Tatort des Monats Juni

Nachdem bereits der Tatort des Monats Mai etwas Ungewöhnliches zu Tage gebracht hat, ist mir für diesen Monat ebenfalls eine Sonderausgabe in die Hände gefallen bzw. aus dem Ausschnitt, wenn man so will.

Tatort: Kleiderschrank06_2018

Tatbestand: Wäscheaccessoire, wenn man frau aus einem X ein U machen möchte.

Tatortsäuberung: Auf den ersten Blick mag so mancher – wohl eher männlicher Leser – rätseln, was denn das für eine Blume ist, oder ob es sich dabei um Handwerksutensilien handeln könnte. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass es nur auf die Präsentation ankommt.

Nun, wie so vieles im Leben, wird unsere Gutgläubigkeit immer wieder gern ausgenutzt und es gibt es an jeder Ecke eine Mogelpackung. Doch wenn man sich ständig über weniger Inhalt zum gleichen Preis ärgert und erst recht darüber, dass die Firmen glauben, der Verbraucher merke dies nicht, dann muss man auch selbst den Tatsachen ins Auge sehen und dazu stehen, dass aus einer Körbchengröße X auch mit Einlagen und Polstern nur oberflächlich ein U wird. Und wer will schon Oberflächlichkeit? Also, weg damit. Ersatzlos.

Tatort des Monats Mai

Nein, ich betreibe keinen nicht genehmigten Flughafen für kleine, grüne Männchen oder andere Hobbybastlerutopien, auch wenn der fotografisch festgehaltene Gegenstand dies vermuten lassen könnte.

Tatort: AbstellkammerFusselrasierer

Tatbestand: Extraterrestriales Flugobjekt…äh Fusselrasierer

Tatortsäuberung: Dass heutzutage jedes (technischen) Produkt einer geplanten Obsoleszenz unterliegt ist mir klar, dass diese aber auch bei Nicht-Nutzung greift, war mir neu. Es ist zum Verzweifeln, kaum liegt der durchaus praktische Fusselrasierer zwei Jahre in seiner Originalverpackung, schon funktioniert er nicht mehr. Denke, reparieren ist kontraproduktiv. Stattdessen greife ich ab sofort wieder zu Schere und Rasierklinge, um mich unerwünschter Fussel zu entledigen. Falls aber da draußen jemand sich findet, der eine zündende Idee hat, immer her damit.

Tatort des Monats April

Im Universum gibt es ja bekanntlich keinen Pol ohne Gegenpol. Ergo ist es also irgendwie nur natürlich, dass auf Socken (siehe Tatort März) Schuhe folgen. Wobei zum einen der Tatbestand Schuhe diskutierbar wäre und zum anderen, ob diese Art Schuhe überhaupt Socken benötigt, was im Hinblick sowohl auf Funktion als auch Ästhetik zu betrachten wäre. Wie gesagt, das Universum verlangt immer nach einem Ausgleich der Kräfte.

Tatort: Schuhschrank20180423_155536.jpg

Tatbestand: Allroundschlappen

Tatortsäuberung: Tja, da lässt sich nichts mehr retten. Nach zwölf Jahren bleiben nur die schönen Erinnerungen unzähliger Hüttenwanderungen zurück, bei denen Sie als Hüttenschuhe und an Ruhetagen zum Einsatz kamen. Doch letztendlich war es die Gartenarbeit, die den Tretern den Gar ausgemacht hat. Schade, dabei hatte ich sie schon für meine nächste Wanderung eingeplant. Nun muss Ersatz her. Nicht zuletzt, um auch einen Ausgleich bei der anstehenden Schuhinventur zu schaffen. Bleibt nur die Frage: In welchen Wertstoffkreislauf muss ich die Schuhe entsorgen, um im Universum keine Kettenreaktion aufgrund einer Unausgeglichenheit zu sorgen?

