einen Nachhaltigkeitsbeauftragten, der sich ganzjährig mit dem Thema befasst. Dieser Job muss zwar zusätzlich zu den regulären Aufgaben gewuppt werden, aber das scheint zumindest gehaltstechnisch nachhaltig zu sein. Zwei zum Preis von einem sozusagen. Weniger Input (Gehalt) = mehr Output (Ergebnis). Der Traum eines jeden Unternehmers. Beim Ergebnis bin ich zuweilen skeptisch, aber Milchmädchenrechnungen scheinen in der Wirtschaft heutzutage einen großen Stellenwert zu genießen.

Nun gut, zurück zum Punkt Nachhaltigkeit. Auf meinem Blog habe ich dazu ja schon das eine oder andere dazu verfasst und regelmäßig sende ich den Tatort des Monats, bei dem ich Dinge auf die eine oder andere Art los werde und meinem Ich dadurch mehr Raum verschaffe.

Und da gerade Frühling ist und das auch irgendwie Erneuerung und Frühjahrsputz bedeutet, dachte ich mir: So ein dokumentierter Nachhaltigkeitsmonat wäre eine prima Sache. Das mache ich jetzt.

Mitgewirkt an der Idee hat eine liebe Freundin, die meinte, ich solle doch ein Nachhaltigkeitsmagazin machen. Oder über lokale Firmen und Betriebe und deren Nachhaltigkeitsbemühungen berichten. So gesehen, ist das hier also ein kleines Zwischenziel, bei dem ich erst mal mich selbst und mein Verhalten unter die Lupe nehme.

Dabei möchte ich ganz verschiedene Aspekte mit einbringen: Achtsamkeit, Umwelt, Fair Trade, Bio, Öko, Ausmisten, Entrümpeln, Minimalismus, Nachhaltigkeit usw.. Das alles kann und soll irgendwie Thema sein und darf sich gern auf alle Bereiche des Lebens ausbreiten. Da bin ich ganz offen und schaue mal, was so kommt.

Wenn ich mein Leben so betrachte, bin ich, gemessen an meinem früheren Konsumverhalten und bestimmt einem Großteil der Menschheit, schon einen ganzen Schritt in Sachen Nachhaltigkeit weiter beziehungsweise voraus. Bevor es nun Einwände hagelt, dass es nach wie vor sehr viele – zu viele – Menschen gibt, denen das Nötigste zum Leben fehlt. Ja, das stimmt. Aber es gibt einen Unterschied, ob ich freiwillig und aus ethischen und ökologischen Gründen auf Dinge verzichte, oder ob ich aufgrund von Armut gar keine andere Wahl habe.

Meine Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnung, Arbeit sind schließlich gedeckt und ich lebe, objektiv betrachtet, sicher. Ich kann es mir so gesehen „leisten“, mein Handeln und Konsumieren zu hinterfragen.

Aber darauf werde ich sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zurück kommen. Mittlerweile gibt es ja dazu auch schon eine Menge Literatur. Ein paar Werke studiere ich gerade und werde davon das eine oder andere hier auch einfließen lassen.

LesestoffSo viel zur Einleitung zu meinem neuen Projekt „Verzicht kostet – mein Nachhaltigkeitsmonat“, bei dem ich jeden Tag etwas zum Thema hier posten möchte. Soweit der Plan. Ich bin gespannt, wie sich die Idee so entwickelt.

Ach ja, falls jemand Wünsche und/oder Anregungen hat, über was ich dahingehend mal schreiben sollte: Einfach mir im Kommentarfeld oder über das Kontaktformular eine Nachricht zukommen lassen, dann nehme ich das gerne mit auf. Und ja, Mitmachen ist ebenso erlaubt. Ich bin sicher, viele Leser haben selbst ganz tolle Ideen und Erfahrungen in puncto weniger-ist-mehr.

Also dann, action!
Eure Kerstin

Die Sache mit der Handcreme

Zu meinem Märzbeitrag im Tatort bekam ich den Kommentar, dass eine reichhaltige Creme für die Hände mit zunehmendem Alter an Bedeutung gewinnt.

Mit Handcremes ist das ja immer so eine Sache. Entweder riechen sie komisch, hinterlassen einen klebrigen Film und/oder ziehen nicht ein. So zumindest meine Erfahrung. Wozu also damit rumärgern? Früher haben die Menschen auch keine Cremes benutzt. Gut, ich kann nun nicht beurteilen, wie sich die Hände früher angefühlt haben. Sicherlich waren diese noch ganz anderen Belastungen ausgesetzt als das heutzutage der Fall ist.

