Zeitreisen in die Vergangenheit: Vom richtigen Zeitpunkt

Als ich Dich vor Jahren traf, waren wir unserer Zeit voraus und wir für sie genauso wenig reif wie sie für uns.

So kehrte sie sich gegen uns und wir verloren uns in endlosen Streitereien. Du konntest in ihr nur verlorene, verschwendete, vergeudete Zeit sehen. Ich war stets nur in der Lage, Deine Fehler zu sehen.

Und mit einmal gehörte unsere gemeinsame Zeit der Vergangenheit an.
Jeder für sich ging seinen eigenen Weg, der ihn vom anderen wegführte.
Deine und meine Zeit war eine andere geworden. Sie verging.

Die Wunden wurden zu Narben, die bei jeder Erinnerung schmerzten.
Und selbst als unsere Zeit schon lange vorbei war, fanden wir Zeitpunkte und Worte, einander weh zu tun.

Mit dem Voranschreiten der Zeit, verblasste der Hass und der Groll und verwandelte sich in ein zeitloses Vakuum.

Das Millennium ging zu Ende und wir erinnerten uns beide an ein einst gegebenes Versprechen. Doch noch immer war die Zeit nicht reif. Du und ich waren nicht in der Lage, das Versprechen einzulösen.

Und erst, als ich mit dem Tod konfrontiert wurde, erkannte ich, dass man Zeit nicht aufsparen kann, und dass sie zu kostbar ist, um in lang vergangenen Zwistigkeiten fortzuleben.

Der Zeitpunkt war gekommen. Und diesmal war die Zeit reif. Und wir waren es auch.

Wir definierten die Zeit für uns neu. Die Zeiger bewegten sich im Gleichschritt. Und auf einmal war unsere Zeit das Einzige, was wir einander geben konnten.

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