Resterampe

Auch die beste Vorbereitung und der beste Plan können nicht verhindern, dass Reste anfallen. Manchmal in Form von Essensresten, weil man zu groß aufgekocht hat. Manchmal, weil der Plan nicht so ganz funktioniert hat und nun einzelne Zutaten mit Verderb drohen. Manchmal, weil man unbedingt etwas haben und probieren wollte, dass sich dann als „ungenießbar“ entpuppte. All das passiert auch mir regelmäßig. Trotzdem versuche ich immer, einen Weg an der Bio-Tonne vorbei zu finden.

Ich habe zur kurzfristigen Konservierung von Lebensmittel aller Art ein Arsenal an Helfern. Mein Gemüse packe ich zum Beispiel in Brotpapier, das der Bio-Bäcker verwendet, und inzwischen bestimmt schon ein halbes Jahr alt ist. Damit bleibt es ca. eine knappe Woche nahezu frisch, wie man auf dem Bild hoffentlich erkennen kann. Gemüse II

Ganz toll finde ich auch BeesWrap. Da kommt meine Bergbrotzeit gern rein und auch das Schwarzbrot wickel ich darin ein. Lässt sich auch als Deckelersatz nutzen, wird mit kaltem Wasser gereinigt und hält ca. ein Jahr. Und wie der Name schon sagt, ist es mit Bienenwachs versiegelt, was dazu führt, dass auch die Lebensmittel leicht danach riechen. Mich stört das nicht

Dann gibt es natürlich Glas. Klassische Einweckgläser oder leere Marmeladen-/Senf- oder-was-auch-immer-Gläser. Die lassen sich natürlich ganz vielfältig im Haushalt einsetzen. Kleiner extra Tipp für leckeren Honigessig: Leeres Honigglas mit etwas Essig befüllen und verschließen. Nach zwei bis drei Tagen ist der gesamte Rest Honig im Essig. Schmeckt wunderbar als Dessing. Honigessig

Obwohl ich versuche, Plastik immer mehr aus meinen vier Wänden zu verbannen, schwöre ich doch auf meine Lock&Lock Dosen, die ich von der Verwandtschaft geschenkt bekommen habe. Die sind wirklich unschlagbar, was Auslaufschutz und auch Frische angeht. Kleine Quizfrage: Wie alt, glaubt Ihr, ist der Salat? Salatbox

Wie gesagt, es ist Plastik und in dem Fall nehme ich eventuelle Nebenwirkungen erst mal in Kauf. Außerdem könnte ich mir eigentlich keinen alternativen Einsatzort für die Behälter vorstellen. Weil, wenn ich keine Lebensmittel darin aufbewahren will, dann will ich im Grunde auch nichts Anderes damit machen. Aber deswegen alle wegschmeißen, fände ich falsch. Denn „nur eines ist schlimmer, als Plastik zu kaufen: Plastik wegzuwerfen.“, sagen die Autorinnen von „Besser leben ohne Plastik“. Deswegen verwende ich sie einfach solange, bis sie kaputt oder unbrauchbar sind.

Zu den Essensresten selbst: Reste vom Abend-/Wochenendmahl dienen als Kantinenersatz, wenn ich es nicht anders weiterarbeiten kann. In meinem Beitrag Frühjahrsputz habe ich dazu schon mal was geschrieben. Ganz besonders lecker sind Chips aus altem Brot. In ganz, ganz dünne Scheiben schneiden, auf dem Backblech verteilen, mit Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen Dann bei ca. 150°C in den Ofen, bis sie schön kross und leicht gebräunt sind. Mmh, lecker. Damit kann man selbst den jugendlichen Mitbewohner hinter dem Ofen PC hervor locken. Brotchips

Manchmal gibt es auch so was wie ein warmes und kaltes Buffet mit den Dingen, die weg müssen. Es gibt auch eine App “Beste Reste“ von der Aktion des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft „Zu gut für die Tonne“, die einem Rezepte vorschlägt, wenn man die Zutaten eingibt. Ich persönlich habe da noch nicht allzu viel gefunden, aber schaut es Euch ruhig mal an.

Ich bin also so was wie das Hausschwein bei uns. Ist ok, kann ich mit leben. Und gar nicht so schlecht, wenn ich meine Werte beim Gesundheitscheck so anschaue. Jedenfalls ist es abwechslungsreich und oft mit schrägen Kombinationen.

Konserven und abgepackte Lebensmittel, die auf Wunsch des jugendlichen Mitbewohners im Vorratsschrank gelandet sind, dann aber aus unzähligen Gründen verschmäht wurden, spende ich ganz gern. Die Tafel freut sich immer, wenn man eine Tüte vorbei bringt.

