Die 16-Tage-Challenge

Einer meiner Freunde hat mich gebeten, während seines Urlaubes jeden Tag das Beste, was an diesem passiert ist, aufzuschreiben. Sechszehn Tage lang.

16-Tage-Tagebuch

Hauptsächlich, weil er sich Sorgen macht: Frauen mittleren Alters – sprich in der Mid-Life-Crisis und den Wechseljahren – neigen ja hin und wieder zu Übersprunghandlungen. Ich rede dann gern von offenen Fenstern und der schönen Aussicht aus solchen. Also hat er mir diese Bitte abgerungen. Wohlweislich und in vollen Bewusstsein, dass er mich damit an meiner wunden Stelle, dem Schreiben, trifft. Nun verlangt es quasi die Ehre, dass ich dem nachkomme. Eine Herausforderung, der ich nur schwerlich widerstehen kann. Sechszehn Tage lang.

Irgendwie erinnert mich das an jemanden, der mal ein Dankbarkeitsfototagebuch über ein Jahr hinweg geführt hat. Glaube, es gab da einen Blog, auf dem dann jeden Tag ein Foto war. So in etwa komme ich mir nun vor.  Nur, dass der Freund sich in der Dominikanischen Republik die Sonne auf den Wanst scheinen lässt, während ich hier bei miesem Wetter und in der Hektik der Vorweihnachtszeit mir nun das Hirn zermartern darf. Und dabei wollte ich nicht schon wieder so ein Projekt anfangen, bei dem ich jeden Tag geistige Höchstleistungen vollbringen muss.

Aber, der junge Mann wusste wohl ziemlich genau, was er tat. Wer mit Denken beschäftigt ist, kann nicht nach Fenstern und anderen Fluchtmöglichkeiten Ausschau halten. Und gleichzeitig zwingt er mich dazu, dass ich jeden Tag an ihn denke. Ein ganz schlauer Schachzug war das. Hätte ich ihm gar nicht zugetraut.

 

Eure Kerstin

P.S.: Auch, wenn es sich sicherlich hervorragend für meinen Blog eignet, habe ich mich entschlossen, die Tagebucheinträge hier nicht zu posten. Nur falls jemand darauf spekuliert.

9 Gedanken zu „Die 16-Tage-Challenge

  1. Das ist doch schön, ein solches Projekt. Es muss ja nicht täglich „ein Roman“ sein, den du für dich notierst, sondern vielleicht nur kleine Worte, dass das Vesperbrot lecker, der Bus pünktlich war, die Kollegin ein schönes Kleid trug, dass der Raureif in der Sonne glitzerte… Mit offenen Augen durch jeden Tag gehen, auf dich achten und gut mit dir umgehen.
    Ich wünsche dir 16 wunderschöne Tage mit vielen schönen Dingen, die dir widerfahren.
    Ich lasse dir dafür und für alle anderen Tage Herzensgrüße da ♥ Anni

  2. Pingback: Das Sechszehntagetagebuch – Teil 1 | alltagseinsichten

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