Sieben auf einen Streich – „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón

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„Der Schatten des Windes“ habe ich beim Stöbern im Buchhandel entdeckt und damals sogleich zu einem meiner Lieblingsbücher erklärt. Wie der Zufall es so wollte, habe ich den Titel seinerzeit im selben Jahr zu Weihnachten gleich zweimal geschenkt bekommen. Offensichtlich ist mein Büchergeschmack doch weniger speziell als ich immer dachte.

Carlos Ruiz Zafón ist immer ein bisschen Romantik und gleichzeitig geheimnisvoll, so in der Art. Eben diese Punkte treffen auch auf „Der Schatten des Windes“ zu. Gleichzeitig Märchen und Krimi, phantastische Literatur und Liebesroman. Daneben abgrundtiefes, schier unmenschliches Leid. Das Spannende ist, dass die Geschichte im 20. Jahrhundert spielt und auch die politischen Ereignisse im Barcelona dieser Zeit eine tragende Rolle spielen sowie erheblichen Einfluss auf den Verlauf nehmen, man aber immer irgendwie das Gefühl hat, sich in einem Mittelalterroman zu befinden. Düster und faszinierend die ganze Szenerie.

„Der Schatten des Windes“ lebt auch davon, dass sich die Handlungen miteinander verstricken und die Geschichte sich quasi wiederholt, was man zwar als Leser erkennt, aber ohne Chance, den Helden vor seinem Schicksal zu bewahren.

„‘Daß sich Leute, die kein Leben haben, immer in dasjenige der anderen einmischen müssen‘, murmelte Fermín. ‚Wo waren wir stehengeblieben?‘ ‚Bei meinem fehlenden Mut.‘ […] ‚Passen Sie auf, Daniel. Das Schicksal lauert immer gleich um die Ecke – wie ein Dieb, eine Nutte oder ein Losverkäufer, seine drei trivialsten Verkörperungen. Hausbesuche macht es hingegen keine. Man muß sich schon zu ihm bemühen.‘“

Die Bücher von Carlos Ruiz Zafón habe ich nahezu alle gelesen und alle zusammen bilden irgendwie ein schemenhaftes Ganzes in meiner Erinnerung. Wer mit wem in welchem Buch agiert, erscheint mir oft unklar und manchmal kann ich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, was genau in seinen Romanen passiert. Hinzu kommt, dass seine Geschichten auch alle auf die eine oder andere Weise miteinander verwoben sind. Nebencharaktere sind dann auch einmal die Hauptperson, oder es ergibt sich, dass dieselben Orte in unterschiedliche Handlungen aus einer neuen Perspektive einfließen. Vielleicht ist das ja mitunter der Reiz seiner Bücher. Sie verschwinden in der Erinnerung wie Schatten und zurück bleibt ein Windhauch.

Also dann, bis morgen.

 

 

 

 

 

 

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