Der Froschkönig

Derzeit ist ja vielerorts der berühmte Frühjahrsputz angesagt. Dieser scheint epidemieartig über die Lande zu ziehen und leider hat es mich auch schon erwischt.  Mal wieder. Obwohl ich mir immer vornehme, ich integriere solche Extraarbeiten in meinen wöchentlichen Putzplan, damit ich davon verschont bleibe.

Nun gut: Fenster geputzt, Schränke oben und innen ausgewischt, Pagode gereinigt und Terrasse gleich mit abgestrahlt, Kühlschrank gereinigt, Ofen gesäubert. Jetzt leide ich unter den Nachwehen und habe einen Kater in den sonst geschonten Muskelpartien.

Wie schon gesagt, gibt es eigentlich einen Putzplan, der fast immer auf einen Samstag fällt. Der ist durch den Wocheneinkauf ja eh schon irgendwie verschandelt und dann regt mich die Hausarbeit nicht mehr auf. Und weil es dann auch schon egal ist, ist gleichzeitig noch Waschtag. Sozusagen drei auf einen Streich.

Und damit das so richtig glatt alles über die Bühne geht, hilft mir der Frosch. Hatte ja wohl keiner vermutet, dass der jugendliche Mitbewohner einen Finger rührt, oder? Glasreiniger, Geschirrspülmittel, Tabs, Scheuermilch, Waschmittel, Weichspüler, WC-Reiniger, Badreiniger, Allzweckreiniger. Was eben die Palette an Hilfsmitteln so hergibt. Die hat schon meine Mutter verwendet. Klar, gibt es auch schon seit 1986 in Bio-Qualität*. Ich bevorzuge allerdings den Lavendelduft für Bad, Möbel und Boden.

Ah, Ihr fragt Euch, was das Sternchen (*) bedeutet. Tja, in dem Fall heißt das, Bio-Qualität in neun Punkten. Immer noch nicht schlauer? Hat mir auch nichts gesagt, um ehrlich zu sein. Daher wurde die Codecheck-App zu Rate gezogen. Und siehe da, der Frosch wird wohl nicht geküsst und (mein) König werden. Seit ein paar Wochen heißt es: There’s a new guy on the block!

Froschkönig

So nach und nach wird Froschteich nun trocken gelegt. Es fällt mir nicht ganz einfach. Er ist mir einfach in all den Jahren ans Herz gewachsen. Verzicht heißt aber eben auch, wirklich verzichten und manche Gewohnheiten aufgeben und Dinge loslassen.

Klar, es gibt noch eine ganze Reihe Alternativen zu den käuflich erwerbbaren Putz- und Waschmitteln, die man selber herstellen kann. Die meisten davon werden hauptsächlich aus Kernseife, Essig und Zitronen gemixt. Das mag nochmals ein Schritt weg von industrieller Ware in Plastikbehältnissen sein. Aber da immer die richtige Menge abpassen, bevor es schlecht wird und dann rechtzeitig ansetzen, was bis zu zwei Wochen dauern kann, damit es zum Putztag fertig ist? Ich kann mir das im Moment nicht als praktikabel vorstellen.

Worauf ich aber nahezu immer verzichte, ist Weichspüler. Da kommt, wenn dann bei Wolle und/oder Seide nur ein Fingerhut voll in die Maschine. Ersatzweise tut es ein Löffel Salz oder ein Stamperl Essig auch. Wer, wie ich in einem Landstrich mit Wasserhärtegrad fünf lebt, sollte auf keinen Fall auf Wasserenthärter verzichten. Alle anderen aber auch nicht. Das spart Waschmittel und die Maschine lebt länger. Gibt es auch in Öko-Qualität.

Antetanni hat zum Thema Natron im Haushalt ein ganze Reihe von Beiträgen geschrieben. Zum Nachlesen, hier klicken. Von daher von mir nur noch der Tipp, einen Liter kochendes Wasser regelmäßig in Abflüsse und Toilette gießen. Das beugt Ablagerungen vor.

Zum Abwasch und Putzen benutze ich übrigens, ganz altmodisch, Bürste und verschiedene Lappen, die waschbar sind – keine Schwämme.

Spülen

Welche Geräte sonst noch in einem ordentlichen Haushalt anzutreffen sind und ob manches davon noch als alltäglicher Gegenstand anzusehen ist, dem will ich beim nächsten Mal auf den Grund gehen.

