Zeitreisen: Allgegenwärtiges

Im Hier und Jetzt, so wird es einem ja suggeriert, gibt es keine Sorgen, keine Angst, keine Zweifel, nur den Augenblick und das augenblickliche Glück. Im Hier und Jetzt sind wir einfach. Das Leben ist frei. Vor allem wertfrei. Neutral. Doch egal, wie sehr ich meinen Geist auch darauf fokussiere, im Hier und Jetzt zu sein, die Gegenwart wird damit trotzdem nicht erträglicher.

Das Thema hatte ich ja auch bereits in meinem Beitrag der „Grenzgänger und Grenzpendler“. Allerdings mit einem ganz anderen Bezug und im Rahmen meiner Zeitreisen, deren geistige Nahrung im Durcheinander von Wellen und Bremsen und Lockerungen und anderen Ungetümen bürokratischer Wortmonströsitäten zerrieben worden ist.

Nun also eine neue Annäherung ans Reisen. Der Blick zurück? Eher lieber nicht. Von der Vergangenheit haben wir alle ja mehr als genug und würden diese nur allzu gern jetzt und hier und sofort hinter uns lassen und am besten auch gleich vergessen, bevor sie einen weiterhin in die Melancholie, nah an den Rand der Depression treibt. Dann doch lieber nach vorn schauen, mal den Kopf, schwer vom starren Blick auf Monitore, Displays und Mattscheiben, heben und erwartungsvoll in Richtung Zukunftshorizont schicken.

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In Anbetracht der Tatsache, dass es, das Reisen, ja schon bald nicht mehr nur virtuell, sondern so ganz echt passieren könnte und wir uns dann fragen, wie wir dereinst in diese Menschenansammlungen, wo es zwar keine Weichzeichnerfilter, dafür aber Menschen mit Armen und Beinen und in 3D gab, so eintauchen konnten und wo es dann wahrscheinlich so erdrückend voll sein wird überall, so dass man freiwillig in die heimeligen vier Wände flüchtet, auch vorerst nur der gedankliche Sprung in eine andere Dimension. Schließlich soll der Geist ja nach über einem Jahr Entzug nicht gleich überfordert werden bei der Frage nach dem Wohin, wohin sollen wir denn nun reisen? Jetzt und hier? Also lieber langsam angehen lassen. Die Lage sondieren sozusagen.

Ja, die Zukunft. Sie erscheint als unerreichbarer Sehnsuchtsort in der Ferne, während sie gleichzeitig mit Erwartungen unerfüllbar überladen wird. Im Grunde will ich jedoch nicht über die Zukunft nachdenken. Warum sollte sie ein besserer Ort sein als die Gegenwart? Die gefällt mir schließlich schon jetzt nicht.

Ein Gedanke zu „Zeitreisen: Allgegenwärtiges

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