Süßigkeiten, die plötzlich nicht mehr schmecken oder als lieb gemeintes Geschenk verzweifelt auf einen unterzuckerten Zweifüßler warten, nehme ich gern ins Büro mit. Man möchte nicht glauben, wie schnell die Trüffelschweine die Leckereien durch die Bürotür riechen. 20160408_083742.jpg

Apropos riechen. Für den Bio-Müll gibt es eine Tonne bei uns. Die war noch nie mehr als halb voll. Also, entweder haben die Nachbarn bessere Hausschweine oder wissen nicht, wo die Tonne steht. Ich komme so auf ein gutes Kilo Bio-Abfälle pro Woche. Das sind Schalen aller Art und Teeblätter. So gesehen nichts, was man noch essen kann – außer vielleicht als Suppenwürze oder so. Aber übertreiben muss man es auch nicht, finde ich. Deswegen habe ich an der Stelle leider auch kein Foto für Euch.

Zum Abschluss des Kapitels Lebensmittel gibt es morgen dann noch die Bilanz.

 Also dann, action!
Eure Kerstin

P.S.: Noch die Auflösung des Salaträtsel: Ganze sechs Tage seit dem Einkauf.

14 Gedanken zu „Resterampe

  1. Wow, toll, wie du das alles regelst! Statt Biotonne finde ich ja den Kompost echt ne gute Sache, muss man aber erst einmal Platz usw. haben…
    Liebe Grüße und mach so weiter 🙂

  2. Ha, hab auf eine Woche getippt beim Salat, war also nah dran 😉

    Das mit der Essensverwertung in Form von Kollegen wird bei uns auch gehandhabt, allerdings aus erzieherischen Maßnahmen: Nach Weihnachten und Ostern bringen die bekinderten Kollegen die Schoki mit, die den eigenen Kindern aus gewichtskontrollierten Gründen geklaut wurden 😀

  3. Danke für den Tipp mit dem Honig/Essig und den Brot-Chips. Brot ist eigentlich das einzige, was bei uns manchmal zu viel vorhanden ist und wenn es dann schon „über den Tag hinaus“ alt ist, mag es keiner mehr essen. Die Brot-Chips-Alternative probiere ich beim nächsten Mal aus!

    Ich habe unendlich viele Tupper-Behälter, fast alle aus der ersten oder zweiten Generation (also in Orange oder Dunkelgrün *lach*), die nutze ich für alles, ob für Vorräte oder Reste oder fürs Vesperbrot, das mit in die Schule/ins Büro/zum Ausflug kommt. Süßkram, der sich bei uns immer gefühlt in Tonnen ansammelt, nehme ich auch mit ins Büro. Scheint auch bei uns eine ganze Horde Trüffelschweine zu geben, denn kaum stehen die Sachen da, sind sie schon wieder weg. Gut so. Weiter so. 😉

    Hab einen feinen Tag und viele Grüße
    Anni | antetann

    • Ja, das mit dem alten Brot hat mich auch immer geärgert, weil ganz viele Brotsorten nach spätestens zwei Tagen schon alt schmecken. Nun kaufe ich ein Öko-Brot von einer ebensolchen Bäckerei und das kann man wirklich eine ganze Woche essen und es schmeckt noch. Nicht mehr so herrlich frisch, aber auch nicht so dass man es eigentlich nur noch isst, damit man es nicht wegschmeißt, was sich mit den Brotchips ja auch erledigt hat 🙂
      Liebe Grüße, Kerstin

  4. Altes Brot schmeckt auch lecker in gut gewürztes Rührei eingeweicht und dann in der Pfanne gebraten. Kommt bei mir aber extrem selten vor, weil ich es fast immer beim Bäcker schneiden lasse und zuhause zügig einfriere. Dann muss ich nur die Zahl Scheiben auftauen, die ich unmittelbar essen will, und die schmecken dann immer noch wie fast frisch. Da ich der einzige Brotesser bei uns bin, würde ich sonst wohl fast immer altes Brot essen müssen. Aus dem Grund meide ich auch Bäcker, die keine halben Brote verkaufen. Bei Bäckern die keine Schneidemaschine habe, z. B. auf dem Markt, schneide ich das Brot daheim mit dem Messer in Portionen und friere die ein (die Scheiben krieg ich mit dem Messer nicht so gleichmäßig hin, sie kleben dann mehr zusammen und lassen sich schlecht einzeln entnehmen). Ich muss aber zugeben, dass ich in Plastiktüten einfriere, weil das Brot nicht dosenkompatibel ist. Und die Tüten machen das leider nicht allzu lange mit. Man kann sogar auch zu wenig Brotreste haben. Um Semmelknödel machen zu können, kaufe ich manchmal extra Brötchen zum Liegenlassen.

    • Die Schwierigkeit mit dem Einfrieren kenne ich auch, weil ich so ziemlich auch der einzige Brotesser hier bin. Nun kaufe ich immer in der Öko-Bäckerei einen Viertel Laib. Der reicht eine Woche und schmeckt auch dann noch und wie gesagt der Rest dann zu Chips. Manchmal auch Semmelbrösel, stimmt. Liebe Grüße, Kerstin

  5. Ich hau alle Krümelreste in Suppe oder Sauce. Kaputte Küchenplastik nehme ich dann für Zeug und Glump. Schrauben z.B. oder Knöpfe.
    Als ich noch eine Tiefkühltruhe benutzt habe, kamen da auch Grünzeugreste für Suppen rein.

  6. Pingback: Tischlein deck Dich | alltagseinsichten

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