 

Also dann, action!
Eure Kerstin

13 Gedanken zu „Der Froschkönig

  1. Das Frühjahrsputz-Virus hat auch mich in Beschlag genommen. Auch wenn ich mich nicht streng nach einem Putzplan richte und den Frühjahrsputz nie in meinen Tagesplan einbeziehe, so juckt es mich doch alljährlich zwischen den Fingern, die ganze Bude bis in die hinterste Ecke zu putzen, sobald das Wetter besser wird und es einen eigentlich nach draußen zieht. Da soll der Muff des Winters dann eben auch raus. Ist ja schon seit mindestens den alten Römern so…(Stichwort: Reinigungsfest = „Februa“) 😉 Putzmittel selber herstellen ist auch nicht meins. Ich versuche, so gut es geht, Reinigungsmittel auf Öko-Basis zu kaufen oder auf Hausmittel wie Zitrone/Zitronensäure, Natron, Backpulver usw. zurückzugreifen. Bei vielem reicht auch heißes Wasser. Ich gebe ab und zu einen Löffel Natron mit in die Waschmaschine, das hilft, diese auch gleich sauber zu halten und wirkt auch als Entkalker. Ich bin gespannt auf deinen nächsten Beitrag…
    Viele Grüße von Anni | antetanni

    • Liebe Anni, danke für den langen Kommentar. Pläne sind gut und gut ist es auch, immer mal wieder davon abzuweichen. Das macht uns ja schließlich aus, oder? Liebe Grüße, Kerstin

  2. Irgendwer hat mir mal erzählt, dass ein bisschen Wasserenthärter auch im Waschmittel mit eingebaut ist. Ich bin daher Purist und verwende weder Weichspüler noch Wasserentkalker. Nur Wasser und Waschmittel.
    Ich gestehe allerdings, dass meine Jeans nach dem Waschen bretthart sind und immer erst „eingelaufen“ werden müssen 😀

    • Da bist Du wirklich ein Purist. Mal sehen, ob ich das auch irgendwann schaffe. Und Jeans müssen ja so sein, dass sie beim ersten Tragen nach der Wäsche wie angegossen passen und man sich etwas reinzwängen muss, oder? Zumindest haben wir das in meiner Jugend so gemacht. Am besten noch in die Wanne legen damit 😉
      Liebe Grüße, Kerstin

  3. Waschmittel muss entsprechend der Härte dann höher dosiert werden, das find ich nicht sinnvoll und nehme Enthärter und entsprechned weniger Waschmittel. Dann schäumt es auch weniger. Denn: Weichspüler brauche ich, um den Schaum aus der Maschine kriege – das krieg ich sonst nicht hin. (natürlich nicht die volle Dosis und ich spül dann noch paarmal durch) Leider hat Essig nicht geholfen beim Schaumproblem.

    • Ja, das mit dem Wasserhärtegrad ist so eine Sache. Ich kann jede Woche meinen Wasserkocher entkalken. Von daher geht waschen ohne Enthärter gar nicht, sonst muss ich ständig den Kundendienst holen bzw. das Gerät neu kaufen. Anstatt Essig vielleicht mal Natron oder sowas versuchen. Vielleicht klappt es damit. Liebe Grüße, Kerstin

      • Mit dem Wasserkocher hab ich vereinbart, dass er sich regelmäßig mit einem Extrakalklappen auswischen lässt, dann ist der Kalk weich, und nur an den hitzigsten Stellen bleibt er.
        Danke, Natron hab ich noch nicht versucht.
        LG gann

  4. Wenn man sich mal überlegt, was einige von uns täglich an schwer abbaubaren Substanzen in den Abfluss spülen um einen sterilen Haushalt nach Vorbild eines OP zu haben, wird mir Angst und Bange.

    Sauberkeit ist wichtig und sorgt bei mir für Wohlbefinden. Es gibt hervorragende Hausmittel und biologisch abbaubare Reinigungsmittel.
    Aktiver Umweltschutz lässt sich hervorragend im Kleinen starten; und wenn man Tante Google befragt, wieviele Bakterien wir in und auf uns tragen relativiert sich das eh 😉

    Ich bin ein Froschkönig aus überzeugung.

    • Frösche sind ja wahre Überlebenskünstler und wenn der Neue es nicht drauf hat, komme ich vielleicht darauf zurück.
      Ansonsten sehe ich das mit dem Putzen mittlerweile durchaus gelassener als früher, was nicht heißt, dass es jetzt nicht sauber ist. So ein paar Bakterien stärken die Abwehrkräfte. Liebe Grüße, Kerstin

  5. Pingback: blankgeputzt und flottgemacht – die Reinigungsfrage | alltagseinsichten

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