Tatort des Monats März

Man will es ja manchmal nicht wahrhaben, aber auch Socken haben eine begrenzte Lebensdauer, wenn sie denn nicht schon vorher in den unendlichen Weiten der Waschmaschine in eine andere Galaxie teleportiert werden

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Tatort: Kleiderschrank

Tatbestand: Sportsocken

 

Tatortsäuberung: Ich weiß, stopfen wäre eine Option gewesen, denn die Socken waren qualitativ hochwertige Markensocken aus dem Fachhandel. Allerdings glaube ich, mich erinnern zu können, dass das noch zu DM-Zeiten war. Aber auch das mag Einbildung sein. Wie auch der Glaube daran, dass ich einfach immer zu schnell gejoggt bin und aus diesem Grunde die Socken heiß gelaufen sind und der Reibung des Luftwiederstandes nicht länger standhalten konnten. Nun ja, man wird ja noch wohl träumen dürfen. Oder sind das die endorphinen Spätfolgen meines Hochgeschwindigkeitslaufes? Oder dann doch eher die ersten hypothermalen Anzeichen? Wie dem auch sei, die Socken sind über den Jordan gegangen.

Tatort des Monats Februar

Manchmal fallen Weihnachten und Ostern zusammen, dann ist Fasching…oder so was in der Art. Jedenfalls sind wir um Fasching herum immer bei Skifahren so ergab sich folgendHandschuhe alter Tathergang.

Tatort: Kleiderschrank

Tatbestand: Handschuhe

 

Tatortsäuberung: Beim Ausrüstungscheck musste ich feststellen, dass nach dreißig Jahren auch nur einmal pro Jahr genutzte Handschuhe beginnen sich aufzulösen. Ob das aufgrund meines rasanten Fahrstils der Fall ist, oder Materialermüdungserscheinungen in dem Alter einfach normal sind, ist zweitranging, denn der jugendliche Mitbewohner wusste Weihnachten schon, dass seine Mutter Fasching neue Handschuhe benötigt.

Handschuhe neu 

Und das ist doch wirklich wie Weihnachten und Ostern zusammen.

 

Tatort des Monats Januar

Morgens, wenn man noch nichts so wach ist oder aber schon so voller Energie steckt, kommt es schon mal zu der einen oder anderen Ungeschicklichkeit.

Tatort: BadezimmerDelphin

Tatbestand: Delphin

Tatortsäuberung: Schade, aber ein Teil weniger, das abgestaubt gehört. Und irgendwie ist es auch ganz gut so, denn der Freund hat uns bereits vor etwa fünf Jahren verlassen. Nun wurde es quasi Zeit, dass ihm der Spielkamerad folgt. Und bekanntlich werden Delphine ja auch depressiv, wenn sie allein und in Gefangenschaft gehalten werden. Es könnte also auch ein Akt der Verzweiflung gewesen sein. Ich wünsche gute Reise in den Delphinhimmel.

Tatort des Monats Dezember

Alle Jahre wieder. Ja, es lässt sich nicht leugnen und auch nicht verhindern: Weihnachten steht vor der Tür. Und wie es sich für einen ordentlichen Haushalt gehört, gibt es einen Baum mit Lichtern. Vorzugsweise Kerzen. Bei mir allerdings künstliches Licht, da der Christbaum ziemlich lange in der Wohnung ausharren muss und die Technik dafür sorgt, dass die Lichter automatisch an- und wieder ausgehen. Wenn denn die Technik funktioniert.

Tatort: WeihnachtsutensilienkisteLichterkette

Tatbestand: Lichterkette

 

Tatortsäuberung: Sehr betrübliche Angelegenheit. Erstens, weil die Lichterketten nach zwei Stunden Friemeln am Baum waren, um dann nicht zu ihren Job zu tun, nämlich zu leuchten. Zweitens, weil es keine Ersatzleuchtmittel mehr für diese Art Kette gibt. Im Grunde gibt es überhaupt keine Ketten mit austauschbaren Lampen mehr, nur noch LED. Sagt die Dame aus dem Baumarkt meines Vertrauens. Die gehen dann einfach kaputt und werden von Haus aus weggeschmissen. So ist das mit unserer Konsum-/Wegwerfgesellschaft. Nun ja, die alte Kette war nun seit ungefähr zwölf Jahren ein zuverlässiger Garant für weihnachtlichen Lichterglanz und evtl. lässt es sich da rechtfertigen, dass nun auch bei mir die LEDs Einzug gehalten haben. 320 Stück am Stück. Und alle funkeln. Das konnte die Dame aus dem Baumarkt meines Vertrauens mit einem Blick erkennen. Ein Wunder. Ich musste das fünfzig Meter lange Kabel erst um den Baum wickeln, um das zu sehen. Weihnachten darf also nun gerne eintreten.