Treibgut – Launen der Natur

Ich hatte ja schon (klick) angekündigt, dass ich gerne noch so dies und das zum Thema Nachhaltigkeit beitragen möchte und mich dabei einfach ein bisschen treiben lasse, um zu sehen, wohin es mich führt. Heute etwas für Gipfelstürmer, Bergfexe und Höhenrauschgefährdete.

Heutzutage nutzen wir die Natur ja nicht nur zum Erhalt des eigenen Lebens, sondern auch als Ressource für Entspannung und zur Beruhigung unserer gehetzten Seelen. Das war vor nicht allzu lange Zeit noch ganz anders, denn für unsere Vorfahren war die Natur ein Ort, der einem Angst machte und vor dem man sich besser in Acht nahm. Volksmärchen verdeutlichen das ziemlich eindrucksvoll.

Mittlerweile fühlen wir uns der Natur dermaßen überlegen, dass wir es am nötigen Respekt ihr gegenüber mangeln lassen. Auf Berghütten steht in der Hüttenordnung: „Müll vermeiden und den eigenen Abfall mit ins Tal nehmen“. Das ist leider noch immer in ganz vielen Köpfen nicht angekommen und so kümmern sich alljährlich Ehrenamtliche und Freiwillige immer wieder darum, die Berge zu entrümpeln.

Nicht wir ertragen die Welt, sondern sie muss uns ertragen. Ein zweifelhafte Los. Dabei stellt sich mir immer die Frage: Wenn ich es doch den Berg hochgeschleppt habe, dann kann ich es auch wieder runter schleppen, oder? Wer nun als Argument das Gewicht im Rucksack anführt, der hat von vornherein falsch gepackt und definitiv zu viel auf dem Rücken und zu wenig im Kopf.

Ganz Arglose denken ja gerne mal, dass organischer Abfall nicht zum Müll im eigentlichen Sinne gehört, weil er verrottet und irgendwann zu Dünger und Erde wird. Und so werden auch Essensreste gern mal der Natur in luftiger Höhe und somit im wahrsten Sinne sich selbst überlassen, denn ab einer gewissen Höhe sind die für den Kompostierungsvorgang nötigen Mikroorganismen und der erforderliche Luftsauerstoff rar und der sonst so wertvolle Biomüll ist schlichtweg nur Müll.

Unsere schöne Natur hat so ihre Launen und ist, was den sorglosen Umgang mit ihr angeht recht nachtragend wie aus der Grafik des Alpenvereins ersichtlich ist.

Müllberge Das sind wahrlich biblische Jahresangaben. Lediglich Noah, der geschätzte 600 Jahre alt wurde, hätte in seiner Lebensspanne den Verrottungsprozess ansatzweise dokumentieren können. Und selbst Methusalem wäre trotz seiner 969 Jahre noch immer nicht in der Lage gewesen, eine Glasflasche verrotten zu sehen.

Ganz ehrlich, wer wandert schon gern durch die Natur, wenn er dabei ständig die Hinterlassenschaften seiner Mitmenschen aus dem Blickwinkel ausradieren und später vielleicht aus der spektakulären Aufnahme wegretuschieren muss?

Apropos Hinterlassenschaften: Ich weiß, die männlichen Artgenossen tun sich da etwas einfacher, aber meine Damen, entweder bitte das Taschentuch diskret wieder einstecken oder mal eine biologische, nachwachsende Variante wählen und sich mit Gras und Blättern behelfen. Geht wunderbar und hat keine Nebenwirkungen.

Vielleicht wird es Zeit, dass wir, die wir im Grunde auch nur eine Laune der Natur sind, von dieser wieder in unsere Schranken gewiesen werden. Und wenn ich mir die Naturgewalten , welche nur für uns Menschen eine Katastrophe sind, in letzter Zeit so anschaue, dann finde ich, dass sie das in letzter Zeit ganz gut macht. Und wenn wir nicht aufpassen, laufen wir Gefahr, dass das Leben wie wir es heute kennen zu einem Märchen mutiert.

Mal sehen, welches Treibgut noch so meines Weges kommt. Also dann, action!

Eure Kerstin

9 Gedanken zu „Treibgut – Launen der Natur

  1. Ich fürchte, wir sind derzeit nur schwer zu Ertragen. 😐
    Glücklicherweise ist Müllvermeidung und Bio derzeit voll im Trend. Wollen wir mal hoffen, dass wir die Kuve noch kriegen – aktuell geben wir meines Erachtens zu viel Gas…
    Hoffnungsvolle Grüße
    Patrick

    https://issoundnichtanders.wordpress.com

  2. Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht. Der Mensch ist Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet. Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance.

    © Richard Freiherr von Weizsäcker

    Irgendwann…begreifen wir es alle.
    LG Claudi

    • Mit Sicherheit gibt es da noch Abweichungen nach unten und oben, je nach Marke und Größe vielleicht, aber 5 Jahre finde ich schon ganz beachtlich. Da frage ich mich im Hinblick auf die Kaugummis auch, wie das mit der Verdauung ist, da ja viele die Dinger runterschlucken.
      Liebe Grüße, Kerstin

  3. Ich wusste auch nicht, dass organische Materie da oben nicht so schnell verrottet. . Aber ich treib mich da auch nicht rum. Wieso verrottet Klopapier nicht? Und ist Beflaggung nicht besser als Tretminen? Ein weites Feld … 😀

    • Also, Bananen und Südfrüchte tun sich auch auf normaler europäischer Höhe schwer, weil es eben Südfrüchte sind und die anderes Klima und andere Organismen zum Verrotten brauchen.
      Beim Klopapier ist die Bilanz gegenüber Taschentuch etwas besser, weil letzteres oft mit Bleiche und anderen Chemikalien versetzt ist. Aber der Zellstoff ist eben industriell aufgearbeitet. Merkt man ja auch, wenn man mal Taschentücher mitwäscht. Da kommt dann ein schöner harter Klumpen bei raus. Und zum Thema Beflaggung/Tretminen: Wer unbedingt mal muss, sollte eine Kuhle nutzen und diese dann mit Steinen zudecken. Noch besser natürlich ein Loch graben und dann wieder zuschütten. Aber eine Schaufel habe ich natürlich für diese Notsituationen auch nicht dabei. 🙂
      Liebe Grüße, Kerstin

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