Um auf den Kommentar zurück zu kommen: Das stimmt schon. Man sagt ja auch immer, dass man an den Händen das wahre Alter sieht. Und meine sehen nicht mehr wirklich jung aus. Eher schon ziemlich mitgenommen. Kalt sind sie obendrein auch unentwegt. Aber das hat nun weder etwas mit Jahreszeit noch mit der Temperatur zu tun. Und auch nicht mit dem Älterwerden – hoffe ich.

Also dachte ich: Ja, da probiere ich jetzt mal was anderes. Statt wieder eine Creme zu kaufen, die dann komisch riecht, klebrig ist oder nicht einzieht, versuche ich es mit einer selbstgemachten. Das passt ganz gut in meine derzeitige Lebensausrichtung. Weniger Konsum, bewussteres Leben, mehr Achtsamkeit.

Vor ca. einem Jahr habe ich auch ein Deo selbst angerührt. So ganz ohne Aluminium. Das war kurz bevor diese Welle so richtig in den Medien aufgetaucht ist und alle Hersteller ihr Sortiment dahingehend erweitert hatten. Eine Freundin und ich probierten so ziemlich jedes Deo, das es damals gab aus und zumindest ich hatte schon fast die Einstellung, dass man an irgendwas eh sterben müsse und dafür wolle ich lieber nicht stinkend und schweißnass im Büro sitzen. Durch Zufall habe ich den Tipp für ein angeblich wirksames, natürliches, selbstgemachtes Deo erhalten und ausprobiert. Aus Erfahrung kann ich sagen: Ja, es ist natürlich, aber wirkt nicht immer hundertprozentig. Benutze aber nach wie vor, im Wechsel mit gekauften. Inzwischen bin ich da bei einem recht zuverlässigen gelandet.

So einen Ökotrip, wie ich es hin und wieder auch gern nenne, hatte ich kurzzeitig und ansatzweise bereits in meiner Jugend. Das war nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl. Mein damaliger Freund hatte ebenfalls leichte Aussteigertendenzen. Wollte Hirte in Asien – glaube, das Vorhaben war in seiner Vorstellung im Himalayagebiet angesiedelt – werden, hatte aber immer Angst, ich könnte bei der Geburt eines Kindes nicht überleben oder würde mit den Lebensbedingungen nicht klarkommen. Die ganze Sache fand ich schon damals recht unrealistisch, aber meine Liebe war grenzenlos und so wollte ich unbedingt mit. Um es kurz zu machen, ich bin nicht mitgegangen. Er übrigens auch nicht. Heute ist er Versicherungsvertreter. Sicherlich auch eine Art von Aussteigertum.

Jedenfalls habe ich zu jener Zeit Brot selbst gebacken, Joghurt selbst gemacht. Müsli geschrotet und ziemlich oft das Essen, was auf den Tisch kam, verweigert. Könnte ja verstrahlt sein und so. Als das Thema aus den Medien so langsam verschwand, landeten die Mühle und diverse Rezeptbücher auch im Keller und ich habe wieder ganz normal gegessen.

Eine Zeit lang stellte ich auch Kosmetik selbst her. Meine Mutter hatte mir ein Buch der Naturkosmetik geschenkt. Ich erinnere mich da speziell an ein Gesichtswasser, welches ich sehr mochte. Allerdings roch es auch extensiv nach Rosen, was heute nicht mehr so ganz mein Fall ist. Ist vielleicht auch eher was für junge Mädchen. Oder ich bin noch nicht (wieder) reif genug dafür.

Nun also die Handcreme. Zum Glück gibt es ja das Internet und fündig wurde ich bei nicestthings. Ein einfaches Rezept mit wenigen Zutaten, was mir sehr entgegenkommt. Die Vorteile: Creme riecht nicht komisch, da ich kein Duftöl hinzugefügt habe. Allerdings riecht sie nun nach gar nichts. Ist auch irgendwie nichts. Klebt nicht. Braucht etwas zum Einziehen, aber wenn man lange die Hände knetet, fühlt es sich gut an. Nachteil: Laut „Herstellerangaben“ sollen die Hände schön zart werden. Hat bis jetzt leider noch nicht funktioniert. Ich gebe aber zu, dass es mit der Regelmäßigkeit bei mir hapert. Und das ist, wie bei vielen anderen Dingen auch, ja immer das A und O. Werde also die Hoffnung noch nicht aufgeben. Was durchaus auch der menschlichen Natur entspricht.

Handcreme Eure Kerstin